Gemeinden bauen unterschiedliche Brücken

Zwischen Weihnachten und Neujahr liegen in diesem Jahr 4,5 Arbeitstage. Die Gemeinde Frauenfeld arbeitet durch. Nicht so die kantonale Verwaltung.

frauenfeld – 2010 ist ein Arbeitgeberjahr. Für Arbeitnehmer fallen die Feier- und Ruhetage ungünstig: Der 1. Mai findet an einem Samstag statt. Die 1.-August-Raketen werden an einem Sonntag abgefeuert. Der Weihnachtstag fällt auf einen Samstag und der Stephanstag auf einen Sonntag. Üblicherweise schliessen die meisten Verwaltungen der öffentlichen Hand ihre Schalter in der letzten Jahreswoche. In der aktuellen Konstellation blieben die Schalter vom 27. bis zum 31. Dezember, der auf einen Freitag fällt, während 4,5 Tagen geschlossen. Kanton und Gemeinden gehen mit dieser Situation unterschiedlich um. Die kantonale Verwaltung sieht für 2010 keine Sonderregelungen vor und schliesst ihre Schalter in der letzten Jahreswoche, so weit dies möglich ist. Wie der Kanton gestern im Amtsblatt mitteilte, beziehen seine Angestellten zwischen Weihnachten und Neujahr drei vorgeholte Brückentage. Die restlichen anderthalb Brückentage können zulasten des Ferienkontos oder als Mehrstunden-Kompensation bezogen werden. Die gleiche Regelung gilt für Weinfelden. An die Regelung des Kantons hält sich auch Diessenhofen: Die Büros bleiben geschlossen. Wer Überzeit kompensieren will, kann die letzte Jahreswoche dazu benutzen. Die Gemeindeverwaltung von Arbon schliesst ihre Büros vom 24. Dezember bis zum 3. Januar. Die Angestellten können in diesen Tagen Ferien beziehen oder Überstunden kompensieren. Wer will, kann während dieser Tage auch arbeiten. Üblicherweise an der Regelung des Kantons orientiert sich Münchwilen. Wegen der vielen Arbeitstage zwischen Weihnachten und Neujahr weicht Münchwilen dieses Jahr davon ab. Am 24. und am 31. Dezember ist die Verwaltung geschlossen, an den übrigen Tagen in der letzten Jahreswoche sind die Schalter geöffnet. Noch nicht entschieden Noch kein Entscheid gefallen ist in Kreuzlingen. 2009 baute die Stadtverwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr eine Brücke. Für dieses Jahr wird die Einführung von zwei Servicetagen geprüft. Die übrigen wegfallenden Arbeitstage können die Angestellten als Ferientage beziehen oder zum Abbau von Überzeiten nutzen. Ebenfalls noch keinen Beschluss in dieser Sache gefasst hat Steckborn. In den vergangenen vier Jahren stellte die Stadtverwaltung jeweils den Betrieb ein. Stadtammann Thomas Baumgartner würde den Betrieb auch dieses Jahr gerne einstellen. Sehr viele Leute seien während dieser Zeit in den Ferien. Ausserdem sei während dieser Tage der Kontakt zu den Stellen des Kantons nicht möglich. Die Stadt Bischofszell, die 2009 eine Brücke baute, wird die Praxis für das Jahr 2010 erst nach den Sommerferien entscheiden. Durcharbeiter Am kundenfreundlichsten ist die Stadt Frauenfeld. Seit Jahren sind die Schalter der Kantonshauptstadt in der letzten Jahreswoche geöffnet. Auch dieses Jahr wird dies nicht anders sein. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr gelten für die Angestellten als normale Arbeitswoche. (chw) (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 22.01.2010, 21:20 Uhr

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