Gold aus Südamerika im Thurgauer Boden

Im Herbst 1957 fand ein Schüler aus Andwil eine Goldmünze auf dem Kartoffelfeld. Jetzt wird sie im Museum für Archäologie ausgestellt.

Bei der Kartoffelernte gefunden: Goldmünze in Thurgauer Besitz.

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Bild: PD

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Im Herbst 1957 fand ein Schüler südöstlich von Andwil bei der Kartoffelernte eine Goldmünze. Vor ein paar Wochen ist diese nun in die Obhut des Amts für Archäologie gelangt. Der neue Fund wird zusammen mit ähnlichen Goldstücken ab diesem Samstag im Museum für Archäologie ausgestellt. Bei der Goldmünze aus Andwil handelt es sich um einen «Escudo», eine spanische Goldmünze, die zwischen 1707 und 1728 in Mexico, heute Mexico-City, geprägt wurde. Der verantwortliche König von Spanien war damals Philipp V., der von 1700 bis 1746 regierte. Die rund 3,2 Gramm schwere Münze hat ungefähr die Grösse eines 10-Rappen-Stücks und trägt auf der Vorderseite einen Wappenschild (Escudo), auf der Rückseite ein Kreuz. Typisch für die Münze sind die unregelmässige Form und auch der grobe Stil. Sie kann über ein Beizeichen des verantwortlichen Beamten sowie über die Wappenform genauer bestimmt werden. Seltener Fund

Historisch gehören diese Escudos, mit denen das Gold aus Südamerika seit dem 16. Jahrhundert von Spaniern in ganz Europa verbreitet wurde, zu den Kolonialprägungen. Eine rasche Prägung war deshalb nötig, weil damit das Gold aus den Minen Süd- und Mittelamerikas sofort gekennzeichnet worden ist. Oft genug lauerten Piraten den Schiffen auf, und noch heute sind Escudos oder verwandte Prägungen aus Silber häufige Funde aus Wracks in der Karibik. In Europa wurde das sehr reine Gold häufig umgeschmolzen und zu «eigenen» Münzen verprägt, so dass solche südamerikanischen Exemplare nur selten auftauchen. Der «Escudo» aus Andwil ist eines von drei bekannten solcher Fundstücke aus dem Thurgau. Ein weiteres von der Insel Werd ist ebenfalls in kantonalem Besitz; es wurde 1965 auch von einem Schüler entdeckt. Goldfunde sind selten, ist doch das Material seit jeher sehr wertvoll. Im Falle des Andwiler Fundes wäre es durchaus möglich, dass die Münze ursprünglich in einem Haushalt verloren ging und mit dem Abfall auf die umliegenden Felder gelangte. Dank dieser damals üblichen «Entsorgung» gerieten immer wieder Münzen in die Felder – heute tauchen sie in der Kehrichtschlacke auf. (pfs)

Erstellt: 11.03.2010, 15:36 Uhr

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