Kindersitz begleitet Sporttasche

Die Sportclubs müssen dafür sorgen, dass pünktlich zum Saisonbeginn die Kindersitze montiert sind. Das sorgt für Verunsicherung.

Pünktlich zum Saisonbeginn müssen nun die Kindersitze montiert werden: Die Sportclubs sind verunsichert.

Pünktlich zum Saisonbeginn müssen nun die Kindersitze montiert werden: Die Sportclubs sind verunsichert.
Bild: Keystone

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Wenn nächsten Monat die Saison beginnt, werden auch die kleinen Fussballspieler wieder zu Auswärtsspielen antreten müssen. Genau auf diesen Zeitpunkt hin tritt die neue Kindersitzverordnung des Bundes in Kraft. Dass nun Kinder bis zwölf und nicht mehr nur bis sieben Jahre im Auto einen Kindersitz brauchen, sorgt unter den Vereinen für Verunsicherung. «Das wird eine komplizierte Sache», sagt Roland Ellenbroek, Präsident des FC Tägerwilen. Wie in vielen Vereinen übernehmen auch hier die Eltern den Fahrdienst für die Auswärtsspiele. Die Sammelautos müssen nun mit Kindersitzen ausgerüstet werden.

Der Club habe noch keine Lösung für das Problem, sagt Ellenbroek. Der FC könne für die Juniorenmannschaften nicht auch noch Kindersitze anschaffen. Möglich sei deshalb, dass künftig jedes Kind seinen eigenen Sitz mitbringen muss, damit er dann im betreffenden Auto montiert werden kann. Die neue Verordnung des Bundes stelle die Vereine vor logistische Probleme, sagt Paul Merz, Präsident des Thurgauer Fussballverbands. Merz schliesst sich der Forderung des Schweizer Fussballverbands an, dass die Verordnung zurückgezogen wird. Davon will der Bund aber nichts wissen.

Nicht alle sehen schwarz

Da und dort wird nun gar befürchtet, dass es den Eltern zu viel werden könnte. Es sei möglich, dass Eltern durch den Mehraufwand vom Fahrdienst abgeschreckt werden könnten, sagt Hansi Bär, Juniorenobmann des Handball-Sportclubs Kreuzlingen.

Nicht alle Vereine sehen aber schwarz. Michael Krucker, Präsident des FC Frauenfeld, hält die Verordnung für durchaus praktikabel. Jedes Kind habe sowieso einen Kindersitz. Dieser könne problemlos in einem Sammelauto montiert werden. Für den Fall, dass ein Kind ohne Sitz zum Sammelplatz komme, habe sein Club einige Sitzerhöhungen angeschafft. Sie seien bereits für 20 Franken zu haben. Die neue Regel bringe nur etwas Koordinationsaufwand, sagt Rainer Blaser, Präsident des Sport-Clubs Frauenfeld. Die Eltern seiner Handball-Junioren wurden bereits in einem Brief informiert, dass die Kinder für Auswärtsspiele mit Kindersitz anzutreten haben.

Schulbusse nachgerüstet

Betroffen von der Kindersitzregelung sind auch die Schulgemeinden. So hat beispielsweise die Primarschulgemeinde Lauchetal ihre zwei Schulbusse für einige Tausend Franken nachgerüstet. Das Thema habe in der Behörde zwar für Stirnrunzeln gesorgt, sagt Präsidentin Brigitte Kägi. Doch man habe nicht am falschen Ort sparen wollen. Die Verordnung sei problemlos umsetzbar, sagt Schulgemeindeverbandspräsidentin Gabriela Frei. Ihre Schulgemeinde Münchwilen hat 25 Kindersitze angeschafft, um damit jene Freiwilligen auszurüsten, welche den Schülertransport übernehmen. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 11.03.2010, 10:36 Uhr

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