Schlaraffia hat sich endgültig etabliert
Von Esther Simon. Aktualisiert am 02.03.2010
WEINFELDEN – 2001 war in Weinfelden die erste Wein- und Gourmetmesse Schlaraffia durchgeführt worden, nicht ohne Begleittöne. Der Termin und das Thema – Essen und Trinken – würden schlecht in die Fastenzeit passen, hiess es. Inzwischen ist die Kritik verstummt, und die Messemacher sehen sich kaum mehr mit Opposition konfrontiert, zumal die Schlaraffia, mit Ausnahme der Jubiläumsmesse vom 11. bis 14. März, auch keine öffentlichen Parkplätze im Dorf mehr wegnimmt. Kamen 2001 noch etwas über 3000 Besucher an die erste Messe, waren es in den vergangenen Jahren um die 10 000,
Tendenz steigend. Auch die Zahl der Aussteller nahm von 106 auf 130 zu.
«Etwas eingeengt»
Im Moment stimme das Verhältnis zwischen Anzahl Ausstellern und Anzahl Besuchern, sagt Schlaraffia-Präsident Rolf Müller. Gleichwohl fühle man sich in der jetzigen Situation im Dorfkern etwas eingeengt. Ein eigenes Messezentrum fände Müller natürlich toll. «Schliesslich kosten die Zeltaufbauten ziemlich viel Geld».
Die Schlaraffia gehöre aber vor allem auch wegen der Verbindung zu den Gastronomiebetrieben ins Dorf, betont der Verwaltungsratspräsident gegenüber der TZ. Die hochstehenden Gastrobetriebe im Dorf in die Schlaraffia einzubinden, sei eine der Grundideen der Messe gewesen, weiss Ernst Schönholzer, Verwaltungsrat und einer der Männer der ersten Stunde. Während der
Wein- und Gourmetmesse bieten die Gastrobetriebe jeweils eigene Diners an. Schönholzer: «Das macht die Schlaraffia im Vergleich zu anderen Messen in der Schweiz denn auch einzigartig.»
Produkte aus der ganzen Welt
Die Aussteller kommen inzwischen aus der ganzen Schweiz, aus Frankreich, Italien, Österreich, Deutschland und Ungarn. 15 Aussteller sind sogar seit 2001 dabei: 7 aus dem Thurgau, 4 aus der Romandie und je einer aus den Kantonen Wallis, Bern, Basel und aus Österreich. Angeboten werden Produkte aus der ganzen Welt. Wobei die Anforderungen an die Messe sowohl von Besucher- als auch von Ausstellerseite gestiegen seien, betont Messeleiter Gregor Wegmüller.
Für die Messemacher ist bei der 10. Durchführung klar, dass sich die Schlaraffia endgültig etabliert hat, obschon Konkurrenzmessen in Zürich, Basel und Bern bestehen. Bereits 2003 hatte die Schlaraffia den Thurgauer Tourismuspreis erhalten. Heute gehen die Messemacher davon aus, dass jede Schlaraffia eine Wertschöpfung von rund 1,8 Millionen Franken generiert: Geld, das dem Dorf und der Region zugutekommt. lESTHER SIMON (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 02.03.2010, 19:30 Uhr
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