<?xml version="1.0" encoding='UTF-8'?>
<rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
   <channel>
      <title>Ostschweiz - Thurgau - Regionalkultur</title>
      <link>http://www.tagblatt.ch/</link>
      <description>St. Galler Tagblatt News</description>
      <language>de-DE</language>
      <pubDate>Fri, 25 May 2012 04:14:17 +0200</pubDate>
      <lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 04:14:17 +0200</lastBuildDate>      <item>
         <pubDate>Fri, 25 May 2012 01:05:30 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Die Klarinette muss singen»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991871</link>
         <description><![CDATA[  Mit der ber&uuml;hmten Klarinettistin Sabine Meyer kommt n&auml;chsten Donnerstag eine Ausnahmek&uuml;nstlerin nach Kreuzlingen. Auch mit grosser Erfahrung will Meyer einem Werk wie Mozarts Klarinettenkonzert immer wieder Frische abgewinnen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Mit der ber&uuml;hmten Klarinettistin Sabine Meyer kommt n&auml;chsten Donnerstag eine Ausnahmek&uuml;nstlerin nach Kreuzlingen. Auch mit grosser Erfahrung will Meyer einem Werk wie Mozarts Klarinettenkonzert immer wieder Frische abgewinnen.</b><br /><br /><h4>Frau Meyer, Sie spielen seit Jahrzehnten &uuml;berall auf der Welt das Mozart-Klarinettenkonzert. Wie kann man das immer wieder frisch und spannend interpretieren?</h4> <p>Sabine Meyer: Ich spiele es nat&uuml;rlich immer wieder in einem anderen Ambiente, in einer anderen Akustik und mit ganz verschiedenen Dirigenten. Aber das ist nur die &auml;usserliche Seite. Auf der B&uuml;hne m&ouml;chte ich mit Leib und Seele musizieren. Mozarts Klarinettenkonzert ist kammermusikalisch gehalten und doch sehr dicht. Und es gibt auch nach Jahren immer wieder Neues und Faszinierendes zu entdecken. Dass dieses St&uuml;ck bei aller Perfektion stets frisch und musikantisch &uuml;ber die B&uuml;hne kommt, das ist mein t&auml;glicher Anspruch. Und mit der langen Besch&auml;ftigung mit einem Meisterwerk wird das St&uuml;ck in keiner Weise einfacher.</p> <h4>Vor dreissig Jahren verlor Herbert von Karajan den Kampf gegen die Berliner Philharmoniker, als er Sie gegen den Willen des Orchesters als Soloklarinettistin und einzige Frau engagiert hat.</h4> <p>Meyer: Oh je, das ist lange her, und ich m&ouml;chte mich hier nicht mehr erneut &uuml;ber diese Geschichte ausbreiten. Nur so viel: Karajan hat damals viel Porzellan zerschlagen. Und es ging bei diesem Streit eigentlich gar nicht um mich oder die Musik, sondern es war nach vielen Jahren &laquo;Ehe&raquo; ein handfester Machtkampf zwischen ihm und dem Orchester.</p> <h4>Wie haben Sie ihn damals als Mensch wahrgenommen?</h4> <p>Meyer: Privat war er mit mir sehr hilfsbereit und menschlich. Das Bild, das wir uns von Maestros machen, ist ja oft verzerrt. Oft werden sie erst durch kritiklose Bewunderer zu G&ouml;ttern gemacht. F&uuml;r mich war das Engagement bei den Berliner Philharmonikern ja auch sehr anspruchsvoll. Wir haben oft zwei Programme pro Woche gespielt. Das hiess f&uuml;r mich unendlich viel &Uuml;barbeit.</p> <h4>Wie sieht es nach dreissig Jahren mit Frauen in der Musikwelt aus?</h4> <p>Meyer: Da hat sich nat&uuml;rlich sehr viel getan, auch wenn es beispielsweise in Prag immer noch ein Orchester gibt, in dem keine Frau sitzt, nicht einmal an der Harfe. Es ist wie in der Wirtschaft oder in der Politik: Wenn Sie als Frau eine F&uuml;hrungsposition wollen, m&uuml;ssen Sie auch in der Musik oft besser sein als Ihre Kollegen. Heute spielen viele Frauen im Orchester, zum Beispiel in der zweiten Geige. Aber wer besetzt die Konzertmeisterstellen?</p> <h4>Was geben Sie als gefragte P&auml;dagogin Ihren Studentinnen und Studenten mit auf den Weg?</h4> <p>Meyer: Das Wichtigste ist, sich treu zu bleiben. Nur Virtuosit&auml;t reicht nicht f&uuml;r eine Karriere. Ehrlichkeit und Konsequenz wird belohnt, das merkt auch das Publikum. Eine solide technische Ausbildung ist wichtig, es muss ein Fundament da sein, sonst kann man kein Hochhaus bauen. Beim Ton der Klarinette gehe ich immer vom Gesang aus. Das Instrument muss stets singen. Wenn jemand aber zu mir kommt und sagt: Ich will Solist werden, muss ich ihm sagen: Das kann man nicht &laquo;machen&raquo;. Junge Klarinettisten m&uuml;ssen heutzutage kreativer sein und sich nach interessanten gemischten Ensembles umsehen, wo sie sich pers&ouml;nlich eine Nische schaffen k&ouml;nnen.</p> <h4>Bei Ihren Auftritten in Konstanz und Kreuzlingen dirigiert der Cellist Heinrich Schiff, mit dem Sie auch als Kammermusikpartner sehr viel Erfolg hatten.</h4> <p>Meyer: Heinrich Schiff ist ein hervorragender Dirigent und ein wunderbarer Musiker. Wir m&ouml;gen uns sehr, wir sind musikalisch tief verbunden. Er arbeitet mit einem Orchester stets an einer genauen Artikulation und einer guten Phrasierung. Das kommt mir als Solistin nat&uuml;rlich sehr entgegen. Also einfach ein Mozart-Klarinettenkonzert mit einem Orchester, das irgendwo im Hintergrund begleitet, das gibt es bei Heinrich Schiff nicht.</p> <p>Interview: Martin Preisser</p> <div class="mpnl_hinweis">Konzerte: Mi, 30.5., 20 Uhr, Konzil Konstanz; Do, 31.5., 20 Uhr, Dreispitz Kreuzlingen</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991871</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Fri, 25 May 2012 01:05:30 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Probleme mit zeitgenössischer Kunst?  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991976</link>
         <description><![CDATA[  Der Kunstraum Kreuzlingen zeigt mit der neuen Ausstellung &laquo;Problems&raquo; der jungen K&uuml;nstlerfreunde Raphael Linsi und Pedro Wirz eine neue Generation k&uuml;nstlerischen Selbstverst&auml;ndnisses: Der K&uuml;nstler als Kurator und Kollektiv.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Kunstraum Kreuzlingen zeigt mit der neuen Ausstellung &laquo;Problems&raquo; der jungen K&uuml;nstlerfreunde Raphael Linsi und Pedro Wirz eine neue Generation k&uuml;nstlerischen Selbstverst&auml;ndnisses: Der K&uuml;nstler als Kurator und Kollektiv.</b><br /><br /><p>KREUZLINGEN. &laquo;Es kommt aus der Zukunft und braucht seine Zeit&raquo;, meint der junge Schweizer K&uuml;nstler Raphael Linsi (*1982 in Z&uuml;rich, lebt in Basel), der 2010 mit dem Bachelor of Fine Arts in Basel abgeschlossen hat. Er meinte nicht nur die Bilder, die er noch aufh&auml;ngen will, und die drei Archivgestelle, die er noch nicht ganz ausgepackt hat. Er meint etwas Grunds&auml;tzliches im gesellschaftlichen Kunstgeschehen.</p> <h4>Neue Formen der Kooperation</h4> <p>Sein Weg f&uuml;hrte &uuml;ber die k&uuml;nstlerische Zusammenarbeit mit Pedro Wirz (*1981 in S&atilde;o Paolo), der wie er in Basel studierte, zu neuen Formen der k&uuml;nstlerisch-kreativen Kooperation. Was in Basel zun&auml;chst bel&auml;chelt wurde - n&auml;mlich &laquo;Wirzhaus&raquo;-Aktionen zu Hause und im schulischen Ausstellungsraum - f&uuml;hrte weiter nach Berlin. Dort fanden sich beide wieder in einem gr&ouml;sseren K&uuml;nstler-Projekt, den &laquo;Post Studio Tales&raquo;, einer Art kollektiven Artist in Residence, bei dem 18 K&uuml;nstler zusammen auf eigenen turmartigen Werkinseln wohnten und arbeiteten und sich in der Raummitte zum Austausch zusammenfinden konnten. Hier entstanden massgeblich die Ideen f&uuml;r das Kunstraumprojekt und eine neue Form kollektiver Arbeit.</p> <p>So hat Pedro Wirz dort zehn K&uuml;nstler rekrutiert, die aus seinem Bausatz aus einem immer gleichen Set an Holz-, Alu-, Stoff- und Schnurelementen je eigene kreative L&ouml;sungen zusammenbauten. Material und Farbigkeit hat Pedro Wirz auch teilweise kollektiv entwickeln lassen. Von diesen zehn Arbeiten wird Wirz eine Auswahl in Kreuzlingen zeigen - der kuratorische Aspekt seiner Arbeit - und auch eigene L&ouml;sungen beitragen - der kreative Aspekt. Die Begeisterung des K&uuml;nstlers ist kaum zu bremsen, wenn er durch die Arbeit der K&uuml;nstlerkollegen zu immer neuen Ideen angeregt wird und am liebsten gleich losbauen m&ouml;chte. Doch noch steht die grosse Rauminstallation nicht.</p> <h4>Vermischte Rollen</h4> <p>Das Spannende an diesem Ansatz ist, dass sich bei der Ausstellung &laquo;Problems&raquo; die Rolle des Veranstalters, des K&uuml;nstlers, des Kurators und manchmal auch des Kritikers mischen. F&uuml;r das K&uuml;nstlerduo in Kreuzlingen &uuml;bernimmt John Beeson (Kunstkritiker aus den USA) auf Einladung der K&uuml;nstler hin die Rolle des &laquo;Kunstschreibers&raquo;: Er verfasste den Pressetext, den Saaltext und h&auml;lt die Einf&uuml;hrung an der Vernissage.</p> <p>Zunehmend entstehen Mischformen der Kunst, die auch von politischer Tragweite sind, werden Rollen erweitert und Kunst-Institutionen in Frage gestellt und die Mechanismen des Kunstmarktes aufgedeckt. Begonnen hat diese Bewegung mit den Sezessionen des 19. Jahrhunderts, wurde fortgef&uuml;hrt mit der f&uuml;r den Kunstmarkt zu sperrigen Landart und dauert an bis zu zeitgen&ouml;ssischer Concept Art.</p> <p>In diese Richtung gehen die Aktivit&auml;ten der beiden in Kreuzlingen ausstellenden K&uuml;nstler unter dem sehr offenen Titel &laquo;Problems&raquo;. John Beeson wird den theoretischen Background in seiner Einf&uuml;hrung liefern.</p> <h4>Die Kunst annektiert die Politik</h4> <p>Mit dem Ph&auml;nomen der Verschmelzung von Funktionen haben wir einen aktuellen Trend in der Konsumg&uuml;terwelt vor uns. Hier geht es um Marktanteile und Kundenbindung, aber auch um neue M&ouml;glichkeiten. Mit dem Ph&auml;nomen der Politisierung von Kunst hatten wir schon einmal im letzten Jahrhundert zu tun, wenn auch von oben. Diesmal ist es eine Kunstannexion der Politik durch die K&uuml;nstler von unten.</p> <p>Dies ist ein Trend der zeitgen&ouml;ssischen Kunst, der sich an verschiedenen Orten und in verschiedener Gestalt Bahn bricht: Als k&uuml;nstlerisch-politische Aktionen gibt es eine selbsternannte Kulturhauptstadt der Schweiz, es gibt einen Performance-Kulturminister der Schweiz, und die aktuelle Biennale in Berlin bietet der Occupy-Bewegung Aktionsraum. Eine Infragestellung der Institutionen, ein kreatives Suchen nach neuen kollektiven Formen, aber auch eine Gratwanderung der Gewaltenteilung, &uuml;ber die sich nicht zuletzt die Medien - angeregt durch Kunst oder nicht - ernsthafte Gedanken machen m&uuml;ssten.</p> <div class="mpnl_hinweis">Vernissage: Heute Freitag, 19.30, Kunstraum Kreuzlingen; bis 1. Juli. <a class="more" href="http://www.kunstraum-kreuzlingen.ch">www.kunstraum-kreuzlingen.ch</a></div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991976</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 01:04:44 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Die Privatperson ist unwichtig»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2989072</link>
         <description><![CDATA[  Ende Juni l&auml;sst Dieter Meier mit einer Klangskulptur den Rheinfall erklingen, im Interview gibt sich der Yello-S&auml;nger, Unternehmer und &laquo;Fl&uuml;gelschlag&raquo;-Kolumnist wortkarg. Und ob er das Alter f&uuml;rchtet, weiss der 67-J&auml;hrige nicht.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Ende Juni l&auml;sst Dieter Meier mit einer Klangskulptur den Rheinfall erklingen, im Interview gibt sich der Yello-S&auml;nger, Unternehmer und &laquo;Fl&uuml;gelschlag&raquo;-Kolumnist wortkarg. Und ob er das Alter f&uuml;rchtet, weiss der 67-J&auml;hrige nicht.</b><br /><br /><h4>Sie sind einer von sieben Autoren, die die Kolumne &laquo;Fl&uuml;gelschlag&raquo; in unserer Zeitung bestreiten. Welche der andern sechs kennen Sie?</h4> <p>Meier: Spuhler.</p> <h4>In einem Tagblatt-Beitrag im September 2009 sagten Sie, Sie h&auml;tten es bis vor kurzem abonniert gehabt. Jetzt erhalten Sie unsere Zeitung wieder?</h4> <p>Meier: Nein.</p> <h4>&laquo;Der nette Dieter Meier&raquo; stand als Titel &uuml;ber jenem Text. W&uuml;rden Sie sich selber auch als &laquo;nett&raquo; bezeichnen, oder wie sonst?</h4> <p>Meier: Ich bezeichne mich nicht.</p> <h4>Boris Blank hat Sie in einem Interview als &laquo;extrovertiert&raquo; bezeichnet? Ist das eine Untertreibung?</h4> <p>Meier: Es ist eine &Uuml;bertreibung. Wenn man Musik oder Gem&uuml;se verkauft, muss man an die &Ouml;ffentlichkeit.</p> <h4>Sie sind als &laquo;Tausendsassa&raquo;, &laquo;Bankierssohn&raquo;, &laquo;sch&ouml;nster Schnauz der Schweiz&raquo; oder &laquo;ratternd rappende Yello-H&auml;lfte&raquo; bezeichnet worden. Nerven Sie solche Etiketten?</h4> <p>Meier: Nein.</p> <h4>Geiger Tobias Preisig spielt in Ihrer Band &laquo;Out of Chaos&raquo; mit. In einem Interview hat er mir k&uuml;rzlich gesagt, er m&uuml;sse wie ein S&auml;nger oder ein Bl&auml;ser atmen. Wie atmet der S&auml;nger Dieter Meier vor und w&auml;hrend seinen Konzerten?</h4> <p>Meier: Ich trinke vor dem Konzert ein Bier und nach dem Konzert nochmal eins.</p> <h4>Haben Ihnen Fans den Schwenker vom Yello-Elektropop hin zu Blues und Jazz &uuml;bel genommen?</h4> <p>Meier: Im Gegenteil, ich k&ouml;nnte mit &laquo;Out of Chaos&raquo; das ganze Jahr auf Tourn&eacute;e gehen.</p> <h4>Wer hatte die Idee zu Ihrem Rezital am Rheinfallfestival: der k&uuml;nstlerische Co-Leiter Beat Toniolo oder Sie?</h4> <p>Meier: Das ist unwichtig.</p> <h4>&laquo;Der Rheinfall singt&raquo;, nennt es sich. Wie m&uuml;ssen wir das verstehen?</h4> <p>Meier: Die verschiedenen Ger&auml;usche des Rheinfalls werden von Andreas Bossard zu einer Klangskulptur verarbeitet.</p> <h4>Ihr Kinderbuch &laquo;Oskar Tiger&raquo; ist 2011 als eines der &laquo;Sch&ouml;nsten Schweizer B&uuml;cher&raquo; ausgezeichnet worden. Wie viel Einfluss hatten Sie auf die Gestaltung?</h4> <p>Meier: Franziska Burckhard ist eine wunderbare K&uuml;nstlerin, wir haben sehr eng zusammengearbeitet.</p> <h4>Auf Ihrer Homepage sind unter &laquo;biography&raquo; neben Werken und Aktionen keine pers&ouml;nlichen Angaben zu finden. Warum nicht?</h4> <p>Meier: Die Privatperson Dieter Meier ist unwichtig.</p> <h4>Die Startseite zeigt drei B&uuml;cher. Definieren Sie sich &uuml;ber das, was Sie tun, oder wer Sie sind?</h4> <p>Meier: Jeder Mensch definiert sich &uuml;ber sein Tun.</p> <h4>Sie haben einmal gesagt: &laquo;Je &auml;lter man wird, desto mehr Spass muss man haben an dem, was man tut.&raquo; F&uuml;rchten Sie das Alter?</h4> <p>Meier: Das weiss ich nicht.</p> <h4>Wann setzen Sie sich als K&uuml;nstler zur Ruhe?</h4> <p>Meier: Jeden Tag.</p> <h4>Und was kommt danach?</h4> <p>Meier: Ein Cervelat und ein kaltes Bier.</p> <h4>Nach welchen Grunds&auml;tzen haben Sie Ihr Leben gestaltet?</h4> <p>Meier: Sich m&ouml;glichst selten verarschen zu lassen.</p> <p>Interview: Dieter Langhart</p> <div class="mpnl_hinweis">Dieter Meier - Der Rheinfall singt: Sa, 30.6., 22.00. Rheinfallfestival: 26.6.-1.7. <a class="more" href="http://www.rheinfallfestival.ch">www.rheinfallfestival.ch</a></div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2989072</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Tue, 22 May 2012 01:11:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Manche halten uns für verrückt»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2987605</link>
         <description><![CDATA[  WEINFELDEN. Heute abend tritt die Weinfelder Band &laquo;The Old Gypsy Man's Hat&raquo; an der Newcomer-Night bei Kultur im Shop in Kreuzlingen auf. Das Markenzeichen des Trios sind Songs &uuml;ber kuriose Themen, wie etwa &uuml;ber eine einsame Kartoffel.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>WEINFELDEN. Heute abend tritt die Weinfelder Band &laquo;The Old Gypsy Man's Hat&raquo; an der Newcomer-Night bei Kultur im Shop in Kreuzlingen auf. Das Markenzeichen des Trios sind Songs &uuml;ber kuriose Themen, wie etwa &uuml;ber eine einsame Kartoffel.</b><br /><br /><p>&laquo;Sie hatte lange Zeit etwas Reizvolles, die Unproduktivit&auml;t. Es war einfach, unt&auml;tig zu sein. Es war sch&ouml;n, am Sonntagnachmittag im Bandraum zu sitzen und ein bisschen Musik zu machen. Wir hatten alle viel Spass daran&raquo;, erkl&auml;rt Keyboarder und S&auml;nger Beat Schenk. Doch irgendwann begannen sie sich daran zu st&ouml;ren, dass bei den Proben nichts rausschaute, und &auml;nderten dies schlagartig. Um diese neue, produktivere &Auml;ra zu verdeutlichen, &auml;nderten sie ihren bisherigen Namen &laquo;Coffee Shot&raquo; in &laquo;The Old Gypsy Man's Hat&raquo;. Nun wollten sie durchstarten und ihren Traum von einer B&uuml;hne, die gross genug ist, um darauf herumzurennen, verwirklichen.</p> <h4>Erster Videoclip in Arbeit</h4> <p>Noch sind Beat und seine Bandkollegen Alexander Gr&uuml;nig (Gitarre und Gesang) und Schlagzeuger Sascha Schwegler nicht so weit. Aber es geht in die richtige Richtung. Derzeit sind die drei Weinfelder dabei, ihren ersten Videoclip fertigzustellen, und freuen sich &uuml;ber Auftritte in der Region, etwa &uuml;ber diesen von heute abend bei Kultur im Shop in Kreuzlingen.</p> <p>&laquo;Uns ist es nicht wichtig, ob wir vor zwei oder 200 Leuten spielen. Jeder Auftritt ist grossartig&raquo;, sagt Alexander. Wichtig sei nur die Art des Publikums: &laquo;Wir haben lieber wenige Zuh&ouml;rer, die daf&uuml;r wegen der Musik kommen und auch gewisse Anspr&uuml;che stellen, anstatt 1000 M&auml;dchen, die wegen uns da sind&raquo;, betont Beat. Und das, obwohl er der Meinung ist, dass die B&uuml;hne ihn attraktiver mache.</p> <h4>Das Ger&uuml;st der Sch&uuml;lerband</h4> <p>Angefangen haben die drei ihre noch junge Musikerkarriere in der Oberstufe. &laquo;Wir waren sozusagen das Ger&uuml;st der Sch&uuml;lerband. Laufend kamen und gingen Mitglieder, nur wir waren immer dabei&raquo;, erkl&auml;rt Alexander. Damals konzentrierten sie sich auf Coverversionen bekannter Songs. &laquo;Weil wir viele M&auml;dchen in der Band hatten und jeweils demokratisch abgestimmt wurde, welche St&uuml;cke man spielt, erhielten oftmals Songs wie &lt;Moonlight Shadow&gt; oder solche aus &lt;Highschool Musical&gt; eine grosse Mehrheit&raquo;, seufzt Beat.</p> <p>Spass habe es ihnen aber trotzdem gemacht. So dass sie nach der Sch&uuml;lerband unbedingt ihre eigene Band gr&uuml;nden wollten. Sie begannen Songs zu schreiben - &uuml;ber die kuriosesten Dinge dieser Welt. In einem Song beschreiben sie, wie ihre Zimmerwand ihr Leben wahrnimmt, und all das, was im Zimmer vor sich geht. Ein anderer beschreibt die Weltsicht einer Kartoffel. &laquo;Es ist ein trauriger Song, weil die Kartoffel in jungen Jahren bereits von ihrer Kartoffelfamilie getrennt wird, zumal alle anderen gekocht werden&raquo;, erkl&auml;rt Beat.</p> <h4>30 unfertige Songs</h4> <p>Manche w&uuml;rden sie wegen solcher Texte f&uuml;r verr&uuml;ckt halten, aber eigentlich seien sie einfach nur sehr kreativ, sagt Beat. Die Kreativit&auml;t komme meist unverhofft, oft in den ung&uuml;nstigsten Momenten. Etwa dann, wenn sie sich in den Proben vornehmen, nun endlich mal die fertigen Songs zu &uuml;ben. &laquo;Dann kommen wir pl&ouml;tzlich in Experimentierlaune und fangen an, neue Lieder zu komponieren, die wir dann auch nicht zu Ende bringen&raquo;, erkl&auml;rt Beat. &laquo;Kein Wunder, haben wir etwa 30 angefangene Songs.&raquo; Trotzdem seien aber inzwischen ausreichend Songs fertig, um sie vor Publikum zu spielen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2987605</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Mon, 21 May 2012 01:04:33 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Leuchtspur  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2986249</link>
         <description><![CDATA[  Handwerk ohne Thurgau Thomas Edison soll gesagt haben, die Innovation bestehe aus 99 Prozent Transpiration und einem Prozent Inspiration. Diese Erkenntnis leitet im Kunstmuseum Thurgau eine Ausstellung.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><h3>Handwerk ohne Thurgau</h3> <p>Thomas Edison soll gesagt haben, die Innovation bestehe aus 99 Prozent Transpiration und einem Prozent Inspiration. Diese Erkenntnis leitet im Kunstmuseum Thurgau eine Ausstellung. Der Titel &laquo;10 000 Stunden meint den Zeitbedarf, den es f&uuml;r die Beherrschung eines Handwerks braucht. Die Beispiele von zwei Dutzend Kunstschaffenden erhellen, was sie von handwerklichen Werten halten.</p> <p>In Galerien und Museen h&auml;ngen ungez&auml;hlte Werke, bei denen auf die Sorgfalt des Machens, das Wissen ums Material und die Anwendung der richtigen Technik gepfiffen wurde. Eine pfiffige Idee gen&uuml;gte. Dem Preis ohne Fleiss und Schweiss diente der Markt willig.</p> <p>Jetzt wird das Handwerk wieder entdeckt als eine Voraussetzung auch f&uuml;rs k&uuml;nstlerische Gelingen. Im franz&ouml;sischen Handwerk, dem artisanat, steckt die art ja drin - und der artiste verweist wiederum aufs artisanat.</p> <p>Sachkunde und Genauigkeit aus Berufsstolz geh&ouml;ren zu den Thurgauer Tugenden. Sie sind ein Erfolgsmodell. Solide Arbeit leisten auch K&uuml;nstlerinnen und K&uuml;nstler. Eine Auswahl ihrer kreativen Zeugnisse h&auml;tte der R&uuml;ckbesinnung in Ittingen zus&auml;tzliches Interesse gebracht.</p> <p>Doch aktuell fehlt im Kunstmuseum Thurgau die Museumskunst Thurgau. Selbstverst&auml;ndlich ist der Heimatschein kein Gutschein f&uuml;r eine Ausstellung. Es gilt die Qualit&auml;t. Sie war offenbar diskutabel. Aber welche? Vielleicht war es die k&uuml;nstlerische; wom&ouml;glich h&auml;tte das Museum neugieriger suchen sollen.</p> <p>Thomas Edison definierte nicht nur die Innovation, sondern verbesserte auch die Gl&uuml;hlampen. Gutes Kunstlicht w&auml;re also vorhanden, um im Thurgau h&auml;ufiger Museumsw&uuml;rdiges zu finden.</p> <p>Alex B&auml;nninger</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2986249</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Mon, 21 May 2012 01:04:33 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Gut Mahl will Weile haben  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2986252</link>
         <description><![CDATA[  Knackiger Schnittsalat spriesst aus den zweimal zw&ouml;lf Tellern, Gem&uuml;se und Erdbeeren wachsen heran, um die acht Stangen hoch werden sich Tomatenstauden ranken, sobald die N&auml;chte milder sind.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>Knackiger Schnittsalat spriesst aus den zweimal zw&ouml;lf Tellern, Gem&uuml;se und Erdbeeren wachsen heran, um die acht Stangen hoch werden sich Tomatenstauden ranken, sobald die N&auml;chte milder sind.</p> <p>Max Bottini giesst nicht nur das Gr&uuml;n, auch die Samen, aus denen zwischen den Gedecken und auf den Sitzfl&auml;chen Rasen w&auml;chst.</p> <p>Der Uesslinger K&uuml;nstler hat Tisch und St&uuml;hle gezimmert und &laquo;eine Schnellbleiche als G&auml;rtner&raquo; absolviert f&uuml;r seine Aktion Aus dem Tisch! Auf den Tisch! vor dem Naturmuseum in Frauenfeld. Weil wir kaum mehr wissen, woher unsere Nahrungsmittel stammen, will Bottini die Distanz zwischen Produzent und Konsument verringern. Alles, was sechs K&ouml;che am 25. August auf den Tisch zaubern, w&auml;chst hier.</p> <p>Schauen Sie zu, reservieren Sie sich einen Platz, erwerben Sie nach der Kochaktion eines der signierten M&ouml;belst&uuml;cke. Und essen Sie nicht lauter Mangos aus Myanmar. (dl)</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2986252</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Sat, 19 May 2012 11:03:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Theater aufgegleist  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2984894</link>
         <description><![CDATA[  FRAUENFELD. Fr&uuml;her SBB-Lokdepot, jetzt Baustelle, in zwei Wochen grosse Er&ouml;ffnung: Die Theaterwerkstatt in Frauenfeld nimmt Gestalt an. Und hat vieles vor.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>FRAUENFELD. Fr&uuml;her SBB-Lokdepot, jetzt Baustelle, in zwei Wochen grosse Er&ouml;ffnung: Die Theaterwerkstatt in Frauenfeld nimmt Gestalt an. Und hat vieles vor.</b><br /><br /><p>Eine einzige Baustelle! Aber der schwarze B&uuml;hnenraum leuchtet dunkelrot im R&uuml;cken und blau von der Decke. Kabelrollen und Farbeimer stehen herum, auf der Leiter schraubt ein Elektriker Leitungen an die Wand. Er ist nicht der einzige Handwerker auf der Baustelle in der alten Lokremise gleich hinter dem Bahnhof Frauenfeld. Es braucht Fachleute, und die Zeit dr&auml;ngt: In zwei Wochen geht die Theaterwerkstatt Gleis 5 auf. Einiges an Arbeit bleibt auch den vier M&auml;nnern im &Uuml;bergw&auml;ndli noch, die sonst Theater machen.</p> <h4>Ex-Architekt baut die Trib&uuml;ne</h4> <p>Joe Fenner hantiert mit Wasserwaage und Schraubenzieher. Er ist der richtige Mann, die Zuschauertrib&uuml;ne zusammenzubauen. Er war Architekt, dann belegte er den ersten Jahrgang an der Scuola Teatro Dimitri in Verscio - und baute dessen Zuschauertrib&uuml;ne. Das war vor mehr als dreissig Jahren.</p> <p>Jahre nach ihm erlernten da auch Andrea Noce Noseda und die Romanshorner Simon Engeli und Giuseppe Spina ihr Handwerk. Die vier machen manches allein, vieles zu zweit, zu dritt, zu viert: Bewegungstheater, Musik, Regie (Engeli derzeit f&uuml;r &laquo;Frida Kahlo&raquo; am See-Burgtheater).</p> <p>Zur Theaterwerkstatt Gleis 5 geh&ouml;ren auch Engelis Frau, die Puppenspielerin Rahel Wohlgensinger, sodann Miriam Chiara Di Natale, Juristin und Maskenbildnerin. Wo einst SBB-Mechaniker Loks und Waggons in Schuss hielten, entsteht eine Plattform f&uuml;r Kleinkunstprojekte und eine Werkstatt f&uuml;r Theaterproduktionen. Hier wird geplant und erarbeitet, von hier gehen St&uuml;cke hinaus ins Land auf Tourn&eacute;e. Dann ist Platz f&uuml;r andere; im Sommer etwa eine Gruppe der Z&uuml;rcher Hochschule der K&uuml;nste. &laquo;Das ist unsere Homebase&raquo;, sagt Simon Engeli, &laquo;das gibt ein gutes Gef&uuml;hl.&raquo; Giesst sich einen Pausentee ein, um gleich wieder mit anzupacken und f&uuml;rs Foto vier Sessel in den Zuschauerraum zu hieven. Hundert dieser St&uuml;hle hat das Team von einem ausrangierten Theater in Verbagnia erhalten und bei Engelis Grossvater zwischengelagert; jetzt harren sie der Theaterdinge, die da kommen werden, und der Zuschauer, die das Gleis 5 gleich an vier Tagen erstmals willkommen heisst.</p> <h4>Erg&auml;nzung, nicht Konkurrenz</h4> <p>Wird sich die Theaterwerkstatt auch rechnen? G&ouml;nnerverein und Mailingliste wachsen, &laquo;und wir bieten eine Stuhlpatenschaft an&raquo;, sagt Engeli. Der Kanton hat einen rechten Investitionsbeitrag aus dem Lotteriefonds beigesteuert; noch offen ist eine Leistungsvereinbarung. Die Stadt Frauenfeld steht ebenso hinter dem Projekt, das keine Konkurrenz zu Veranstaltern sein wird, sondern Erg&auml;nzung. &laquo;Wir sind kein Gastspielhaus&raquo;, sagt Engeli, &laquo;bei allen Vorhaben besteht eine Verbindung zu den Teammitgliedern.&raquo; Und erw&auml;hnt gleich die n&auml;chsten Vorhaben: ein Jugendst&uuml;ck; das Sommerst&uuml;ck (&laquo;Scapins Streiche&raquo; von Moli&egrave;re); als Co-Produktion mit dem Theater Stadelhofen das Kinderst&uuml;ck &laquo;Sultan und Kotzbrocken&raquo;. Simon Engeli: &laquo;Den Titel d&uuml;rfen wir nicht &auml;ndern - aber in Mundart &uuml;bertragen. Dann wird er nicht mehr so hart klingen.&raquo;</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2984894</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Sat, 19 May 2012 11:02:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Eman(n)zipierte Frauen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2984910</link>
         <description><![CDATA[  AMRISWIL. Frau und Mann, wie sie aufeinander zugehen und wie sie miteinander umgehen: Das sind die Themen der K&uuml;nstlerin Nelly B&uuml;hrle-Anwander, die in der Galerie Artenuova in Amriswil zu sehen ist - mit Kunst, so hintergr&uuml;ndig wie voller Witz.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>AMRISWIL. Frau und Mann, wie sie aufeinander zugehen und wie sie miteinander umgehen: Das sind die Themen der K&uuml;nstlerin Nelly B&uuml;hrle-Anwander, die in der Galerie Artenuova in Amriswil zu sehen ist - mit Kunst, so hintergr&uuml;ndig wie voller Witz.</b><br /><br /><p>Wie sie mich anl&auml;cheln, die Frauen: mit grossen Augen, rundum lange Wimpern, mit grossen Br&uuml;sten und zarten Gliedern, mit adretten Handtaschen, auch von Gutschi. Und wie sie mich l&auml;cheln machen: die M&auml;nner, noch d&uuml;rrer, mit St&ouml;ckchen und B&auml;llchen, die ihnen aus dem Schoss wachsen.</p> <p>Herrlich sind die Frauen, und ein bisschen d&auml;mlich wirken die M&auml;nner, die Nelly B&uuml;hrle-Anwander aus Papiermach&eacute; aufbaut: Schicht um Schicht, Anspielung um Anspielung. Die aus Bregenz stammende K&uuml;nstlerin ist mit Jahrgang 1961 alt genug, um zu wissen, wie M&auml;nnlein und Weiblein ticken, was sie aufeinander zugehen l&auml;sst und was sie voneinander trennt.</p> <h4>Com&eacute;die humaine</h4> <p>Die Galerie Artenuova in Amriswil zeigt eine recht repr&auml;sentative Schau von Skulpturen und Zeichnungen der K&uuml;nstlerin, die ihre Umwelt und ihre Zeit genau beobachtet und sie wunderbar spiegelt: voller Ironie, aber nie h&auml;misch; aus dem Hintergrund teilhabend, aber nie aus dem Hinterhalt schiessend.</p> <p>Nat&uuml;rlich kommen die M&auml;nner bei einer K&uuml;nstlerin nicht so gut weg wie die Frauen, aber das tut dem gen&uuml;sslichen Betrachten der com&eacute;die humaine keinen Abbruch, die Nelly B&uuml;hrle-Anwander vor uns ausbreitet wie auf einer B&uuml;hne. Schein und Sein stehen direkt nebeneinander, Statussymbole werden ab absurdum gef&uuml;hrt mit Bezeichnungen wie &laquo;Gutschi&raquo; und &laquo;Wersatsche&raquo;, die im Ohr zischen. Oder mit bildhaften Wortspielen wie dem kecken &laquo;Brust-Kasten&raquo;, einem doppelt&uuml;rigen K&auml;stchen mit hervorstehenden Br&uuml;sten. Noch mehr solcher 3D-Comics erwarten den Betrachter, die Betrachterin in Amriswil: weisse Figurinen mit riesigen H&auml;nden und roten Brustwarzen; ein winziges M&auml;nnlein, das zu F&uuml;ssen einer eng gewandeten Frau sitzt - und im &laquo;Playboy&raquo; bl&auml;ttert; ein Jockey mit Gerte, der auf der Scham eines weiblichen Torsos hockt.</p> <h4>Heitere Absurdit&auml;ten</h4> <p>Die K&uuml;nstlerin hinterfragt Rollenbilder, untersucht den Kampf der Geschlechter mit n&uuml;chterner Parodie und mit einer &Auml;sthetik, die nach innen gerichtet, aber nur scheinbar vertr&auml;umt ist. Heitere Absurdit&auml;ten zeigt sie uns mit giacomettid&uuml;nnen Akrobaten, mit hochhackigen Krankenschwestern, mit weiblichen Kentauren, auf denen M&auml;nner reiten. Unbedingt anschauen.</p> <div class="mpnl_hinweis">Nelly B&uuml;hrle-Anwander: Frauenobjekte. Galerie Artenuova, Weidwiesenstrasse 2, Amriswil; Sa/So 10-16 Uhr oder 071 393 55 45; bis 9.6.</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2984910</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Wed, 16 May 2012 01:05:36 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Wenn Gräser singen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2981501</link>
         <description><![CDATA[  &Uuml;ber der Installation der Z&uuml;rcher K&uuml;nstlerin Muriel Baumgartner schwebte am vergangenen Samstagabend in der Kunsthalle Arbon eine sonderbare Melodie. Da waren Ger&auml;usche - zirpende, kratzende, schleifende - und es klang, als dr&auml;ngen sie aus dem tiefsten Erdinnern herauf.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>&Uuml;ber der Installation der Z&uuml;rcher K&uuml;nstlerin Muriel Baumgartner schwebte am vergangenen Samstagabend in der Kunsthalle Arbon eine sonderbare Melodie. Da waren Ger&auml;usche - zirpende, kratzende, schleifende - und es klang, als dr&auml;ngen sie aus dem tiefsten Erdinnern herauf. Ein orchestrales Pfeifen und Schmatzen, Zirpen und Zupfen, das sich mit den Stimmen im Raum vermischte; Kinder h&uuml;pften zwischen den wuchernden Gr&uuml;nfl&auml;chen. Der Musiker Marco Baumgartner schaffte mit seiner live in den Computer eingespielten Tonspur das &laquo;H&ouml;rst&uuml;ck&raquo; f&uuml;r die feinsinnig-poetische Arbeit seiner Schwester. (B.S.G.)</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2981501</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Wed, 16 May 2012 01:05:36 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Windmusik in weichem Flüsterton  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2981527</link>
         <description><![CDATA[  Mit viel Liebe zum Detail erklangen Liebeslyrik aus Lili Kellers neuem Poesieband &laquo;Fl&uuml;stern im Wind&raquo; und zwei Urauff&uuml;hrungen von Fr&eacute;d&eacute;ric Bolli.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Mit viel Liebe zum Detail erklangen Liebeslyrik aus Lili Kellers neuem Poesieband &laquo;Fl&uuml;stern im Wind&raquo; und zwei Urauff&uuml;hrungen von Fr&eacute;d&eacute;ric Bolli.</b><br /><br /><p>KONSTANZ. Wenn Musik und Text Hand in Hand gehen, entsteht eine Symbiose, die unz&auml;hlige Momentaufnahmen des Unvergesslichen kreiert. So auch Sonntag im Ballsaal der Konstanzer Gastst&auml;tte Seerhein. Zu Lili Kellers 70. Geburtstag hat Fr&eacute;d&eacute;ric Bolli sieben Gedichte aus ihrem Gedichtband &laquo;Fl&uuml;stern im Wind&raquo; vertont und sie &laquo;Sieben Luftlieder&raquo; (Arie oder aria f&uuml;r Luft) genannt. Daneben war sein &laquo;Divertimento f&uuml;r Bl&auml;serquintett&raquo; erstmals zu h&ouml;ren. Das hochgelobte Miroir Quintett, bestehend aus Bl&auml;sern der S&uuml;dwestdeutschen Philharmonie, verzauberte mit weichen T&ouml;nen, die sich trotz verschiedener Farben maximal vereinten. Dar&uuml;ber Barbara Zinnikers sanfter Sopran: langatmig, geradlinig, differenziert.</p> <h4>Natur und Seelenleben</h4> <p>J&aacute;nos Stefan Buchwardt pickte sich sieben pr&auml;gnante, expressive Textkreationen aus Kellers Werk heraus und trug sie einf&uuml;hlsam vor. Ihre besonderen Wortspiele kamen zum Tragen, etwa wenn der Rosenk&auml;fer sich nach der Rose sehnt: Bei dir will ich sein / sch&ouml;nster Strauch in deinem Bett. Die Steckborner Poetin kn&uuml;pft an eine Tradition an, um sie weiterzuentwickeln: Wie Lyrik schon im Mittelalter gerne von der Natur auf das Seelenleben schloss, nimmt Keller das Stilmittel immer wieder inbr&uuml;nstig auf: in einer modernen Echtheit, die zugleich intim wirkt.</p> <h4>Freie Struktur</h4> <p>Fr&eacute;d&eacute;ric Bollis Vertonung ist eine sensible Massanfertigung. An die Tradition kn&uuml;pfen barocke Aspekte an: Polyphonie, Imitationen und schreitende B&auml;sse sind genauso zu h&ouml;ren wie rhythmische Muster, die sich &uuml;ber weite Strecken wiederholen. Gleichzeitig klingt es, genauso wie Bollis uraufgef&uuml;hrtes Divertimento, neuzeitlich und nach einer Mitte zwischen Stravinsky, Ligeti und Alban Bergs Fr&uuml;hwerk. Kellers prosaische Verse erwidert Bolli mit einer Freiheit in der Struktur, wie sie Opern-Rezitative kennen. Umso gewichtiger erscheint jedes Wort, umso mehr gelingt es ihm, die Stimmung zwischen den Zeilen herauszusch&auml;len und kommende zu antizipieren.</p> <p>Sarah und Basil Pirijok</p> <div class="mpnl_hinweis">Wiederholung des Konzerts: 28.10., 11.00, Rathaus Weinfelden</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2981527</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Wed, 16 May 2012 01:05:36 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Aus dem Ort heraus in die Abstraktion  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2981529</link>
         <description><![CDATA[  Das Thurgauer Nachwuchsatelier f&uuml;r Bildende Kunst des Neuen Sheds im Eisenwerk in Frauenfeld geht in die vierte Runde. Heute abend lassen die f&uuml;nf &laquo;Tanz mit Bruce&raquo;-Kunstschaffenden in ihre Arbeitsprozesse blicken.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das Thurgauer Nachwuchsatelier f&uuml;r Bildende Kunst des Neuen Sheds im Eisenwerk in Frauenfeld geht in die vierte Runde. Heute abend lassen die f&uuml;nf &laquo;Tanz mit Bruce&raquo;-Kunstschaffenden in ihre Arbeitsprozesse blicken.</b><br /><br /><p>FRAUENFELD. 47&deg;33'39.87'' Nord/8&deg;53'36.89''Ost. Das sind die Raumkoordinaten ihres bisher neunt&auml;gigen Wirkortes: Patrizia Vitali (*1982, Winterthur), Claudia Breitschmid (*1983, Z&uuml;rich), Christoph Oeschger (*1984, Z&uuml;rich), allesamt mit einem Bachelor in Fotografie, Antje Thiele (*1981, Z&uuml;rich), zurzeit im Fotografie-Master, und Bettina Diel (*1975, Z&uuml;rich), die Fine Arts im Master abgeschlossen hat.</p> <p>F&uuml;r alle f&uuml;nf bildet der Ort, die Shedhalle im Eisenwerk, einen Rahmen, aus dem sie sich entfernen oder den sie &uuml;bertragen. Ihnen auch gemein ist das Verfahren der Abstraktion in verschiedenen Qualit&auml;ten zwecks Ann&auml;herung an Realit&auml;ten.</p> <h4>In Raum und Zeit</h4> <p>Die Atelierzeit dauert noch bis 1. Juni. Bereits augenf&auml;llig sind etwa die intuitiven Raumzerlegungen von Bettina Diel aus runden Eisenstangen, denen sie analytische, gerade Holzinstallationen gegen&uuml;berstellt. Sie sucht den Widerhall in den Materialit&auml;ten. Mit Bildern von Frauen-Stereotypen Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Frauenfelder B&auml;r-Archiv arbeitet Claudia Breitschmid. Dabei n&auml;hert sie sich installativ mit Hilfe von hintereinander gestaffelt wahrnehmbaren Bildfolien der Summe von individueller Erinnerung an, die dem Stereotyp eines Stereotyps gleichkommt.</p> <p>Christoph Oeschger setzt eine Datensammlung von Reisebildern aus der Schweiz in Frauenfeld fort. Dabei interessiert ihn, wie f&uuml;r ein symbolhaftes Bild eine neue Wertigkeit generiert wird und wie von mehreren Bildwerten auf eine Symbolhaftigkeit geschlossen werden kann.</p> <p>Mit dem Nichtraum setzt sich Patrizia Vitali auseinander, indem sie ihn definiert und sodann fotografisch inszeniert. Dabei problematisiert sie auch den Prozess ihres k&uuml;nstlerischen Schaffensprozesses.</p> <h4>Bildtheoretische Fragen</h4> <p>Zum Schluss Antje Thiele. Angesichts eines sich aufl&ouml;senden Bildes stellt sie Fragen nach Abstraktion und Reduktion. Oder: Wie lange bleibt ein Bild bildhaft?</p> <div class="mpnl_hinweis">Heute ab 19.00: offenes Atelier Sa, 2.6., 18.00: Vernissage</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2981529</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Wed, 16 May 2012 01:05:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Starker Tobak aus Afrika  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2981576</link>
         <description><![CDATA[  KONSTANZ. Das Theater Konstanz bringt Henning Mankells St&uuml;ck &laquo;Antilopen&raquo; auf die B&uuml;hne. Der schonungslose Blick auf das Versagen der westlichen Entwicklungshilfe l&auml;sst ersch&uuml;ttert und nachdenklich zur&uuml;ck.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das Theater Konstanz bringt Henning Mankells St&uuml;ck &laquo;Antilopen&raquo; auf die B&uuml;hne. Der schonungslose Blick auf das Versagen der westlichen Entwicklungshilfe l&auml;sst ersch&uuml;ttert und nachdenklich zur&uuml;ck.</b><br /><br /><p>KONSTANZ. Ideale sind es gewesen, die Lars Rune Ekman mit seiner Frau nach Afrika getrieben haben. Den Afrikanern helfen, das Land auf die Beine stellen, kurzum: Gutes tun, das war es, was das junge Ehepaar wollte. Jetzt, 11 oder 14 Jahre sp&auml;ter, die beiden sind sich nicht einmal mehr dar&uuml;ber einig, stehen sie vor einem Scherbenhaufen.</p> <h4>Grandioses Scheitern</h4> <p>Zynisch und desillusioniert anerkennen sie das Scheitern ihrer Bem&uuml;hungen und das Scheitern ihrer selbst. 400 Brunnen haben sie gebaut, kl&auml;gliche drei funktionieren. Doch die Brunnen sind nur ein Symbol f&uuml;r ein Versagen, das viel tiefer greift. Ihre Ehe ist zerbrochen, da ist mehr Trennendes als Verbindendes, sie halten es nicht mehr aus: miteinander und mit sich selbst. Abgeschottet von den Menschen leben sie hinter Mauern in ihrer Festung, behandeln ihren Nachtw&auml;chter und ihre Haushalthilfe wie Sklaven und sind froh, wenn ein Einbrecher erschossen wird - dann hat er sie nicht &uuml;berfallen k&ouml;nnen.</p> <p>Lars Rune und seine Frau sind gescheitert, an sich und an Afrika. Mit weisser &Uuml;berheblichkeit blicken sie auf die Afrikaner herab, wollten ihnen europ&auml;ische Denkmuster aufzwingen, europ&auml;ische Werte vermitteln - erfolglos.</p> <p>Die beiden stehen sinnbildlich f&uuml;r die westliche Entwicklungshilfe, die Afrika bemuttert und bemitleidet, statt zu respektieren; die Almosen verteilt, statt Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. &Uuml;berdeutlich auch: Man will das eigene Ideal ausleben, will sich und anderen beweisen, dass man etwas Gutes tut. Um die Afrikaner geht es dabei absurderweise kaum, sie sind blosse Requisiten in einer tragischen Selbstinszenierung.</p> <h4>Afrika fehlt - und ist pr&auml;sent</h4> <p>Passend dazu sagen Afrikaner im St&uuml;ck kein einziges Wort - und sind doch omnipr&auml;sent. In Form der T&auml;nzerin und Choreographin Angelika Thiele dringt Afrika ins Leben des Ehepaars ein, lautlos, aber nicht zu &uuml;berh&ouml;ren. Afrika f&uuml;llt ihre Wohnung aus, unterbricht ihre Diskussionen, beherrscht ihr Denken und ihre &Auml;ngste. Es ist der letzte Abend ihres Aufenthaltes in diesem fremden Land, der Nachfolger wird erwartet, Lars Rune und seine Frau warten auf das Ende, wohl wissend, dass sie einen Neuanfang nicht schaffen k&ouml;nnen. Zum erstenmal stellen sie sich den jahrelang unterdr&uuml;ckten Diskussionen - und sich selbst. Als der Nachfolger endlich eintrifft, schliesst sich damit einfach nur ein weiterer Kreis, eine weitere Endlosschlaufe: Alles wird weitergehen wie bisher.</p> <p>Pia Donkel inszeniert mit &laquo;Antilopen&raquo; in Konstanz bereits ihr drittes St&uuml;ck, und ihr ist ein grosser Wurf gelungen. Das St&uuml;ck provoziert und zeigt schonungslos auf, wie Afrika von den westlichen L&auml;ndern, von uns allen, bevormundet wird. Und wie wir mit dieser Bevormundung auf Grund laufen. Ein bisschen von jedem und jeder steckt in Lars Rune und seiner Frau, wir alle haben schon Almosen nach Afrika &uuml;berwiesen, irgendwelche Hilfsorganisationen begl&uuml;ckt, die mit traurigen Kinderaugen und aufgebl&auml;hten Hungerb&auml;uchen auf Plakaten unser Mitleid erregt haben. Doch haben wir damit Gutes getan? Oder haben wir nicht viel eher Ablass geleistet? Die M&uuml;nze im Kasten klingen lassen, damit wir unser schlechtes Gewissen vergessen k&ouml;nnen angesichts der krassen Ungleichheiten zwischen uns und ihnen? Sind wir wirklich so viel besser, wie wir leben?</p> <h4>Starke Darsteller</h4> <p>Getragen wird die Inszenierung von den Darstellern, die ihren Figuren eine beeindruckende Intensit&auml;t verleihen. Die Gr&auml;ben, die sich trotz vermeintlicher N&auml;he zwischen Lars Rune (Thomas Fritz Jung) und seiner Frau (Kristin Muthwill) auftun, sind beklemmend; trotz des Fehlens einer Pause hat das St&uuml;ck keine Durchh&auml;nger und zieht das Publikum in seinen Bann. Angelika Thiele, obwohl wortlos und bis zum Schluss maskiert, setzt mit ihrem spannungsgeladenen Tanz die Stimmung des St&uuml;cks in Bewegung um und verk&ouml;rpert absolut &uuml;berzeugend den grossen, stummen Hauptdarsteller von &laquo;Antilopen&raquo;: den Schwarzen Kontinent.</p> <p>&laquo;Antilopen&raquo; ist keine leichte Kost, aber ein dringend ben&ouml;tigter und hervorragend ausgef&uuml;hrter Denkanstoss f&uuml;r uns alle.</p> <div class="mpnl_hinweis">Weitere Auff&uuml;hrungen: 16.5.-23.6.</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2981576</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Tue, 15 May 2012 08:18:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Unromantische Facebook-User  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2980070</link>
         <description><![CDATA[  Google und Facebook haben das Paarungsverhalten meiner Generation stark in Mitleidenschaft gezogen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br />Google und Facebook haben das Paarungsverhalten meiner Generation stark in Mitleidenschaft gezogen. Da lernt man sich bei einem Drink in der Bar kennen, tanzt kurz umschlungen und bekommt dann einen Kuss und den Namen des Fremden zum Abschied. Vor- und Nachname versteht sich. Dank Smartphone wird schon auf dem Nachhauseweg recherchiert. Jedem zweideutigen Partybild, jedem Pinnwandeintrag wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den vielsagenden Blicken, die man sich kurz zuvor zugeworfen hat. Statt auf einen Anruf oder das n&auml;chste Treffen zu warten, will man alle Antworten sofort. Hat er viele Freunde? Wie sieht seine berufliche Zukunft aus? Und vor allem: Was macht diese Frau neben ihm auf dem Foto? <p>Bevor man sich versieht, hat der Verstand aus den einzelnen Teilen ein Bild zusammengef&uuml;gt. Oft ein unvorteilhaftes, selten ein wahres. S. und F. k&ouml;nnen ein Lied davon singen. Die beiden sind seit eineinhalb Jahren ein Paar - trotz Facebook. Sie waren sich zwar sympathisch, kannten sich aber kaum, als sie auf Facebook Freunde wurden. Als sie sein Profil zum erstenmal anklickte, war S. geschockt. Sein Status lautete &laquo;verheiratet&raquo;. Auf den Bildern suchte sie nach einer, seiner Frau. Da war auch eine. Gleicher Nachname und oft neben F. abgelichtet.</p> <p>Sie dachte: Was f&uuml;r ein Depp, der a) so jung heiratet und b) trotz Ehefrau mit mir flirtet. Sie schaltete den Mac aus und ging an die Uni. In den zwei, drei Stunden, in denen sie offline war, machte sich F. ans Werk. Er &auml;nderte seinen Status in &laquo;Single&raquo;, machte &laquo;seine&raquo; Frau zur Schwester und l&ouml;schte peinliche Bilder. F. hatte Gl&uuml;ck. Am Abend loggte sie sich erneut ein und wagte einen zweiten Blick. Dieser gefiel ihr schon besser.</p> <p>Seit mir diese Geschichte er-z&auml;hlt wurde, bin ich auf der Hut. Um mein neugieriges Ich nicht zu provozieren, kenne ich einen einfachen Trick: Ich frage nur noch nach dem Vornamen - und der Handynummer.</p> <div class="mpnl_hinweis"><em>Raya Badraun (22) ist in Schlattingen aufgewachsen und studiert in Chur Architektur.</em></div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2980070</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Mon, 14 May 2012 07:38:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Belcanto trifft feurigen Soul  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2978617</link>
         <description><![CDATA[  KONSTANZ. Dieses Spektakel hat das Zeug, zum kulturellen Highlight des Bodensee-Fr&uuml;hlings zu werden: Das Theater Konstanz hat die Meyerbeer-Oper &laquo;Die Afrikanerin&raquo; wunderbar eindringlich f&uuml;r ein Kammerspiel auf einer historischen F&auml;hre adaptiert.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>KONSTANZ. Dieses Spektakel hat das Zeug, zum kulturellen Highlight des Bodensee-Fr&uuml;hlings zu werden: Das Theater Konstanz hat die Meyerbeer-Oper &laquo;Die Afrikanerin&raquo; wunderbar eindringlich f&uuml;r ein Kammerspiel auf einer historischen F&auml;hre adaptiert.</b><br /><br /><p>Wenn man sich gar nicht nach einer &laquo;echten&raquo; Oper sehnt, wenn eine Kombination von Theater, Oper, Schlager, Musical, Belcanto und Jazz nicht zu einem blossen Gag, sondern zu Musik- und B&uuml;hnenvergn&uuml;gen allererster Qualit&auml;t wird, dann ist man mittendrin in der Adaption der Giacomo-Meyerbeer-Oper &laquo;Die Afrikanerin&raquo;, die Tobias Schwencke bearbeitet hat. Es geht in diesem St&uuml;ck um die Geschichte des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama, der gleich zweimal von Frauen aus verschiedenen Kulturen &laquo;gerettet&raquo; wird; es geht, eben gerade weil die Adaption so gelungen ist, auch um Fremdheit, um die Sehnsucht nach fremden Kulturen, aber auch um ihr unverstelltes Aufeinandertreffen.</p> <h4>Ausgelassen und frisch</h4> <p>Die Inszenierung unter der Regie von Jasmina Hadziahmetovic nimmt sich das Beste aus der Oper ohne eben grosses Opernbrimborium. Und musikalisch wirkt das Einflechten von Jazzsoul, von Broadway-Duft, von Schlager und Liedermacherwelt so richtig kr&auml;ftig, fr&ouml;hlich, ausgelassen und frisch. Geht es in der &laquo;Afrikanerin&raquo; auch um die Entdeckung des Fremden an sich, gelingt es der Inszenierung mit einer fulminanten gesanglichen Schlussszene, auch verschiedene Gesangskulturen packend aufeinandertreffen zu lassen. Die Auftritte von Jazzs&auml;ngerin Siggy Davis, ganz sicher die schwarze K&ouml;nigin dieser Bodenseenacht, und der wunderbare Belcanto Catrin Kirchners: Man wurde Zeuge zweier kraftvoll-virtuoser Stimmphilosophien.</p> <h4>Lausb&uuml;bischer Seefahrer</h4> <p>Gesanglich ist auch Wieland Lemke als Sklave Nelusco ein weiterer Garant f&uuml;r hochstehenden Belcanto auf der historischen F&auml;hre. Mit Ingo Biermann als Vasco da Gama agiert ein Seefahrer fast ein wenig in lausb&uuml;bischer Manier. Gewitzt und frech benimmt er sich gegen&uuml;ber den Inquisitoren. Sympathisch, wie Biermann weniger als Held der Weltgeschichte auftritt, sondern als neugieriger, abenteuerlustiger, verwegener Portugiese. Er gibt dem Abend schauspielerischen Drive, und seine Auftritte als Gitarre spielender Liedermacher sind H&ouml;hepunkte. &Uuml;berhaupt begeistert diese Inszenierung durch f&uuml;nf Schauspieler, die sich immer wieder gekonnt auch ins Gesangliche wagen. Da ist Ralf Beckord als b&uuml;hnenpr&auml;senter Gegenspieler von Vasco da Gama, da ist aber auch ein potentes Priester- und Inquisitoren-Trio mit den gern gesehenen Namen Frank Lettenewitsch, Otto Edelmann und Odo Jergitsch. Kraftvoll fungiert auch ein Chor von rund zwei Dutzend Mitgliedern, der stimmgewaltig auf beiden Seiten des F&auml;hreaufbaus als integrativer Bestandteil des B&uuml;hnenbildes fungiert.</p> <p>Herrlich geschmeidig bewegt sich ein quicklebendiges Musikerquintett (Riccarda Caflisch, John Eckhardt, Susanne Jablonski, Tobias Schwencke, Eva Z&ouml;llner)durch bunte musikalische Stilwelten. Diese Inszenierung hat nie Angst, vielleicht zu viel an Meyerbeers Original herumzuschnippeln, nein: sie schnippelt eben lustvoll daran herum, mit dem Ergebnis, dass man ganz viel intensiven Belcanto erlebt, der Stoff aufgelockert ist und auch ein wenig Klamauk und Kitsch tolle Ingredienzien f&uuml;r einen prallvollen Opern-Theaterabend werden.</p> <p>Die &laquo;Afrikanerin&raquo; setzt einen lustvollen Akzent bei der Bespielung des Sees. Unter zehn Grad war es bei der gl&uuml;cklicherweise regenfreien Premiere. Aber Konstanz wurde so schnell und leichtf&uuml;ssig Lissabon, dass man die Eisheiligen vergass. Diese Inszenierung ist ein lohnendes Fr&uuml;hsommer-Vergn&uuml;gen!</p> <div class="mpnl_hinweis">Weitere Vorstellungen: 19., 23., 26., 30.5. und 2.6. (Hafen Konstanz-Staad); 25. und 28.5. (Hafen Kreuzlingen), jeweils 20 Uhr; <a href="http://www.theaterkonstanz.de" class="more">www.theaterkonstanz.de</a></div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2978617</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Mon, 14 May 2012 07:37:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Mehr Filme, noch mehr Publikum  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2978677</link>
         <description><![CDATA[  FRAUENFELD. Vor 15 Jahren in Frauenfeld gegr&uuml;ndet und erfolgreicher denn je. Das schwul- lesbische Filmfestival &laquo;Pink Apple&raquo; machte das Cinema Luna drei Tage lang queer.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>FRAUENFELD. Vor 15 Jahren in Frauenfeld gegr&uuml;ndet und erfolgreicher denn je. Das schwul- lesbische Filmfestival &laquo;Pink Apple&raquo; machte das Cinema Luna drei Tage lang queer.</b><br /><br /><p>&laquo;Es ist diese klitzekleine Sekunde, wenn die Nacht endet und vor Tagesanbruch, da herrscht perfekte Harmonie&raquo;, er&ouml;ffnet eine Stimme aus dem Off &laquo;Lust Life&raquo;, einen Kurzfilm der Amerikanerin Lynda Tarryk. Wunderbare Cineastik voll von federleichter Poesie. Wenn die Strassen von Paris noch leer sind, die Stadt inneh&auml;lt. Wenn Protagonistin Madeleine zum Schluss die Kellnerin vom Caf&eacute; k&uuml;sst.</p> <h4>Neuer Publikumsrekord</h4> <p>F&uuml;r ihn sei &laquo;Pink Apple&raquo; jeweils eine tolle Gelegenheit, erstklassige Filme zu sehen, h&auml;lt der st&auml;dtische Kulturbeauftragte und Cinema-Luna-Programmator Christof Stillhard am Freitagabend zur Festivaler&ouml;ffnung fest. Der grosse Luna-Saal ist fast ausverkauft. &laquo;Pink Apple&raquo;, das gr&ouml;sste queere Filmfestival der Schweiz macht Frauenfeld mit einer Schweizer Premiere auf: &laquo;Noordzee, Texas&raquo;, ein buntes Kleinod aus Belgien &uuml;ber einen 15-J&auml;hrigen, der die meiste Zeit in einer Strandkneipe namens &laquo;Texas&raquo; verbringt und sich in den Nachbarsjungen verguckt.</p> <p>Mehrere &laquo;Pink Apple&raquo;-Vorstellungen in Frauenfeld sind ausverkauft. Und obwohl das Festival in Frauenfeld nur noch drei Tage dauert, sind fast doppelt so viele Filme wie 2011 zu sehen, n&auml;mlich 19. &laquo;Das neue Cinema Luna ist sehr gelungen und mit den zwei S&auml;len kommt nun auch richtiges Festivalambiente auf&raquo;, sagt &laquo;Pink Apple&raquo;-Mediensprecherin Barbara Spirig. Schon letztes Jahr durfte sie eine markante Steigerung der Zuschauerzahlen feststellen. Und das &laquo;Pink Apple&raquo; wird in seinem Jubil&auml;umsjahr in Frauenfeld einen weiteren Publikumsrekord erzielen k&ouml;nnen. Schon am Samstagabend sind die 500 Zuschauer von 2011 erreicht.</p> <h4>Zuerst Z&uuml;rich, dann Frauenfeld</h4> <p>In Z&uuml;rich l&auml;uft &laquo;Pink Apple&raquo; mittlerweile w&auml;hrend zehn Tagen. Gegen 70 Vorstellungen gibt es zu besuchen, ein vielf&auml;ltiges Rahmenprogramm ist inklusive. Ist &laquo;Pink Apple&raquo; nur noch in Frauenfeld, weil das Festival hier gegr&uuml;ndet wurde? &laquo;Nein, auf keinen Fall. Das sentimentale Moment will ich nicht verneinen. Aber die Tage im Cinema Luna sind kein M&uuml;ssen. Wir sind sehr gerne hier&raquo;, sagt Barbara Spirig. Man plane auch in Zukunft mit Frauenfeld.</p> <h4>Viele Dokumentarfilme</h4> <p>In Sachen Filmauswahl braucht sich Frauenfeld in keiner Weise zu verstecken. Da w&auml;re etwa &laquo;Alle Tijd&raquo; aus den Niederlanden &uuml;ber den schwulen Musiklehrer Maarten, der einem Betrunkenen Obdach bietet, und Maartens j&uuml;ngere Schwester mit ihrem Tierarzt. Am Sonntag sind Kurzfilme - &laquo;Queerfeldein&raquo; - zu sehen gewesen oder starke Dokumentarfilme, etwa Rosa von Praunheims Portr&auml;t &uuml;ber Deutschlands erfolgreichsten Comiczeichner Ralf K&ouml;nig. Eine grandiose Schau, die einem das Wasser vor Lachen aus den Augen treibt, ist der preisgekr&ouml;nte Dokumentarfilm der TV-Journalistin Steffi Illinger &uuml;ber die schwulen Schuhplattler aus Bayern, die Schwuhplattler.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2978677</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Mon, 14 May 2012 07:37:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Der Thurgau - gefällt mir!  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2978688</link>
         <description><![CDATA[  Sie wohnen, arbeiten im Thurgau, geniessen Ihre Freizeit. Ob hier aufgewachsen oder zugezogen: Sie verbringen viel Zeit in diesem als l&auml;ndlich bezeichneten Kanton und haben sich davon ein breites pers&ouml;nliches Bild gemacht.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>Sie wohnen, arbeiten im Thurgau, geniessen Ihre Freizeit. Ob hier aufgewachsen oder zugezogen: Sie verbringen viel Zeit in diesem als l&auml;ndlich bezeichneten Kanton und haben sich davon ein breites pers&ouml;nliches Bild gemacht. Wenn Sie jemandem Ihre Liebe zum Thurgau mit Fotos zeigen wollten, was machte ihn aus? Worauf fiele Ihre Wahl?</p> <p>Nat&uuml;rlich fangen Sie bei den bl&uuml;henden Apfelb&auml;umen an, jetzt im Mai. Der Blick von H&uuml;geln auf einen gekr&auml;uselten Bodensee. Wiesen, die gelb sind von Bl&uuml;ten, saftig gr&uuml;nes Gras. Sanfte H&uuml;gel, der Seer&uuml;cken fr&uuml;h am Morgen. Waldst&uuml;cke, wo Licht sich mit allen Schattierungen von Blattgr&uuml;n verwebt. Nebel, der von der Thur aufsteigt und die Landschaft so sanft macht, dass man sie beinahe vergisst.</p> <p>Ihre Lieben, Ihr Leben: Lachen, K&uuml;ssen, Welt ber&uuml;hren. Ihre Kinder auf buntem Plastikspielzeug durch gepflegte Einfamilienhauswiesen rutschend. Ihr bester Freund in Lederkluft auf der Ducati Streetfighter vor der &laquo;Seerose&raquo; in Uerschhausen. Arbons Innenstadt und ein iPhone in der Hand. Ihren Preis vom Winzerschiessen Sulgen. Goldenes Abendlicht. Sie und Ihre Freunde letztes Jahr nachts tanzend am europ&auml;isch gr&ouml;ssten Hip-Hop-Open-Air in Frauenfeld. Der Blick aus dem Zugfenster kurz vor Romanshorn. Bauern, die aus fahrenden Autos geworfene McDonald's Verpackungen von Feld und Wiese einsammeln. Sie an der modernsten Maschine Ihres Arbeitgebers. Der Blick aus Ihrem K&uuml;chenfenster. Sie im Herbst auf Ihrem Pferd vor der Kartause Ittingen. Ein startender Rega-Helikopter in Nachbars Wiese. Der Sohn in Uniform. Ihr sch&ouml;nstes verwackeltes Foto vom Kreuzlinger Seenachtsfest. Sie mit saftiger Thurgauer Erdbeere&hellip;</p> <p>Was habe ich vergessen? Ein Klick, ein Bild - gef&auml;llt mir!</p> <p>Rahel M&uuml;ller</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2978688</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Sat, 12 May 2012 01:05:28 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Was bedeuten 10 000 Stunden?  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2977299</link>
         <description><![CDATA[  WARTH. &laquo;10 000 Stunden&raquo; heisst die thematische Ausstellung des Kunstmuseums Thurgau, die sich mit der Bedeutung des Handwerks, der Meisterschaft und des Scheiterns in der zeitgen&ouml;ssischen Kunst auseinandersetzt.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>WARTH. &laquo;10 000 Stunden&raquo; heisst die thematische Ausstellung des Kunstmuseums Thurgau, die sich mit der Bedeutung des Handwerks, der Meisterschaft und des Scheiterns in der zeitgen&ouml;ssischen Kunst auseinandersetzt. 10 000 Stunden entsprechen etwa f&uuml;nf Jahren Ausbildung und beziehen sich auf die Zeit, die wir laut dem Soziologen Richard Sennett ben&ouml;tigen, um ein Handwerk richtig zu erlernen.</p> <p>In der Ausstellung werden herausragende Werke von dreissig K&uuml;nstlerinnen und K&uuml;nstlern aus dem In- und Ausland pr&auml;sentiert. Sie stellt die Frage, welche Funktion die Vorstellungen vom &laquo;Meisterwerk&raquo;, aber auch des &laquo;Scheiterns&raquo; in der heutigen Kunst und Gesellschaft haben. (red.)</p> <div class="mpnl_hinweis">Vernissage: So, 13.5., 11.30, Kartause Ittingen; bis 30.9.</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2977299</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Sat, 12 May 2012 01:05:28 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Identität in der Welt suchen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2977220</link>
         <description><![CDATA[  Im Bodmanhaus in Gottlieben hat Jochen Kelter sein neuestes Buch &laquo;Der Sprung aus dem Kopf&raquo; vorgestellt. Warum er sich manchmal seine Wut rausschreibt, hat er im Gespr&auml;ch mit Stefan Keller verraten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Im Bodmanhaus in Gottlieben hat Jochen Kelter sein neuestes Buch &laquo;Der Sprung aus dem Kopf&raquo; vorgestellt. Warum er sich manchmal seine Wut rausschreibt, hat er im Gespr&auml;ch mit Stefan Keller verraten.</b><br /><br /><p>GOTTLIEBEN. Essays aus dreissig Jahren hat Jochen Kelter in seinem Buch &laquo;Der Sprung aus dem Kopf&raquo; zusammengetragen. Geschichten, die mit einer &laquo;fast schon altmodischen Eleganz der Prosa&raquo; bestechen, wie Moderator und Literaturhausleiter Stefan Keller in seiner Laudatio sagte. Kelter habe als &laquo;perfekt integrierter Aussenseiter einer Gegend ins Gesicht geschaut&raquo; und mit &laquo;Der Sprung aus dem Kopf&raquo; gleichzeitig auch einen Sprung in die Welt hinaus getan.</p> <h4>Texte, s&uuml;ffig wie guter Wein</h4> <p>In den vier Essays - drei davon neueren Datums -, die Kelter danach vorstellte, bewies der in Paris und am Untersee lebende Autor einmal mehr den Scharfblick, mit dem er die Welt betrachtet. Kelter beobachtet, Kelter kommentiert und hat eine Meinung, seine Texte sind s&uuml;ffig wie guter Wein, gespickt mit Ironie und, ja, nicht selten Wut.</p> <p>Zorn dringt aus jedem einzelnen Wort, wenn Kelter beschreibt, wie wir &laquo;unsere Gegend wegwerfen&raquo;, wie die Kreuzlinger Siedlungswalze sich ausbreitet und die D&ouml;rfer im Umfeld niedertrampelt. Er prangert die blinde Bauwut an, die weite Teile des Mittellandes verschandelt hat, mokiert sich &uuml;ber die in Kreuzlingen wuchernden Kreisel-Kunstwerke, die bar jeder Identit&auml;t einfach nur den &laquo;irregeleiteten Geschmack von Kleinb&uuml;rgern&raquo; repr&auml;sentierten, die doch an nichts ausser als an Profit zu denken imstande w&auml;ren.</p> <p>Identit&auml;t ist denn auch als roter Faden auszumachen, der sich durch die vorgestellten Texte zieht. Kelter forscht den Urspr&uuml;ngen seines Namens nach, findet in Paris in einer Gedenkst&auml;tte die Namen zweier j&uuml;discher Kelter, die in Auschwitz zu Tode gekommen sind, und stellt gleichzeitig mit den schwer fassbaren Emotionen eine gewisse Erleichterung fest: die Erleichterung dessen, der nicht beteiligt, nicht dabei war.</p> <h4>Beidseits der Grenze</h4> <p>Identit&auml;t ist auch das Kernthema seines Essays &uuml;ber Migration. Kelter, selbst wegen eines an der Uni Konstanz verh&auml;ngten Berufsverbots in die Schweiz eingewandert und mit dem Wunsch, &laquo;nie wieder ins Reich zur&uuml;ckzukehren&raquo;, hier wohnhaft, ja heimisch geworden, beobachtet Schweizer und Ausl&auml;nder, wie sie in diesem Land aufeinandertreffen und sich reiben.</p> <p>Und er pl&auml;diert f&uuml;r mehr Gelassenheit. &laquo;Ja, auch ich mag dieses platte, schnoddrige Deutsch nicht, mit dem jemand im Gasthof sein Essen bestellt&raquo;, liest Kelter, betont aber: &laquo;Denkt daran, was Deutsche in der Schweiz alles geschaffen haben. B&uuml;hrle, Gr&uuml;nder der gleichnamigen Waffenfabrik: ein Deutscher. Die Steckborner Bernina: gegr&uuml;ndet von einem Deutschen.&raquo; Um mit feiner Ironie zu schliessen: &laquo;Wer weiss, was da noch alles Grosses zuzieht.&raquo; Kelter kennt beide Welten, als Weltenb&uuml;rger ist er hier daheim, aber &laquo;ohne den Thurgauer Lehm an den Schuhen&raquo;. Im Gespr&auml;ch mit Stefan Keller erz&auml;hlte er von seiner Liebe zur Bodenseeregion, die jedoch im November rasant schwinde. &laquo;Da bietet die Grossstadt Paris dann doch mehr Anregungen.&raquo;</p> <h4>Aus der Wut heraus schreiben</h4> <p>Nur diese Zuneigung kann wohl auch erkl&auml;ren, warum Kelter immer wieder seine Wut herausschreiben muss. Er regt sich auf &uuml;ber Betonw&uuml;sten, &uuml;ber Agglomerationen ohne Charakter und Identit&auml;t, die weder Stadt noch Land sind, sondern einfach nur h&auml;sslich. Er nennt Kreuzlingen ein Sammelsurium von H&auml;usern und Freifl&auml;chen, regt sich auf &uuml;ber Strassen und Autobahnen, die die Landschaft zerst&ouml;ren. Und er schreibt, schreibt an gegen diese Entwicklungen, die ihm nicht gefallen. &laquo;Beim Formulieren geht die Temperatur runter&raquo;, sagt Kelter und schmunzelt leicht.</p> <p>Was es seiner Meinung nach generell brauche, sei die &laquo;F&auml;higkeit zu sehen, zu sp&uuml;ren&raquo;. Dass Jochen Kelter diese F&auml;higkeit in hohem Masse hat und seine Beobachtungen wie bereits vor 30 Jahren in einer &laquo;Prosa von fast altmodischer Eleganz&raquo; zu Papier bringt, hat er eindr&uuml;cklich unter Beweis gestellt. &laquo;Der Sprung aus dem Kopf&raquo; vereint eine klare, pointierte Meinung mit einer wundersch&ouml;nen Sprache, die mit einem ordentlichen Schuss Ironie zum Nachdenken anregt.</p> <div class="mpnl_hinweis">Jochen Kelter: Der Sprung aus dem Kopf. Essays und Texte 1981-2011. Allitera, M&uuml;nchen 2012. 222 Seiten</div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2977220</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Fri, 11 May 2012 01:05:31 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Tanz mit!  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2975535</link>
         <description><![CDATA[  Tanzen mache klug, sagen Wissenschafter. Tanzen mache auch Spass, sagt das Tanzfest.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Tanzen mache klug, sagen Wissenschafter. Tanzen mache auch Spass, sagt das Tanzfest.</b><br /><br /><p>FRAUENFELD/KREUZLINGEN. Riesig ist das Angebot, das das Tanzfest nun zum sechsten Mal in 26 Schweizer St&auml;dten bereitstellt. Zwei Thurgauer St&auml;dte sind wieder dabei: Frauenfeld und Kreuzlingen. Warum nur sie?</p> <p>Wir haben Daniela Schmid gefragt, Frauenfelder Tanzlehrerin und beim Tanzplan Ost dabei, die zum dritten Mal das Thurgauer Tanzfest organisiert. Sie seufzt: &laquo;Andere Orte haben fast nichts.&raquo;</p> <h4>Vernetzung mit St. Gallen</h4> <p>Das Ph&ouml;nix-Theater in Steckborn hat bei einem Tanztee mit Standardt&auml;nzen abgewinkt (&laquo;zu viel Aufwand&raquo;), Weinfelden schaffe es, am l&auml;ngst feststehenden Datum des Tanzfestes einen eigenen Anlass zu veranstalten, die Oberthurgauer m&uuml;ssen in die Stadt St. Gallen pilgern, mit der das Thurgauer Tanzfest noch st&auml;rker vernetzt ist. Weil der Aufwand f&uuml;r das Tanzfest so gross ist, w&uuml;rde Daniela Schmid den Kreuzlingern am liebsten augenzwinkernd sagen: &laquo;Frauenfeld ist die Hauptstadt, das Fest findet hier statt.&raquo;</p> <p>Der Auftakt mit einem Tanzfilm im Cinema Luna ist verklungen, morgen geht es richtig los. Die Tanzkurse &agrave; discr&eacute;tion in beiden St&auml;dten sind etabliert und beliebt - was empfiehlt Daniela Schmid? &laquo;Jedes Jahr darf anders aussehen&raquo;, sagt sie.</p> <h4>&Uuml;berraschungen in der Altstadt</h4> <p>Den gef&uuml;hrten Tanzparcours in Frauenfelds Altstadt etwa. Profis aus St. Gallen und der Ostschweiz halten &Uuml;berraschungen mit ganz verschiedenen St&uuml;cken bereit; los geht's vor der Kantonsbibliothek. Ebenfalls zweimal gezeigt werden am Samstagabend zwei kurze Performances: &laquo;Endlos&raquo; mit Dis-Tanz (am 4. Mai war bereits &laquo;H&uuml;llen&raquo; in Amriswil zu sehen) und &laquo;Spiegelbild&raquo;, eine Zusammenarbeit zwischen Carmen Puccio vom Tanztheater Divertimento Aadorf und der gesch&uuml;tzten Werkst&auml;tte in Littenheid. Wer Flamenco vorzieht, geht nach Kreuzlingen - und bekommt auch Steptanz, Jazz und Hip-Hop zu h&ouml;ren und zu sehen. Und wer die Tanzfotografien von Caroline Minjolle (Kulturstiftung) sehen will, muss nach Z&uuml;rich.</p> <p>Am Sonntag tanzen wir in den Mai! Landfrauen aus der Region richten einen Brunch, das Suma Covjek Orkestar spielt mit Balkanjazz zum Tanz auf.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2975535</guid>
      </item>
            <item>
         <pubDate>Fri, 11 May 2012 01:05:30 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Heute ist Bern in Frauenfeld  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2975534</link>
         <description><![CDATA[  BERN IST &Uuml;BERALL  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>BERN IST &Uuml;BERALL</p> <p>Sie sind poetisch. Sie sind politisch. Sie nennen sich &laquo;Bern ist &uuml;berall&raquo; und erobern mit ihren Worten die Schweiz - die ganze, &uuml;ber alle Sprachgrenzen und Generationengr&auml;ben hinweg, seit neun Jahren. Die wohl gr&ouml;sste und wichtigste Spokenword-Formation der Schweiz tritt in der Provinz und in Grossst&auml;dten auf, an Jahresversammlungen und in Trendlokalen, vor Schulklassen und Parlamentariern, in der Westschweiz, in der Deutschschweiz und im Ausland. Sie sind viele und werden immer mehr, und schon l&auml;ngst kommen nicht mehr alle aus der Hauptstadt, sondern auch aus Lausanne, Genf, Z&uuml;rich und der r&auml;toromanischen Surselva. Und mit Michael Stauffer ist auch ein Frauenfelder Sprechhals dabei.</p> <p>Dem Wort eine B&uuml;hne: Das war und ist die Idee von &laquo;Bern ist &uuml;berall&raquo;. Im Zentrum des Programms stehen zwei Autorinnen und sieben Autoren, die das gesprochene Wort als eine Art Performance zusammen mit Akkordeon, Bass oder Perkussion darbieten. Meist tritt &laquo;Bern ist &uuml;berall&raquo; in einer Vierergruppe auf - heute abend sind dies Arno Camenisch, Beat Sterchi, Gerhard Meister und Margrit Rieben.</p> <p>Einer Kammer-Jazzformation gleich, geben drei Autoren und ein Musiker ein Sprachkonzert. Selten bis nie treffen die gleichen Autoren und Musiker aufeinander. Daher ist jeder Auftritt eine kleine Premiere und ein einmaliges Ereignis. Jeder der Autoren tr&auml;gt auf seine Weise zum sprachlichen Reigen bei: mit Geschichten aus dem Alltag, skurrilen Kurz-Epen, wunderbar schr&auml;ger Lyrik oder einem musikalisch onomatopoetischen Text, der die W&ouml;rter wiederholt und variiert. (red.)</p> <div class="mpnl_hinweis">Fr, 11.5., 20.00, Eisenwerk Frauenfeld, Bar ab 19.30; Reservation 052 721 99 26 <a class="more" href="http://www.bernistueberall.ch">www.bernistueberall.ch</a></div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2975534</guid>
      </item>
      </channel>
</rss>
