Hubmann freut sich über Hubmann
Von Urs Huwyler. Aktualisiert am 16.07.2009
Erfolgreicher Martin Hubmann. (Bild: Urs Huwyler)
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Vor einigen Wochen wies Daniel Hubmann bei einem Gespräch über den OL-Nachwuchs darauf hin, es gebe in der Schweiz einige hoffnungsvolle Talente. Dabei erwähnte er seinen sechs Jahre jüngeren Bruder Martin. Inzwischen weiss die Fachwelt, dass Hubmann der Ältere goldrichtig lag. «Ich war von seinem Erfolg nicht überrascht. Er sicherte sich zu Beginn im Sprint trotz kleiner Fehler Bronze. Da wusste ich, dass er in Form ist», betonte die Nummer 1 der Welt, der die Rennen daheim via Internet verfolgte.
Der ehemalige Leichtathlet und Fussballer Martin Hubmann, der auf allen Distanzen einmal Dritter wurde, nahm die Komplimente herzlich lachend zur Kenntnis. «Der Sprint liegt mir. Nicht mit einem Podestplatz konnte ich über die Langdistanz rechnen. Bisher war ein zehnter Platz die beste Klassierung», erklärte der dreifache WM-Medaillengewinner, der seinen Bruder auch vom beruflichen Werdegang her als Vorbild sieht. «Er hat gezeigt, dass es möglich ist, eine Lehre zu absolvieren und Weltspitze zu sein.» Daniel lernte Schreiner, Martin schliesst seine Lehre als Bauzeichner mit Berufsmatura ab.
Halbes Pensum
An zu viel Freizeit litt der Jüngere während der letzten Jahre nie. Im Herbst gilt es für ihn zuerst einige Wochen nachzuholen, weil er als Weltklasse-Junior zu viele Ferientage bezogen hatte. «Martin musste die Zeit für das Training und die Wettkämpfe genau einteilen. Sein Tag war immer ausgefüllt», stellte der Thurgauer des Jahres 2008 fest. Wöchentlich sind es beim Lehrling maximal acht Stunden. Profi Daniel kommt etwa auf das doppelte Pensum und verfügt über die nötige Erholungszeit.
Was passiert aber, wenn beide gleichviel trainieren können? Kommt es dann an der Weltspitze zu Hubmann gegen Hubmann? «Schön wär das schon», tönt es bei beiden Athleten. «Ich könnte es gut verkraften, würde ich hinter Martin Zweiter», nimmt Daniel die Antwort für die nächste Frage gleich vorweg. Martin wiederum wäre froh, hinter dem ebenfalls von Hans Baumann trainierten Weltcupsieger «wenigstens» Zweiter zu werden.
Hoffen auf Weltcupfinal
Beide hoffen, dass es irgendwann im Weltcup zum Duell Hubmann gegen Hubmann kommt. Vielleicht schon beim Weltcupfinal in Zürich. 2008 war Martin Vorläufer und Daniel gewann den Wettkampf. «Ich kann viel von seiner langjährigen Erfahrung und Unterstützung profitieren. Mir macht es nichts aus, dass ich immer wieder auf ihn angesprochen werde.» In Finnland war es so: Daniel ist im Norden Dauergast, Martin war erstmals mit der Karte in Finnland unterwegs. Die brüderlichen Tipps halfen.
Annette Kindschi dabei
Mit der OL-Familie Hubmann – auch Beat (Jahrgang 1987) ist Schweizer Meister geworden und auch die Eltern Max und Monika sind OL-Freaks – nicht nur sportlich verbunden ist die in Bern studierende Annette Kindschi (Ermatingen). Sie ist in Norwegen erstmals im Weltcup eingesetzt worden. Zuletzt hat sie in den von Simone Niggli-Luder gewonnenen WM-Testläufen trotz einer schmerzhaften Fussverletzung die Ränge 6 (Sprint), 12 (Mittel) und 14 (Lang) belegt. Die schnelle Freundin von Daniel (1983) wird Anfang August wie Martin die OL-Woche in Muotathal bestreiten. Der Druck auf den Leader könnte sich bald weiter steigern.
Für den König mit Kompass und Karte folgen die alle vier Jahre stattfindenden World Games (Olympische Spiele der nicht olympischen Sportarten) in Taipeh. 5000 Athleten aus 100 Nationen werden erwartet. «Die Weltmeisterschaft ist vom Stellenwert her höher einzustufen. Wäre es jedoch kein wichtiger Anlass, würde ich nicht bis nach Taipeh reisen», nimmt der Weltmeister eine Einstufung der World Games vor. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 16.07.2009, 11:30 Uhr
Thurgau
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