Umweltverbände legen eigene Strassenplanung vor

Die Diskussionen um den Ausbau der Thurtalstrasse im Thurgau gehen in die nächste Runde. Geht es nach drei Umweltverbänden, wird die Bodensee-Thurtalstrasse (BTS) zu 60 Prozent auf dem bestehenden Trassee ausgebaut.

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Auf einen Ottenbergtunnel wird verzichtet.

WWF Bodensee/Thurgau, Pro Natura Thurgau und die Thurgauer Sektion des VCS haben am Freitag in Weinfelden ihren Variantenvorschlag für die geplante Schnellstrasse von Arbon bis Bonau durch das Thurtal vorgestellt. Dabei sind sie laut eigenen Angaben Kompromisse zwischen Landschaftsschutz und besserem Verkehrsfluss eingegangen.

Dazu gehört, dass sie nicht mehr auf einer Strasse mit Mischverkehr beharren. Die BTS soll von Seitenstreifen flankiert werden, auf denen Traktoren und Velos verkehren. Die Strasse selbst soll dem motorisierten Verkehr vorbehalten bleiben, so Pro-Natura-Präsident Toni Kappeler.

Flexibler ausbaubar

Den Vorteil ihrer Planungsvariante sehen die Verbände einerseits in der Möglichkeit, einzelne Etappen der Strasse nach Dringlichkeit zu bauen. Andererseits sei der Ausbau so angelegt, dass er kaum Mehrverkehr anziehen werde.

Man habe sich auch «schweren Herzens auf die Nordumfahrung Amriswil eingelassen», sagte Kappeler. Hingegen bleibt die BTS-Linienführung der Umweltverbände bei Bürglen und Weinfelden näher an den Orten, umfährt sie aber.

Kürzerer Tunnel

In Bürglen soll die Strasse nördlich des Ortes tiefer verlegt und in Weinfelden die bestehende sogenannte Kleine Umfahrung über etwa 800 Meter in einen Tunnel verlegt werden. Das koste zwar etwa 30 bis 40 Millionen Franken, so Kappeler. Der Ottenbergtunnel würde aber acht- bis zehnmal so teuer werden.

Prinzipiell soll die neue BTS - früher T14 genannt - nach dem Willen der Umweltverbände mit Tempo 80 befahren werden können und weitgehend kreuzungsfrei sein. Die Richtplanung geht von einer Strasse aus, die mit 80 bis 100 km/h befahren werden kann. Die höhere Geschwindigkeit scheint den Umweltverbänden für eine nicht richtungsgetrennte Strasse zu gefährlich.

Kompromisslos gegen Oberlandstrasse

Keine Alternative legen die Umweltverbände für die Oberlandstrasse - früher T13 - von Kreuzlingen bis Arbon vor. Sie werde nach wie vor kompromisslos abgelehnt: Sie bringe für Kreuzlingen höchstens sehr kurzfristig eine Verkehrsentlastung, zerstöre dafür aber viel Kulturland und Erholungsraum.

Die beiden Strassen sind im Thurgau seit fast dreissig Jahren ein Dauerstreitthema. Vor allem Wirtschaftsverbände, aber auch einzelne Gemeinden drängen auf einen Ausbau der stark benutzten Thurtalstrasse (T14).

2005 abgelehnt

Sie wollen damit vor allem eine schnellere Verkehrsanbindung an den Raum Zürich. Die parallel zum südlichen Bodenseeufer verlaufende Oberlandstrasse (T13) soll bereits ebenso lang die Ost-West- Verbindung beschleunigen und die Ufergemeinden entlasten.

2005 haben die Stimmberechtigen eine Planung beider Strassen im Richtplan abgelehnt. Im neuen Richtplan, der nächstens im Grossen Rat verhandelt werden wird, sind sie nun mit anderer Linienführung enthalten. Dabei wird der Oberlandstrasse aber nur noch direkt bei Kreuzlingen Priorität eingeräumt. (rsa/sda)

Erstellt: 30.10.2009, 14:20 Uhr

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