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Sirnach – Als Jugendlicher wollte er eigentlich Schriftsetzer werden, oder Coiffeur wäre auch noch in Frage gekommen. Doch dann ist alles anders gekommen wie geplant. Und zwar hat das ganz explizit mit dem 16. August 1977 zu tun, dem Dienstag im August, an dem in Memphis, Tennessee, the King of Rock n Roll Elvis Presley tot in seinem Badezimmer in seiner pompösen rosaroten Villa in Graceland aufgefunden wurde.
Erstmals mit 14 Jahren
Alexander Näpflin war da gerade mal elf Jahre alt und besuchte in Stans, dem Hauptort Nidwaldens, die Primarschule. «Der Tod von Elvis Presley hat in mir etwas ausgelöst, und von da an war für mich klar, dass Musik in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen wird.» Zu Weihnachten gab es dann den ersten Plattenspieler, das damals übliche Koffermodell genannt Grammofon, auf dem er seine Elvis-LPs – das waren die Einzigen, die er anfänglich besass – abspielen konnte. Mittlerweile sind daraus 3500 Langspielplatten und 600 CDs geworden, die Doppelten nicht mitgerechnet. Es ist selbstverständlich, dass er alle kennt und auch weiss, was drauf ist. Und in jede hat er zumindest schon einmal reingehört.
Mit 14 Jahren hat er dann im Stanser Jugendtreff «Stägili» das erste Mal Platten aufgelegt und seinen Aktionsradius sukzessive in die Region nach Buochs, Stansstad und Hergiswil ausgeweitet. In diese Zeit fielen auch seine ersten Auftritte als Gitarrist und Sänger der Punk- und Waveband Pavac und später der Technoformation Tekkkno Logic.
Da war es nur logisch, dass er nach dem Abschluss seiner Schulzeit mit der Lehre als Detailhandelsangestellter (Tonträger) bei Musik Hug in Luzern seinem Hobby treu blieb. Allerdings war seine Ausbildung sehr konservativ nur auf Klassik und Jazz beschränkt und so musste der Punk- und Technofan musikalisch einen Riesenspagat machen. Seine Erfahrungen konnte er dann anschliessend während sechs Jahren als Sales Representative beim renommierten Plattenlabel EMI nutzen und liess sich dann während eines Jahres in Memphis (Tennessee) den rauhen amerikanischen Südstaatensound um die Ohren wehen. Wieder zurück in Europa war er dann als Promotionsmanager wieder für EMI tätig und betreute Künstler wie Percy Sledge, Meat Loaf, Arno, Jennifer Rush und J.J. Cale während ihren Schweizer Konzerten.
DJ und eigenes Label
Im Jahre 1996 wagte er dann den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete mit Jaxx Records sein eigenes Label. Er produzierte vor allem in den Bereichen Kinderlieder, Schlager, Pop, Fitness- und Aerobic und Cabaret. «Ich war bei EMI jahrelang für die CD-Produktionen des legendären Cabarets Rotstift verantwortlich», sagt DJ Alexander rückblickend. Immer wichtiger wurde in dieser Zeit sein zweites Standbein als Discjockey. Vor drei Jahren hat er dann just zu Beginn der Digitalkrise seine Firma verhöckert und steht seither als professioneller DJ vollamtlich am Plattenteller.
Als DJ Alexander ist er bei privaten Anlässen wie Hochzeiten und Geburtstagen im Einsatz. Wenn er hingegen öffentlich auftritt – zum Beispiel im Dance Inn in Münchwilen – ist er als DJ Phonoboy mit seiner professionellen Musikanlage und seinen LPs und CDs unterwegs. Und seit März dieses Jahres moderiert er beim Winterthurer Lokalradio Stadtfilter einmal wöchentlich die Nittygritty-Rock n’ Roll-Show.
(ThurgauerZeitung)
Erstellt: 06.06.2009, 10:07 Uhr
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