Riederer will seinen Titel verteidigen

Am 2. Mai findet in Stettfurt der 8. Thurgauer Triathlon statt. Beim Profirennen weist das Feld eine Topbesetzung aus. Der Zürcher Sven Riederer geht erneut als Favorit an den Start.

Stettfurt – Beim Heilinger Race, dem Sprintrennen für die nationale und internationale Triathlon-Elite, kämpfen Athleten wie Sven Riederer, Ronnie Schildknecht, Ruedi Wild, Jan Van Berkel, Manuel Küng und die Brüder Salvisberg um den Tagessieg. Die Strecke (0,2 km Schwimmen, 8 km Radfahren und 1,4 km Laufen) wird von den Männern dreimal, von den Frauen zweimal ohne Unterbruch zurückgelegt. Die Schweizer Top-Triathletinnen werden von der Ironman-Hawaii-Zweiten Yvonne van Vlerken aus Holland herausgefordert. Das Wettkampfgelände rund um das Schwimmbad Stettfurt ist gut überschaubar, sodass die Zuschauer den Kampf um die Sekunden hautnah miterleben. Wettkampfform stimmt bereits «Es war ein schwieriger, harter Winter für einen Sommersportler», sagt Sven Riederer. Den kalten Februartagen entflohen, verbrachte Riederer zusammen mit der Triathlon-Nationalmannschaft zwei Trainingswochen auf Gran Canaria und zeigte wenige Tage später mit seinem 4. Platz bei den CrosslaufSchweizer-Meisterschaften eindrücklich, dass zumindest im Laufen seine Wettkampfform stimmt. Durch seinen 3. Rang bei den Olympischen Spielen in Athen und den Europameistertitel 2005 hat das Publikumsinteresse an seiner Person und dem Triathlonsport in der Schweiz zugenommen. Auch persönlich haben ihn seine Erfolge beflügelt: «Olympia ist im Sport etwas vom Grössten. Es lohnt sich, den olympischen Traum zu leben.» Die Saison 2009 beendete Riederer als 16. der Weltrangliste der World Championship Series. Diese und die Europameisterschaft in Irland sind die sportlichen Ziele der neuen Saison und der Zürcher träumt davon, «einmal ganz zuoberst zu stehen». Am 9. Mai bestreitet er in Südkoreas Hauptstadt Seoul sein erstes internationales Rennen in diesem Jahr. Hattrick in Stettfurt? Zuvor wird er aber in Stettfurt beim Sprint-Triathlon an den Start gehen und versuchen, seine Vorjahressiege zu verteidigen. Gelingt dies, dann hätte er den Hattrick geschafft. «Der Thurgauer Triathlon ist einer der wenigen Triathlonwettkämpfe der Schweiz, die etwas für die Profiathleten machen. Das Sprintrennen ist jedes Jahr ein Spektakel und die Hauptattraktion des Events. Ein Profirennen in einen Volkstriathlon zu integrieren ist genau das, was man machen muss.» Streben nach dem Schäumchen «Nach einer langen Saison habe ich so ziemlich keine Lust mehr, mich irgendwie zu bewegen», sagt Riederer. Deshalb gönnt sich der zweifache Familienvater jedes Jahr einen Monat Trainingspause. So genoss er vergangenen Dezember Familienferien in Ägypten. Der Kampf um Sekunden und Perfektion ist im Job sein täglich Brot. Dies widerspiegelt sich auch im Privaten. So sagt der Mann, der von sich behauptet, er braue Kaffee wie ein Barista: «Ich habe eine richtig grosse Espresso-Maschine zu Hause. Das Streben nach dem perfekten Espresso oder dem perfekten Milchschäumchen ist jeden Tag eine Herausforderung.» Auch Riederers Hobby, die Börse, lässt auf Parallelen zu seinem Sportlerdasein schliessen: «Manchmal gewinnt man, manchmal nicht. Du brauchst viel Geduld, Ausdauer und du musst immer ein bisschen schneller sein als die Masse.»lBERNADETTE KLÄGER

Erstellt: 06.04.2010, 22:40 Uhr

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