Handystrahlen: Es begann mit Kopfweh
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Auf grosses Interesse stiess der Informations- und Diskussionsabend unter dem Titel «Machen Handy-Antennen krank?» des Vereins IG strahlungsfreies Kreuzlingen im Torggel. Der Roggwiler Roman Schrutt berichtete als Betroffener. Die negativen Einflüsse der Strahlung auf seine Gesundheit habe er nicht sofort erkannt. «Es begann mit Kopfschmerzen.» Von seinem Arbeitgeber habe er aus beruflichen Gründen ein Handy und damit bald auch gesundheitliche Probleme bekommen. Die Symptome wie Kreislaufschwächen und Atemnot habe er nur am Arbeitsplatz verspürt, sein Wohnort sei strahlungsfrei und ein Urlaub habe ihm immer sehr gutgetan. Er habe seinen Arbeitgeber über die ungesunde Strahlung der Anlagen in der Nähe informiert, die Absenzen in der Firma hätten auch bei anderen Kollegen zugenommen. Das aber habe niemanden interessiert, blickte Roman Schrutt zurück. Nach 18 Jahren musste er den Arbeitsplatz verlassen: «Ich flüchtete», meinte er. Ihm wie auch anderen Betroffenen bleibe nur die Hoffnung auf ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen.
Druck auf Politik
Der Umweltmediziner Joachim Mutter aus Konstanz berichtete anschliessend aus der beruflichen Erfahrung. Studien hätten gezeigt, dass die Strahlen bei 79 Prozent der Probanden Effekte gezeigt hätten, am meisten betroffen seien Nervensystem oder Gehirn. «Und besonders gefährdet sind Kinder.» Am Beispiel von Asbest erläuterte der Konstanzer Arzt, dass sich jedes umstrittene Problem als schwerwiegender herausgestellt habe als ursprünglich angenommen. Es seien Genschädigungen durch Strahlungen nachgewiesen worden, solche Defekte seien der erste Schritt zu Krebserkrankungen, mahnte Mutter. Die neue UMTS-Technologie verwende zudem weitaus
höhere Dosen als die bisherigen Systeme, warnte er. Daher müssten die Grenzwerte dringend gesenkt werden.
In der nachfolgenden Diskussion wies der Landschlachter Arzt Walter Lang darauf hin, dass das Bewusstsein für das Problem in den Praxen gering sei. Stefan Zbornik, Präsident des Vereins IG strahlungsfreies Kreuzlingen, will Druck auf den Kreuzlinger Stadtrat machen: «Es gibt zu viele Argumente, die man nicht unter den Tisch wischen kann.» (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 19.06.2009, 17:47 Uhr
Thurgau
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