Rehgeiss und Kitz brauchen Ruhe

Der Verein Hundesport Seerücken ging mit einem Jäger in den Wald. Alle Anwesenden sind sich einig: Hunde gehören an die Leine.

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Viele Hunde, aber nicht im Verein

Die rund 20 Mitglieder des Vereines Hundesport Seerücken treffen sich jeden Montagabend in Hinterhomburg. Mit ihren Hunden aller Couleur bilden sie einen familiären Rahmen. Sie stammen aus verschiedenen Gemeinden, erstaunlicherweise aber nicht aus dem benachbarten Raperswilen, das über eine besonders hohe Hundedichte verfügt. Wahrscheinlich haben sich die Hundehalterinnen und -halter dort einem der zahlreichen anderen Vereinen angeschlossen, vermutet man auf der Gemeindeverwaltung Raperswilen. (kat)

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Hinterhomburg – Des Menschen bester Freund sorgt mitunter für Unmut. Zum Beispiel, wenn er im Wald frei herumläuft, wie es ihm gefällt. Darum haben sich zwölf Mitglieder des Vereins Hundesport Seerücken zum Waldspaziergang mit einem Jäger getroffen, mit Hugo Strupler aus Mettendorf. Dass man Hunde im Wald an der Leine zu führen hat, steht an jedem Waldeingang. Dass aber Hunde durchaus ein Kitz töten können, ohne dass der Halter die Tat bemerkt, wie Strupler erklärte, versetzte die Mitglieder in Staunen. Der Wald dient dem Menschen als Erholungsraum, doch für das Wild ist der Wald gar Lebensraum. Besonders von Mitte Mai bis Mitte Juni, während die Rehgeissen ihre Kitze setzen, sind die Rehe auf Ungestörtheit angewiesen. Muss die säugende Geiss ihr Kitz verlassen, weil ein Hund (oder ein Biker, der den Weg verlässt, oder ein Reiter oder ein OL-Läufer) sie stört, bringt dies Unruhe ins Leben der Familie. Ausserdem lässt sich nicht einfach so abschätzen, wie es mit der Ruhe im Wald wirklich steht. Obwohl man das Gefühl hat, den Wald für sich alleine zu haben, kann es sein, dass eine Gruppe Velofahrer zehn Minuten zuvor denselben Weg zurückgelegt hat. Nicht gerade erholsam für die Waldbewohner.

Frei nur auf Feldwegen

Die Hündeler, wie sie sich nennen, machen im Alltag einschlägige Erfahrungen. «98 Prozent der Hunde, die mir im Wald entgegenkommen, sind nicht angeleint», sagt Katrin Arter, die den Ausflug organisiert hatte. Die gesammelten Erlebnisse der Mitglieder zeigen: Solche Begegnungen laufen immer etwa gleich ab. Hund A ist an der Leine, Hund B rennt auf ihn zu. Halter B versichert, Hund B tue Hund A nichts. Hund A hat einen Frust, weil angeleint, zwischen den beiden Hunden kriselts und damit auch zwischen den Haltern. Hundehalter A versucht mit aller Diplomatie, seinem Gegenüber zu erklären, dass Hunde im Wald an die Leine gehören. Hundehalter B sagt, sein Hund jage nicht. Gleichzeitig äussert er aber den Verdacht, dass wohl Hund A jage, da man ihn an die Leine nehmen müsse, was ausserdem darauf schliessen lasse, dass man ihn generell nicht im Griff habe. So enden solche Begegnungen meist unerfreulich.

Ausserhalb des Waldes dann, auf Feldwegen, darf der Hund seinem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Vorausgesetzt, der Halter kann seinen Hund zurückpfeifen, wenn es die Situation erfordert. Es sei eben eine Frage des Anstandes, wie man auf seine Umgebung Rücksicht nehme, fasst Präsident Heinz Ammann zusammen. Was man zum Beispiel in einem Verein wie dem Hundesport Seerücken erlernen kann. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 10.06.2009, 07:18 Uhr

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