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      <title>Wirtschaft</title>
      <link>http://www.tagblatt.ch/</link>
      <description>St. Galler Tagblatt News</description>
      <language>de-DE</language>
      <pubDate>Fri, 25 May 2012 03:53:41 +0200</pubDate>
      <lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 03:53:41 +0200</lastBuildDate><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 18:06:36 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Busse für BMW in der Schweiz  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991736</link>
         <description><![CDATA[  Die Busse f&uuml;r BMW von 156 Mio. Fr. ist ein klares Signal der Wettbewerbsbeh&ouml;rden gegen die Marktabschottung. Der Fall illustriert auch die mit dem Frankenhoch verst&auml;rkte Kontroverse &uuml;ber Abreden zwischen Produzenten und H&auml;ndlern.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Busse f&uuml;r BMW von 156 Mio. Fr. ist ein klares Signal der Wettbewerbsbeh&ouml;rden gegen die Marktabschottung. Der Fall illustriert auch die mit dem Frankenhoch verst&auml;rkte Kontroverse &uuml;ber Abreden zwischen Produzenten und H&auml;ndlern.</b><br /><br /><p class="autor">Hansueli Sch&ouml;chli</p> <p>Wie weit soll der Staat in die Vertragsbeziehungen zwischen Produzenten und H&auml;ndlern hineinreden k&ouml;nnen? Dies ist eine der Kernfragen in der laufenden Kontroverse um die Revision des Schweizer Kartellgesetzes. Der Bundesrat wollte urspr&uuml;nglich die Regeln f&uuml;r Absprachen zwischen Produzent und H&auml;ndlern (Vertikalabreden) lockern. Die Regierung hat aber im Gefolge des Frankenhochs und der Kritik an &laquo;&uuml;berh&ouml;hten&raquo; Importpreisen eine Kehrtwende gemacht und pl&ouml;tzlich ein Grundsatzverbot f&uuml;r gewisse Vertikalabreden vorgeschlagen. Die Wettbewerbskommission (Weko) sah sich auch unter politischem Druck und erkl&auml;rte den Kampf gegen die Abschottung des Schweizer Marktes zu einer Priorit&auml;t.</p> <p>Im vergangenen Jahr er&ouml;ffnete die Weko ein halbes Dutzend formeller Untersuchungen mit dem Ziel, Leitentscheide mit grosser Breitenwirkung zu produzieren. Im Dezember erhielt der Kamerahersteller Nikon eine Busse von 12,5 Mio. Fr. wegen Behinderung von Parallelimporten, wogegen Nikon Beschwerde einlegte. &Auml;hnlich gelagert, aber quantitativ weit gewichtiger, ist der Fall BMW. Die Weko hat nun den deutschen Autohersteller wegen Behinderung von Direkt- und Parallelimporten zu einer Busse von 156 Mio. Fr. verknurrt. Das Kartellgesetz erlaubt bei unzul&auml;ssigen Abreden eine Busse von bis zu 10% des Umsatzes der abgelaufenen drei Jahre im relevanten Markt. Die Weko deutete an, dass die Busse in der N&auml;he des mittleren Bereichs der gesetzlichen Bandbreite von 0 bis 10% des massgebenden Umsatzes liegt.</p> <h4>Exportverbot in Vertr&auml;gen</h4> <p>Der BMW-Entscheid ist laut der Beh&ouml;rde auch ein &laquo;starkes Signal&raquo; an die Importeure verschiedener Branchen, dass es die Weko mit dem Kampf gegen Marktabschottung ernst meint. Weko-Pr&auml;sident Vincent Martenet verwies am Donnerstag vor den Medien in Bern auf eine Exportverbotsklausel in den Vertriebsvertr&auml;gen von BMW mit H&auml;ndlern in den EWR-L&auml;ndern. Demnach durften diese H&auml;ndler keine BMW-Fahrzeuge und -Fahrzeugteile an Abnehmer in L&auml;nder ausserhalb des EWR liefern. Die Weko erhielt laut eigenen Angaben 16 Anzeigen von Privatpersonen, die beim Versuch eines Direktimportes wegen des Exportverbots f&uuml;r H&auml;ndler scheiterten.</p> <p>Die Beschwerden im Automarkt h&auml;tten sich eindeutig auf BMW konzentriert, betont die Weko. BMW habe den Schweizer Markt f&uuml;r Fahrzeuge der Marken BWM und Mini mindestens seit Oktober 2010 abgeschottet und damit den Wettbewerb erheblich beeintr&auml;chtigt. Zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011 seien die BMW-Preise in Deutschland gemessen am durchschnittlichen Wechselkurs von Fr. 1.25 pro Euro und auf vergleichbarer Basis um 20% bis 25% tiefer gewesen als in der Schweiz. Solche Preisunterschiede sind allerdings ein Indiz und noch kein Beweis f&uuml;r Marktabschottungen.</p> <p>Laut der Weko betraf das Exportverbot nicht nur Einzelf&auml;lle. Der Anteil der Direktimporte in den letzten zwei Jahren sei bei BMW und Mini deutlich unter der Quote anderer Anbieter gelegen. Indirekt best&auml;tigt dies die Branche. Gem&auml;ss der Importvereinigung Auto Schweiz war 2011 jedes zehnte der aus der Schweiz heraus gekauften Neuwagen ein Direktimport. BMW Schweiz sch&auml;tzt derweil die Importquote bei ihren Autos auf 1,5% bis 2%.</p> <p>Die BMW-Zentrale in M&uuml;nchen k&uuml;ndigte am Donnerstag den Weiterzug des Falles vor das Bundesverwaltungsgericht an. Der deutsche Autokonzern bringt vor allem vier Argumente vor. Erstens: Die EWR-H&auml;ndlervertr&auml;ge verstiessen nicht gegen EWR-Recht, und die Schweizer H&auml;ndlervertr&auml;ge verstiessen nicht gegen Schweizer Recht (dem widerspricht die Weko nicht; sie betont, dass sie auf der Basis der Wirkungen der EWR-H&auml;ndlervertr&auml;ge in der Schweiz intervenierte). Zweitens: Die BMW-Direktimportquoten seien vergleichbar mit den Quoten anderer Marken (was allerdings im Widerspruch zu den obgenannten Zahlen steht). Drittens: Die Weko-Preisvergleiche ignorierten Unterschiede in Ausstattung und Zusatzleistungen (laut Weko machen diese Unterschiede nicht viel aus). Viertens: Der Schweizer Markt spiele in allen von BMW und Mini abgedeckten Segmenten, was sich in der hohen Zahl der Konkurrenten und den starken Schwankungen der Marktanteile spiegle.</p> <h4>Keine Marktbeherrschung</h4> <p>Der letzte Punkt zielt in einen Kern der politischen Kontroverse zu den Wettbewerbsregeln. F&uuml;r manche &Ouml;konomen ist entscheidend, dass der Wettbewerb zwischen den Marken spielt - und dass der Staat in diesem Fall nicht in Vertriebsvertr&auml;ge hineinreden soll: Wer mit BMW unzufrieden ist, kann ja auf andere Anbieter ausweichen. BMW Schweiz hatte in den ersten vier Monaten dieses Jahres laut eigenen Angaben einen Marktanteil von 5,3% (BMW alleine) bzw. 6,6% (inkl. Mini). Auch die Weko sagt nicht, dass BMW marktbeherrschend ist.</p> <p>Ein staatlicher Eingriff in vertikale Abreden rechtfertige sich nur, wenn diese Abreden den Wettbewerb zwischen den Marken beeintr&auml;chtigten, sagt der Berner &Ouml;konom und Berater Markus Saurer, der einst Vizedirektor im Weko-Sekretariat war und dort unter anderem den Autosektor betreute. Es ist nicht unplausibel, dass Vertikalabreden den Wettbewerb zwischen den Marken hemmen k&ouml;nnen, der Nachweis im Einzelfall ist allerdings schwierig. &Ouml;konom Saurer ortet im Automarkt einen funktionierenden Wettbewerb, weshalb der Weko-Eingriff nicht angebracht sei. Selbst wenn man aus &ouml;konomischer Sicht zu diesem Schluss k&auml;me, wollen die Gesetze beachtet sein. Laut geltendem Kartellgesetz ist bei Preis- und Gebietsabsprachen zwischen Herstellern und H&auml;ndlern die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs zu vermuten - was die Basis f&uuml;r die Weko-Intervention darstellt. &laquo;Gesetze sind da, um sie einzuhalten&raquo;, betont die Importeurvereinigung Auto Schweiz, die sich f&uuml;r die Zulassung von Parallelimporten ausspricht. Wie jeder Branchenverband mit etwas Selbstrespekt erkl&auml;rt auch Auto Schweiz, dass der Wettbewerb in der eigenen Branche besonders heftig sei. Weltweit herrsche eine grosse &Uuml;berproduktion an Autos.</p> <p>Auch in der Schweiz k&ouml;nnen die Konsumenten ihren Einfluss auf die Preise ausspielen. Das Schielen &uuml;ber die Grenze ist eines der Mittel. Der Anteil der Direktimporte von Neuwagen hat sich seit Beginn des j&uuml;ngsten H&ouml;henflugs des Frankens ab 2009 etwa verdreifacht, was die Anbieter zu Preissenkungen inspirierte. Laut Konsumentenpreisindex sind die Neuwagen in der Schweiz von Anfang 2010 bis Ende 2011 im Schnitt um etwa 12% billiger geworden.</p> <br />  ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991736</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 16:02:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Warnschuss der Weko für die Autobranche  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991914</link>
         <description><![CDATA[  Die Wettbewerbskommission (Weko) exerziert am Autohersteller BMW ein Exempel. Die Minderung des Preiswettbewerbs, durch die Behinderung von Parallelimporten, wird nicht toleriert. Das ist gut so.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Wettbewerbskommission (Weko) exerziert am Autohersteller BMW ein Exempel. Die Minderung des Preiswettbewerbs, durch die Behinderung von Parallelimporten, wird nicht toleriert. Das ist gut so.</b><br /><br /><p class="autor">Von Michael Rasch</p> <p>Diese Strafe sitzt. Mit der Busse von 156 Millionen Franken f&uuml;r die Behinderung von Direkt- und Parallelimporten von Neuwagen in die Schweiz hat die hiesige Wettbewerbskommission (Weko) dem deutschen Autohersteller BMW einen kr&auml;ftigen Schuss vor die Motorhaube gesetzt. Die Sanktion gleicht fr&uuml;heren in Europa erteilten Strafen. So wurde beispielsweise Volkswagen f&uuml;r die Behinderung von Reimporten aus Italien nach Deutschland und &Ouml;sterreich im Jahr 2003 von der EU-Kommission zu einer Busse von 90 Millionen Euro (damals rund 140 Millionen Franken) verurteilt. F&uuml;r das Vorzeigeunternehmen BMW, dessen Management sich in den vergangenen Jahren &uuml;ber Erfolge wie rekordhohe Verkaufszahlen und Margen sowie die grosse Beliebtheit als Arbeitgeber freuen konnte, ist die Strafe im st&uuml;ckzahlm&auml;ssig kleinen, aber feinen Schweizer Markt ein kr&auml;ftiger Kratzer im Lack. Die Behinderung von Direkt- und Parallelimporten ist jedoch nach aller Erfahrung kein spezifischer Vorgang nur bei BMW, sondern typisch f&uuml;r das Verhalten in der gesamten Branche.</p> <h4>Die Kunden der Freien sollen leiden</h4> <p>Die Bayern haben sich jedoch sehr ungeschickt angestellt, da sie kartellrechtlich unzul&auml;ssige Gebietszuweisungen laut Weko sogar mit Exportverbots-Klauseln in den H&auml;ndlervertr&auml;gen fixierten. Importe an den offiziellen Kan&auml;len der eigenen Vertriebspartner vorbei sowie &auml;hnliche Praktiken waren Autoherstellern schon immer ein Dorn im Auge. Oft nutzen Zwischenh&auml;ndler (freie Importeure), die h&auml;ufig als Grauimporteure verunglimpft werden, Unterschiede im Preisniveau von L&auml;ndern sowie Differenzen bei den Steuern, um Autos in einem Tiefpreisland zu kaufen und in einem Hochpreisland zu verkaufen. Den Gewinn dieses den Wettbewerb st&uuml;tzenden Gesch&auml;fts teilen sie sich mit den Kunden - zulasten der Autokonzerne und ihrer exklusiven Vertriebspartner.</p> <p>Grunds&auml;tzlich hat sich die &laquo;Problematik&raquo; der Parallelimporte in den letzten Jahren in der EU entsch&auml;rft, da sich die Preise in vielen L&auml;ndern tendenziell anglichen. In der Schweiz wirkte hingegen die drastische Erstarkung des Frankens gegen&uuml;ber dem Euro seit 2010 genau in die andere Richtung. Sowohl f&uuml;r freie Importeure wie auch f&uuml;r Privatpersonen wurde es aufgrund der Wechselkurseffekte immer attraktiver, einen Wagen aus dem Euro-Raum zu importieren, egal ob neu oder gebraucht. Da halfen auch alle Rabatte und sonstigen Verg&uuml;nstigungen wie Servicepakete der hiesigen Anbieter nichts. Die Konzerne nerven sich naturgem&auml;ss vor allem &uuml;ber die professionellen freien Importeure. Diese werden von ihnen seit Jahren, ja sogar Jahrzehnten behindert.</p> <p>Nat&uuml;rlich gibt es auch Firmen, H&auml;ndler und Garagen, die sich korrekt verhalten. Doch es existieren vielerlei Schikanen: So drohen manche Konzerne ihren H&auml;ndlern inoffiziell mit Sanktionen, wenn sie Fahrzeuge an Kunden im Ausland verkaufen. Oder die sogenannte EU-&Uuml;bereinstimmungserkl&auml;rung - die unter anderem technische Daten wie L&auml;rm- und Abgaswerte enth&auml;lt, zu jedem Auto dazugeh&ouml;rt und in der Schweiz anerkannt wird - fehlt pl&ouml;tzlich. Das verz&ouml;gert und verteuert den Import. Oder hiesige Garagen zieren sich bei Reparaturen bzw. der Anerkennung der G&uuml;ltigkeit der Garantien. Oder, oder, oder - all diese Schikanen haben letztlich nur zwei Zwecke: Die Arbeit der Grauimporteure sowie die Bem&uuml;hungen von Privatpersonen sollen torpediert werden, und die Kunden der freien Importeure sollen leiden.</p> <h4>Gerechtfertigtes Durchgreifen</h4> <p>Wenn es Autokonzernen im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Markenrechten gestattet sein soll, mit H&auml;ndlern volkswirtschaftlich nicht sch&auml;dliche Absprachen zu treffen, dann m&uuml;ssen als Korrektiv zumindest Parallelimporte m&ouml;glich sein, da sie den Wettbewerb stimulieren und die Effizienz erh&ouml;hen. Kunden profitieren zudem von der Beseitigung von preisst&uuml;tzenden Importmonopolen durch niedrigere Preise. Beides gilt sogar f&uuml;r patentgesch&uuml;tzte Medikamente, ein auch in der Schweiz heftig umstrittenes Thema. Insofern ist ein Durchgreifen bei Verst&ouml;ssen gerechtfertigt.</p> <p>Im spezifischen Fall BMW f&uuml;hlen sich die M&uuml;nchner, wen erstaunt es, ungerecht behandelt, da sich die Weko auf lediglich 16 F&auml;lle st&uuml;tze. Zugleich habe das Unternehmen jedoch mehrere hundert Fahrzeuge direkt in die Schweiz verkauft. Allerdings meinen Branchenkenner, die Parallelimport-Quote bei BMW liege so deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von rund 10%, dass die sehr niedrige Quote auch f&uuml;r einen Premium-Hersteller auff&auml;llig sei. Dies sollte anderen Konzernen eine Warnung sein, den Wettbewerb zu behindern.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991914</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 13:01:44 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Schlappe für den Goldhasen von Lindt &amp; Sprüngli  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991831</link>
         <description><![CDATA[  Der erfolgreiche Goldhase von Lindt &amp;amp; Spr&uuml;ngli ist erneut zum Gerichtsfall geworden. Diesmal geht der Schokoladehersteller aus Kilchberg als Verlierer vom Platz. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union unterst&uuml;tzt die Weigerung der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde, den Schoggihasen als Gemeinschaftsmarke einzutragen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der erfolgreiche Goldhase von Lindt &amp;amp; Spr&uuml;ngli ist erneut zum Gerichtsfall geworden. Diesmal geht der Schokoladehersteller aus Kilchberg als Verlierer vom Platz. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union unterst&uuml;tzt die Weigerung der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde, den Schoggihasen als Gemeinschaftsmarke einzutragen.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>Die h&ouml;chste EU-Instanz hatte zu beurteilen, ob der Hase in Goldfolie mit der roten Schleife um den Hals als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden muss. Ein Eintrag des Goldhasen oder anderer Schokoladentiere in Goldfolie mit rotem Band h&auml;tte es Lindt &amp; Spr&uuml;ngli erlaubt, der Konkurrenz europaweit den Vertrieb von gleichen oder &auml;hnlichen Produkten zu verbieten.</p> <p>Die zust&auml;ndige EU-Beh&ouml;rde verwehrt dies den Kilchbergern aber. Diesen Entscheid unterst&uuml;tzt nun auch der EU-Gerichtshof.</p> <h4>Es fehlt an Unterscheidungskraft</h4> <p>Dem Schokoladenhasen fehle f&uuml;r eine Gemeinschaftsmarke die Unterscheidungskraft, befand das Gericht. Das Gemeinschaftsmarkenamt (EU-Harmonisierungsamt f&uuml;r den Binnenmarkt) habe das richtig und fehlerfrei entschieden, teilt der Gerichtshof mit. Auch die nachfolgende von Lindt &amp; Spr&uuml;ngli angerufene Instanz, das europ&auml;ische Gericht, habe keinen Rechtsfehler begangen.</p> <p>Den Goldhasen stellt Lindt &amp; Spr&uuml;ngli in Deutschland her, wo das Unternehmen sich ebenfalls gegen die Konkurrenz wehrt - bisher allerdings mit wenig Erfolg.</p> <p>Anders in &Ouml;sterreich: Hier hat Lindt &amp; Spr&uuml;ngli den Rechtsstreit um den Goldhasen gewonnen. Es ging um einen erbitterten Streit mit einer Konfiserie um deren &laquo;Prachthasen&raquo; mit rot-weisser Krawatte. Ende M&auml;rz entschieden die Kilchberger diesen Gerichtsfall letztinstanzlich f&uuml;r sich.</p> <h4>Ein Erfolgsprodukt von Lindt &amp; Spr&uuml;ngli</h4> <p>Der Goldhase ist ein Erfolgsprodukt von <a class="more" href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/uebersicht/lindt__spruengli_marketing_detailhandel_1.15366353.html">Lindt &amp; Spr&uuml;ngli</a> . Es wurde eingef&uuml;hrt, um das saisonale Gesch&auml;ft mit Schokolade zu Ostern anzukurbeln. Nach dem gleichen Muster stellt der Konzern seit kurzem auch einen ebenfalls sehr erfolgreichen Goldb&auml;ren f&uuml;r das Weihnachtsgesch&auml;ft her.</p> <p>Die Goldb&auml;ren verkauften sich im letztj&auml;hrigen Weihnachtsgesch&auml;ft bereits 30 Mio. Mal, und Konzernchef Ernst Tanner sieht in ihnen noch grosses Potenzial. Im Vergleich mit den letztes Jahr abgesetzten 150 Mio. Goldhasen ist diese Prognose nicht sehr gewagt.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991831</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 11:20:44 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Euro-Krise bremst Schweizer Exporte  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991802</link>
         <description><![CDATA[  Die Krise in der Euro-Zone schl&auml;gt immer st&auml;rker auf die Schweizer Ausfuhren durch. Im April sanken die Exporte in die EU um gut 7%, die Lieferungen nach Italien und Frankreich nahmen sogar um 10% ab. Selbst Deutschland bezog etwas weniger Waren aus der Schweiz als ein Jahr davor.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Krise in der Euro-Zone schl&auml;gt immer st&auml;rker auf die Schweizer Ausfuhren durch. Im April sanken die Exporte in die EU um gut 7%, die Lieferungen nach Italien und Frankreich nahmen sogar um 10% ab. Selbst Deutschland bezog etwas weniger Waren aus der Schweiz als ein Jahr davor.</b><br /><br /><p class="quelle">(Reuters)</p> <p>Der Schweizer Aussenhandel hat sich im April abgeschw&auml;cht. Sowohl die Importe wie auch die Exporte gingen um je rund 5% zur&uuml;ck. Mit Ausnahme der Uhren- und der Pharmaindustrie f&uuml;hrten alle Branchen weniger Waren und G&uuml;ter aus als im Vorjahr.</p> <h4>Auf breiter Front schw&auml;cher</h4> <p>Mit Blick auf Europa f&auml;llt auf, dass die Ausfuhren in diese L&auml;nder st&auml;rker abgenommen haben. Besonders stark litten die Exporte nach Frankreich und Italien (-10%). Der Versand von Waren und G&uuml;tern nach Tschechien sank um ein Viertel und derjenigen nach Grossbritannien um ein Sechstel.</p> <p>Insgesamt verzeichnete der Schweizer Aussenhandel im April eine Abschw&auml;chung auf breiter Front, und mit Ausnahme Afrikas gingen Exporte in alle Regionen zur&uuml;ck. Insgesamt sank das Total der Ausfuhren auf 15,23 Mrd. Fr. Im Vormonat M&auml;rz hatte die Schweiz im Export noch 17,44 Mrd. eingenommen. Der April war der zweite Monat in Folge, in dem die Ausfuhren geringer waren als im Monat davor.</p> <p>Acht der zehn wichtigsten Exportbranchen erlitten Einbussen. Selbst die Uhrenbranche verlor merklich an Schwung. Deren Exporte wuchsen im Vorjahresvergleich mit 7,9% nur noch halb so stark wie im M&auml;rz.</p> <h4>Auch Importe r&uuml;ckl&auml;ufig</h4> <p>Die Schweizer Wirtschaft selbst ben&ouml;tigte ebenfalls weniger Waren und Maschinen aus dem Ausland. Mit Ausnahme der weitgehend preisbedingten Zunahme bei &Ouml;l und Benzin waren die Importe in allen wichtigen Bereichen r&uuml;ckl&auml;ufig. Besonders deutlich verringerte sich die Nachfrage nach Rohstoffen und Halbfabrikaten.</p> <p>R&uuml;ckl&auml;ufig waren auch die Importe von Nutzfahrzeugen. Die Maschinenimporte sanken sogar um 15%. Alles in allem bezog die Schweizer Wirtschaft um 5% weniger Investitionsg&uuml;ter aus dem Ausland. Insgesamt sanken die Einfuhren auf 13,9 Mrd. Fr.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991802</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 07:24:41 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Wegelin bleibt auch zweiter Anhörung in New York fern  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991697</link>
         <description><![CDATA[  Die in den USA angeklagte Privatbank Wegelin hat auch einer zweiten Vorladung vor einem US-Richter keine Folge geleistet und daf&uuml;r formale Gr&uuml;nde geltend gemacht. Die Staatsanwaltschaft d&uuml;rfte nun pr&uuml;fen, ob sie Haftbefehle gegen die Teilhaber der Bank beantragen will.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die in den USA angeklagte Privatbank Wegelin hat auch einer zweiten Vorladung vor einem US-Richter keine Folge geleistet und daf&uuml;r formale Gr&uuml;nde geltend gemacht. Die Staatsanwaltschaft d&uuml;rfte nun pr&uuml;fen, ob sie Haftbefehle gegen die Teilhaber der Bank beantragen will.</b><br /><br /><p class="autor">Niklaus Nuspliger, New York</p> <p>Die in den USA angeklagte Schweizer Privatbank Wegelin h&auml;tte am Mittwoch einer neuerlichen Vorladung des New Yorker Bundesbezirksgericht in Manhattan Folge zu leisten gehabt. Doch wie schon bei der ersten Anh&ouml;rung im Februar schickte die Bank (die bereits vor der Anklageerhebung aufgespaltet worden war) keinen eigenen Vertreter nach New York und liess sich auch nicht von ihren Anw&auml;lten der renommierten Kanzlei Goodwin Procter vertreten. &laquo;Es ist nun 17 Uhr 10 und es ist noch immer niemand f&uuml;r Wegelin erschienen&raquo;, stellte der zust&auml;ndige Bundesrichter Jed Rakoff lakonisch zum Auftakt der Anh&ouml;rung fest, die eigentlich bereits eine gute Stunde fr&uuml;her h&auml;tte beginnen sollen.</p> <h4>Haftbefehl gegen Teilhaber?</h4> <p>Auf Rakoffs Frage, was die Staatsanwaltschaft nun zu tun gedenke, wusste der federf&uuml;hrende Staatsanwalt Daniel Levy keine Antwort: &laquo;Wir haben keinen Antrag an das Gericht.&raquo; Vielmehr schien Levy im Dialog mit dem Richter die Chancen von neuen Schritten ausloten zu wollen. Bekanntlich k&ouml;nne man die als &laquo;fl&uuml;chtig vor der US-Justiz&raquo; geltende Bank nicht verhaften, allenfalls aber die Teilhaber der Bank, meinte Rakoff. Die Staatsanwaltschaft habe bisher aus zwei Gr&uuml;nden keinen Haftbefehl gegen die Teilhaber beantragt, entgegnete Levy. Zum einen sei es wenig wahrscheinlich, dass die Schweiz ihre Staatsb&uuml;rger ausliefern w&uuml;rde. Und zum anderen sei unsicher, ob das Gericht &uuml;berhaupt einen solchen Haftbefehl ausstellen d&uuml;rfe.</p> <p>Auch amerikanische Rechtsexperten haben schon darauf hingewiesen, dass die in der Anklageschrift nicht namentlich angeklagten Partner wom&ouml;glich nicht unmittelbar f&uuml;r die der Bank zur Last gelegten Delikte verantwortlich zu machen sind. Der Bank sowie drei individuell angeklagten Mitarbeitern wird vorgeworfen, sich gegen die USA &laquo;verschworen&raquo; bzw. US-B&uuml;rgern geholfen zu haben, zwischen 2002 und 2011 insgesamt 1,2 Mrd. $ vor den amerikanischen Steuerbeh&ouml;rden zu verstecken.</p> <p>Der Richter schien die Staatsanwaltschaft dennoch zu ermuntern, einen solchen Antrag zu stellen. Er halte einen Haftbefehl gegen die Partner &laquo;zumindest f&uuml;r eine M&ouml;glichkeit&raquo; und er w&uuml;rde die Rechtslage im Falle eines Antrages pr&uuml;fen. Levy entgegnete, die Staatsanwaltschaft erw&auml;ge einen solchen Antrag - gerade im Lichte der Ausf&uuml;hrungen des Richters - weiterhin. Offenbar sehen die Wegelin-Partner, zu denen auch NZZ-Verwaltungsrat Konrad Hummler z&auml;hlt, bereits heute aus Furcht vor rechtlichen Unw&auml;gbarkeiten vor Aufenthalten ausserhalb der Schweizer Grenzen ab.</p> <h4>&laquo;Respektlosigkeit vor Justiz&raquo;</h4> <p>Nachdem Wegelin im Februar erkl&auml;rt hatte, die Anklageschrift sei ihr nicht ordnungsgem&auml;ss zugestellt worden, wurde die zweite Vorladung der Bank auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe &uuml;bermittelt. Hummler musste den Erhalt der Vorladung und der Anklageschrift einem St. Galler Polizeibeamten, der zuvor Hummlers Identit&auml;t gepr&uuml;ft hatte, unterschriftlich best&auml;tigen. Dass Wegelin trotz diesen Bem&uuml;hungen erneut nicht vor Gericht erschienen sei, erachte er &laquo;als Respektlosigkeit vor den Verfahren der amerikanischen Justiz&raquo; sowie den Schweizer Beh&ouml;rden, erkl&auml;rte der Richter.</p> <p>Wegelin erkl&auml;rte in einem Communiqu&eacute;, das nach der Anh&ouml;rung verschickt wurde, dass das von den US-Beh&ouml;rden bem&uuml;hte schweizerische Bundesgesetz &uuml;ber die internationale Rechtshilfe in Strafsachen ausdr&uuml;cklich festhalte, dass nicht zum Erscheinen vor einer ausl&auml;ndischen Beh&ouml;rde verpflichtet sei, wer eine entsprechende Vorladung entgegennehme. Man habe nicht an der Anh&ouml;rung teilgenommen, weil die Gefahr bestehe, dass &laquo;das US-Gericht Befehle erlassen k&ouml;nnte, die Wegelin zur Verletzung von schweizerischem Recht verpflichten w&uuml;rden&raquo;. Insbesondere scheinen sich die Wegelin-Vertreter dabei vor ultimativen Forderungen nach Herausgabe von Kundeninformationen zu f&uuml;rchten.</p> <p>Wegelin hat die Zustellung der neusten Vorladung in der Schweiz &uuml;berdies gerichtlich angefochten. Wie Staatsanwalt Levy aber vor dem US-Richter berichtete, ist die entsprechende Einsprache von zwei Schweizer Gerichten bereits abgewiesen worden, womit nun noch ein Weiterzug ans Bundesgerichts im Raum stehe.</p> <h4>Treten an Ort</h4> <p>Unter dem Strich ist man in der Causa Wegelin also noch praktisch genau soweit wie im Februar. Richter Rakoff ermahnte die Staatsanwaltschaft daher, ihm bald konkrete Antr&auml;ge zu unterbreiten, sonst m&uuml;sse die Klage fallen gelassen werden. Rakoff meinte auch, dass man die Aufspaltung der Bank Wegelin wom&ouml;glich als &laquo;Schuldeingest&auml;ndnis&raquo; interpretieren k&ouml;nnte - wobei er unerw&auml;hnt liess, dass die Zerschlagung der Bank vor der Anklageerhebung erfolgte. Die Wegelin-Vertreter w&uuml;rden wohl eher argumentieren, dass mit der Zerschlagung der Maximalschaden bereits eingetreten sei.</p> <p>Ob und wann es in der Angelegenheit zu einem eigentlichen Prozess kommen wird, ist weiterhin ungewiss. M&ouml;glich w&auml;re es, dass Wegelin in Abwesenheit verurteilt wird. Bei einer Verurteilung droht der Bank eine Busse, die dem Doppelten des Bruttogewinns aus den mutmasslichen Delikten oder dem Doppelten der den USA entgangenen Steuereinnahmen entspricht. Allerdings d&uuml;rfte es eher schwierig werden, eine solche Busse auch einzutreiben. Ende April hat die US-Justiz 16 Mio. $, die Wegelin auf einem Konto bei einer Korrespondenzbank in den USA deponiert hatte, bereits definitiv eingezogen - wobei eine Busse wohl um einiges h&ouml;her ausfallen w&uuml;rde.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991697</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 07:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Nicht auf Chinas Wachstumswunder hoffen»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991716</link>
         <description><![CDATA[  Viele Firmen und Anlageberater schw&auml;rmen mit &laquo;Chinaphantasie&raquo; f&uuml;r die Solidit&auml;t der operativen Entwicklung und die guten Aussichten ihrer Produkte. Michael Pettis, ehemalige Bondh&auml;ndler an der Wall Street und Professor an der Peking University, teilt diesen Optimismus nicht.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Viele Firmen und Anlageberater schw&auml;rmen mit &laquo;Chinaphantasie&raquo; f&uuml;r die Solidit&auml;t der operativen Entwicklung und die guten Aussichten ihrer Produkte. Michael Pettis, ehemalige Bondh&auml;ndler an der Wall Street und Professor an der Peking University, teilt diesen Optimismus nicht.</b><br /><br /><p class="autor">Interview: Christof Leisinger</p> <p>W&auml;hrend der Rest der Welt sich in einer Krise befinde, bildeten Deutschland und China eine stabile &laquo;Wachstumsachse&raquo;, heisst es in den Medien. Michael Pettis teilt diesen Optimismus nur bedingt. Der ehemalige Bondh&auml;ndler und Professor an der Peking University verweist unter anderem auf die einseitige Ausrichtung der chinesischen Wirtschaft auf den Export und die Fehlallokation von Kapital in grossem Stil.</p> <p>Die Struktur der Volkswirtschaft m&uuml;sse sich &auml;ndern, sonst werde es am Ende zu einer Schuldenkrise kommen. Der notwendige Transformationsprozess werde zu geringeren Wachstumsraten f&uuml;hren, als sie gemeinhin erwartet w&uuml;rden, erkl&auml;rt er weiter.</p> <p class="question">nzz.ch: In China fielen die j&uuml;ngsten Wirtschaftsdaten bei weitem nicht so gut aus wie von Optimisten erhofft. Was denken Sie dar&uuml;ber?</p> <p class="answer">Michael Pettis: Solche Entt&auml;uschungen werden in den kommenden Jahren zur Regel werden. Viele Leute verstehen schlicht und einfach Chinas Wachstumsmodell nicht. Sie begreifen nicht, was es antreibt und wieso es zu so gewaltigen, beinahe unvermeidbaren Ungleichgewichten f&uuml;hrt.</p> <p class="question">K&ouml;nnen Sie diese Aussagen n&auml;her erl&auml;utern?</p> <p class="answer">Das Wachstumsmodell, das China verfolgt, haben wir in der Vergangenheit schon mehrfach gesehen. Wir konnten es in Deutschland in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts beobachten, wir sahen es in der Sowjetunion in den f&uuml;nfziger und sechziger Jahren, in Brasilien in den sechziger und siebziger Jahren, in Japan in den achtziger Jahren und in vielen anderen L&auml;ndern. Es handelt sich um prim&auml;r von Investitionen getriebene &laquo;Wachstumswunder&raquo;, wie ich sie bezeichne. Sie wurden meistens sogar durch vergleichbare politische Strategien eingeleitet.</p> <p class="answer">Der Haken an der Geschichte ist, dass es in jedem der angef&uuml;hrten Beispiele am Ende zu einer Schuldenkrise kam. Ich f&uuml;rchte, auch in China wird das nicht viel anders sein. Mit einem Unterschied: In China hat die Entwicklung eine Dimension erreicht, wie man sie in dieser Form niemals zuvor gesehen hat. Das Verh&auml;ltnis des chinesischen Leistungsbilanz&uuml;berschusses war bis vor kurzem im Verh&auml;ltnis zur Wirtschaftsleistung der Welt so gross wie nie zuvor bei irgendeinem anderen Land. Der Anteil der Konsumausgaben der privaten Haushalte war niemals und nirgendwo so klein im Verh&auml;ltnis zum Bruttoinlandprodukt wie in China jetzt. Der Anteil der Investitionsausgaben am Sozialprodukt befindet sich auf extremstem Niveau und nimmt weiter zu.</p> <p class="answer"></p> <div class="box"> <h3>Zur Person</h3> <p>Michael Pettis lehrt als Professor f&uuml;r Finanzwirtschaft an der Guanghua School of Management der Universit&auml;t Peking. Er ist zudem als Chefanalyst f&uuml;r Shenyin Wanguo Securities in Hongkong t&auml;tig. Der Amerikaner war fr&uuml;her Bondh&auml;ndler bei Bear Stearns und hatte zwischenzeitlich Lehrauftr&auml;ge an der Pekinger Tsinghua-Universit&auml;t und an der New Yorker Columbia University.</p> </div> <p>&nbsp;</p> <p class="question">Wie ist so etwas m&ouml;glich?</p> <p class="answer">Zun&auml;chst einmal ist das Finanzsystem in solchen Staaten darauf ausgerichtet, bei fehlenden Alternativen zur Bankeinlage alle Ersparnisse zu sammeln und sie bei k&uuml;nstlich tief gehaltenen Zinsen in Projekte zu investieren, die von der wirtschaftspolitischen Elite des Landes f&uuml;r sinnvoll gehalten werden. Im fr&uuml;hen Stadium der Entwicklung ist es einfach, solche Projekte zu finden. Denn wenn beispielsweise in einer Region keine Strasse da ist, um Waren zu transportieren, so kann ihr Bau die Produktivit&auml;t steigern. Wenn es keine Produktionskapazit&auml;ten gibt, ist es vern&uuml;nftig, solche aufzubauen. Wenn es keine Flugh&auml;fen gibt, kann auch ihr Bau sinnvoll sein.</p> <p class="answer">Das Problem ist: Wenn man Investitionsquoten bei sehr tiefen oder gar negativen Realzinsen zu lange sehr hoch h&auml;lt, gehen die offensichtlichen Investitionsm&ouml;glichkeiten schlicht und einfach aus. Da die Preis- und Marktsignale k&uuml;nstlich verzerrt sind, weiss man nicht, wann dieser Punkt erreicht worden ist. Selbst wenn man ihn kennen w&uuml;rde, g&auml;be es starke Anreize, die Investitionen trotzdem hoch zu halten. Schliesslich k&ouml;nnen Sie als politische F&uuml;hrungskraft, etwa als B&uuml;rgermeister einer Stadt, von der Intransparenz und der fehlenden Zuordnung der Verantwortlichkeit profitieren. Effektiv verf&uuml;gen Sie &uuml;ber Blankochecks, so viel zu investieren, wie immer Sie auch wollen. Unter diesen Rahmenbedingungen grenzte es an ein Wunder, wenn Gelder nicht in die falschen Projekte investiert w&uuml;rden. Ich denke, in China hat schon Mitte der neunziger Jahre die Phase der Fehlallokation begonnen. Es gibt praktisch keine M&ouml;glichkeit, das zu wissen, bis die endg&uuml;ltige Grenze erreicht ist.</p> <p class="answer">Fehlinvestitionen f&uuml;hren zu Verlusten, die von jemandem getragen werden m&uuml;ssen. In China werden sie den Privathaushalten aufgezwungen, indem man ihnen f&uuml;r ihre Ersparnisse unglaublich tiefe Zinsen bietet. Gleichzeitig geht der Anteil der Privathaushalte am gesamtwirtschaftlichen Einkommen faktisch immer weiter zur&uuml;ck, und die Schulden haben stark zugenommen.</p> <p class="question">Ist keine &Auml;nderung in Sicht?</p> <p class="answer">Inzwischen setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass man in China wegkommen muss von dem von Investitionen getriebenen Wachstumsmodell zu einer Wirtschaft, die vom Konsum getragen wird. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. Aus diesem Grund d&uuml;rften wir in den kommenden Jahren in China schrumpfende Wachstumsraten sehen.</p> <p class="answer">Politische Kr&auml;fte, die nahe am Geschehen sind, prognostizieren inzwischen durchschnittliche Wachstumsraten von 5, 6 oder 7%. Ich denke, das ist zu optimistisch. Eine Wachstumsrate von 3% ist realistischer. Der Wandel wird ohnehin nicht stattfinden ohne politischen Konsens. Daf&uuml;r muss sich erst einmal eine neue F&uuml;hrung etabliert haben. Im Moment sehen wir zwar erste Ans&auml;tze f&uuml;r eine Entwicklung in die richtige Richtung. Allerdings d&uuml;rfte die Versuchung nach wie vor gross sein, zwischendurch immer wieder auf den &laquo;Kreditbeschleuniger&raquo; zu treten, um einen zu starken R&uuml;ckgang der Wachstumsraten zu vermeiden.</p> <p class="question">Wo ist denn die Fehlallokation von Kapital zu beobachten?</p> <p class="answer">&Uuml;berall. Viele denken, sie sei nur im Immobilienbereich sichtbar - dort wo sie einfach zu identifizieren ist. Es gibt allerdings auch grosse Probleme im Produktionssektor. Denn wenn man die Staatsunternehmen betrachtet, so m&uuml;ssten sie f&uuml;r jeden Dollar, der als Gewinn ausgewiesen wird, 5 bis 6 Dollar Verluste verbuchen, wenn sie nicht enorme direkte und indirekte Subventionen erhielten. Tiefe Zinsen und Subventionen aber halten Produktionskapazit&auml;ten im Markt, obwohl sie sich im Grund wirtschaftlich gar nicht tragen. Die Welt braucht zum Beispiel nicht mehr Stahl und keine weiteren Schiffe. China jedoch erweitert in beiden Bereichen seine Kapazit&auml;ten.</p> <p class="answer">Das gr&ouml;sste Problem aber liegt im Infrastrukturbereich. In China ist die Infrastruktur zu ausgedehnt f&uuml;r ein Land mit diesem Wohlstandsniveau - und sie wird weiter ausgebaut. Es gibt leere Flugh&auml;fen, leere Autobahnen und ein Netz an Bahnlinien f&uuml;r Hochgeschwindigkeitsz&uuml;ge, deren Sinn man hinterfragen kann. Insgesamt k&ouml;nnen wir beinahe &uuml;berall die Folgen von Fehlinvestitionen sehen.</p> <p class="question">Was bedeutet das f&uuml;r Anleger? Immerhin werben Banken und Anlageberater weiterhin mit &laquo;Chinaphantasie&raquo; f&uuml;r viele ihrer Produkte?</p> <p class="answer">Das heisst nur, dass sie nicht aufgepasst haben. Denn zumindest sophistizierte &Ouml;konomen und Anleger sind in den vergangenen Monaten sehr skeptisch geworden, was die Wachstumsaussichten in China anbelangt. Ich traf vor wenigen Tagen einen texanischen Hedge-Funds-Manager, den ich beruhigen musste. Er f&uuml;rchtet, Chinas Wirtschaft werde in den kommenden sechs Monaten zusammenbrechen. So schnell jedoch wird das auf keinen Fall gehen. Anleger, die in den vergangenen Jahren pessimistisch f&uuml;r Chinas Wachstum und entsprechend positioniert waren, haben jedoch sehr gut abgeschnitten. Erstaunlich ist der nach wie vor sehr hohe &laquo;China-Optimismus&raquo; unter Rohstoff-F&ouml;rderern und -Verarbeitern. Ich f&uuml;rchte, sie haben die Daten aus China nicht genau genug analysiert.</p> <p class="question">Sind die Aktien von Rohstoffunternehmen nun pr&auml;destiniert f&uuml;r Leerverk&auml;ufe?</p> <p class="answer">Das Problem an Leerverk&auml;ufen ist die Frage des Zeitpunktes. Es ist sehr riskant, sich als Anleger gegen eine Blase zu stellen. Ich denke schon, dass es jetzt sinnvoll ist, allerdings muss man sehr vorsichtig vorgehen. Denn wenn Chinas F&uuml;hrung wieder auf das &laquo;Gaspedal&raquo; steigt, werden wir einen neuen Wachstumsschub sehen. Solche &laquo;Man&ouml;ver&raquo; sind weitere drei bis vier Jahren m&ouml;glich, bevor China an so etwas wie eine Schuldengrenze kommen mag.</p> <p class="answer">Ich bin aber nicht sicher, ob sie die Wirtschaftsentwicklung noch einmal k&uuml;nstlich beschleunigen werden. Schliesslich weiss die chinesische F&uuml;hrung, dass eine &Auml;nderung der Wirtschaftsstruktur n&ouml;tig ist. Auf der anderen Seite jedoch handelt es sich politisch um einen sehr schwierigen Prozess. Man kann kaum sagen, wann er beginnen wird.</p> <p class="answer">Grunds&auml;tzlich denke ich, der Preis von Kupfer, Eisenerz und anderen Rohstoffen dieser Art wird sich in den n&auml;chsten vier bis f&uuml;nf Jahren mehr als halbieren.</p> <p class="question">Sie sagten, es sei gef&auml;hrlich, sich gegen eine Investment-Blase zu stellen. Sehen wir denn eine in China?</p> <p class="answer">Ja, definitiv. Wenn die Kapitalkosten so tief sind wie hier, kann man von einer Blasenbildung ausgehen. Man braucht als Vergleich nur die Entwicklung in Europa zu betrachten. Dort waren die Kapitalkosten in den vergangenen Jahren angemessen f&uuml;r Deutschland, aber viel zu tief f&uuml;r phasenweise rasch wachsende L&auml;nder wie Spanien. Als Folge bildeten sich Verm&ouml;gens-Preisblasen aus. Auch in den USA entstanden Blasen, weil die amerikanische Zentralbank die Zinsen viel zu tief gehalten hat.</p> <p class="question">Welche Konsequenzen hat das f&uuml;r Unternehmen wie BMW oder Daimler, die viele ihrer Produkte nach China exportieren oder sie dort herstellen?</p> <p class="answer">Das h&auml;ngt davon ab, wie gut China mit der notwendigen Transformation der eigenen Volkswirtschaft zurechtkommt. Da in China der Anteil der Konsumausgaben an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ungew&ouml;hnlich gering ist, muss er zunehmen. Die Einkommen der Haushalte und die Nachfrage nach Konsumg&uuml;tern k&ouml;nnen in diesem Rahmen st&auml;rker zunehmen, als die allgemeine Wirtschaft w&auml;chst, w&auml;hrend die Investitionsausgaben auf der anderen Seite kollabieren m&ouml;gen. Europ&auml;ische Unternehmen, die Investitionsg&uuml;ter exportieren, h&auml;tten eine schwierige Zeit vor sich. Andere k&ouml;nnten von fallenden Rohstoffpreisen profitieren.</p> <p class="question">Die Konstellation klingt f&uuml;r Anleger nach einer Long-Short-Strategie: Kaufe Papiere von Konsumg&uuml;terunternehmen und verkaufe dagegen Aktien von Firmen, die bisher vom Investitionsboom in China profitiert haben?</p> <p class="answer">Ich denke, professionelle Anleger haben diese Strategie l&auml;ngst umgesetzt, und sie sind damit gut gefahren. In j&uuml;ngerer Zeit haben sie ihre Positionen wohl etwas verkleinert, da die Wachstumsraten in China zuletzt so gering waren, dass Stimulierungsmassnahmen nicht ausgeschlossen werden k&ouml;nnen.</p> <p class="question">Die j&uuml;ngsten Importzahlen in China fielen schwach aus?</p> <p class="answer">Schwach f&uuml;r alles, mit Ausnahme der Metalle. Das ist besorgniserregend. Denn da sie nicht genutzt werden, m&uuml;ssen die Lagerbest&auml;nde deutlich zugenommen haben.</p> <p class="question">Kupfer wurde in China in den vergangenen Jahren eher als Finanzierungsinstrument eingesetzt als in der Industrie verarbeitet?</p> <p class="answer">Ja, das ist definitiv so. Vor etwa einem Jahr versuchte die Zentralbank, das Wachstum der Kreditvergabe durch Quoten zu begrenzen. Die Banken jedoch waren &laquo;innovativ&raquo;, was dazu f&uuml;hrte, dass das Kreditwachstum ausserhalb des &laquo;Quotenbereichs&raquo; stattfand. Eine der Varianten, Firmen zu refinanzieren, ohne das Kredit nennen zu m&uuml;ssen, war die finanzielle Betreuung von Kupfergesch&auml;ften. Die Unternehmen liehen sich Geld, um die Einfuhr von Kupfer nach China finanzieren zu k&ouml;nnen. Dort verpf&auml;ndeten sie dann das Metall und erhielten im Gegenzug Kredite in lokaler W&auml;hrung. Auf diese Weise wurden Auslandskredite in Inlandkredite verwandelt, ohne die Quoten der Banken beanspruchen zu m&uuml;ssen. Solche Transaktionen fanden massenhaft statt. Das zeigt, wie chaotisch und ineffizient das chinesische Bankensystem ist und wie einfach regulatorische Massnahmen umgangen werden k&ouml;nnen.</p> <p class="question">L&auml;sst sich die Kreditvergabe in China &uuml;berhaupt kontrollieren?</p> <p class="answer">Ja, aber nur, wenn man den lokalen und provinzialen Institutionen die Carte blanche wegnimmt, mit der sie bisher Investitionen t&auml;tigen konnten. Die Zentralbank k&ouml;nnte auch die Zinsen erh&ouml;hen, dann aber w&auml;ren viele der Unternehmen des Landes rasch bankrott. Es ist theoretisch zwar einfach, eine Massnahme zur Eind&auml;mmung der Kreditvergabe vorzuschlagen. Die Verzerrungen im System jedoch haben eine enorme Dimension erreicht und dauern schon so lange, dass jeder Eingriff sofort zu einer Reihe von Folgeproblemen f&uuml;hrt. Schwierige Anpassungsprozesse dieser Art jedoch hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Man braucht nur die Entwicklung Japans in den vergangenen Jahrzehnten zu betrachten.</p> <p class="question">Es ist also nicht ratsam, in Aktien chinesischer Banken zu investieren?</p> <p class="answer">Ich w&uuml;rde generell keine Aktien von Banken kaufen. Die europ&auml;ischen Institute werden im Kern insolvent sein, sobald sie die Verluste in der H&ouml;he realisierten, wie es eigentlich n&ouml;tig w&auml;re. Ich bin in Spanien aufgewachsen und verfolge die Entwicklung dort sehr genau. Ich f&uuml;rchte, das Land wird den Euro verlassen m&uuml;ssen. Wenn es Spanien trifft, werden andere L&auml;nder wie Portugal und Italien folgen.</p> <p class="answer">Die amerikanischen Banken haben zwar angefangen, ihre Bilanzen zu bereinigen. Sie m&uuml;ssen aber noch weit gehen, um wieder auf gesunder Basis zu stehen. Die chinesischen Banken sind eigentlich insolvent, k&ouml;nnen sich allerdings auf Staatsgarantien berufen. Die Qualit&auml;t ihrer Kreditportfolios ist sehr gering. Die japanischen Finanzinstitute wiederum k&auml;mpfen nun schon seit Jahren gegen die Insolvenz.</p> <p class="question">Was w&uuml;rden Sie als Anleger tun?</p> <p class="answer">Ich halte &laquo;Cash&raquo;, da ich derzeit kaum Anlagem&ouml;glichkeiten finde, die wirklich interessant sind. Wenn ich ein Hedge-Fund w&auml;re, w&uuml;rde ich Long-Short-Positionen eingehen. Wenn man die verschiedenen Globalisierungszyklen der Vergangenheit anschaut - ich z&auml;hle insgesamt sechs davon in den vergangenen 200 Jahren -, dann waren konservative Anlagestrategien an ihren Enden mit Abstand die besten. Und ich denke, wir befinden uns gerade mitten in einem dieser Zeitabschnitte. Es scheint nicht die Zeit zu sein, sich risikoreiche Papiere ins Depot zu legen.</p> <p class="answer">Ich denke, die USA sind das einzige Land, das seine Wirtschaft in j&uuml;ngerer Zeit wenigstens zum Teil rebalanciert hat. Die Verschuldung ist zur&uuml;ckgegangen, die Sparquote ist gestiegen, die Bilanzen der Unternehmen sind robust, die Bilanzen der Privathaushalte werden ges&uuml;nder, w&auml;hrend der Staatshaushalt immer weiter aus den Fugen ger&auml;t. Nordamerika wird voraussichtlich der grosse Wirtschaftsraum sein, der als erster aus der Krise herauskommen wird. Allerdings ist er noch nicht endg&uuml;ltig draussen.</p> <p class="question">Inflation oder Deflation - was f&uuml;rchten oder erwarten Sie?</p> <p class="answer">Ich f&uuml;rchte, das gr&ouml;sste Problem der Welt besteht in einer Kombination aus industriellen &Uuml;berkapazit&auml;ten bei zu geringer Endnachfrage. Wenn man zudem ber&uuml;cksichtigt, dass es nur einen Weg gibt, den Bankensektor eines Landes zu bereinigen - n&auml;mlich durch direkte oder indirekte, versteckte oder offene Transfers von den privaten Haushalten auf Basis steigender Steuern oder einer finanziellen Repression -, dann d&uuml;rfte die Konsumnachfrage in den meisten Staaten der Welt in den kommenden Jahren nur unterdurchschnittlich zunehmen k&ouml;nnen. Denn wir haben Probleme mit Banken und industriellen &Uuml;berkapazit&auml;ten in weiten Teilen der Welt. Sollten die Zentralbanken der Welt geldpolitisch nicht irrational werden, dann d&uuml;rften wir in den kommenden Jahren eher mit deflation&auml;ren als mit inflation&auml;ren Ph&auml;nomenen konfrontiert werden.</p> <p class="question">Welche Indikatoren beobachten Sie, und was w&uuml;rde Sie alarmieren?</p> <p class="answer">Im Moment alarmiert mich vieles. Europa zum Beispiel hat ein ganz einfaches arithmetisches Problem. Nehmen wir nur einmal Deutschland und Spanien. Wenn gefordert wird, Spanien solle seine Schulden zur&uuml;ckzahlen und seine Leistungsbilanz ausgleichen, so bedeutet das per Definition, dass Deutschland ein Leistungsbilanzdefizit eingehen und Spanien einen &Uuml;berschuss erzielen muss. Das ist der einzige Wer, um zu ausgleichenden Nettokapitalstr&ouml;men zu kommen. Da Deutschland dazu nicht bereit ist, wird Spanien letztlich keine andere Wahl haben, als seine Schulden zu restrukturieren - sehr wahrscheinlich nachdem es den Euro verlassen hat. Denn ich glaube nicht, dass Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 25% &uuml;ber die f&uuml;nf oder sechs Jahre zurechtkommen wird, die n&ouml;tig sind, um die Arbeitskosten so weit zu senken, dass das Land international wieder wettbewerbsf&auml;hig wird. Wir haben den H&ouml;hepunkt der Revolution in Europa noch nicht gesehen. Griechenland wird das erste Land sein, das den Euro verlassen wird. Andere werden folgen.</p> <p class="answer">Im Gegensatz zu den erkennbaren Risiken in Europa erholt sich die amerikanische Wirtschaft zwar leicht. Allerdings ist die Sparquote bisher noch nicht so stark gestiegen wie n&ouml;tig. Tut sie es, so bedeutet das per Definition, dass der Konsum zur&uuml;ckgehen muss. China muss sich stark wandeln, w&auml;hrend bisher nicht erkennbar ist, wie das Land den Prozess bewerkstelligen will. Japan dagegen hat mit seiner Verschuldung zu k&auml;mpfen und hat k&uuml;rzlich die Konsumsteuern erh&ouml;ht. Auch das d&auml;mpft die Einkommenszuw&auml;chse und die Konsumnachfrage. Indirekt denkt das Land, die eigene Krise mit Massnahmen zu l&ouml;sen, die den Leistungsbilanz&uuml;berschuss steigern.</p> <p class="answer">Deutschland will weiterhin Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse erzielen, Japan und China wollen sie steigern. Die europ&auml;ischen Peripheriestaaten dagegen und die USA wollen und m&uuml;ssen ihre Defizite abbauen. Da diese Kombination mathematisch unm&ouml;glich ist und da die makro&ouml;konomischen Ziele inkompatibel sind, muss das System an irgendeiner Stelle brechen.</p> <p class="question">Wo?</p> <p class="answer">Ich kann a priori nicht sagen wo. Sicher ist aber, dass diese Staaten nicht alle bekommen k&ouml;nnen, was sie wollen. Historisch betrachtet sind die Indizien eindeutig: Die Leistungsbilanz&uuml;berschuss-Staaten bekamen die Folgen einer nachlassenden Nachfrage auf globaler Basis am st&auml;rksten zu sp&uuml;ren. Die USA nach der grossen Wirtschaftskrise in den dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, Japan in den neunziger Jahren und so weiter.</p> <p class="question">Im Moment jedoch wird Deutschland gefeiert als &laquo;Wachstumsmaschine&raquo; und als das einzige Land, das robust durch die Schwierigkeiten komme?</p> <p class="answer">Das ist nicht realistisch. Tats&auml;chlich ist Deutschland auch keine &laquo;Wachstumsmaschine&raquo;, denn die zeichnen sich &uuml;blicherweise durch jene Nachfrage aus, die die Welt so dringend brauchen w&uuml;rde. Im Kern ist die europ&auml;ische Krise darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass Deutschland in den vergangenen Jahren eine Politik verfolgte, die auf Zur&uuml;ckhaltung bei der Lohnentwicklung basierte. Faktisch war das Wachstum der deutschen Wirtschaft der vergangenen Jahre weniger auf Produktivit&auml;tsfortschritte als auf zunehmende &Uuml;bersch&uuml;sse im Aussenhandel zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Erzielt Deutschland grosse &Uuml;bersch&uuml;sse, muss gleichzeitig jemand entsprechende Defizite hinnehmen. Im Korsett der gemeinsamen W&auml;hrung fielen sie in den vergangenen Jahren in den Peripheriestaaten an. Die k&ouml;nnen sich ihre Defizite nur leisten, solange sie von Deutschland finanziert werden. Sobald Deutschland dazu nicht mehr bereit ist, gehen ihre Defizite zwar zur&uuml;ck, aber schliesslich kollabieren die &Uuml;bersch&uuml;sse Deutschlands.</p> <p class="answer">Deutschland steckt in der Klemme. Es muss anderen Staaten weiterhin Geld geben, die es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen. Wenn nicht, wird der Exportsektor kollabieren. Es handelt sich um eine Bilanz-Identit&auml;t: Deutschland kann netto nicht Kapital aus dem restlichen Europa importieren und gleichzeitig einen Leistungsbilanz&uuml;berschuss haben.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991716</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:07:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Grosser Stellenabbau bei Hewlett-Packard  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991715</link>
         <description><![CDATA[  Der weltgr&ouml;sste Computerhersteller Hewlett-Packard reagiert mit einem radikalen Stellenabbau auf sein schrumpfendes Gesch&auml;ft. Voraussichtlich rund 27 000 Besch&auml;ftigte m&uuml;ssten das Unternehmen bis zum Ende des Gesch&auml;ftsjahres 2014 verlassen, teilte der Konzern mit.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der weltgr&ouml;sste Computerhersteller Hewlett-Packard reagiert mit einem radikalen Stellenabbau auf sein schrumpfendes Gesch&auml;ft. Voraussichtlich rund 27 000 Besch&auml;ftigte m&uuml;ssten das Unternehmen bis zum Ende des Gesch&auml;ftsjahres 2014 verlassen, teilte der Konzern mit.</b><br /><br /><p class="quelle">(dpa)</p> <p>Der weltgr&ouml;sste Computerhersteller Hewlett-Packard reagiert mit einem radikalen Stellenabbau auf sein schrumpfendes Gesch&auml;ft. Voraussichtlich rund 27 000 Besch&auml;ftigte m&uuml;ssten das Unternehmen bis zum Ende des Gesch&auml;ftsjahres 2014 verlassen, teilte der Konzern mit. Das sind etwa 8% aller Mitarbeiter. Durch die harten Einschnitte will HP 3,0 bis 3,5 Mrd. $ im Jahr sparen, wie die Firma am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto mitteilte.</p> <p>Die Massnahmen seien schwierig, aber notwendig, erkl&auml;rte Konzernchefin Meg Whitman. Sie k&auml;mpft dagegen an, dass das Gesch&auml;ft von HP zur&uuml;ckgeht und der Konzern die Marktf&uuml;hrerschaft zu verlieren droht.</p> <p>Im zweiten Gesch&auml;ftsquartal von Februar bis April dieses Jahres ging der Umsatz um 3% auf 30,7 Mrd. $ zur&uuml;ck, und der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31% auf 1,6 Mrd. $ nach. Mit einem massiven Stellenabbau beim Computerunternehmen war bereits gerechnet worden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991715</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Tragbarkeitsrechnung 1.0  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991698</link>
         <description><![CDATA[  Wohneigentum ist in der Schweiz weiterhin sehr gefragt. Ist das passende Objekt gefunden, gilt es dieses noch zu finanzieren. Vor allem Banken bieten im Internet &laquo;Hypothekenrechner&raquo; an, die beim Kalkulieren helfen sollen - nicht alle k&ouml;nnen gleich viel.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Wohneigentum ist in der Schweiz weiterhin sehr gefragt. Ist das passende Objekt gefunden, gilt es dieses noch zu finanzieren. Vor allem Banken bieten im Internet &laquo;Hypothekenrechner&raquo; an, die beim Kalkulieren helfen sollen - nicht alle k&ouml;nnen gleich viel.</b><br /><br /><p class="autor">Michael Sch&auml;fer</p> <p>Angesichts der stetig steigenden Immobilienpreise in der Schweiz fragt man sich: Wer kann das bezahlen? Paradoxerweise gab es in den vergangenen Jahren nicht weniger, sondern immer mehr Haushalte, f&uuml;r welche die &laquo;eigenen vier W&auml;nde&raquo; erschwinglich geworden sind. Dies kommt daher, dass der Preisanstieg durch den Effekt der gesunkenen Zinsen mehr als wettgemacht wurde. Wer trotz angespannter Lage am Immobilienmarkt f&uuml;ndig geworden ist und auch noch den Zuschlag erhalten hat, kann sich mit der letzten H&uuml;rde besch&auml;ftigen: der Finanzierung.</p> <h4>Traum vom Traumhaus</h4> <p>Damit der Traum von der Wunschimmobilie nicht im letzten Augenblick wie eine Seifenblase zerplatzt, ist es ratsam, bereits fr&uuml;h abzukl&auml;ren, &uuml;ber welchen finanziellen Spielraum man verf&uuml;gt. Ist dieser einmal bekannt, l&auml;sst sich auch die Objektsuche &uuml;ber die verschiedenen Kan&auml;le wie Makler, Printmedien oder Onlineportale gezielter gestalten. Wie hoch das Budget maximal ist, l&auml;sst sich relativ einfach und schnell mit einem sogenannten Hypothekenrechner absch&auml;tzen. Einen solchen stellen viele Finanzdienstleister auf ihrer Website zur Verf&uuml;gung.</p> <p>Ob eine Immobilie im Rahmen der finanziellen M&ouml;glichkeiten liegt, h&auml;ngt nicht nur davon ab, ob der K&auml;ufer den Preis bezahlen kann, sondern vor allem auch von seiner F&auml;higkeit, die resultierenden Verpflichtungen k&uuml;nftig zu tragen. Genau an diesen Punkten setzen die Rechner an: Ausgehend von den verf&uuml;gbaren Eigenmitteln sowie dem Einkommen des Haushalts wird eruiert, wie hoch der Kaufpreis maximal sein darf und damit auch, welche Kreditsumme die Bank zu vergeben bereit ist. Als Faustregel gilt, dass der K&auml;ufer mindestens 20% an Eigenmitteln aufbringen muss. Die mit der Immobilie verbundenen Ausgaben, zu denen die laufenden Kosten (z. B. Nebenkosten oder Unterhalt), die Zinsen und allf&auml;llige Amortisationen z&auml;hlen, sollten ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht &uuml;bersteigen. Dank dem sehr niedrigen Zinsniveau erscheinen derzeit auch hohe Betr&auml;ge als finanzierbar, wenn man die gegenw&auml;rtigen Konditionen f&uuml;r Hypotheken als Basis f&uuml;r die Kalkulation anwendet.</p> <p>Da nicht damit gerechnet werden kann, dass diese dauerhaft Bestand haben, sind in den Hypothekenrechnern immer auch kalkulatorische Zinsen hinterlegt, die beispielsweise bei 5% und damit markant &uuml;ber den heutigen S&auml;tzen liegen. F&uuml;r die laufenden Kosten wird meist 1% des Verkehrswerts veranschlagt, und eine Amortisation wird von den Kreditinstituten in der Regel gefordert, wenn mehr als zwei Drittel des von ihnen ermittelten Verkehrswerts zu finanzieren sind. Erst wenn der K&auml;ufer die Summe aller Kosten mit seinem Einkommen komfortabel bestreiten kann, wird er von der Bank die Kreditzusage erhalten.</p> <p>Bei einem Verkehrswert von 1,5 Mio. Fr., von denen 1 Mio. Fr. zu finanzieren sind, sind allein die kalkulatorischen Zinsen und laufenden Kosten mit insgesamt 60 000 Fr. pro Jahr zu veranschlagen, so dass die Tragbarkeit erst ab einem Bruttoeinkommen von rund 180 000 Fr. gegeben ist, selbst wenn keine Amortisationen geplant bzw. von der Bank gefordert sind.</p> <h4>Individuelle Stresstests</h4> <p>F&uuml;r Banken stellen sogenannte Stresstests heutzutage eine Normalit&auml;t dar. Ziel dieser Simulationen ist es, zu eruieren, ob ein Institut auch unter widrigen wirtschaftlichen Umst&auml;nden &uuml;ber gen&uuml;gend Kapital verf&uuml;gt und somit als solide angesehen werden kann. Auch f&uuml;r Immobilienk&auml;ufer besteht ein Risiko, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert, wodurch die urspr&uuml;nglich gegebene Tragbarkeit der Finanzierung gef&auml;hrdet w&auml;re. Sie k&ouml;nnen mithilfe eines Hypothekenrechners durchspielen, wie sich ver&auml;nderte Rahmenbedingungen auf die Tragbarkeit ihrer Immobilienfinanzierung auswirken und somit ihre eigenen Stresstests durchf&uuml;hren. So k&ouml;nnen sie die Auswirkungen eines geplanten (z. B. wegen der Gr&uuml;ndung einer Familie) oder auch ungeplanten (z. B. wegen Arbeitslosigkeit oder Berufsunf&auml;higkeit) R&uuml;ckgangs des Haushaltseinkommens durchspielen, ebenso wie einen &uuml;ber den kalkulatorischen Satz hinausgehenden Zinsanstieg.</p> <h4>Lockmittel f&uuml;r Interessenten</h4> <p>Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und seine Immobilienfinanzierung mit allen Eventualit&auml;ten durchrechnen m&ouml;chte, st&ouml;sst bald an Grenzen: Die Rechner sind keine Allesk&ouml;nner, und nicht alle k&ouml;nnen gleich viel. Teilweise ist es gar nicht m&ouml;glich, die Kreditsumme auf mehrere Hypotheken mit unterschiedlichen Laufzeiten aufzuteilen. Eine solche Diversifikation wird von den Banken regelm&auml;ssig empfohlen. Ebenso ist es nicht m&ouml;glich, einen langfristigen Plan zu erstellen, in dem Amortisationen und Anschlussfinanzierungen erfasst werden. Auch steuerliche Aspekte, die beim Immobilienkauf sehr wichtig sind, werden selten ber&uuml;cksichtigt.</p> <p>Unter dem Strich sind sie aber n&uuml;tzliche Werkzeuge, da sie es angehenden Immobilienbesitzern erlauben, sich fr&uuml;h mit der Materie zu besch&auml;ftigen. Wie ein Hypothekenspezialist anmerkt, ist es in den meisten F&auml;llen der erste Kauf, und viele wissen gar nicht, was alles auf sie zukommt. Neben den Informationen erh&auml;lt man auch einen ersten Eindruck &uuml;ber die Dienstleistungen der verschiedenen Anbieter und kann so eine Vorselektion treffen, wo man sich konkret beraten lassen will. Das ist sicherlich die andere Funktion der Hypothekenrechner: m&ouml;glichst viele Interessenten in die Bankfiliale zu locken.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991698</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Der gewagte Blick in die Zukunft  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991705</link>
         <description><![CDATA[  Obwohl kein Gesetzeszwang besteht, wird von Firmen erwartet, dass sie sich zur Zukunft ihrer Gesch&auml;fte &auml;ussern. Verzichten sie, haben sie Kursabschl&auml;ge zu gew&auml;rtigen und vergeben sich die Chance, bei der Bestimmung ihres Marktwerts mitzureden.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Obwohl kein Gesetzeszwang besteht, wird von Firmen erwartet, dass sie sich zur Zukunft ihrer Gesch&auml;fte &auml;ussern. Verzichten sie, haben sie Kursabschl&auml;ge zu gew&auml;rtigen und vergeben sich die Chance, bei der Bestimmung ihres Marktwerts mitzureden.</b><br /><br /><p class="autor">Sergio Aiolfi</p> <p>B&ouml;rsenkotierte Unternehmen sind von Gesetzes wegen gehalten, &uuml;ber ihre Gesch&auml;fte wahrheitsgetreu und &laquo;fair&raquo; zu informieren. Diese Auskunftspflicht bezieht sich indessen nur auf Vergangenes; Vorschriften, die Firmen dazu n&ouml;tigen, Aussagen &uuml;ber den k&uuml;nftigen Gang der Dinge zu machen, gibt es keine. Prognosen sind freiwillig - ziehen jedoch eine Informationspflicht nach sich, sobald einem Management klar wird, dass die vorausgesagten Vorgaben nicht zu erreichen sind. In diesem Fall wird ein Unternehmen eine Ad-hoc-Meldung in Form einer &laquo;Gewinnwarnung&raquo; publizieren m&uuml;ssen. F&uuml;r die Investoren ist ein solches Alarmsignal meist mit einer Wertminderung der Aktien verbunden, f&uuml;r das Management der warnenden Firma mit einem Verlust an Reputation.</p> <h4>Mit beschr&auml;nkter Haftung</h4> <p>Prognosen enthalten nebst den F&auml;hrnissen f&uuml;r Firmenf&uuml;hrung und Investoren weitere Risiken.&sup1; Ein Unternehmen, das pr&auml;zise Angaben &uuml;ber die zu erwartende Gesch&auml;ftsentwicklung macht, gew&auml;hrt nicht nur Investoren Einblick in die Gesch&auml;ftspl&auml;ne, sondern - als unwillkommene Nebenwirkung - auch der Konkurrenz. &Uuml;berdies k&ouml;nnen Fehlprognosen zu Klagen f&uuml;hren oder Kunden und Lieferanten dazu bewegen, eine Neuaushandlung von Vertr&auml;gen zu fordern. Gegen diese Gefahren versuchen sich die Firmen mittels eines &laquo;Disclaimers&raquo; abzusichern, einer Haftungsausschluss-Erkl&auml;rung, die mittlerweile jeder Firmenmitteilung mit vorausschauendem Charakter angef&uuml;gt wird. In standardisierter Form findet sich hier der Hinweis, dass die publizierte Information &laquo;mit betr&auml;chtlichen Unsicherheiten (. . .) was gesch&auml;ftliche, wirtschaftliche und finanzielle Faktoren anbelangt&raquo; behaftet sei, und dass &laquo;die tats&auml;chlichen Resultate wesentlich von der Vorhersage abweichen k&ouml;nnen&raquo;.</p> <p>Trotz den Risiken, die mit Erfolgsprognosen einhergehen, sind die kotierten Schweizer Firmen in der Regel, und wenn die Visibilit&auml;t es erlaubt, bereit, Aussagen &uuml;ber die zu erwartende Entwicklung von Umsatz und Gewinn zu machen. Einer der Gr&uuml;nde, warum sie sich auf ein so waghalsiges Unterfangen einlassen, ist der von der Konkurrenz ausgehende Druck. Einem Management wird es schwerfallen, auf die Abgabe einer Prognose zu verzichten, wenn andere Vertreter derselben Branche den Investoren Voraussagen pr&auml;sentieren; ein Management, welches schweigt, setzt sich dem Verdacht aus, entweder etwas zu verbergen oder sich ungen&uuml;gend mit den Gesch&auml;ftsperspektiven und Marktentwicklungen besch&auml;ftigt zu haben. Druck zur Prognosepublikation entsteht schliesslich auch deshalb, weil Finanzanalytiker auf eine &laquo;Guidance&raquo; pochen, auf Hinweise, die ihnen erlauben, ihre Prognosemodelle &agrave; jour zu halten. Wie Gespr&auml;che mit diesen professionellen Prognostikern indessen zeigen,&sup2; werden von den Firmen nicht pr&auml;zise (und deshalb meist wenig glaubw&uuml;rdige) Umsatz-und Ertragsvoraussagen erwartet; es gen&uuml;gt, wenn sie, wie Nestl&eacute; das seit Jahren vorexerziert, Bandbreiten nennen, in denen sich das (organische) Erl&ouml;swachstum und die Margen mittelfristig bewegen sollen.</p> <p>Unternehmen geben allerdings nicht nur Prognosen ab, weil sie vom Markt dazu gen&ouml;tigt werden, sondern auch, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen. Erreicht ein Management die genannten Ziele, wird dies sein Ansehen heben. Ausserdem kann das Erf&uuml;llen des Plansolls die Basis bilden f&uuml;r eine H&ouml;herbewertung der Aktie und eine Senkung der Kapitalkosten. Und nicht zuletzt haben die Unternehmen ein Interesse daran, das zwischen ihnen und den Analytikern bestehende Wissensgef&auml;lle zu verringern und auf eine realistische Erwartungshaltung der Anleger hinzuwirken; das Ausr&auml;umen von Risiken und das Vermeiden negativer &Uuml;berraschungen wird in der Fachliteratur immer wieder als zentrales Ziel des &laquo;Erwartungs-Managements&raquo; genannt.</p> <p>Mit dem Ausbruch der Finanzkrise haben sich die Arbeitsbedingungen f&uuml;r die Prognostiker der Firmen allerdings grundlegend ver&auml;ndert. Seit 2008 sind Einsch&auml;tzungen von Marktentwicklungen schwieriger geworden, und die W&auml;hrungsturbulenzen, die 2010/11 einsetzten, haben die Visibilit&auml;t zus&auml;tzlich verschlechtert. Als Folge davon haben einige Firmen quer durch die Schweizer Industrielandschaft die Waffen gestreckt und zumindest zeitweise darauf verzichtet, den Anlegern einen Ausblick zu pr&auml;sentieren. Die Beispiele Prognose-scheuer Unternehmen reichen von Georg Fischer, Holcim &uuml;ber Lonza, die Medtech-Firmen Synthes und Nobel Biocare bis zum Energieunternehmen Alpiq oder den Logistikern Panalpina sowie K&uuml;hne + Nagel. Von der B&ouml;rse wird eine solche Funkstille meist mit Kursabschl&auml;gen quittiert, da man davon ausgeht, dass bei einem Betrieb, der erkl&auml;rtermassen im Dunkeln tappt, die Gefahr einer negativen &Uuml;berraschung gr&ouml;sser ist als die Chance einer positiven.</p> <h4>Alarm muss kein Ungl&uuml;ck sein</h4> <p>Von den auch in der Krise kommunizierenden Unternehmen mussten viele &laquo;Gewinnwarnungen&raquo; aussprechen, eine Schmach, auf die der Aktienmarkt in der Regel reflexartig mit Kursabschl&auml;gen reagiert. Wie sich im Gespr&auml;ch mit Analytikern jedoch zeigt, werden diese Alarmsignale nicht immer als Unheil empfunden, und es kommt auch nicht in jedem Fall zu einem K&ouml;pferollen in den Chefetagen; entscheidend ist, welche Begr&uuml;ndung das Management f&uuml;r das Alarmsignal liefert. Das Beispiel des Kioskbetreibers und Logistikunternehmens Valora zeigt, dass ein CEO eine Reihe von &laquo;Gewinnwarnungen&raquo; &uuml;berstehen kann, wenn es ihm gelingt, glaubhaft darzulegen, dass die Ursachen f&uuml;r den Misserfolg nicht hausgemacht, sondern exogener Natur sind, in diesem Fall mit dem Schwund des Presse-Gesch&auml;fts zu tun haben. Analytiker sind meist milder zu stimmen, wenn man ihnen die M&ouml;glichkeit einr&auml;umt, die Entstehung eines negativen Resultats nachzuvollziehen.</p> <h4>Verzicht auf Deutungshoheit</h4> <p>H&uuml;llt sich ein Unternehmen in Schweigen, riskiert es nicht nur eine Belastung des Aktienkurses, sondern beraubt sich auch der M&ouml;glichkeit, Einfluss auf die Marktbewertung zu nehmen. Die Erwartungsbildung, welche die B&ouml;rsenperformance bestimmt, wird in diesem Fall vollumf&auml;nglich den Analytikern und dem Markt &uuml;berlassen. Dabei w&auml;re es gerade in Zeiten geringer Visibilit&auml;t von Vorteil, die Deutungshoheit nicht v&ouml;llig aus der Hand zu geben. Auch die Analytiker sind nicht darauf erpicht, dass man ihnen das Feld der Voraussagen kampflos &uuml;berl&auml;sst; selbst unter misslichen Umst&auml;nden erwarten sie von einer Firmenf&uuml;hrung zumindest eine Orientierung &uuml;ber mittelfristige Ziele. Die Unternehmen sollten auf solche Hilfestellungen nicht verzichten und sicherstellen, dass sie bei der Festsetzung ihres B&ouml;rsenwerts ein Minimum an Mitsprache bewahren.</p> <p class="fussnote">1 Die Dissertation von Claudio Passardi: Erfolgspublizit&auml;t. Kapitalmarktorientierte Berichterstattung zur Unternehmensperformance.. (Schulthess Juristische Medien, Z&uuml;rich 2006) enth&auml;lt eine ausf&uuml;hrliche Kosten/Nutzen-Analyse. Vgl. auch Olivia Senn: Gewinnerwartungs-Management in der Schweiz. Analyse anhand zweier Fallstudien, Diplomarbeit am Institut f&uuml;r schweizerisches Bankwesen der Universit&auml;t Z&uuml;rich, 2006. 2 Gespr&auml;che wurden gef&uuml;hrt mit Rainer Skierka (Bank Sarasin), Ren&eacute; Weber (Bank Vontobel), Martin Voegtli (Kepler Capital Markets) und Martin H&uuml;sler (Z&uuml;rcher Kantonalbank).</p> <p>ai. Im Unterschied zu Deutschland, wo Unternehmen de facto verpflichtet sind, &uuml;ber die voraussichtliche Entwicklung der Gesch&auml;fte zu berichten, basieren Prognosen in der Schweiz auf Freiwilligkeit. Entscheidet sich eine Firma indessen zu einer Vorausschau, hat sie sich an die von der Schweizer B&ouml;rse erlassenen Richtlinien zur Ad-hoc-Publizit&auml;t zu halten. Diese schreiben etwa vor, dass eine &laquo;Gewinnwarnung&raquo; zu publizieren ist, wenn eine vom Unternehmen selbst geweckte Erwartung korrigiert werden muss; das ist der Fall, wenn das Gesch&auml;ftsergebnis voraussichtlich &laquo;nennenswert&raquo; von der Prognose abweicht. Die Firma darf dabei mit dem Warnsignal nicht zuwarten, bis sie &uuml;ber genaue Zahlen verf&uuml;gt; die Kenntnis der Spannweite der Abweichung gen&uuml;gt.</p> <p>Aber auch Firmen, die keine Prognose publizieren, sind mitunter verpflichtet, Ad-hoc-Mitteilungen zu publizieren; f&auml;llig wird eine Nachricht dann, wenn ein Verlust (oder Gewinn) &laquo;erheblich&raquo; vom Vorjahresresultat abweicht.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991705</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Einmalige Erlöse beflügeln Raiffeisen Bank International  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991775</link>
         <description><![CDATA[  Die Raiffeisen Bank International ist gut ins Jahr 2012 gestartet. Auch bez&uuml;glich der Mitte Jahr zu erreichenden Kernkapitalquote liegt Raiffeisen im Plan.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Raiffeisen Bank International ist gut ins Jahr 2012 gestartet. Auch bez&uuml;glich der Mitte Jahr zu erreichenden Kernkapitalquote liegt Raiffeisen im Plan.</b><br /><br /><p class="autor">Matth&auml;us Kattinger, Wien</p> <p>F&uuml;r das erste Quartal 2012 weist Raiffeisen Bank International (RBI) mit 541 (i. V. 270) Mio. &euro; einen verdoppelten Konzerngewinn aus. Allerdings wird dieser Zuwachs von zwei Sondereffekten im Zusammenhang mit den Vorgaben der Europ&auml;ischen Bankenaufsicht (EBA) zum Kernkapital &uuml;berzeichnet. So ergab sich aus Verk&auml;ufen von Wertpapieren aus dem Bestand ein Gewinn von 159 Mio. &euro; vor Steuern; ausserdem wurde durch den vorzeitigen R&uuml;ckkauf von Hybrid-Anleihen in H&ouml;he von 358 Mio. &euro; ein Ergebnisbeitrag vor Steuern von netto 113 Mio. &euro; erm&ouml;glicht.</p> <p>Einen wesentlichen Beitrag zur Verdoppelung des Nettogewinns lieferten aber auch die um fast 27% gesunkenen Vorsorgen f&uuml;r Kreditrisiken; f&uuml;r diese mussten statt 208 Mio. im ersten Quartal 2011 heuer nur noch 153 Mio. &euro; (netto) dotiert werden. Verantwortlich daf&uuml;r sind vor allem die Segmente GUS bzw. Unternehmensfinanzierung: So machten sich in der Ukraine die von den Retail-Kunden eingebrachten Sicherheiten positiv bemerkbar, im Firmenkundengesch&auml;ft konnten etliche Vorsorgen aufgel&ouml;st werden. Die notleidenden Kredite an Nichtbanken stiegen gegen&uuml;ber dem vierten Quartal 2011 um 4% auf 7,3 Mrd. &euro;, wobei sich der Zuwachs auf Ungarn, S&uuml;dosteuropa und &Ouml;sterreich verteilt. Damit erh&ouml;hte sich auch der Anteil der Non-Performing-Loans (innerhalb von 90 Tagen nicht bediente Kredite) um 25 Basispunkte auf 8,9%.</p> <p>Insgesamt liessen die Ertr&auml;ge im operativen Gesch&auml;ft aber etwas zu w&uuml;nschen &uuml;brig, was die allgemeine Unsicherheit auch in Zentral-, Ost- und S&uuml;dosteuropa spiegelt. Der Zins&uuml;berschuss gab aufgrund der in Zentraleuropa um 54 Basispunkte (auf 2,82%) gesunkenen Zinsspanne um 1% nach, der Provisions&uuml;berschuss sank um 3%. Bei unver&auml;nderten Verwaltungsaufwendungen fielen die Betriebsertr&auml;ge um gut 2% - was zu einem um knapp 8% niedrigeren Betriebsergebnis (von 542 Mio. &euro;) f&uuml;hrte.</p> <p>Die Core-Tier-1-Ratio bezogen auf das Gesamtrisiko erreichte 10,2%. Die von der EBA vorgeschriebene harte Kernkapitalquote f&uuml;r systemrelevante Banken von 9% per Mitte Jahr trifft die RBI nur indirekt; systemrelevant im EBA-Sinn ist die Raiffeisen Zentralbank &Ouml;sterreich (RZB), deren gr&ouml;sster Teilkonzern RBI ist. Laut Angaben der RBI betr&auml;gt die Kernkapitalquote der RZB derzeit 9,3%.</p> <p>Der Vorstand der RBI wird am Vormittag in einer Medienorientierung die Ergebnisse des ersten Quartals kommentieren.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991775</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Die begrenzten Mitteleiner Notenbank  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991746</link>
         <description><![CDATA[  In den Vereinigten Staaten muss die Verzweiflung &uuml;ber den Zustand der Wirtschaft gross sein. Vor allem f&uuml;r den Arbeitsmarkt ist nur wenig Hoffnung in Sicht. Die Arbeitslosenquote betr&auml;gt noch rund 8%, eine Besserung ist kaum eingetreten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>In den Vereinigten Staaten muss die Verzweiflung &uuml;ber den Zustand der Wirtschaft gross sein. Vor allem f&uuml;r den Arbeitsmarkt ist nur wenig Hoffnung in Sicht. Die Arbeitslosenquote betr&auml;gt noch rund 8%, eine Besserung ist kaum eingetreten.</b><br /><br /><p class="autor">Matthias M&uuml;ller</p> <p>In den Vereinigten Staaten muss die Verzweiflung &uuml;ber den Zustand der Wirtschaft gross sein. Vor allem f&uuml;r den Arbeitsmarkt ist nur wenig Hoffnung in Sicht. Die Arbeitslosenquote betr&auml;gt noch rund 8%, eine Besserung ist kaum eingetreten. Fraglich bleibt, in welcher Branche die geringqualifizierten Arbeitskr&auml;fte, die einst im amerikanischen Immobilienmarkt t&auml;tig waren, eine neue Stelle finden sollen. Auch an den USA geht die Verlagerung von Stellen, die nur geringe Anforderungen an die Arbeitskr&auml;fte stellen, in L&auml;nder mit niedrigem Lohnniveau nicht vorbei. Die &Ouml;konomen Ken Rogoff und Christina Romer sehen einen Ausweg. Die Konsumenten und Investoren w&uuml;rden ihre Inflationserwartungen wegen der expansiven Geldpolitik der amerikanischen Notenbank nach oben anpassen. Dieser Effekt werde die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulieren. Die Investitionen sollten durch die sinkenden realen Zinss&auml;tze angekurbelt werden, und die Konsumenten w&uuml;rden ihre K&auml;ufe etwa von Autos und H&auml;usern vorziehen, weil diese k&uuml;nftig teurer w&uuml;rden.</p> <p>Diesem theoretischen Ansatz gingen R&uuml;diger Bachmann, Tim O. Berg und Eric R. Sims in ihrer empirischen Studie &laquo;Inflation Expectations and Readiness to Spend: Cross-Sectional Evidence&raquo; nach. Die Basis bildeten die seit 1984 f&uuml;r jeden Monat vorliegenden Daten &uuml;ber die Befragung von 500 Konsumenten durch die Universit&auml;t Michigan. Die Ergebnisse m&uuml;ssen f&uuml;r Rogoff und Romer ern&uuml;chternd sein. Denn erh&ouml;ht sich die Inflationserwartung um 1%, sinkt die Wahrscheinlichkeit um 0,1 Prozentpunkte, dass die Konsumenten ihre Nachfrage verst&auml;rken. Steigende Inflationserwartungen lassen Fragen nach dem wirtschaftspolitischen Kurs aufkommen - die Konsumenten und Investoren werden verunsichert, statt mehr konsumieren und investieren sie weniger. In den siebziger Jahren gab es bereits Diskussionen, ob einer Wirtschaft ein bisschen mehr Inflation nicht gutt&auml;te. Die negativen Ergebnisse sind bekannt. Die Notenbanken brauchten lange, um das Vertrauen zur&uuml;ckzugewinnen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991746</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Spanien kann seine Banken nicht retten»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991927</link>
         <description><![CDATA[  Laut dem &Ouml;konomen Xavier Sala-i-Martin sollte Spanien insolvente Banken schliessen. Die Politik habe sich jedoch dagegen entschieden. Deshalb sieht er nur die &Uuml;bernahme solcher Institute durch einen Krisenfonds der Euro-Zone als Ausweg.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Laut dem &Ouml;konomen Xavier Sala-i-Martin sollte Spanien insolvente Banken schliessen. Die Politik habe sich jedoch dagegen entschieden. Deshalb sieht er nur die &Uuml;bernahme solcher Institute durch einen Krisenfonds der Euro-Zone als Ausweg.</b><br /><br /><p class="autor">Christoph Eisenring, Washington</p> <p>&Ouml;konomen haben in der Rezession Hochkonjunktur. Dies trifft derzeit besonders auf den an der New Yorker Columbia University lehrenden Xavier Sala-i-Martin zu, einen geb&uuml;rtigen Spanier. Wie sollte Spanien seine Bankenkrise l&ouml;sen? Der 49-J&auml;hrige w&uuml;rde es begr&uuml;ssen, wenn insolvente Banken geschlossen w&uuml;rden, so wie dies die US-Einlagenversicherung FDIC Ende der 1980er Jahre mit Hunderten von Sparkassen gemacht habe. Doch diese L&ouml;sung h&auml;tten Spanien und Europa verworfen, sagt er im Gespr&auml;ch. Deutschland und Frankreich bef&uuml;rchteten, dass die Krise auf ihre Banken &uuml;bergreifen w&uuml;rde, wenn insolvente spanische Institute abgewickelt und Bankgl&auml;ubiger hohe Verluste erleiden w&uuml;rden. Wenn man aber keine Banken schliessen wolle, m&uuml;sse man sich fragen, woher das Geld kommen solle, um den Kapitalmangel bei &uuml;berschuldeten Instituten zu decken. Private seien derzeit kaum bereit, Kapital in den Sektor zu stecken. Also werde es zum gr&ouml;ssten Teil &ouml;ffentliches Geld sein. Doch soll dieses von Spanien oder aus der Euro-Zone stammen?</p> <h4>Unklares Ausmass</h4> <p>Die erste Variante h&auml;lt der &Ouml;konom f&uuml;r nicht realistisch. Er verweist darauf, dass Sch&auml;tzungen &uuml;ber den zus&auml;tzlichen Wertberichtigungsbedarf auf Krediten an Unternehmen, Hausbesitzer, Baufirmen und Projektentwickler auf 50 Mrd. &euro; bis 300 Mrd. &euro; lauten. W&auml;hrend die Regierung die Banken Anfang Jahr aufgefordert hat, zus&auml;tzliche R&uuml;ckstellungen von 80 Mrd. &euro; zu bilden, sch&auml;tzt etwa das Center for European Policy Studies in Br&uuml;ssel den noch n&ouml;tigen Vorsorgebedarf mit 270 Mrd. &euro; deutlich h&ouml;her ein. Mehr Klarheit &uuml;ber die Lasten verspricht sich der &Ouml;konom von der Pr&uuml;fung des Sektors durch die vom Staat beauftragten Beratungsfirmen Oliver Wyman und Roland Berger. Die gr&ouml;ssten drei spanischen Banken, Santander, BBVA und La Caixa, h&auml;lt er dabei f&uuml;r vergleichsweise robust. Die Probleme liegen besonders bei Regionalbanken und Sparkassen, die im Immobilienboom stark gewachsen sind.</p> <h4>Spanien als n&auml;chstes &laquo;Irland&raquo;</h4> <p>Gehe man hypothetisch von notwendigen Wertberichtigungen in der Gr&ouml;ssenordnung von mindestens 200 Mrd. &euro; (20% des Bruttoinlandprodukts, BIP) aus, k&ouml;nne der spanische Staat ein solches Loch nicht stopfen. In diesem Fall stiege n&auml;mlich das Haushaltsdefizit auf &uuml;ber 25% des BIP. Dadurch w&uuml;rden die Zinsen, die Spanien bezahlen m&uuml;sste, um am Kapitalmarkt Geld aufzunehmen, in die H&ouml;he schnellen. Spanien w&uuml;rde dann zu einem zweiten Irland. So hatte Irland einen grossen Teil der Bankschulden staatlich garantiert. Als diese Garantie f&auml;llig wurde, wurde die Schuldenlast zu gross. Die Schuldenquote des spanischen Staates betr&auml;gt derzeit zwar &laquo;erst&raquo; 69% des BIP. Dies ist weniger als in Deutschland oder Frankreich. Trotzdem bezahlt das Land viel h&ouml;here Zinsen, weil die Verschuldung stark w&auml;chst und Investoren damit rechnen, dass Spanien die Banken weiter st&uuml;tzen wird.</p> <p>Wenn Spanien seine Banken mit viel Geld retten w&uuml;rde, verl&ouml;ren spanische Staatsobligationen noch einmal stark an Wert. Die Banken m&uuml;ssten dann auch auf diesen Best&auml;nden Verluste verbuchen, wodurch sich die Abw&auml;rtsspirale beschleunigen w&uuml;rde, erkl&auml;rt Sala-i-Martin. Es drohe dann die Gefahr einer Krise, die &auml;hnlich gravierend sein k&ouml;nnte wie diejenige im Zug der Insolvenz von Lehman Brothers, meinte er warnend. Dass der Euro-Krisenfonds (EFSF) Geld nach Madrid &uuml;berweist, das dann f&uuml;r die Bankenrettung eingesetzt w&uuml;rde, stellt f&uuml;r Sala-i-Martin ebenfalls keinen gangbaren Weg dar, da wiederum die Schuldenlast Spaniens auf ein nicht tragbares Niveau stiege.</p> <h4>Tarp f&uuml;r die Euro-Zone</h4> <p>Die einzige valable Alternative - wenn man die Schliessung und Abwicklung von Instituten ausschliesst - ist deshalb in seinen Augen, dass die Euro-Zone direkt in spanische Banken einsteigt. Angesichts des m&ouml;glichen Bedarfs auch in anderen L&auml;ndern sollte ein solcher Krisenfonds laut Sala-i-Martin &uuml;ber rund 700 Mrd. &euro; verf&uuml;gen. Man w&uuml;rde damit dem Beispiel der USA folgen, die ihre Banken im Zug von Lehman Brothers unterst&uuml;tzt hatten. Das Troubled Asset Relief Program (Tarp) hatte sich urspr&uuml;nglich auf 700 Mrd. $ belaufen. Der Spanier ist &uuml;berzeugt, dass es f&uuml;r Deutschland g&uuml;nstiger w&auml;re, spanische Banken zu retten als den spanischen Staat.</p> <p>Der Krisenfonds w&auml;re dann Eigent&uuml;mer der Banken, k&ouml;nnte eine Bank also restrukturieren und sie sp&auml;ter vielleicht sogar mit Gewinn ver&auml;ussern. So h&auml;tten die USA mit ihren Tarp-Beteiligungen an Grossbanken kein Geld verloren. Doch im Moment sehe er nicht, dass Deutschland auf diesen Weg einschwenke. Das Mandat der EFSF verbietet ein direktes Engagement bei Banken. Sala-i-Martin ist deshalb pessimistisch bei der Frage, ob man der Krise Herr wird.</p> <p>Nun ist Spanien bei der Bek&auml;mpfung der Bankenkrise nicht unt&auml;tig geblieben. So wurde innert kurzer Zeit die Zahl der regionalen Sparkassen, die besonders am Immobilienmarkt engagiert sind, durch Zusammenschl&uuml;sse von 45 auf 11 reduziert. Weshalb hat dies kein Vertrauen in den Sektor zur&uuml;ckgebracht? Wenn man zwei Banken habe, die beide L&ouml;cher in der Kapitaldecke h&auml;tten, dann f&uuml;hre ein Merger doch nicht dazu, dass diese L&ouml;cher verschw&auml;nden, antwortet Sala-i-Martin. Das Grundproblem bestehe darin, dass bei diesen Banken nicht gen&uuml;gend Verm&ouml;genswerte vorhanden seien, um alle Verbindlichkeiten zu decken. Daran &auml;ndere eine Fusion nichts.</p> <h4>Euro-Bonds als falscher Weg</h4> <p>Nichts h&auml;lt der &Ouml;konom vom Vorschlag, dass die Euro-Zone Staatsanleihen auflegt, hinter denen alle Staaten - und damit vorrangig Deutschland - st&uuml;nden. Solche Euro-Bonds w&uuml;rden nur als Keim dienen f&uuml;r die n&auml;chste Krise. Die Schwierigkeiten seien gerade dadurch entstanden, dass sich die unterschiedlichen Risiken in der Finanzpolitik der L&auml;nder kaum mehr in den Zinsen gespiegelt h&auml;tten. Dadurch h&auml;tten sich L&auml;nder wie Spanien und Griechenland viel zu g&uuml;nstig verschulden k&ouml;nnen. Wenn man zwei verschiedene Regierungen habe, die unterschiedliche Risiken eingingen, sollte man auch zwei unterschiedliche Zinss&auml;tze auf Anleihen haben, ist Sala-i-Martin &uuml;berzeugt.</p> <p>In der G-8 wurde am Wochenende dar&uuml;ber diskutiert, ob L&auml;nder wie Spanien zu stark sparten und stattdessen mehr f&uuml;r das &laquo;Wachstum&raquo; tun sollten. Derzeit lautet das Ziel f&uuml;r Spanien, dass es das Haushaltsdefizit 2013 auf 3% der Wirtschaftsleistung reduziert. Laut Sala-i-Martin sollte man hier nicht p&auml;pstlicher als der Papst sein. Wenn sich die Wirtschaft schlechter entwickle als erwartet, solle man dieses Ziel verschieben. Gleichzeitig h&auml;lt er aber nichts davon, dass der Staat mehr Geld ausgibt, um das Wachstum anzukurbeln. Mit langfristigem Wachstum habe dies nichts zu tun. Dieses sei abh&auml;ngig von Innovationen, die die Produktivit&auml;t erh&ouml;hten, der Offenheit einer Volkswirtschaft und anderen Faktoren. Man m&uuml;sse deshalb dar&uuml;ber nachdenken, weshalb s&uuml;dliche Euro-L&auml;nder nicht konkurrenzf&auml;hig seien, sagt der &Ouml;konom, der f&uuml;r das World Economic Forum allj&auml;hrlich eine Rangliste hinsichtlich der Wettbewerbsf&auml;higkeit der L&auml;nder erstellt.</p> <div class="box"> <h3>Von Wachstum und Fussball</h3> <p>cei. Washington Was treibt das Wachstum einer Volkswirtschaft? Dies ist eine der Hauptfragen, mit denen sich der an der Columbia University lehrende &Ouml;konom Xavier Sala-i-Martin besch&auml;ftigt. Es sind laut seiner Forschung langfristig nicht Investitionen in die physische Infrastruktur, etwa der Bau neuer Strassen oder Schulen, die eine Wirtschaft reicher machen. Nur mehr und neue Ideen k&ouml;nnten den Trend aufhalten, dass zus&auml;tzliche Investitionen - mehr vom selben - die Wirtschaftsleistung um immer weniger erh&ouml;hten. Weil Ideen das &laquo;Gesetz des abnehmenden Grenzertrags&raquo; aufheben k&ouml;nnten, ist er f&uuml;r die Entwicklung der Menschheit optimistisch. Denn der menschlichen Erfindungskraft seien keine Grenzen gesetzt.</p> <p>Sala-i-Martin hat mit Robert Barro das Lehrbuch &laquo;Economic Growth&raquo; verfasst und zeichnet f&uuml;r die vom World Economic Forum j&auml;hrlich publizierte Rangliste &uuml;ber die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Nationen (&laquo;Global Competitiveness Report&raquo;) mitverantwortlich. F&uuml;r Aufsehen gesorgt hat Sala-i-Martin auch durch eine lebhafte Auseinandersetzung mit &Ouml;konomen der Weltbank. Schon vor einem Jahrzehnt hatte seine Forschung ergeben, dass die Zahl der in extremer Armut lebenden Personen auf der Welt seit 1970 r&uuml;ckl&auml;ufig ist. Zudem ist gem&auml;ss seinen empirischen Auswertungen die globale Einkommensverteilung &uuml;ber die Zeit gleicher geworden. Mittlerweile stellt auch die Weltbank grosse Fortschritte bei der globalen Verringerung der Armut fest. Der umtriebige &Ouml;konom hat auch eine NGO mit dem Namen &laquo;umbele&raquo; (Swahili f&uuml;r Zukunft) gegr&uuml;ndet, die in Schwarzafrika kleinere Projekte unterst&uuml;tzt, etwa ein Ausbildungsprogramm, das sich besonders an weibliche Teenager richtet.</p> <p>Sala-i-Martin lebt und lehrt in New York, der Katalane weilt indessen auch oft in Barcelona. Dort ist der 49-J&auml;hrige eine Ber&uuml;hmtheit. Dies hat weniger mit seiner Rolle als renommierter &Ouml;konom zu tun als damit, dass er von 2003 bis 2010 im Vorstand des FC Barcelona war, interimistisch sogar als Pr&auml;sident. 2009 hatte Barcelona unter anderem die Champions League gewonnen.</p> </div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991927</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Bremsspuren im Aussenhandel  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991923</link>
         <description><![CDATA[  Der deutliche R&uuml;ckgang der Nachfrage nach Schweizer Produkten in der EU erweist sich f&uuml;r die hiesigen Exporteure zusehends als Belastung.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der deutliche R&uuml;ckgang der Nachfrage nach Schweizer Produkten in der EU erweist sich f&uuml;r die hiesigen Exporteure zusehends als Belastung.</b><br /><br /><p class="autor">Nicole R&uuml;tti</p> <p>Obwohl sich die Schweizer Volkswirtschaft in Anbetracht der konjunkturellen und politischen Turbulenzen in Europa bisher relativ robust behaupten konnte, hinterl&auml;sst die Euro-Krise im Aussenhandel doch zusehends breitere Spuren. So glitten die Schweizer Exporte im April im Vergleich mit der Vorjahresperiode sowohl nominal (-4,9%) als auch real (-3,9%) deutlich zur&uuml;ck. Arbeitstagbereinigt w&auml;re der R&uuml;ckgang (-5,2%) noch st&auml;rker ausgefallen. Der bereits in den vergangenen Monaten erkennbare Abw&auml;rtstrend hat sich damit akzentuiert. Ein &auml;hnlich tr&uuml;bes Bild zeigt sich auch bei den Importen (nominal: -4,7%, real: -1,5%). Nach wie vor &uuml;bertrafen die Exporte (15,2 Mrd. Fr) die Importe (13,9 Mrd. Fr.) bei weitem, so dass in der Handelsbilanz immerhin ein klarer &Uuml;berschuss in H&ouml;he von 1,3 Mrd. Fr. resultierte.</p> <p>Dass das Minus bei den Ausfuhren nicht noch st&auml;rker ausfiel, war wie bereits in den Vormonaten der Uhrenindustrie sowie der Chemie zu verdanken (vgl. Grafik), die als einzige Exportbranchen ihre Auslandums&auml;tze steigern konnten. Die Uhrenbranche verzeichnete dabei erneut die h&ouml;chsten Zuw&auml;chse, hat aber im Vergleich zur ph&auml;nomenalen Entwicklung der zur&uuml;ckliegenden Monate sichtlich an Dynamik eingeb&uuml;sst. Die h&ouml;chsten R&uuml;ckschl&auml;ge erlitt wiederum die Papier- beziehungsweise Grafikindustrie, aber auch die Maschinen- und Elektroindustrie, die nach der Chemie zweitwichtigste Exportbranche, verbuchte im Ausland markante Umsatzeinbussen. Die am Donnerstag bekanntgegebenen Zahlen des Branchenverbands Swissmem lassen ebenfalls darauf schliessen, dass der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie die Krise stark zu schaffen macht. Vor allem mit Blick auf die Bestellungseing&auml;nge haben die traditionellen Industriefirmen gr&ouml;ssere R&uuml;ckschl&auml;ge zu beklagen.</p> <p>Die geografische Aufschl&uuml;sselung bekr&auml;ftigt den negativen Einfluss der Euro-Krise. So sank die Nachfrage nach Schweizer Produkten in den europ&auml;ischen L&auml;ndern im April um 7,4%. Ausgepr&auml;gt war der Einbruch bei den sogenannten Probleml&auml;ndern Griechenland (-16,4%) und Italien (-10,6%) - aber auch in Frankreich (-10,3%) sowie Grossbritannien (-17,7%) und vor allem in Irland (-70,4%), wobei im letzten Fall gem&auml;ss Angaben der Eidgen&ouml;ssischen Zollverwaltung die stark schwankenden Einfuhren von Schweizer Chemikalien und Pharmazeutika ins Gewicht fielen.</p> <p>Im Gegenzug war der R&uuml;ckgang der Schweizer Exporte in Richtung Deutschland (-1,3%) vergleichsweise bescheiden. Auch die Nachfrage Asiens - bisher die wichtigste Wachstumsst&uuml;tze der hiesigen Exportwirtschaft - glitt um 2% zur&uuml;ck. Augenf&auml;llig ist, dass vor allem die Ausfuhren in Richtung China (-23,2%) in den zur&uuml;ckliegenden Monaten einen starken D&auml;mpfer erlitten haben. Im Gegensatz dazu vermochte die Uhrenindustrie ihre Abs&auml;tze im Reich der Mitte nochmals um 27% zu steigern. In Nord- sowie Lateinamerika war der R&uuml;ckgang der Nachfrage hingegen bescheiden, w&auml;hrend in Richtung Afrika ein Plus von 20,7% resultierte.</p> <p>Bei den Importen verzeichneten Rohstoffe, Halbfabrikate, Nutzfahrzeuge und Fabrikationsmaschinen eine klare Abnahme.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991923</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Deutscher Bund-Future ist der neue Franken  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991777</link>
         <description><![CDATA[  Obwohl ein Austritt Deutschlands aus dem Euro politisch unwahrscheinlich ist, sichern sich Hedge-Funds mit Bund-Futures dagegen ab.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Obwohl ein Austritt Deutschlands aus dem Euro politisch unwahrscheinlich ist, sichern sich Hedge-Funds mit Bund-Futures dagegen ab.</b><br /><br /><p class="autor">Krim Delko, New York</p> <p>Deutsche Staatsanleihen haben einen prominenten Platz in den Meetings von Hedge-Funds eingenommen. Offenbar ist der Bund-Future zum neuen Schweizer Franken geworden. Die Fondsmanager nutzen den Future, um auf einen Zerfall des Euro-Raumes zu setzen. Nachdem der Franken im vergangenen Jahr zum Euro-Mitl&auml;ufer verurteilt wurde, haben die Anleger weltweit lange Zeit nicht gewusst, wie sie die Erwartung eines m&ouml;glichen Zerfalls der Euro-Zone spiegeln k&ouml;nnten. Ein Blick auf die j&uuml;ngste Entwicklung des Bund-Futures zeigt, dass sie wohl ein neues Vehikel gefunden haben. Bei einem Preis von rund 143% wirft der Bund-Future gerade noch 1,4% ab, was auch im historischen Vergleich sehr tief ist. Diese Rendite l&auml;sst sich laut Beobachtern fundamental nicht rechtfertigen. Die tiefe Rendite sei zumindest teilweise auf die Erwartung einer radikalen &Auml;nderung in der Bewertung deutscher Staatsanleihen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.</p> <p>F&uuml;r einen Fondsmanager, der sicherstellen muss, dass eine Anlage auch zur&uuml;ckbezahlt wird, falls die D-Mark wieder eingef&uuml;hrt wird, liegen Bundesanleihen dabei laut Fondsmanagern auf der Hand. Es sei so gut wie unvorstellbar, dass die Deutschen einen Austritt aus dem Euro durchf&uuml;hren w&uuml;rden, ohne ihre Verpflichtungen in die neue W&auml;hrung umzuwandeln, zumal ein Grossteil der Gl&auml;ubiger des deutschen Staates ja einheimische Institute und B&uuml;rger sind. F&uuml;r den Bund-Future spreche dabei weiter, dass er sehr liquide ist und sofort reagiert. Diesem Gedankenspiel unterliegt die Annahme, dass ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone eigentlich die beste L&ouml;sung f&uuml;r die gegenw&auml;rtigen Probleme des W&auml;hrungsraumes w&auml;re.</p> <p>Diese Meinung ist mittlerweile in New Yorker Finanzkreisen weit verbreitet. Damit k&ouml;nnten die &uuml;brigen Euro-Staaten eine Abwertung des Euro durchf&uuml;hren und so ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit auf einen Schlag verbessern. Auch die Schuldentilgung w&auml;re dann einfacher. Deutschland wiederum m&uuml;sste zwar in der ersten Phase einen R&uuml;ckschlag der Exporte hinnehmen, doch angesichts der Wettbewerbskraft der deutschen Wirtschaft w&auml;re dieses &Uuml;bel nur tempor&auml;r. Mit Blick auf die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die im Euro-Raum immer mehr zum Vorschein kommen, w&auml;re eine Anpassung Deutschlands an eine eigene W&auml;hrung vorzuziehen.</p> <p>Auf dieses Szenario bereiten sich immer mehr Fondsmanager vor, was laut H&auml;ndlern zur massiven Aufwertung der Bund-Futures gef&uuml;hrt hat. Deutschland sollte laut Analytikern angesichts der prek&auml;ren Wirtschaftslage in Europa mehr als 2%, vielleicht sogar knapp 3% f&uuml;r die zehnj&auml;hrigen Bundesanleihen zahlen. Doch die derzeitige Rendite ist knapp halb so viel.</p> <p>Aus dieser Preisentwicklung l&auml;sst sich laut H&auml;ndlern schliessen, dass die Anleger auf die M&ouml;glichkeit einer Aufwertung der Bundesanleihen setzen. Selbst das Argument des sicheren Hafens reicht nicht mehr aus, um die massive Aufwertung des Bund-Futures zu rechtfertigen. Im Gegensatz zum Franken, der im vergangenen Jahr ins Zentrum der Euro-Zerfalls-Diskussion kam, sehen die Auguren im Fall des Bund-Futures wenig M&ouml;glichkeiten einer Manipulation durch die Beh&ouml;rden. Als die Schweizer Nationalbank im vergangenen Jahr eine Koppelung an den Euro ank&uuml;ndigte, verloren viele Anleger Millionen. Eine solche Koppelung oder Preismanipulation der Beh&ouml;rden im Fall der Bundesanleihen ist doch eher unwahrscheinlich.</p> <div class="box"> <h3>Deutschland verschuldet sich gratis</h3> <p>mbe. Berlin Der deutsche Staat hat am Mittwoch erstmals eine Anleihe ausgegeben, die mit einem Coupon von 0% versehen ist. Wer den Bond kaufte, verzichtete damit auf jegliche Zinszahlung. Der Bund vermochte dennoch problemlos Geld aufzunehmen: Die zweij&auml;hrigen Schatzanweisungen brachten 4,55 Mrd. &euro; ein. Die Emission war dabei sogar um das 1,7-Fache &uuml;berzeichnet. In den vergangenen Monaten hatte es schon mehrere Emissionen kurz laufender deutscher Staatspapiere gegeben, bei denen eine Rendite von praktisch 0% resultierte. Auch geringf&uuml;gig negative Renditen waren vorgekommen. Es ist jedoch das erste Mal, dass die Finanzagentur dies mit einem Coupon von 0% vorwegnahm. Zuletzt war in einer Emission noch eine Zinszahlung von 0,25% offeriert worden.</p> <p>Die Null-Zins-Anleihe ist vor dem Hintergrund erstaunlich, dass der deutsche Staat in Sachen Verschuldung nicht als Mustersch&uuml;ler dasteht. Die Schuldenquote des Gesamtstaates betr&auml;gt &uuml;ber 80% des Bruttoinlandproduktes (BIP), der Bund macht trotz guter Konjunkturlage weiterhin Defizite. Im Vergleich mit anderen L&auml;ndern sieht die Schuldentragf&auml;higkeit aber vor allem dank der hohen Wettbewerbsf&auml;higkeit der Wirtschaft gut aus. Unter Anlegern gelten Bundesanleihen deshalb als sicherer Hafen; der Erhalt des Kapitals geniesst Vorrang vor Rendite.</p> </div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991777</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  In Finanzfragen tut unabhängige Beratung not  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991747</link>
         <description><![CDATA[  Die UBS m&uuml;ht sich, ihr in den vergangenen Jahren geschundenes Image zu verbessern. Am Mittwoch hat die Grossbank in einer Medienmitteilung erkl&auml;rt, die Ausbildung und Schulung ihrer Kundenberater sei neuerdings staatlich akkreditiert.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die UBS m&uuml;ht sich, ihr in den vergangenen Jahren geschundenes Image zu verbessern. Am Mittwoch hat die Grossbank in einer Medienmitteilung erkl&auml;rt, die Ausbildung und Schulung ihrer Kundenberater sei neuerdings staatlich akkreditiert.</b><br /><br /><p class="autor">Michael Ferber</p> <p>Die UBS m&uuml;ht sich, ihr in den vergangenen Jahren geschundenes Image zu verbessern. Am Mittwoch hat die Grossbank in einer Medienmitteilung erkl&auml;rt, die Ausbildung und Schulung ihrer Kundenberater sei neuerdings staatlich akkreditiert. Die UBS stelle so eine hochstehende, kompetente Beratung f&uuml;r ihre Kunden sicher. Damit will die Grossbank auch auf die gestiegenen Anspr&uuml;che der Kunden reagieren. Diese sind in der Finanzkrise und nach einer Reihe von Schlappen mit Anlageprodukten - beispielsweise mit Lehman-Garantie-Zertifikaten oder Absolute-Return-Fonds - vorsichtiger geworden und stehen den Banken oftmals misstrauisch gegen&uuml;ber. Dass die Grossbank in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter investiert, h&ouml;rt sich gut an. Anleger sollten trotzdem nicht erwarten, dass sie nun von den UBS-Beratern unabh&auml;ngig beraten werden.</p> <p>Banken mit eigenen Produkten wie Anlagefonds, Zertifikaten oder alternativen Anlagen haben nun einmal das grundlegende Interesse, diese auch zu verkaufen. Auch das h&auml;ufige Handeln von Wertpapieren bringt der Bank Einnahmen. Folglich k&ouml;nnen ihre Berater gar nicht unabh&auml;ngig agieren. Sie sind immer auch Produkteverk&auml;ufer, dies geh&ouml;rt zum Gesch&auml;ftsmodell. Darum geht es auch bei der &laquo;Bruttomarge&raquo; auf den verwalteten Verm&ouml;gen der Banken, die diese so gerne steigern m&ouml;chten. F&uuml;r ihre Berater ist es folglich vor allem interessant, den Kunden Finanzprodukte zu verkaufen, an denen ihr Arbeitgeber besonders gut verdient. Dies sind oftmals komplizierte, intransparente Produkte mit hohen Geb&uuml;hren. Diese bezahlt der Anleger, und sie schm&auml;lern seine Nettorendite. Letztlich halten viele der angeblich &laquo;innovativen&raquo; Produkte dann nicht, was sie versprechen.</p> <p>Banken sind keine Wohlfahrtsinstitute, und in anderen Branchen gibt es &auml;hnliche Mechanismen. Anleger, die aber die f&uuml;r sie am besten geeigneten Anlageprodukte im Depot haben wollen, sollten sich unabh&auml;ngig beraten lassen - und sie sollten auch bereit sein, daf&uuml;r etwas zu bezahlen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991747</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Schimpf und Schande anstatt Glanz und Gloria  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991748</link>
         <description><![CDATA[  So ziemlich alles, was beim Facebook-B&ouml;rsengang schieflaufen konnte, lief schief. Am Ende des IPO stehen folglich anstatt Glanz und Gloria nur Schimpf und Schande. &Uuml;ber die langfristigen Aussichten des Unternehmens Facebook sagt der missgl&uuml;ckte B&ouml;rsengang allerdings nichts aus.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>So ziemlich alles, was beim Facebook-B&ouml;rsengang schieflaufen konnte, lief schief. Am Ende des IPO stehen folglich anstatt Glanz und Gloria nur Schimpf und Schande. &Uuml;ber die langfristigen Aussichten des Unternehmens Facebook sagt der missgl&uuml;ckte B&ouml;rsengang allerdings nichts aus.</b><br /><br /><p class="autor">Christiane Hanna Henkel, New York</p> <p>So ziemlich alles, was beim Facebook-B&ouml;rsengang schieflaufen konnte, lief schief. Am Ende des IPO stehen folglich anstatt Glanz und Gloria nur Schimpf und Schande. &Uuml;ber die langfristigen Aussichten des Unternehmens Facebook sagt der missgl&uuml;ckte B&ouml;rsengang allerdings nichts aus. Wer will schon heute den Wert festlegen wollen von etwas, was es eigentlich noch gar nicht gibt, aber von dem jetzt schon alle ein St&uuml;ck haben wollen? Wer in Facebook investiert hat, schliesst eine riskante Wette ab, und die heisst: Das Unternehmen wird sich von dem bisher weltweit gr&ouml;ssten sozialen Netzwerk zu einer im Internet f&uuml;r das Gros der Menschen unerl&auml;sslichen Plattform f&uuml;r Kommunikation, Konsum und Kommerz entwickeln. An dieser wagemutigen Annahme r&uuml;ttelt etwa der von General Motors kurz vor dem B&ouml;rsengang bekanntgegebene R&uuml;ckzug von bezahlten Facebook-Anzeigen nicht. Auch die ebenfalls kurz vor dem B&ouml;rsengang von Facebook selbst ver&ouml;ffentlichten Zahlen, die auf eine unter den Erwartungen liegende Entwicklung des Umsatzes hindeuten, &auml;ndern nichts an dieser Annahme.</p> <p>Der vermasselte B&ouml;rsengang d&uuml;rfte allerdings einige Konsequenzen haben f&uuml;r den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und die Investmentbank Morgan Stanley - sie sind die wahren Verlierer. Morgan Stanley steht nun im Verdacht, einige Investoren bevorzugt behandelt und &uuml;ber eine Revision der Umsatzprognosen informiert zu haben. Das ist ein sehr schwerer Vorwurf. Der zweite Verlierer ist die Nasdaq. H&auml;ndler, Broker und Investoren schnauben derzeit vor Wut &uuml;ber die eklatante Fehlleistung des B&ouml;rsenbetreibers am Freitag. Im Wettbewerb mit der NYSE um k&uuml;nftige B&ouml;rseng&auml;nge im IT-Bereich steht die Nasdaq nun wie ein begossener Pudel da. Konkurrent NYSE hingegen kann sich zun&auml;chst einmal die H&auml;nde reiben. F&uuml;r viele zeigt der Fall, dass das von der NYSE betriebene hybride Handelssystem - das sich sowohl auf Software wie teilweise auch noch den Parketthandel st&uuml;tzt - robuster ist als das reine Software-System der Nasdaq.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991748</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Morax schuldig gesprochen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990521</link>
         <description><![CDATA[  Das Z&uuml;rcher Obergericht verurteilt den fr&uuml;heren Finanzchef der Rentenanstalt Dominique Morax zu 22 Monaten Freiheitsstrafe bedingt, bei zwei Jahren Probezeit. Sein damaliger Vorgesetzter Manfred Zobl und weitere Manager werden zur Kasse gebeten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das Z&uuml;rcher Obergericht verurteilt den fr&uuml;heren Finanzchef der Rentenanstalt Dominique Morax zu 22 Monaten Freiheitsstrafe bedingt, bei zwei Jahren Probezeit. Sein damaliger Vorgesetzter Manfred Zobl und weitere Manager werden zur Kasse gebeten.</b><br /><br /><p class="autor">Werner Enz</p> <p>Der Skandal um die Long Term Strategy (LTS) AG, der die &Ouml;ffentlichkeit vor knapp zehn Jahren in Atem gehalten hatte, holt einstige Konzernleitungsmitglieder der Rentenanstalt (Swiss Life) vor dem Z&uuml;rcher Obergericht wieder ein. Die Manager hatten mit dem LTS-Beteiligungsvehikel in K&uuml;rze fast 12 Mio. Fr. Gewinn erzielt. Das Gericht erkl&auml;rte nun Dominique Morax der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Gesch&auml;ftsbesorgung nach Artikel 158 des Strafgesetzbuches schuldig. In der grossen Linie wurde das erstinstanzlich gef&auml;llte Urteil best&auml;tigt, wobei die Freiheitsstrafe um 8 auf 22 Monate vermindert wurde - vor allem gilt neu der Vollzug als aufgeschoben, bei einer Probezeit von zwei Jahren.</p> <h4>Kein Pardon in drei Punkten</h4> <p>Der Gerichtspr&auml;sident begr&uuml;ndete die Herabsetzung des Strafmasses damit, dass Morax in mehr Anklagepunkten als noch vor Bezirksgericht freigesprochen wurde. Das betraf vor allem die Beteiligung der LTS an Erstemissionen (Initial Public Offerings). Weiter begannen sich Verj&auml;hrungsfristen bemerkbar zu machen. Die Staatsanwaltschaft, explizit der Staat, wurde ermahnt, Strafverfahren z&uuml;gig durchzuf&uuml;hren, etwas, was im vorliegenden Fall gewiss nicht eingehalten wurde. Die im Gerichtssaal anwesenden Staatsanw&auml;lte erinnerten an die H&auml;ufung grosser Strafverfahren (SAirGroup, Erb), die tats&auml;chlich zu personellen Engp&auml;ssen gef&uuml;hrt hatte.</p> <p>Gab es somit entlastende Gr&uuml;nde zugunsten des Angeklagten, sah das Gericht konkret in drei Sachverhalten den Tatbestand ungetreuer Gesch&auml;ftsbesorgung f&uuml;r erf&uuml;llt. Erstens h&auml;tte Morax und weiteren Rentenanstalt-Managern, die im April 2000 bei LTS einstiegen, klar sein m&uuml;ssen, dass f&uuml;r diese Titel der innere Wert (Net-Asset-Value von Fr. 20.76) und nicht der Nominalwert von 10 Fr. zu zahlen gewesen w&auml;re. Niemand habe besser als Morax gewusst, dass LTS zum Zeitpunkt des Handwechsels von der Lebensversicherung zu einigen Rentenanstalt-Managern einen h&ouml;heren Wert hatte, sagt das Obergericht. Es sei keine Neuemission gewesen.</p> <p>Zum Zweiten wurde der Zins f&uuml;r ein konzerninternes Darlehen - es wurde zu rund 4% gew&auml;hrt (Libor-Satz plus 80 Basispunkte) - als strafrechtlich relevant taxiert. Sobald die LTS nicht mehr eine Rentenanstalt-Tochter war, h&auml;tte mit Blick auf die eingegangenen Risiken ein Zins in der ungef&auml;hren N&auml;he von 10% verrechnet werden m&uuml;ssen. Zum Dritten wurden Morax schwere organisatorische M&auml;ngel, vor allem die nicht ordnungsgem&auml;sse Verrechnung der Rechnung, zur Last gelegt.</p> <h4>Mitgefangen, mitgehangen</h4> <p>Obschon der Staatsanwalt nur gegen Morax vorgegangen war, werden jetzt vom Obergericht weitere vier Personen dazu verpflichtet, widerrechtlich erlangte Verm&ouml;gensvorteile zur&uuml;ckzuerstatten. Der vor Jahren nach Intervention des Bundesamts f&uuml;r Privatversicherungen vor Handelsgericht erreichte Vergleich wird zwar angerechnet, aber es werden R&uuml;ckforderungen f&auml;llig. Morax und Roland Chlapowski m&uuml;ssen je 391 200 Fr. zahlen, Manfred Zobl 347 400 Fr., Hannes Meyer und Markus Weisskopf je 174 200 Fr. Es wird interessant sein zu beobachten, ob sie ans Bundesgericht appellieren werden. Der Gerichtspr&auml;sident sagte, man betrete wohl Neuland, doch erg&auml;ben sich die angeordneten Einziehungen daraus, dass deliktisches Handeln sich nie lohnen d&uuml;rfe. Wenn es um die drei Anklagepunkte zu niedriger LTS-Bezugspreis, zu kleiner Darlehenszins und nicht verrechnete Kosten (sp&auml;ter korrigiert) geht, sassen die f&uuml;nf Manager im selben Boot.</p> <p>Das Obergericht m&ouml;chte den LTS-Fall nicht auf eine Causa Morax reduziert sehen, wie sich auch aus den angeordneten Kostenbeteiligungen folgern l&auml;sst. Morax, dem eine reduzierte Prozessentsch&auml;digung von 150 000 Fr. aus der Gerichtskasse zugesprochen wird, tr&auml;gt 60% der Kosten des Berufungsverfahrens. Das Gericht kommt f&uuml;r 30% auf; ein Zehntel muss von den von Einziehungen betroffenen Herren Chlapowski, Zobl, Meyer und Weisskopf getragen werden; ihnen wird wiederum eine Prozessentsch&auml;digung von je 4000 Fr. zugesprochen. Gegen das Urteil kann innert 30 Tagen vor Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990521</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Facebook-IPO wird zum Fall für die Gerichte  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990553</link>
         <description><![CDATA[  Der misslungene B&ouml;rsenstart des Betreibers des weltgr&ouml;ssten sozialen Netzwerkes, Facebook, hat ein unsch&ouml;nes Nachspiel: Investoren und Beh&ouml;rden erheben schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Banken, den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und Facebook selbst.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der misslungene B&ouml;rsenstart des Betreibers des weltgr&ouml;ssten sozialen Netzwerkes, Facebook, hat ein unsch&ouml;nes Nachspiel: Investoren und Beh&ouml;rden erheben schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Banken, den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und Facebook selbst.</b><br /><br /><p class="autor">Christiane Hanna Henkel, New York</p> <p>Was ein B&ouml;rsengang mit Glanz und Gloria werden sollte, wird nun m&ouml;glicherweise in die Geschichte als ein Fall f&uuml;r die Justiz und die Beh&ouml;rden eingehen. So haben am Mittwoch Investoren Klage eingereicht gegen Facebook und gegen die konsortialf&uuml;hrenden Banken, Morgan Stanley, Goldman Sachs und JP Morgan Chase. Bereits zu Wochenbeginn hatten Meldungen die Runde gemacht, dass die B&ouml;rsenaufsichtskommission SEC und die brancheneigene Regulierungsbeh&ouml;rde Finra den B&ouml;rsengang unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls ordentliche Untersuchungsverfahren anstrengen w&uuml;rden.</p> <h4>Schwere Vorw&uuml;rfe an Banken</h4> <p>Am Dienstag hatten dann erste Investoren juristische Schritte eingeleitet und eine Klage gegen den Betreiber der technologielastigen B&ouml;rse Nasdaq, Nasdaq OMX, eingereicht. Sie zielen vor allem auf den B&ouml;rsenbetreiber ab und werfen ihm vor, am ersten Handelstag Kauf- und Verkaufsauftr&auml;ge von Facebook-Aktien nicht fristgem&auml;ss ausgef&uuml;hrt zu haben. Solche Art von Gerichtsprozessen sind an der Wall Street keine Seltenheit, vor allem dann nicht, wenn sich Aktienkurse entgegen den Erwartungen nach unten entwickeln.</p> <p>Sehr viel schwerer wiegend und keinesfalls Routine an der Wall Street sind die auf die konsortialf&uuml;hrenden Banken, allen voran Morgan Stanley, abzielenden Klagen und Voruntersuchungen. Die Banken sollen n&auml;mlich besonders gute Kunden unter den IPO-Investoren bevorzugt behandelt haben. So wird vermutet, dass sie grossen institutionellen Anlegern direkt vor dem B&ouml;rsengang die neuesten Einsch&auml;tzungen der bankeigenen Facebook-Aktien-Analytiker zur Verf&uuml;gung gestellt haben. In diesen neuesten Einsch&auml;tzungen sollen sie die Umsatz- und Gewinnprognosen von Facebook nach unten revidiert haben. Das w&auml;re ein gravierender Schritt, der auch bei bereits kotierten Firmen in der Regel zu Verk&auml;ufen f&uuml;hrt. Ausgew&auml;hlte Investoren h&auml;tten somit im Fall von Facebook Zugang zu wichtigen Informationen erhalten und h&auml;tten direkt vor dem Facebook-B&ouml;rsengang gegebenenfalls ihre Kaufabsichten anpassen k&ouml;nnen.</p> <p>Dies allein w&auml;re ein schwerer Vorwurf an die Banken. M&ouml;glicherweise haben sie sich aber noch mehr vorzuwerfen lassen: So kursieren Berichte, wonach die Facebook-Aktien-Analytiker bei Morgan Stanley durch gute Kontakte bei Facebook &uuml;ber hinter den Erwartungen hinterherhinkende Gesch&auml;ftsergebnisse informiert worden seien. Sollte sich das bewahrheiten, w&auml;re es ein schweres Vergehen auf beiden Seiten. Es w&auml;re gerade so, als ob ein Unternehmen nur eine Handvoll von Investoren &uuml;ber die Gesch&auml;ftslage aufkl&auml;rte, und das auch noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Quartalszahlen. Und das Handeln der Bank liesse sich dann mit Insiderhandel vergleichen. Morgan Stanley weist die Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck.</p> <h4>&Ouml;l ins Feuer</h4> <p>Die Spekulationen um das Facebook-IPO sind derzeit &Ouml;l auf das an der Wall Street schon lodernde Feuer. Ohnehin sind vor allem private Investoren erbost &uuml;ber den Verlauf des Aktienkurses. Sollte sich jetzt herausstellen, dass sich einige institutionelle Investoren noch unmittelbar vor dem B&ouml;rsengang aufgrund der ihnen von Morgan Stanley zugehaltenen Informationen aus dem Deal hatten zur&uuml;ckziehen k&ouml;nnen, d&uuml;rfte das dem Vertrauen in den Aktienmarkt schaden. Die Finanzkrise oder etwa der Flash-Crash von vor zwei Jahren haben Retail-Investoren bereits stark verunsichert.</p> <p>Die Facebook-Aktie ging am Mittwoch mit einem Plus von 3,2% bei $ 32 aus dem Markt. Am ersten Handelstag hatte sie unver&auml;ndert bei 38 $ geschlossen, am Montag dann 11% und am Dienstag 9% an Wert verloren.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990553</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 18:16:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Weiter Masai-Schuhe im Handel  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990526</link>
         <description><![CDATA[  WINTERTHUR. In der Schweiz k&ouml;nnen die MBT-Schuhe vorl&auml;ufig weiter verkauft werden. Die Schweizer Vertriebsorganisation Swiss Masai Vertrieb (SMV) ist solvent und f&uuml;hrt die Gesch&auml;fte vorl&auml;ufig weiter, wie sie am Mittwoch mitteilte.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>WINTERTHUR. In der Schweiz k&ouml;nnen die MBT-Schuhe vorl&auml;ufig weiter verkauft werden. Die Schweizer Vertriebsorganisation Swiss Masai Vertrieb (SMV) ist solvent und f&uuml;hrt die Gesch&auml;fte vorl&auml;ufig weiter, wie sie am Mittwoch mitteilte.</b><br /><br />Dies ist m&ouml;glich, weil die Schweizer Vertriebsorganisation nicht Teil der Konkursmasse ist. So f&uuml;hrt sie ein eigenes Lager, aus dem vorl&auml;ufig weiter geliefert werden kann. Allerdings ist sie mittelfristig darauf angewiesen, dass ein Investor die Marke MBT erwirbt. Wie SMV auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, gibt es bereits Interessenten.<br /> <br /> &laquo;Knowhow und Goodwill sind da, um die Krise zu &uuml;berbr&uuml;cken&raquo;, bis ein Investor die Marke kaufe, schreibt SMV in der Mitteilung.<br /> <br /> Das Bezirksgericht Winterthur hatte vor rund zwei Wochen &uuml;ber die Masai Group International und die Masai Marketing &amp; Trading den Konkurs er&ouml;ffnet. Die Erfinder der sogenannten Barfuss-Schuhe sind unter Druck geraten wegen der starken Konkurrenz. Die Bilanz der Schweizer SMV wurde aber nicht deponiert. (sda)  ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990526</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 17:40:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Kater an der Wall Street nach der Facebook-Party  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990518</link>
         <description><![CDATA[  Das Debakel nach dem Facebook-B&ouml;rsengang sagt wenig &uuml;ber den zuk&uuml;nftigen Erfolg des sozialen Netzwerks. Er sagt aber viel &uuml;ber den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und die f&uuml;hrende Investmentbank Morgan Stanley. Sie sind die Verlierer.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das Debakel nach dem Facebook-B&ouml;rsengang sagt wenig &uuml;ber den zuk&uuml;nftigen Erfolg des sozialen Netzwerks. Er sagt aber viel &uuml;ber den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und die f&uuml;hrende Investmentbank Morgan Stanley. Sie sind die Verlierer.</b><br /><br /><p class="autor">Christiane Hanna Henkel, New York</p> <p>W&auml;hrend fast zweier Jahre hat die Wall Street auf den B&ouml;rsengang von Facebook, dem Betreiber des weltgr&ouml;ssten sozialen Netzwerkes, hingefiebert. Immerhin sollte es einer der gr&ouml;ssten B&ouml;rseng&auml;nge in den USA und gar der Welt werden.</p> <h4>Schimpf und Schande</h4> <p>Von seinem Verlauf versprachen sich Banken, Investoren und Broker Hinweise, wie sich der an der B&ouml;rse nur m&auml;ssig erfolgreiche junge Technologiesektor k&uuml;nftig entwickeln w&uuml;rde. M&ouml;glicherweise w&uuml;rde das IPO gar den Startschuss geben, um die an Technologieunternehmen randvolle Pipeline der Venture-Capitalists endlich leeren zu k&ouml;nnen. Der IPO-Markt w&uuml;rde deutlich anziehen, und die Wall Street w&uuml;rde zum kr&auml;ftigen Motor der laufenden Technologierevolution.</p> <p>Und tats&auml;chlich? Am Ende des IPO von Facebook stehen anstatt Glanz und Gloria Schimpf und Schande. So ziemlich alles, was schieflaufen konnte, ging daneben. Die Aktie konnte am ersten Handelstag erst mit einer halbst&uuml;ndigen Versp&auml;tung gehandelt werden, weil der B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq eine fehlerhafte Software benutzte. Die konsortialf&uuml;hrenden Banken und Facebook selbst haben bei der Preisfindung der Aktie versagt.</p> <p>Am ersten Handelstag konnte die Aktie nur gerade ihren Emissionspreis halten - und das auch nur dank massiven St&uuml;tzungsk&auml;ufen der Lead-Bank Morgan Stanley. Am zweiten Handelstag brach der Kurs dann um 11% ein und am dritten Handelstag um 9%. Zu allem &Uuml;berfluss untersuchen nun diverse Aufsichtsbeh&ouml;rden, ob etwa Morgan Stanley oder Facebook im Zuge des B&ouml;rsengangs gegen Gesetze verstossen haben.</p> <h4>Offene Zukunft Facebooks</h4> <p>Welche Konsequenzen wird dieses Facebook-Schlamassel haben? Zuerst die gute Nachricht: &Uuml;ber die langfristigen Aussichten des Unternehmens Facebook sagt der missgl&uuml;ckte B&ouml;rsengang nichts aus. Wer will schon heute den Wert festlegen wollen von etwas, das es eigentlich noch gar nicht gibt, aber von dem jetzt schon alle ein St&uuml;ck haben wollen? Wer in Facebook investiert, schliesst eine Wette ab, und die heisst: Das Unternehmen wird sich von dem bisher weltweit gr&ouml;ssten sozialen Netzwerk zu einer im Internet f&uuml;r das Gros der Menschen unerl&auml;sslichen Plattform f&uuml;r Kommunikation, Konsum und Kommerz entwickeln.</p> <p>An dieser Annahme r&uuml;ttelt etwa der vom Autobauer General Motors (GM) kurz vor dem B&ouml;rsengang bekanntgegebene R&uuml;ckzug von bezahlten Facebook-Anzeigen nicht. Auch die ebenfalls kurz vor dem B&ouml;rsengang von Facebook selbst ver&ouml;ffentlichten Zahlen, die auf eine unter den Erwartungen liegende Entwicklung des Gesch&auml;fts mit &uuml;ber mobile Endger&auml;te geschalteten Anzeigen hindeuten, &auml;ndern nichts an dieser Annahme.</p> <p>Dass der Aktienkurs von Facebook nachgegeben hat, ist kein Drama. Der R&uuml;ckgang ist vielmehr als gesundes und ja noch sehr moderates Schrumpfen einer in den letzten Jahren aufgebl&auml;hten Facebook-Blase zu interpretieren. So war der Wert des Unternehmens, dessen Anteile an privaten B&ouml;rsen schon vor dem B&ouml;rsengang gehandelt worden waren, von rund 15 Mrd. $ Anfang 2010 auf 76 Mrd. $ Ende 2011 hochgejubelt worden. Der Hype um Facebook wurde zus&auml;tzlich durch den grossen Bekanntheitsgrad des Unternehmens angeheizt - immerhin nutzen monatlich knapp 1 Mrd. Menschen das Netzwerk.</p> <h4>Die wahren Verlierer</h4> <p>Der vermasselte B&ouml;rsengang d&uuml;rfte allerdings einige Konsequenzen haben f&uuml;r den B&ouml;rsenbetreiber Nasdaq und die Investmentbank Morgan Stanley - sie sind die wahren Verlierer. Morgan Stanley steht nun im Verdacht, einige Investoren bevorzugt behandelt zu haben. Offensichtlich hatten Morgan Stanleys Aktienanalytiker die Umsatzprognosen f&uuml;r Facebook zur&uuml;ckgefahren, nachdem das Unternehmen kurz vor dem B&ouml;rsengang &uuml;ber eine hinter den Erwartungen gebliebene Entwicklung der Einnahmen aus mobilen Anzeigen informiert hatte.</p> <p>Den Analytikern konsortialf&uuml;hrender Banken - und eine solche war Morgan Stanley - ist es nicht erlaubt, solche Einsch&auml;tzungen zu ver&ouml;ffentlichen, und schon gar nicht, diese an allf&auml;llige Investoren weiterzuleiten, die die Aktie im Zuge des IPO m&ouml;glicherweise zeichnen wollen. Allerdings ist es erlaubt, dass Analytiker etwa herangezogen werden, wenn ihre Bank Gespr&auml;che mit diesen potenziellen Investoren f&uuml;hrt. Die Aufsichtsbeh&ouml;rden untersuchen nun, ob in dieser Grauzone ein Gesetzesverstoss seitens Morgan Stanleys auszumachen ist.</p> <p>Der zweite Verlierer ist die Nasdaq. H&auml;ndler, Broker und Investoren schnauben derzeit vor Wut &uuml;ber die eklatante Fehlleistung des B&ouml;rsenbetreibers am Freitag: So ging die Aktie erst mit einer halben Versp&auml;tung an den Start; offensichtlich konnte das Computersystem lange keinen ersten Kurs stellen, da Hochfrequenzh&auml;ndler die daf&uuml;r ben&ouml;tigte Millisekunde mit eigenen Handelsauftr&auml;gen besetzt hatten.</p> <p>Im Wettbewerb mit der NYSE um k&uuml;nftige B&ouml;rseng&auml;nge im IT-Bereich steht die Nasdaq nun wie ein begossener Pudel da. Konkurrent NYSE hingegen kann sich zun&auml;chst einmal die H&auml;nde reiben. F&uuml;r viele zeigt der Fall, dass das von der NYSE betriebene hybride Handelssystem - das sich sowohl auf Software wie teilweise auch noch auf H&auml;ndler auf dem Parkett st&uuml;tzt - robuster ist als das von der Nasdaq favorisierte reine Software-System.</p>   ]]></content:encoded>
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