Kommentar: Frauenfeld ist berechenbar

Frauenfeld ist nicht über Nacht zur reichsten Stadt der Schweiz geworden. Frauenfeld hat auch nicht die tiefsten Steuern unter den Schweizer Kantonshauptorten. Dennoch hat das Lausanner Institut Idheap und die Wirtschaftszeitschrift Bilan die Frauenfelder Finanzpolitik als vorbildlich bewertet.

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Frauenfeld hat vor allem deshalb gut abgeschnitten, weil die Stadt ihre Ausgaben bezahlen kann, regelmässig investiert und dabei keine grossen Schulden auftürmt. Die Auszeichnung bedeutet also vor allem Berechenbarkeit. Das ist eine gute Werbung für den Standort. Weniger berechenbar als die Frauenfelder Finanzpolitik ist jedoch deren finanzwissenschaftliche Bewertung.

Die verwendeten Kriterien können Sondersituationen nicht adäquat erfassen. Beispielsweise war der Thurgau im Vergleich der Kantone 2000 und 2001 auf dem ersten Platz gelandet. Im folgenden Jahr stürzte er auf Platz 19 ab. Dabei hatte sich die Finanzpolitik nicht geändert, der Kanton hatte nur die Beamtenpensionskasse ausfinanziert – eine rein buchhalterische Übung, die zu einer transparenteren Darstellung der Finanzlage führte und somit eigentlich eine gute Note verdient hätte. Dieses Mal ist dem Kanton Aargau genau dasselbe passiert. Frauenfeld darf sich somit über die Auszeichnung freuen, sollte sie aber nicht zu hoch hängen. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 22.10.2009, 09:00 Uhr

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