Immobilien-Betrug: Banken mit überhöhten Hypotheken um 18 Millionen geprellt

Betrügerische Liegenschaften-Verkäufe, überhöhte Hypotheken und jede Menge raffiniert gefälschte Dokumente: So sollen drei Ostschweizer Immobilienhändler während Jahren Banken und Versicherungen um knapp 18 Millionen Franken geprellt haben.

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28 Personen müssen sich Anfang 2010 vor dem Kreisgericht Wil verantworten, unter ihnen die drei Drahtzieher, mehrere Helfer, aber auch rund 20 Käufer von Häusern und Eigentumswohnungen. 26 weitere Personen wurden bereits mit Strafbescheiden abgeurteilt.

Dem Betrüger-Ring wird vorgeworfen, in den Jahren 2000 bis 2004 in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen in 136 Fällen massiv überhöhte Hypothekarkredite erschlichen zu haben. Das Gesamtvolumen der Hypotheken betrug 71,2 Millionen Franken. Mehrheitlich waren Banken die Opfer, in 35 Fällen Versicherungen.

Professionelles Vorgehen

Laut dem zuständigen Untersuchungsrichter für Wirtschaftsdelikte gingen die Angeklagten professionell vor. Über Strohmänner oder Immobilienfirmen kauften sie Eigentumswohnungen, Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die zum Beispiel wegen Sanierungsbedarfs auf dem Markt günstig angeboten wurden.

Danach warben sie über Zeitungsinserate - «Mit uns (erfolgreiches Immobilienbüro) innert Jahresfrist CHF 1 Millionen verdienen» - Käufer an. Interessenten wurden mit Prämien von bis zu 5000 Franken pro Kaufvertrag geködert. Die nötigen Eigenmittel schossen ihnen die Verkäufer zum Teil vor.

Gegen 50 Personen liessen sich auf diese Weise zu einem oder mehreren Käufen überreden. Sie hofften darauf, ihre Liegenschaften später mit Gewinn weiterzuverkaufen - ein Versprechen, das in allen Fällen bitter enttäuscht wurde.

Kreditinstitute getäuscht

Den Banken und Versicherungen wurden gefälschte Liegenschaften- Schätzungen, Kaufverträge, Lohnausweise, Kontoauszüge, Steuererklärungen und Eigenmittelnachweise, fingierte Werkverträge und Mietzins-Aufstellungen vorgelegt. Laut Anklage wurden die Käufer für die Gespräche mit den Kreditgebern sorfgältig «präpariert».

Die Finanzinstitute zahlten Hypothekarkredite aus, die den wahren Wert der Liegenschaften weit überstiegen. Die drei Drahtzieher kassierten laut Anklage 12,7 Millionen Franken. Die geprellten Käufer hingegen blieben auf ihren überteuerten Liegenschaften sitzen und mussten in den meisten Fällen Konkurs anmelden.

Die Anklage wirft den Drahtziehern gewerbsmässigen Betrug, Fälschung von Urkunden und Ausweisen, Steuerbetrug, Geldwäscherei und weitere Straftatbestände vor. Dem Hauptangeklagten, einem wegen Versicherugnsbetrugs vorbestraften 52-jährigen Kaufmann, droht eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. (rsa/sda)

Erstellt: 23.11.2009, 11:21 Uhr

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