Am Anfang war ein Stück feuchtes Brot

An der Schlaraffia in Weinfelden ist zum ersten Mal der Bierworkshop «Bieriges Wissen für Gourmets» veranstaltet worden. Eine Frau und sieben Männer nahmen teil.

Weinfelden – «Seit wann trinken Menschen Bier», fragte der Rheintaler Diplom-Biersommelier Richard Wüst die acht Teilnehmer zum Auftakt des erstmals durchgeführten Bier-Workshops an der Schlaraffia. «Seit ein paar Tausend Jahren», war die vorsichtige Antwort eines Workshopteilnehmers, womit er gar nicht so falsch lag. Denn die Sumerer brauten 5000 vor Christus aus Weizen und Gerste das sogenannte Urbier, eine trübe Brühe, die allerdings mit unseren heutigen Bieren sehr wahrscheinlich nicht allzu viel gemeinsam hatte. Und wie bei vielen anderen «bahnbrechenden Erfindungen» half auch hier der Faktor Zufall mächtig mit. Denn am Anfang war ein feuchtes Stück Brot, das wegen der darin enthaltenen Hefe gärte und so eigentlich das erste bierähnliche Produkt war. Anschaulich präsentierte der Bierfachmann den Teilnehmern die verschiedenen Grundstoffe – Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – für die Herstellung des Getränks durch die heutigen Brauereien. Natürlich erschöpfte sich der Workshop «Bieriges Wissen für Gourmets» nicht nur auf die Vermittlung der Geschichte und Herstellung des edlen Saftes. Nach so viel Wissenswertem und trockener Theorie wollten die Workshopper endlich zum Kern der Sache oder ans Eingemachte beziehungsweise Gebraute vorstossen. Biersommelier Wüst, der früher als Koch arbeitete, hatte denn auch für die durstigen und hungrigen Teilnehmer mit seinen Küchenhelferinnen bereits einige bierige Leckerbissen und Amuse-Bouches vorbereitet. So zum Beispiel einen auf Bierbasis geräuchten Lachs auf Treberbrot, eine zu einem Knoten geformte Landbierwurst, ein in Fleischkäse eingelegtes, mit einem Spezialbier mariniertes falsches Schweinsfilet und Spätzli auf der Basis des «Weissen Engels», ein Spezialbier aus der grössten und ältesten noch unabhängigen Schweizer Brauerei. Auch Dessert mit Bier Und sozusagen als Krönung gab es auch noch einen ans Bier angelehnten Dessert, eine zartschmelzende Schokolade begleitet vom «Schwarzen Bär», dem Dunkelbier aus dem Hause Schützengarten. So hatten die Workshopteilnehmer in drei Stunden nicht nur das St. Galler Landbier, das Klosterbräu, das Säntisbier, den Weissen Engel und den Schwarzen Bär kennen gelernt, sondern auch leibhaftig erfahren, dass man Bier nicht nur trinken, sondern auch zur Zubereitung vieler feiner Köstlichkeiten in der Küche einsetzen kann. lRUDOLF STEINER «Bieriges Wissen für Gourmets» Der Bierworkshop wird heute Samstag,
13. März, um 18 Uhr noch einmal durchgeführt
(Anmeldung an info@schlaraffia-messe.ch
oder unter Telefon 0800 8570 01). (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 12.03.2010, 19:20 Uhr

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