Ein Blumenmeer fürs Schwingfest
Von Melissa Müller. Aktualisiert am 27.07.2010
Roter Teppich, goldener Lorbeer
Eine Königsallee mit einem roten Teppich bildet das dekorative Herzstück des Schwingfests. Die Königsallee führt vom Eingangstor in Richtung Arena. Dort begegnen die Besucher einer Ahnengalerie: Auf Türmen sind Bilder von einstigen Schwingerkönigen zu sehen. Rote Banden mit dem Muster eines goldenen Lorbeers zieren die Wände. Sogar die Toiletten sind damit eingekleidet. (mem)
Ein Blumenteppich in den Farben der Schweizerfahne gedeiht derzeit in der Frauenfelder Spitalgärtnerei und in der Stadtgärtnerei. Guido Stadelmann kniet zwischen Wolken aus Wolfsmilch und Petunien, er giesst, jätet und düngt die bunte Pracht.
Die Kombination von leidenschaftlichem Rot und reinem Weiss ist kein Zufall: Stadelmann bereitet den Blumenschmuck für das ESAF vor (Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest). «Die Blumen sollen knallen und wirken», sagt der 47-Jährige, der darin Übung hat: Bereits am Turnfest hat er mit Bepflanzungen das Ambiente verschönert. Sein Engagement fürs Schwingfest hat persönliche Gründe: «Urs Schneider, der OK-Chef des Schwingfests, ist mein Bruder», erzählt Stadelmann, der sich schon als Kind für den Schwingsport interessierte. «Leider bin ich eine Nummer zu klein, um bei diesem Sport mithalten zu können», sagt der drahtig-muskulöse Familienvater aus Märstetten.
Zierde für Siegerbilder
Guido Stadelmann leitet am Schwingfest das Ressort Dekoration. Er will die Besucher bereits beim Eingang mit Blumen in Festlaune versetzen. Besondere Akzente will der Zierpflanzengärtner aber auch in der Arena setzen, wo die Bösen antreten. Drei Brunnen stehen bereit, damit sich die Schwinger nach einem Gang erfrischen können. «Um die Brunnen herum werden wir besonders üppige Blumentöpfe aufstellen», sagt der Gärtner. «Damit es auf den Fotos schön aussieht, wenn sich die Schwinger bespritzen.»
Sonnenblumen nicht erlaubt
Bereits im März hat Guido Stadelmann Setzlinge gepflanzt. Eine delikate Angelegenheit. «Die Sonnenlieschen sind wegen der Hitze schon eingegangen.» Fünf regionale Gärtnereien helfen mit. Die fürs Fest gewählten Gewächse sind robust, regenfest und von intensiver Leuchtkraft: Begonien, Margeriten, Geranien. Auch Sonnenblumen hätten Stadelmann gefallen; das OK beharrte jedoch auf den Farben Rot-Weiss.
Stadelmann ist mit über 20 Reserve-Blumenkübeln für spontane Einsätze und Sonderwünsche gerüstet. Das Schweizer Fernsehen etwa wünschte sich für Live-Übertragungen in einer Panzerhalle eine 4 Meter hohe Birke. Kurz vor dem grössten Sportanlass des Jahres wird der Gärtner seine Blumen auf dem Festgelände platzieren. «Ich habe extra eine Ferienwoche eingeplant.» Denn wie die anderen 3400 Helferinnen und Helfer leistet auch Stadelmann seinen Schwingfest-Einsatz ohne Entgelt. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 27.07.2010, 07:02 Uhr
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