Zwei Bank-Überfälle in nur einer Woche
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Banküberfälle sind die Klassiker in Hollywood-Filmen. In Wirklichkeit kommen sie ziemlich selten vor. Das galt zumindest bis vor kurzem noch für den Thurgau. Dann wurden innerhalb einer Woche gleich zwei Banken überfallen. Am Donnerstag die UBS in Frauenfeld und vorgestern die TKB-Filiale in Erlen. Das dürfte reiner Zufall sein, meint dazu Polizeipressesprecher Daniel Meili. «Nach dem heutigen Kenntnisstand haben die Überfälle nichts miteinander zu tun.» Während die beiden Bankräuber aus Frauenfeld bereits hinter Gittern sitzen, ist der Räuber aus Erlen nach wie vor auf freiem Fuss. Die Überwachungskamera hat aber ein Foto aufgenommen, auf dem er deutlich zu erkennen ist. Inzwischen sei der Mann national zur Fahndung ausgeschrieben, sagt Meili.
Polizei wertet Hinweise aus
Das deutet darauf hin, dass die Polizei den Bankräuber noch in der Schweiz vermutet. Nachdem er den Angestellten gefesselt hatte, soll der Mann auf einem weissen Herrenvelo geflüchtet sein. Ob er später aufs Auto umgestiegen ist, werde noch abgeklärt. Bisher sei jedenfalls noch kein Velo gefunden worden, sagt Meili. Dafür sind nach dem Fahndungs-Aufruf etwa ein Dutzend Hinweise eingegangen, die jetzt ausgewertet werden. Über die Art der Hinweise schweigt sich der Polizeisprecher aus, er könne dazu nicht mehr sagen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Schon einmal überfallen
Die Kantonalbank in Erlen wurde vor neun Jahren schon einmal überfallen: An einem Samstagmorgen im Dezember 2001 erzwang sich ein Unbekannter den Zutritt zur Bank, indem er die Angestellte mit einem Messer bedrohte. Dann wartete er bis eine weitere Angestellte und die Filialleiterin erschien. Er fesselte alle drei Frauen und flüchtete, das Geld in einen Kehrichtsack gepackt. Der Mann sei bis heute nicht gefasst, sagt Meili.
Seitdem bleibt die Bank in Erlen am Samstagmorgen jeweils geschlossen. Das sei aber nicht nur wegen des Überfalls sondern auch aufgrund veränderter Kundenbedürfnisse entschieden worden, sagt TKB-Mediensprecherin Anita Schweizer. Sie kann sich nicht erklären, warum es Erlen innerhalb von zehn Jahren gleich zweimal getroffen hat. «Sie ist nicht exponierter als andere Bankstellen.» Alle TKB-Angestellten werden im Rahmen eines Sicherheitsdispositivs regelmässig geschult. Der Ernstfall sei aber immer etwas anderes. «Unser Mitarbeiter hat sehr professionell und korrekt reagiert», sagt Schweizer. Dies bestätigt indirekt auch Polizeisprecher Meili: «Wir raten generell, bei Überfällen das eigene Leben höher zu gewichten, als Geld oder andere materielle Güter.»
Für den Mitarbeiter werde alles Notwendige unternommen, betont Anita Schweizer. Es würde auch externe Hilfe beigezogen, wenn dies von Seiten des Betroffenen gewünscht werde.
Die kürzlich umgebaute Filiale der TKB in Erlen zeichnet sich durch eine offene Schalterhalle aus. Dies sei keine Einladung an ungebetene Gäste, sagt Schweizer. Gegenüber früher, als die Bankschalter noch hinter dicken Sicherheitsglasscheiben versteckt waren, hätten viele technische Neuerungen Einzug gehalten, welche die Sicherheit erhöhten. Der Überfall werde aber gründlich analysiert, die Ergebnisse würden in das Sicherheitskonzept einfliessen. Am Mittwoch blieb die TKB Erlen geschlossen, bereits heute sind die Türen aber wieder offen. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 28.07.2010, 20:39 Uhr
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