Die guten Geister des Bahnhofs

Sie helfen gehbehinderten Menschen, intervenieren bei Konflikten und sammeln Abfall ein. Und das alles, ohne etwas zu verdienen. Die Rede ist von den Bahnhofpaten.

Für alle da: Prabukaram Paralingam engagieren sich für einen sauberen und sicheren Bahnhof.

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Bild: Nana do Carmo

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Frauenfeld – Feierabend am Bahnhof Frauenfeld: Pendler steigen aus dem Schnellzug aus Zürich und hasten durch die Unterführung, alle haben es eilig. Nur zwei Männer in dunklen Uniformen stehen am Perron wie Felsen in der Brandung, es sind die Bahnhofpaten Felix Urech und Prabukaram Paralingam. Wachsam beobachten
sie den Menschenfluss. Erblicken sie einen Rollstuhlfahrer oder eine gebrechliche Dame, gehen sie hin und helfen.

Betrunkene auffangen

Felix Urech ist 69, wohnt in Felben-Wellhausen und hat früher als Strassenwart gearbeitet. Der 43-jährige Prabukaram Paralingam, Babu genannt, stammt aus Sri Lanka, hat zwei Kinder und arbeitet in einer Spitalküche. Seit zwei Jahren sind in Frauenfeld Bahnhofpaten unterwegs. Sie fangen Betrunkene auf, welche die Treppe hinunterpurzeln, wickeln Passagiere, die einen epileptischen Anfall erleiden, in eine Wolldecke und rufen den Krankenwagen. Sie entsorgen Bierbüchsen und schauen bei jedem Wind und Wetter nach dem Rechten.

Laufend neue Paten gesucht

«Ein harter Job», sagt Roland Büchi, der die Frauenfelder Paten rekrutiert. Stadt und SBB spannen für dieses Projekt zusammen. Inzwischen leitet Büchi ein Team aus 20 Freiwilligen, die damit kein
Geld verdienen. Laufend werden neue Anwärter gesucht. «Sie sollen den Frauen, die spätnachts allein auf den Zug warten müssen, durch ihre Präsenz
Sicherheit vermitteln», sagt Büchi. Auch die Nachtbus-Chauffeure schätzen dies: «Durch die Paten hat sich die Situation am Bahnhof merklich verbessert», lobt ein Chauffeur. «Wenn ein betrunkener Fahrgast aggressiv wird, kann ich ihn in ihre Obhut geben.»

Interessierte melden sich bei Roland Büchi, Leiter Stadtbus-Verwaltung, Telefon 052 724 52 41.

Lesen Sie mehr über den nicht immer leichten Job der Bahnhofpaten auf Seite 20 der Freitagsausgabe. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 05.02.2010, 10:00 Uhr

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