Anti-Minarett-Initiative: Ostschweizer Ja-Komitee setzt auf Klostertürme
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Im Kanton St. Gallen machen sich Parlamentarier schon seit 2006 stark für ein Verbot von Minaretten. Auf Flugblättern des Komitees sind die Klostertürme, das Wahrzeichen von St. Gallen, neben einem Minarett zu sehen. «Diese Papiere sind als Ergänzung der nationalen Kampagne gedacht, um verschiedene Bevölkerungsgruppen anzusprechen», sagte Nationalrat Lukas Reimann (SVP/SG) am Dienstag an einer Medienkonferenz in St. Gallen.
«Das überparteiliche Ostschweizer Komitee ist schon an der Lancierung der Volksinitiative beteiligt gewesen», sagte Reimann. Aus einer kleinen Gruppe sei eine breite, gut organisierte Bürgerbewegung geworden. Dem Komitee gehörten über 1000 Einzelpersonen, rund 50 Kantonsparlamentarier und alle fünf St. Galler SVP-Nationalräte an.
Ebenfalls mit mit einem weniger provokativen Sujet als den umstrittenen «Raketen»-Minaretten wirbt das Berner Komitee. Die «Gotthelf-Kirche» vom Emmental, welche von einem Minarett in den Hintergrund gedrängt wird, soll insbesondere auf dem Land für Ja- Stimmen sorgen.
Widerstand gegen Minarett in Wil
Bereits im Sommer 2006 regte sich in der Ostschweiz Widerstand gegen Minarette. Als damals bekannt wurde, dass die Islamische Albanische Gemeinde Wil SG eine Moschee mit Minarett plant, formierte sich um Lukas Reimann, damals noch Kantonsrat, ein Komitee zur Verhinderung von Minaretten.
Im September 2006 reichte die SVP-Fraktion im St. Galler Kantonsrat eine Motion ein, die beim Bau von Minaretten eine Volksabstimmung verlangte. Auch im Wiler Stadtparlament wurde die SVP mit einem dringlichen Vorstoss aktiv. Zwei Monate später doppelte Barbara Keller mit einer Interpellation zur Verhinderung von Minaretten nach.
Gegen Kniefall vor dem Islam
Barbara Keller sass damals noch für die CVP im St. Galler Kantonsrat. Kurz nach ihrer Wiederwahl lief sie im Mai 2008 zur SVP- Fraktion über. Die Türme seien für die Ausübung des muslimischen Glaubens nicht notwendig, sagte Keller nun vor den Medien. Die rund 150 muslimischen Gebetsräume in der Schweiz seien während der letzten Jahrzehnte bestens ohne Minarette ausgekommen.
Vor einem «erzwungenen Kniefall des Christentums vor dem Islam» warnte Hans Moser, Präsident der EDU Schweiz aus Buchs SG. Er nannte Beispiele aus anderen Ländern, wo bereits Badestrände für unterschiedliche Religionen angeboten oder WC-Anlagen nach Mekka ausgerichtet würden. Die Gefahr der Islamisierung sei real, sagte Moser.
Für den Flawiler SVP-Nationalrat Theophil Pfister sind Minarette eine Provokation, nicht zuletzt auch für die Frauen: «Die Minarett- Initiative ist ein legaler Bürgerprotest. Dieser richtet sich gegen die politischen wie totalitären Ansprüche einer mit unseren Gesetzen nicht kompatiblen Religion.» (bai/sda)
Erstellt: 13.10.2009, 17:07 Uhr
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