Auto mit Kennzeichen aus dem dritten Reich geschmückt

Er lebt in der Vergangenheit: Vor rund zehn Tagen ist ein 57-jähriger Mann an einem Schweizer Zoll mit einem merkwürdigen Kennzeichen aufgefallen.

Kritische Kontrolle: Das merkwürdige Kennzeichen war bereits am Zoll aufgefallen (Archivbild)

Kritische Kontrolle: Das merkwürdige Kennzeichen war bereits am Zoll aufgefallen (Archivbild)
Bild: Susann Basler

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Die Schweizer Grenzbeamten hätten gestaunt, als sie das Kennzeichen des Mannes erblickt hätten, schreibt die Pressestelle der Polizeidirektion Konstanz am Mittwoch in einer Mitteilung. Am Renault war ein Nummernschild mit der Länderkennung "DR" für "Deutsches Reich" angebracht.

In den Fahrzeugpapieren befand sich zudem ein Stempel, der laut dem Autofahrer den Reichsadler symbolisiert. Der Mann lebt nach eigenen Angaben im Deutschen Reich, das aus seiner Sicht seit 1871 beziehungsweise 1933 besteht. Der Polizei gegenüber gab er an, die Bundesrepublik Deutschland sowie deren Behörden seien für ihn «nicht massgebend».

Autoschlüssel weggenommen

Der Mann scheint unbelehrbar: Er war bereits am 13. April am Schweizer Zoll gestoppt worden. Nun wurden die deutschen Beamten aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung auf den Verwirrten aufmerksam, sagte Michael Aschenbrenner, Mediensprecher der Konstanzer Polizeidirektion, auf Anfrage von Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz.

Am Dienstag stellte die Polizei die Schriftstücke samt des Kennzeichens sicher. Zudem wurde dem Mann der Autoschlüssel entzogen, damit er mit dem Renault nicht mehr weiter durch die Gegend fahren kann.

Strafrechtliche Konsequenzen sicher

Für den Mann hat seine Handlung ein rechtliches Nachspiel, wie Aschenbrenner weiter ausführte. «Er hat sich klar strafbar gemacht. Deshalb kommt es bei der Staatsanwaltschaft in Konstanz zu einer Anzeige.» Unter anderem müsse sich der 57-Jährige wegen Urkundenfälschung und fahren ohne Zulassung verantworten.

Es gebe zwar immer wieder Personen, die unter einem Realitätsverlust litten, ergänzte der Polizeisprecher. «In dieser Dimension ist der Fall aber sicherlich aussergewöhnlich.» (Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 21.04.2010, 09:31 Uhr

KOMMENTAR SCHREIBEN







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

3 KOMMENTARE

Eva-Maria Oeser

26.04.2010, 07:48 Uhr

Tja, die staatsrechtliche Grundlage der BRD ist halt ziemlich dünn... Kann jeder selbst - politisch neutral - in den Gesetzen und Verträgen recherchieren und irgendwie kommt halt nur eine Verwaltung eines vereinigten Wirtschaftsgebietes dabei raus und kein Staat. Allerdings sind die Kennzeichen Phantasieprodukte und das funktioniert dann so auch nicht. Origineller Versuch zum Thema Rechtszustand.


Willi Mayer

23.04.2010, 14:59 Uhr

Solange sich die Menschen, die im Internet die Existenz der Bundesrepublik Deutschland bezweifeln, auf das Internet beschränken, mag es ja noch angehen. Aber dieser "Reichsbürger" fuhr mit seinem im "Reich" zugelassenen Auto auf Straßen der Bundesrepublik und der Schweiz. Die Schweizer Polizei hat hier mal gezeigt, dass sie nicht den Narren mit sich machen lässt.


Dominik Fitze

22.04.2010, 19:43 Uhr

Wer sagt denn, dass dieser Mann krank ist - leider gibt es immer mehr Menschen, gerade im Internet, welche absurderweise an der Existenz der BRD zweifeln...



Meistgelesen in der Rubrik Thurgau

Die verschiedenen Seiten der TZ

Neues aus Ihrem Wohnort

  • Hier finden Sie Nachrichten, Veranstaltungen und das detaillierte Lokalwetter ihrer und hundert weiterer Gemeinden im Gebiet . Mehr...
  • Gelangen Sie hier direkt zu Ihrer Gemeindeseite:

Best of Swiss Gastro

Voten Sie für Ihren Lieblingsgastro-Betrieb!

Bodenheizung in Ordnung?

Überprüfen Sie jetzt Ihre Fussbodenheizung auf Schäden.

Haslital

Lassen Sie sich vom Panorama und der Alpenwelt verzaubern!



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten