Spuhler: «Weder Entlassungen noch Kurzarbeit für die nächsten Jahre»

Warum geht es Stadler Rail so gut, während sonst jede Industriefirma unter der Rezession leidet? Die TZ hat bei Peter Spuhler, CEO und Inhaber von Stadler Rail, nachgefragt.

Spuhler sagt, dass sein Betrieb für die nächsten zwei Jahre über eine gute Grundauslastung verfüge.

Spuhler sagt, dass sein Betrieb für die nächsten zwei Jahre über eine gute Grundauslastung verfüge. (Bild: Donato Caspari)

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Herr Spuhler, gegenwärtig leidet jede Industriefirma unter der Rezession. Stadler Rail hingegen geht es blendend. Weshalb?

Wir befinden uns in einem andern Konjunkturzyklus als andere Branchen. Wegen der langen Dauer, die die Abwicklung unserer Aufträge in Anspruch nimmt, verfügen wir für die nächsten zwei Jahre über eine gute Grundauslastung.

Für die nächsten zwei Jahre plant Stadler Rail in der Schweiz eine Erhöhung des Personalbestands. Wie sieht es für die Zeit danach aus?

Wir können sicher davon ausgehen, dass in den nächsten zwei Jahren in den Stadler-Werken Schweiz keine Kurzarbeit oder Entlassungen stattfinden werden. Danach sind wir auf neue Aufträge angewiesen, um diese Auslastung halten zu können.

Und wie entwickelt sich der Auftragseingang?

Ich hoffe, dass wir uns mit unseren Produkten weiterhin am Markt durchsetzen können. Die ersten Monate dieses Jahres haben speziell im Ausland gute Erfolge gebracht. Wir haben mehrere Aufträge in Österreich gewinnen können. Dazu kam noch ein Auftrag für die S-Bahn in Dallas. Jetzt hoffen wir, dass dieser Erfolg anhält.

Neuanschaffungen von Zügen und Strassenbahnen sind kostenintensiv. Sind ihre potenziellen Kunden in der Lage, diese Investitionen zu tätigen?

Auch in diesem Punkt sind wir zuversichtlich. Speziell in Deutschland haben einige unserer Kunden das eine oder andere Problem mit der Finanzierung ihrer Projekte. Es handelt sich dabei um private Firmen, die sich am Kapitalmarkt refinanzieren. Und diese spüren eine gewisse Zurückhaltung bei den Banken. Es gab auch zwei, drei Fälle, in denen die Zahlungen ein bisschen zäher geflossen sind als auch schon. Bis jetzt haben wir aber auch dieses Problem gut im Griff.

Osteuropäische Länder finanzieren ihr Rollmaterial über die öffentliche Hand. Die finanzielle Lage dieser Länder ist teilweise miserabel. Wirkt sich dies auf Ihr Geschäft aus?

Bis heute nicht. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 05.06.2009, 13:53 Uhr

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