Die Krise bringt mehr Camper
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Altnau – Seit fünf Jahren arbeitet Iris Huber auf dem Campingplatz Ruderbaum. Zuerst als Platzwartin und seit zwei Jahren als Verwalterin. Die Herisauerin kennt den Camping seit ihrer Kindheit. Vor 43 Jahren mieteten ihre Eltern eine Parzelle und verbrachten ihre Ferien fortan in Altnau. «Ich bin hier aufgewachsen», lacht die ehemalige H&M-Filialleiterin. Iris Huber ist die gute Seele auf dem Platz, unterstützt von ihrer Assistentin Lotti Schmid und Aushilfspersonal. «Während der Saison ist man lange auf den Beinen, mit der Betreuung der Gäste, Administration, Rasenmähen und Putzen beschäftigt», erzählt Iris Huber. Für die 48-Jährige ein Traumjob. Sie liebt den Kontakt zu den Menschen und ist gerne an der frischen Luft und eben: in Altnau fühlt sie sich zu Hause.
Mehr Schweizer Camper
Schweizweit bekannt wurde der Camping Ruderbaum im letzten Jahr, als nachts Füchse auf den Platz schlichen und schlafende Camper bissen. «Jetzt haben wir Ruhe», versichert die Verwalterin und krault Kiro hinter den Ohren. Sie ist überzeugt, dass die Füchse aufgrund der Markierungen ihres Hundes dem Platz fernbleiben. Das ist auch gut so. Denn der Saisonstart war nach Mass. «10 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr», freut sich Iris Huber. Auffallend sei, dass in diesem Jahr vor allem viele Schweizer Familien auszumachen seien. «Ich kann mir vorstellen, dass dies ein Zeichen der Wirtschaftskrise ist – die Menschen sind vorsichtiger und planen günstige Campingferien.» Iris Huber hat jedoch noch einen weiteren Trend festgestellt: Immer mehr Camper kaufen oder mieten ein Wohnmobil. Die übrigen Gäste, die auch aus Italien, Spanien, Frankreich oder Holland an den Bodensee reisen, kommen mit dem Wohnwagen oder Zelt.
Lange Warteliste
Die 280 Dauermieter kennt Iris Huber alle mit Namen. Probleme gebe es auf dem Platz praktisch nie. «Wenn jemand ein Shampoo vergisst, steht es zu 99 Prozent an seinem Platz.» Kommt es zu einem Wechsel, aufgrund eines Todesfalls, wird die Parzelle meist innerhalb der Familie weiter gemietet. «Wir haben jedoch eine lange Warteliste.» Vor allem bei Scheidungen komme es oft zu einem Wechsel. «In diesem Fall muss der Platz in seinem ursprünglichen Zustand abgegeben werden.» Konkret heisst dies: Keine Bauten, Veloständer oder Gerätekisten. «Wir sind Partner der Bodenseestiftung Ecocamping und verpflichten uns, den Umweltschutz und die Qualität auf dem Platz stetig zu verbessern», betont Iris Huber. Dazu gehöre auch, den Boden nicht zusätzlich mit Platten zu versiegeln, um Überschwemmungen zu vermeiden. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 15.06.2009, 07:17 Uhr
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