Mehr Passagiere in grösseren Flugzeugen
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Ermatingen – Auf der Strasse zum Wolfsberg stauten sich am Dienstagabend die Autos. Rund 450 Gäste, mehrheitlich aus der Schweiz und Deutschland, kamen, um Thomas Enders zuzuhören. Ginge es nach dem CEO des deutsch-französischen Flugzeugherstellers Airbus, werden Autos die Luft bald nicht mehr verpesten. Er fordert, dass die verbleibenden Erdölreserven der Luftfahrt vorbehalten bleiben und der Landverkehr auf Elektromotoren umstellt. Grund für den Treibstoffhunger ist das wachsende Passagieraufkommen. Enders rechnet damit, dass es sich alle 15 Jahre verdoppelt – gut für das Auftragsbuch von Airbus, das trotz der Krise auf Jahre hinaus gefüllt ist. Da sich die Frequenzen im Luftverkehr nicht beliebig steigern lassen, gehe die Tendenz hin zu grösseren Flugzeugen.
Trotz dieser Wachstumsperspektiven will Airbus nicht als Klima-Schmutzfink dastehen: «Wir sind die einzige Industrie, die klare Klimaziele hat», sagte Enders. Dank technischen Fortschritten werde das Flugzeug der Zukunft leiser, leichter und verbrauchsärmer. Airbus arbeitet daran, Alternativen für das Erdöl zu finden und experimentiert beispielsweise mit verflüssigtem Erdgas oder Biosprit. Dieser werde 2030 rund 30 Prozent des Treibstoffs ausmachen, glaubt Enders, dessen Unternehmen sich viel vorgenommen hat: Bis 2020 will es klimaneutral wachsen, bis 2050 seinen CO2 von 2002 halbieren.
«Bescheidener antreten»
Nicht immer hat Airbus seine Ambitionen umsetzen können. Vor Kurzem erst waren beim Modell A380 Terminprobleme und technische Pannen aufgetreten. Airbus arbeite oft an den Grenzen der Technologie, begründete Enders die Schwierigkeiten, und vereinbare auf Jahre hinaus Auslieferungstermine. Jetzt will die Firma von gewagten Zusagen aber Abstand nehmen. «Wir wollen unsere Fähigkeiten der Antizipation verbessern und auch mal bescheidener antreten», sagte Enders. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 05.11.2009, 09:45 Uhr
Thurgau
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