Ein Aadorfer in der U16-Fussballnati

Joel Untersee gehört als U16-Spieler des FC Zürich auch zum Stamm der Junioren- Nationalmannschaft. Das ABC des Fussballs lernte er einst beim SC Aadorf.

Joel Untersee ist ein hoffnungsvoller Fussballer.

Joel Untersee ist ein hoffnungsvoller Fussballer. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

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Aadorf – Noch zu früher Abendstunde hat sich in diesen Tagen die Dunkelheit über den Aadorfer Sportplatz gelegt. Das hindert einen Jugendlichen nicht daran, einsam seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Auf einem Rasenplätzchen hinter dem Ballfänger, nur spärlich beleuchtet vom fahlen Schein des Mondes und einer entfernten Strassenlaterne, führt Joel Untersee den Fussball in schnellem Tempo auf und ab. Darauf wechseln sich Steigerungsläufe, Gymnastikübungen und Sprints in bunter Folge ab. Zur Erholung wird mit dem Ball jongliert, der dabei mit stupender Leichtigkeit vom Fuss über Knie zum Kopf und wieder zurück wandert.

In Südafrika geboren

«Nur ausnahmsweise trainiere ich ein wenig für mich, denn der Ballhunger wird ansonsten mit wöchentlich sechs bis acht Trainings mit der U16 des FC Zürich unter Trainer Arthur Petrosjan genug gestillt», sagt der bald 16-jährige Aadorfer Joel Untersee. Zu den örtlichen F- und E-Junioren stiess er, nachdem sich die Familie, aus Südafrika kommend, in Aadorf niedergelassen hatte. Das Talent blieb nicht unentdeckt und Untersee wechselte bald zu den E-Junioren nach Winterthur, wo er sich wie schon zuvor eine Alterskategorie höher zu bewähren hatte. Dank seiner robusten Konstitution, seiner Schnelligkeit und Zweikampfstärke, konnte er gegen die älteren Gegenspieler mithalten.

Ein Länderspiel-Tor

Ein nächster Entwicklungsschritt folgte 2005 mit dem Wechsel zum FC Zürich , wo Joel Untersee in der U12 begann und nun in der U16 angekommen ist. Seit der U15 gehört er auch der Nationalmannschaft an, eine Berufung, die zu Länderspielen gegen Deutschland, Belgien, Estland, Liechtenstein und Wales führte. Gekrönt hat der 1,79 Meter grosse Aussenverteidiger seine Nomination mit einem Torerfolg gegen Belgien, Nun galt es in der letzten Januarwoche, in einem Trainingslager von Tenero unter der Leitung von Trainer Yves Debonnaire diese Leistungen zu bestätigen, um dereinst auch für die U17-Nati berücksichtigt zu werden. Ebenso gefordert ist der Absolvent der Mannschaftssportschule in Zürich auf Clubebene, wo sein U16-Team des FCZ mit Basel die Tabellenspitze ziert. Auch in der Ausbildung bahnt sich ein Wechsel an. Ab Sommer 2010 beginnt für den Sportler an der United-School in Zürich die vierjährige Sportlerlehre mit KV-Abschluss. Nebst diesem beruflichen Ziel ist die Integration in die U18 des FCZ die angestrebte sportliche Herausforderung.

Steiniger Weg

Thomas Baur, Patrik Tarnutzer (Wil), Patrik Huwiler (Winterthur), Riccardo Meili (Basel) und Michel Avanzini (Winterthur, St. Gallen, Gossau), sind Aadorfer, die in jüngerer Zeit im bezahlten Fussball Fuss gefasst hatten oder sich noch auf dem Weg dahin befinden. Schon im Juniorenalter haben sie ihren Stammverein verlassen, um bei einem grösseren Klub intensiver gefördert zu werden. Die Beispiele zeigen jedoch, dass dieser Weg eine erfolgreiche Karriere nicht garantiert. Die Etablierung im Spitzenfussball ist von vielen Faktoren abhängig: Talent, Charakterstärke und Wille sind nur einige. Daneben braucht es ein günstiges Umfeld, einen geeigneten Verein zum richtigen Zeitpunkt, die Mischung im Team, einen Trainer, der das nötige Vertrauen schenkt, und schliesslich Verletzungsglück. Dies alles weiss Joel Untersee. Trotz dieser realistischen Einschätzung verfolgt er das Ziel, dereinst im nationalen Wettbewerb der besten Fussballer bestehen zu können. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 08.02.2010, 15:49 Uhr

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