Zusammenhalt weiter verbessern

Seit dem 1. 1. 1999 gibt es die Politische Gemeinde Hohentannen. Gefeiert wird das 10-Jahr-Jubiläum an diesem Wochenende. Gemeindeammann Christof Rösch über den Zustand und die Zukunft der 620-Seelen-Gemeinde.

Gemeindeammann Christof Rösch.

Gemeindeammann Christof Rösch. (Bild: Georg Stelzner)

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Jubiläumsfest Hohentannen

Heute Freitag ist die Jubi-Bar im Zivilschutzkeller der Hohentanner Hirscheschür ab 20 Uhr geöffnet. Der Festakt mit musikalischer Unterhaltung durch die Primarschüler in oder vor der Hirscheschür beginnt am Sonntag um 10 Uhr. Ab 10.30 Uhr können sich die Festbesucher an einem reichhaltigen Brunchbuffet verpflegen. Das Jubiläumsfest dauert bis 16 Uhr. (st)

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Christof Rösch, die Politische Gemeinde Hohentannen ist zehn Jahre alt. Wird ausser diesem runden Geburtstag noch etwas gefeiert?

Christof Rösch: Es geht bei diesem Jubiläum nicht darum, irgendeinen «Triumph» zu feiern. Für mich stehen die Bemühungen um den Zusammenhalt unter den Einwohnern im Zentrum. Dieser dürfte meines Erachtens noch besser sein. Ich denke zum Beispiel an das aktive Mitmachen in den Vereinen oder in der Feuerwehr, an das Organisieren von Anlässen und nicht zuletzt an das gemeinsame Feiern von Festen.

Wie wird die Politische Gemeinde Hohentannen heute von aussen wahrgenommen?

Es gibt einige wenige, die uns belächeln und uns keine Zukunftschancen einräumen. Im Grossen und Ganzen habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass Hohentannen durchaus als gleichwertiges Mitglied im Verbund der 80 Thurgauer Gemeinden betrachtet und entsprechend respektvoll behandelt wird. Es gibt sogar nicht wenige, die uns in unseren Bemühungen unterstützen und gut finden, was wir hier tun. Es kommt auch immer wieder vor, dass ausserkantonale Behörden mit uns Kontakt aufnehmen, um sich über unseren spezifischen Weg der Eigenständigkeit zu informieren.

Es stört Sie überhaupt nicht, wenn über die Gemeinde Hohentannen gewitzelt wird?

Wenn wir belächelt werden, belastet mich das nicht sonderlich. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir die kommunale Eigenständigkeit aufrechterhalten wollen und können. Das gelingt aber nur, wenn auch die Bevölkerung voll dahinter steht. Im Übrigen muss sich Hohentannen nicht verstecken. Es ist uns gelungen, die Situation der Gemeindefinanzen massiv zu verbessern, und die Massnahmen zur Versorgung der Gemeinde mit erneuerbarer Energie haben landesweit für Aufsehen gesorgt.

Was wussten Sie von Hohentannen, bevor Sie im Jahr 2005 mit Ihrer Familie hierhergezogen sind?

Ich wohnte vorher in Arnegg bei Gossau, und Hohentannen brachte ich in dieser Zeit mit einem gleichnamigen Restaurant auf dem Tannenberg bei Waldkirch in Verbindung. Von der Gemeinde Hohentannen wusste ich damals praktisch nichts. Als ich dann das erste Mal hier war, fand ich sofort Gefallen an dieser Gemeinde. Zunächst wegen der schönen Landschaft und des herrlichen Ausblicks, den man geniessen kann. Es war gewissermassen Liebe auf den ersten Blick. Heute glaube ich, dass der Bekanntheitsgrad von Hohentannen generell etwas höher ist als noch vor einigen Jahren.

Ist es für eine kleine Gemeinde schwieriger als für eine grosse, sich Gehör zu verschaffen?

Ich hatte bisher kein Problem damit. Der Regierungsrat nimmt uns genauso ernst wie einwohnermässig grössere Gemeinden und hat für unsere Anliegen auch ein offenes Ohr. Wir fühlen uns verstanden und akzeptiert. Zudem gibt es Kantonsräte aus der Region, auf deren Unterstützung wir ebenfalls zählen können.

Wie wird es um die Politische Gemeinde Hohentannen 2019, beim 20-Jahr-Jubiläum, bestellt sein?

Ich denke, dass die Gemeinde optisch nicht wesentlich anders aussehen wird, dass sich in den Köpfen der Menschen aber einige Dinge ändern werden. Ich hoffe, es werden bis dahin viele erkennen, dass die gemeinsame Kraftanstrengung mit dem Ziel, eine lebens- und liebenswerte Gemeinde zu erhalten – und teilweise auch neu zu schaffen –, uns weiterbringt. Der Eigenständigkeit soll aber nicht nur Wertschätzung widerfahren; genauso wichtig ist es, aus ihr eine Wertschöpfung zu erzielen.

Wer Geburtstag hat, erhält Geschenke. Was würden Sie Ihrer Gemeinde am Sonntag gern überreichen?

Am liebsten sähe ich es, wenn wir uns gegenseitig etwas schenkten: nämlich Toleranz, Vertrauen, Akzeptanz sowie positives Denken und Handeln. Ich werde meinen Beitrag dazu gerne leisten. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 04.09.2009, 14:07 Uhr

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