Ohne Wind geht nichts

Windsurfen sieht aus, als sei es kinderleicht. Die ersten Stunden auf dem Surfbrett beweisen aber das Gegenteil.

Trockenübungen auf dem Simulator: Surflehrer Reto Studerus erklärt die grundlegendsten Bewegungsabläufe.

Trockenübungen auf dem Simulator: Surflehrer Reto Studerus erklärt die grundlegendsten Bewegungsabläufe. (Bild: Susann Basler)

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Berlingen – Mit Gefühl über das Wasser gleiten, mit den Wellen spielen und dabei den Wind in den Haaren spüren. Windsurfen war für mich schon immer Faszination pur. Daher konnte ich es kaum erwarten, endlich selbst auf einem Surfbrett zu stehen. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon, wie ich am Ende des zweieinhalbstündigen Schnupperkurses über das Wasser düsen würde. Schnell musste ich dann aber feststellen, dass Windsurfen nicht so einfach ist, wie es vom Ufer her aussieht. Es war ein sonniger Morgen. Der See glitzerte in der Sonne. Wie auf Bestellung wehte eine leichte Brise – ideal für erste Surf-Versuche.

Bevor es aber aufs Wasser ging, wurden die Grundbewegungen auf dem Trockenen geübt. Auf einer Wiese direkt am See stand ein Surfbrett auf einem sich drehenden Metallgestell bereit. Mit viel Geduld erklärten die beiden Surflehrer Esther und Reto Studerus jedem Teilnehmer die Bewegungsabläufe. «Achtet darauf, dass ihr mit beiden Füssen festen Halt habt auf dem Brett», sagte Esther. Erst dann wird mit Hilfe eines Stricks, in der Fachsprache Startschot, das Segel aus dem Wasser gezogen bis man mit der Hand nach dem Masten greifen kann. Fühlt man sich in dieser Position kippfest, hält man sich nun mit beiden Händen am sogenannten Gabelbaum fest und richtet das Segel auf.

In Zeitlupe über den Untersee

Nachdem alle den Start, das Steuern und Wenden geübt hatten, wurden Schwimmwesten angezogen und alles bereit gemacht, um in See zu stechen. Kleine Wellen brachen an der Ufermauer, aus der Ferne ertönte das Geräusch eines nahenden Motorbootes, doch kein Wind wehte. Mit einem ermunternden «Mast- und Gabelbaumbruch!» ging es ins Wasser. Der See war zum Glück weniger kühl, als ich befürchtet hatte. Die Gruppe paddelte ein Stück hinaus, wo ich dann auch meinen ersten Stehversuch startete. Es klappte! Aber: Da stehst du nun auf diesem wackeligen Brett mitten auf dem Untersee doch nirgends weht auch nur das kleinste Lüftchen. Völlige Windstille.

Wie zuvor geübt, versuchte ich trotzdem das Segel in die Höhe zu ziehen. Erstaunlicherweise landete ich nicht mit einem Rückwärtssalto im Wasser. Erst der dritte oder vierte Versuch endete mit einem mehr oder weniger eleganten Sturz. Wie ein begossener Pudel kletterte ich aufs Brett zurück. Nein, Windsurfen ist wirklich nicht so leicht. Die Windflaute und mein etwas dürftig ausgeprägter Gleichgewichtssinn machten die ganze Angelegenheit auch nicht einfacher. Mit der Zeit hatte ich dann aber den Dreh raus und glitt doch noch in Zeitlupentempo über den See. Fazit: Ein abwechslungs- und lehrreicher Montagmorgen mit wenigen Stürzen vom Surfbrett. Nur der Wind fiel wortwörtlich ins Wasser. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 03.08.2009, 15:45 Uhr

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