Kreativität soll nicht im Chaos enden

Nachdem die Funkband Gaptones das Covern von Hits ihrer Vorbilder satt hatte, begannen sie eigene Songs zu schreiben. Dabei kann sich jedes der neun Mitglieder kreativ einbringen. Streit gebe es aber nie – nur «ernsthafte Diskussionen».

Landschlacht – Alles begann vor etwa sechs Jahren mit dem Wunsch, in der Freizeit Funkmusik zu spielen. Viele Besetzungswechsel und einige Hochs und Tiefs später, sind die neun Musiker so weit, dass «alles einfach passt». Wie fast jede Band, begannen auch sie damit, Songs von Grössen wie James Brown oder Jamiroquai zu covern. «Klar waren Ideen für eigene Texte vorhanden, doch brauchten wir lange, um ein Lied fertigzukriegen. Zudem wagten wir uns anfangs noch nicht an eigene Stücke», sagt Keyboarder und Musikstudent Raphael Brunschweiler (26). Nach zweieinhalb Jahren in der gleichen Besetzung haben sie nun ihre ersten eigenen Songs geschrieben und eine CD aufgenommen. Ursprünglich war nur ein Demotape geplant, daher kommt es auch, dass ihr Erstling «Can’t Stand The Sound» keine bis ins Unerträgliche bearbeitete Platte ist. Der Klassiker der Band Tower of Power «There’s Only so much Oil» wurde gar in einem Stück aufgenommen und spiegelt, wie auch die anderen Lieder die groovig, ausgelassene Stimmung der Band wieder. Teamwork beim Komponieren Einmal pro Woche proben die Gaptones in einem Landschlachter Blockhaus. «Beim Üben und auch beim Komponieren, bringt sich jeder ein. Das ist nicht die Sache eines Einzelnen», erklärt Sängerin Tonja Andenmatten (26). «Jeder hat einmal eine kreative Phase. Doch in einem einzelnen Song können nicht alle gleichzeitig kreativ sein, sonst wird es chaotisch», fügt Raphael hinzu. Sie seien diplomatisch, aber kompromisslos. Streit gebe es deshalb aber nie, höchstens «ernsthafte Diskussionen». Neue Songs, verfeinerter Sound Obwohl Tonja die einzige Frau in der Funkband ist, fühlt sie sich wohl. «Ichbin bei den Jungs gut aufgehoben. Allerdings möchte ich keine Spezialbehandlung – ich bin keine Diva.» Eine Frau in der Band zu haben, sei ein Vorteil, denn Tonja bringe andere Sichtweisen in die Männergruppe, sagt Raphael. Momentan arbeiten die Thurgauer an neuen Songs für das zweite Album und daran, den Sound zu verfeinern. Denn ihr Ziel ist es, dass wenn eines ihrer Lieder im Radio gespielt wird, jeder ihren ganz speziellen Sound erkennt.lMIRJAM SCHMALZ Nächste Auftritte: 13.2. K9, Konstanz, 30.4. USL, Amriswil, 27.8. Jazzmeile, Kreuzlingen, 25.9. K9, Konstanz. Songs unter: http://promo.gaptones.ch (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 11.02.2010, 17:30 Uhr

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