Weltrekord für den Weltmeister

Daniel Hubmann aus Eschlikon konnte an der OL-WM in Miskolc (Ungarn) seinen Titel über die Langdistanz erfolgreich verteidigen. Als erster Läufer gewinnt er in allen Einzeldisziplinen eine Medaille.

Daniel Hubmann hat in allen Einzeldisziplinen eine Medaille geholt.

Daniel Hubmann hat in allen Einzeldisziplinen eine Medaille geholt. (Bild: Keystone)

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Miskolc – Nach dem zweiten Rang über die Mitteldistanz und Platz drei im Sprint wirkte der weltbeste OL-Läufer Daniel Hubmann nicht restlos zufrieden und äusserte sich im Hinblick auf die am Ende der internationalen Meisterschaft bevorstehende Titelverteidigung defensiv. Kleine technische Fehler unterwegs und jeweils ein minimaler läuferischer Zeitverlust zu Beginn der Rennen hatten beim Thurgauer noch bessere Klassierungen verhindert. Doch dem Naturell «Wettkampftyp und Kämpfer» entsprechend zeigte der 26-Jährige wie schon letzte Saison in jenem Moment die beste Leistung, als er sich selbst unter Druck setzte.

Lange galt Daniel Hubmann als Sprint-Spezialist. «Dies scheint sich geändert zu haben. Ich fühle mich inzwischen auf der langen Distanz ausgesprochen wohl. Die beiden WM-Titel bestätigen dies», erklärt er deutlich zufriedener und glücklicher als nach dem geschenkten Staffel-Gold. Die angekündigte Reaktion nach dem schwachen Team-Auftritt folgte wie erwartet. «Ich wüsste nach der ersten Analyse nicht, wo ich einige Sekunden verschenkt haben könnte. Insgesamt war es ein nahezu perfekter Lauf.» Nach einem Fünftel der Distanz (17,5 km) lag er zwar nur auf Position drei, doch dann zahlte sich das kontrollierte Risiko aus.

Erfolgreichster Teilnehmer

Die nicht ganz ungefährliche Risiko-Taktik ging auf. «Ich nahm während des Kartenlesens bewusst kaum Tempo raus. Über die Langdistanz lassen sich kleine Fehler meist korrigieren. Darauf spekulierte ich. Der Vorsprung von fast zwei Minuten fiel auch deshalb deutlich aus, weil ich bei der Postensuche keine Zeit einbüsste.» Der Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres bestätigte nach seinem Triumph an den World Games trotz der immer grösser werdenden internationalen Konkurrenz seine derzeitige OL-Vormachtstellung.

Bei den Frauen sicherte sich Mutter Simone Niggli-Luder die 15. WM-Goldmedaille. Auch sie musste sich im Fernduell gegen Daniel Hubmann geschlagen geben. Er kehrt heute Montag als weitaus erfolgreichster Teilnehmer überhaupt (2/1/1) in die Schweiz zurück. «Noch nie hat ein Mann an einer einzigen WM in allen drei Einzeldisziplinen eine Medaille gewonnen. Dass mir dies gelungen ist, freut mich ganz besonders. Entsprechend positiv fällt meine persönliche Bilanz aus. Davon geträumt habe ich, doch realistisch erschien mir eine solche Erfolgsserie nicht», erzählt der laufstarke Postensucher nach dem Weltrekord.

Spürbarer Druck

Seit den Siegen an den letzten Titelkämpfen und im Weltcup hat sich die Situation des zweifachen Langstrecken-Weltmeisters verändert. «Es wird von mir in jedem Rennen ein Podestplatz fast erwartet. Die Erwartungen im Umfeld, aber auch meine eigenen sind weiter gestiegen. Dies habe ich in Ungarn deutlich gespürt. Belastend wirkte sich dies allerdings nicht aus. Erfreulicherweise vermag ich auf schwächere Leistungen wie in der Staffel meist mit einem stärkeren Lauf zu reagieren.» Manche sagen, der gelernte Schreiner sei eine «Kampf…». Der Eschliker nennt dies: «Sich selber einen Tritt in den …. geben.» (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 24.08.2009, 10:51 Uhr

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