20 Sekunden gegen Schweinegrippe
Von Markus Zahnd. Aktualisiert am 10.11.2009
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Impfung ist kostenlos
In einer ersten Phase sollen nur die Risikogruppen geimpft werden. Dazu gehören Kinder, Schwangere, im Gesundheitswesen Tätige sowie Personen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Die Impfung ist gemäss dem Thurgauer Kantonsarzt Max Dössegger freiwillig und kostenlos.
- Im Kantonsspital Frauenfeld findet die Impfung von Montag bis Freitag zwischen 18 und 22 Uhr statt (Voranmeldung notwendig).
- Im Kantonsspital Münsterlingen kann man sich am Montag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr ohne Voranmeldung impfen lassen.
- Eine Impfung ist nach Anmeldung auch beim Hausarzt möglich. (mza)
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Müllheim – Sieben Patienten sitzen um 11 Uhr im Wartezimmer von Jürg Stäubli in Müllheim – alle warten, bis sie gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Der Reihe nach werden sie vom Arzt abgeholt und ins Sprechzimmer geführt. Dort geht alles ganz schnell: Oberarm freimachen, eine Stelle wird desinfiziert, auf das ärztliche «Achtung Spritze» folgt ein Pieks, nochmals abwischen, Pflaster drauf und fertig. Geschätzte 20 Sekunden dauert die Impfung, rund drei Wochen später ist man gegen die Schweinegrippe immun.
Der erste, der sich von Stäubli impfen lässt, ist ein 45-jähriger Mann. Er habe ein Lungenleiden, daher sei es eine Vorsichtsmassnahme. Ein etwas älterer Herr lässt sich ebenfalls impfen, weil er zur Risikogruppe (siehe Box) gehört: «Ich hatte Hodenkrebs und danach vier Chemotherapien. Seither ist mein Körper geschwächt, ich habe zu wenig Abwehrstoffe», sagt er und geht gestützt von seiner Frau ins Sprechzimmer. Auch eine 40-Jährige lässt sich impfen, weil sie durch eine Krankheit geschwächt ist, «sonst hätte ich mich nicht impfen lassen». Damit sind diese Patienten der Empfehlung ihres Hausarztes gefolgt. «Die meisten sind aus den Medien gut informiert, ob sie zur Risikogruppe gehören. Wenn mich jemand fragt, rate ich zu. Die Impfung ist ein Beitrag zum Gemeinwohl», sagt Stäubli. Allerdings sei das jedem selber überlassen. Schwere Nebenwirkungen schliesst Stäubli nahezu aus, er rechnet höchstens mit «leichten Grippesymptomen oder Muskelschmerzen».
«Pandemie fängt erst an»
Einem 57-jährigen Mann, der regelmässig Medikamente nehmen muss, sind mögliche Nebenwirkungen egal. «Ich bin alleinerziehender Vater und kann es mir nicht leisten, krank zu sein», begründet er seinen Entscheid. Zudem habe er das Gefühl, die Pandemie fange erst jetzt so richtig an. Deshalb hat er seinen Sohn mitgebracht und will ihn auch impfen lassen. Das ist jedoch nicht möglich, da Stäubli nicht über den geeigneten Impfstoff verfügt. Denn er hat für seine Praxis nur den Impfstoff Pandemrix bestellt, der Personen ab 18 Jahren injiziert wird. Der Impfstoff wurde in Zehnereinheiten abgepackt, davon können zehn Spritzen aufgezogen werden. Jürg Stäubli hat 30 Dosen Pandemrix bestellt. Er bezweifelt aber, dass das lange reichen wird. «Dann müssen wir beim Kanton nachbestellen», sagt er.
Der Hausarzt selber und seine zwei Praxisangestellten sind noch nicht geimpft. Das werden sie am Abend aber nachholen. Sie warten ab, ob aus den Zehnerpackungen noch Spritzen übrigbleiben. Mit den restlichen Dosen würde Stäubli auch Personen impfen, die nicht zur Riskiogruppe gehören: «Die aufgezogenen Spritzen sind nur 24 Stunden haltbar. Bevor ich sie wegschmeisse, impfe ich damit lieber meine Patienten.» (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 10.11.2009, 14:06 Uhr
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