Wenn Kühe nicht mehr rentieren
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Rudenwil
Glückliche Kühe: Im «Stall Happy» von Bauer Roland Hugentobler verbringen Kühe ihren Lebensabend.
Foto: Susann Basler
Durch Paten finanziert
Anders als bei Gnadenbrothöfen für Pferde, wo die ehemaligen Besitzer bis zum Lebensende finanziell selber für ihr Tier aufkommen, sind es bei «Viva la Vacca» Paten, die Monat für Monat für eine Kuh zahlen. Rund 50 Tierfreunde unterstützen das Projekt derzeit, je nach Budget mit unterschiedlich hohen Beiträgen. Die Bauern beziehungsweise die ehemaligen Besitzer bezahlen in der Regel nichts. Sie würden aber auf den Schlachtpreis verzichten, sagt Zepf. Das sei ihr Beitrag, damit die geliebte Kuh weiterleben kann, obwohl sie längst nicht mehr rentiert.
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RUDENWIL – Sindy ist ausgesprochen neugierig. Interessiert rückt sie den Besuchern zu Leibe, schnuppert mit ihrer grossen feuchten Nase an fremden Jacken und Hosen. Doch die ausladenden Hörner des Schottischen Hochlandrindes verunmöglichen einen allzu innigen Kontakt. Schottische Hochlandrinder, Jersey, Braunvieh, Rätisches Grauvieh: 14 Kühe verschiedenster Rassen tummeln sich im Auslauf im Stall Happy der Familie von Roland und Daniela Hugentobler in Rudenwil/Hosenruck.
«Jede Kuh hat ihre ganz spezielle Geschichte», sagt Roland Hugentobler, der sich um die Vierbeiner kümmert. Zum Beispiel Mosel. Sie nahm irgendwann nicht mehr auf. Ihr Besitzer, ein Bauer, wollte ihren Platz im Stall mit einer neuen, jüngeren Kuh besetzen. Doch seine Frau spielte nicht mit, denn Mosel war einst das erste Rind im Stall der Bauernfamilie. «Wenn ich die zum Metzger bringe, dann läuft mir die Frau davon», war der Bauer überzeugt. Also wandte er sich an «Viva la Vacca». So kam Mosel in den Stall der Familie Hugentobler.
Rettung vor dem Metzger
«Unser Ziel ist es nicht in erster Linie, Kühe vor dem Schlachten zu retten», sagt Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzvereins. Doch man müsse den Bauern zugestehen, dass auch sie Gefühle für ihre Tiere hätten. Die Idee von «Viva la vacca» entstand vor acht Jahren, als ein Thurgauer Primarlehrer einem Bauern die Kuh Kassja abgekauft hatte, um sie vor dem Metzger zu retten. Beim Tierschutzverein erkundigte er sich nach einem Gnadenhof für Kühe. So etwas gab es damals aber nicht. Kurz entschlossen gründete der Tierschutzverein das Projekt. Derzeit sind es vier Höfe, die 30 Kühe beherbergen – in Rudenwil, Ellighausen, Ebnat-Kappel und seit gestern auch in Wittenbach.
Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Dienstagsausgabe der TZ auf Seite 19 (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 09.02.2010, 15:22 Uhr
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