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      <title>Politik - Schweiz</title>
      <link>http://www.tagblatt.ch/</link>
      <description>St. Galler Tagblatt News</description>
      <language>de-DE</language>
      <pubDate>Fri, 25 May 2012 03:53:38 +0200</pubDate>
      <lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 03:53:38 +0200</lastBuildDate><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 20:27:41 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Widmer-Schlumpf und Monti treffen sich Mitte Juni  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991982</link>
         <description><![CDATA[  Mit Blick auf das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien wird Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am 12. Juni in Rom den italienischen Ministerpr&auml;sidenten Mario Monti treffen. Das gab ihr Departement am Donnerstagabend bekannt. Zuvor hatte die gemischte Steuerungsgruppe erstmals getagt.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Mit Blick auf das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien wird Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am 12. Juni in Rom den italienischen Ministerpr&auml;sidenten Mario Monti treffen. Das gab ihr Departement am Donnerstagabend bekannt. Zuvor hatte die gemischte Steuerungsgruppe erstmals getagt.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>Das erste Treffen in Rom habe in einem guten und konstruktiven Klima stattgefunden, heisst es in einem Communiqu&eacute; des Eidgen&ouml;ssischen Finanzdepartements (EFD).</p> <p>Diskutiert wurden namentlich das Modell eines Abkommens &uuml;ber die Regulierung von Verm&ouml;genswerten nicht ans&auml;ssiger Steuerpflichtiger in der Schweiz und die Einf&uuml;hrung einer Quellensteuer auf k&uuml;nftigen Kapitalertr&auml;gen.</p> <p>Er&ouml;rtert wurden ferner der Zugang zu den Finanzm&auml;rkten, die bestehenden schwarzen Listen, die Revision des Doppelbesteuerungsabkommens - unter anderem die Frage des Informationsaustausches - sowie die Vereinbarung &uuml;ber die Grenzg&auml;ngerbesteuerung.</p> <p>Die Steuerungsgruppe war auf Schweizer Seite angef&uuml;hrt von Staatssekret&auml;r Michael Amb&uuml;hl, Leiter des Staatssekretariats f&uuml;r Internationale Finanzfragen des EFD und auf italienischer Seite von Carlo Baldocci, diplomatischer Berater des italienischen Wirtschafts- und Finanzministeriums.</p> <p>Nach Beendigung der Unterredungen traf sich Staatssekret&auml;r Michael Amb&uuml;hl mit Vize-Wirtschafts- und Finanzminister Vittorio Grilli zu einem Gespr&auml;ch. Die Steuerungsgruppe, welche die Fachgespr&auml;che zu den verschiedenen Fragen koordinieren wird, kommt noch vor Ende Juni erneut zusammen, diesmal in Bern.</p> <p>In Rom hingegen findet am 12. Juni das Treffen zwischen Bundespr&auml;sidentin Eveline Widmer-Schlumpf und dem italienischen Ministerpr&auml;sidenten Mario Monti statt.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991982</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 19:34:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  EU-Parlament kritisiert Bern  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991854</link>
         <description><![CDATA[  Das EU-Parlament hat die Schweiz in einer Resolution aufgefordert, die &laquo;diskriminierende und widerrechtliche&raquo; Anrufung der Ventilklausel zu widerrufen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das EU-Parlament hat die Schweiz in einer Resolution aufgefordert, die &laquo;diskriminierende und widerrechtliche&raquo; Anrufung der Ventilklausel zu widerrufen.</b><br /><br /><p>Das Europ&auml;ische Parlament hat am Donnerstag an einer Plenarsitzung in Strassburg mit grosser Mehrheit eine Resolution verabschiedet, in der es die Anrufung der Ventilklausel durch die Schweiz scharf kritisiert. Der Bundesrat hat im April die tempor&auml;re Wiedereinf&uuml;hrung von Kontingenten f&uuml;r Zuwanderer aus acht osteurop&auml;ischen EU-Staaten (EU-8) beschlossen und sich dabei auf eine Schutzklausel (Ventilklausel) im bilateralen Freiz&uuml;gigkeitsabkommen mit der EU berufen.</p> <p>Wie bereits die EU-Kommission stellt sich das Parlament auf den Standpunkt, dass die Anwendung der Klausel nur auf die EU-8 &laquo;diskriminierend und widerrechtlich&raquo; sei; es fehle im Abkommen jegliche Rechtsgrundlage hierzu. Bern bestreitet diese Interpretation. Die Abgeordneten dr&auml;ngen die Schweiz, den Schritt r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen, und sie fordern die Kommission auf, das Thema dringend zum Gegenstand von Gespr&auml;chen mit der Schweizer Regierung zu machen.</p> <p>Sie nutzten auch die Gelegenheit, um erneut die Situation auf Schweizer Flugh&auml;fen zu kritisieren, wo deutschen und &ouml;sterreichischen Taxis das Abholen von Passagieren verweigert werde. Ihre Resolution erneuert zudem den Ruf nach &laquo;horizontalen L&ouml;sungen&raquo; f&uuml;r die &laquo;institutionellen Fragen&raquo;.</p> <p>Auch der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik, der im Namen der Kommission Red und Antwort stand, hieb in diese Kerbe: Bedauerlicherweise gebe es kaum rechtliche Instrumente, um gegen die Massnahme vorzugehen. Der einzige im Abkommen vorgesehene Mechanismus zur Streitbeilegung sei eine Diskussion im (mit Vertretern beider Seiten besetzten) Gemischten Ausschuss. Dieser habe sich in der Vergangenheit f&uuml;r diese Aufgabe als ineffizient erwiesen. Gleichwohl werde die Kommission die Sache an der n&auml;chsten Sitzung vom 27. Juni vorbringen. Eine K&uuml;ndigung des Abkommens habe sie nicht vor.</p> <p>Die Resolution fand partei&uuml;bergreifend breite Unterst&uuml;tzung und wurde mit 430 Ja-Stimmen gegen 30 Nein-Stimmen bei 27 Enthaltungen verabschiedet. Schal schmeckenden Beifall erhielt die Schweiz in der Debatte vom Niederl&auml;nder Auke Zijlstra von der rechtspopulistischen Freiheitspartei von Gert Wilders. Er sagte, die europ&auml;ische Politik der offenen Grenzen heisse zunehmend Freiz&uuml;gigkeit f&uuml;r Kriminelle. Diese Probleme w&uuml;rden ignoriert. &laquo;Die Schweiz sieht die Probleme, handelt und ist damit f&uuml;r uns alle ein Vorbild.&raquo;</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991854</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 15:39:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Die Kunst, gefährlich schöne Flüsse zu geniessen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991903</link>
         <description><![CDATA[  Das Tessin ist ein Paradies f&uuml;r Fluss-Begeisterte. Wegen der M&ouml;glichkeit t&ouml;dlicher Badeunf&auml;lle werden Info-Kampagnen durchgef&uuml;hrt. Diese stecken im Zwiespalt von Eindringlichkeit und touristischer Schonung.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Das Tessin ist ein Paradies f&uuml;r Fluss-Begeisterte. Wegen der M&ouml;glichkeit t&ouml;dlicher Badeunf&auml;lle werden Info-Kampagnen durchgef&uuml;hrt. Diese stecken im Zwiespalt von Eindringlichkeit und touristischer Schonung.</b><br /><br /><p class="autor">Peter Jankovsky, Locarno</p> <p>Seit je &uuml;bt die s&uuml;dliche Alpenlandschaft des Tessins einen grossen Reiz auf die Deutschschweizer Touristen aus. In der warmen Jahreszeit erweist sich das Badevergn&uuml;gen als gr&ouml;sste Attraktion: Die Seen sind tiefblau, und die vielen grossen Ufersteine der Fl&uuml;sse laden fast &uuml;berall zum Verweilen ein. Besonders im Sopraceneri finden sich die Begeisterten der Fliessgew&auml;sser zuhauf ein, meist an der Maggia bei Ponte Brolla und der Verzasca bei Lavertezzo. Dort haben die Fl&uuml;sse das Gestein zu teilweise sehr tiefen, gr&uuml;n schimmernden Wasserbecken, den sogenannten Pozzi, geformt - scheinbar wie geschaffen f&uuml;r badende M&uuml;ssigg&auml;nger und Sporttaucher. Im Zuge der zunehmenden Begeisterung f&uuml;r Canyoning werden aber auch die Wildb&auml;che immer beliebter.</p> <p>Jedoch gilt der Aufenthalt in etlichen Abschnitten der Tessiner Fl&uuml;sse als riskant: Es gibt zahlreiche starke Str&ouml;mungen sowie Wirbel, rutschige Steine, und die Wassertemperatur ist tief. Laut Raffaele Demaldi, dem Chef der Tessiner Wasserpolizei, sind die Str&ouml;mungen vor allem f&uuml;r Ortsunkundige nur schwer zu erkennen und stellen die gr&ouml;sste Gefahr dar. Oft werden Badende und Taucher von einer solchen Str&ouml;mung &uuml;berrascht und mitgerissen. Das Risiko des Ertrinkens ist hoch, weil die starken Wasserwirbel - gerade in den Pozzi - den K&ouml;rper in die Tiefe ziehen. Ausserdem kann der Wasserpegel pl&ouml;tzlich ansteigen, weil weiter oben im Tal ein Kraftwerk Wasser aus einem Stausee abgelassen oder ein Gewitter sich entladen hat.</p> <p>Gem&auml;ss den kantonalen Beh&ouml;rden starben in den letzten dreissig Jahren durchschnittlich sechs Personen pro Jahr bei einem Unfall in einem der Tessiner Fl&uuml;sse. Immer wieder f&uuml;hrte der S&uuml;dkanton die schweizweite Statistik &uuml;ber die Todesf&auml;lle wegen Ertrinkens an (siehe Box). Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi, Chef des Polizei- und Justizdepartements, erkl&auml;rt dies mit Wissensl&uuml;cken des zunehmend st&auml;dtisch gepr&auml;gten Menschen: Man wisse &uuml;ber die Unberechenbarkeit der Natur kaum noch Bescheid. Ab Mitte der 1970er Jahre, als die vielen sch&ouml;nen Badepl&auml;tze an den Fl&uuml;ssen zu Touristenmagneten wurden, stieg die Zahl der Ertrunkenen massiv an und gegen Ende der 1990er Jahre erreichte die allgemeine H&auml;ufigkeit von Unf&auml;llen in Fl&uuml;ssen ihren H&ouml;hepunkt; seither ist die Tendenz stark r&uuml;ckl&auml;ufig. &laquo;In den letzten zehn Jahren sind die Todesf&auml;lle durch Ertrinken merklich zur&uuml;ckgegangen&raquo;, stellt Claudio Franscella, Pr&auml;sident der Kommission f&uuml;r sichere Tessiner Fl&uuml;sse, zufrieden fest. Laut kantonaler Statistik bewegt sich die Zahl der in Fl&uuml;ssen Ertrunkenen seit 2002 zwischen einem und sechs Toten j&auml;hrlich (im Schnitt also zwei oder drei Opfer), w&auml;hrend es in den zehn Jahren zuvor zwei bis zehn Tote gab.</p> <h4>Slogan klingt verhalten</h4> <p>Die Kantonsregierung hatte 2001 die Kommission ins Leben gerufen, um gezielter Pr&auml;vention betreiben zu k&ouml;nnen. Gem&auml;ss Franscella sollen sich Fluss-Begeisterte fr&uuml;hzeitig &uuml;ber &Ouml;rtlichkeit und Wetterentwicklung informieren. Zudem sind an strategisch wichtigen Stellen Plakate oder Flugbl&auml;tter zu finden, welche die Gefahren und das richtige Verhalten beim Baden beschreiben. Auch die Erarbeitung dieses Informationsmaterials obliegt der Kommission, die vor kurzem eine neue Kampagne gestartet hat. Laut Franscella soll die Kernbotschaft eher eine positive sein, weil das Tessin ein touristischer Kanton ist. Entsprechend verhalten lautet der Slogan des neuen Kampagnen-Plakats: &laquo;Viel Spass . . . aber Achtung!&raquo;</p> <p>Das Plakat sei zwar etwas eindringlicher als das vorherige gestaltet, verdeutliche die potenzielle Todesgefahr aber immer noch viel zu wenig, monieren einige Kritiker - der Zwiespalt von Eindringlichkeit und touristischer Schonung wird vollends deutlich. Man wolle den Tessin-Besuchern keine Angst machen, sondern aufkl&auml;ren, betont Staatsrat Gobbi. Gem&auml;ss seinen Worten musste die Kampagne jedoch gewisse Widerst&auml;nde &uuml;berwinden, darunter die Ansicht, der Appell an die Selbstverantwortung hemme die F&ouml;rderung des Tourismus. Diese Ansicht hegten einige regionale Tourismusb&uuml;ros. Laut Gobbi haben aber die Dachorganisation Ticino Turismo sowie das Tourismusb&uuml;ro der Region Lago Maggiore in ihren Prospekten &uuml;ber die Gew&auml;sser die neue Fluss-Kampagne erw&auml;hnt und auch das Plakat abgedruckt. Beides wirke also nicht so abschreckend, folgert der Staatsrat. Zudem w&uuml;rden Meldungen &uuml;ber t&ouml;dliche Badeunf&auml;lle das Image des Ferienkantons Tessin nicht eben f&ouml;rdern. Daher sei die Kampagne auch im Interesse der Tourismusbranche.</p> <p>&laquo;Ich pers&ouml;nlich bin entschieden gegen Pr&auml;ventionskampagnen in touristischen Prospekten&raquo;, erkl&auml;rt wiederum Michele Tognola, Direktor des Tourismusb&uuml;ros Tenero und Verzascatal. Niemand w&uuml;rde in den Prospekten &uuml;bers Tessin die Stau- und Unfallgefahr am Gotthard thematisieren, warum sollte man also im Hinblick auf die Fl&uuml;sse &auml;hnlich Abschreckendes tun. Tognola ist f&uuml;r Pr&auml;vention direkt vor Ort: mittels Warntafeln am Fluss, die sehr deutlich sind - sowie mittels Patrouillen. Seit einigen Jahren sind im Juli und August jeden Tag an den gef&auml;hrlichen Flussstellen im Gebiet Lavertezzo Valle wie auch Ponte Brolla Aufsichtspersonen unterwegs, welche die Badenden &uuml;ber die Gefahren aufkl&auml;ren. Laut Tognola ist dieser Service willkommen und tr&auml;gt viel zur Senkung der Unfallzahl bei.</p> <h4>Kraftwerke warnen im Voraus</h4> <p>Besondere Z&uuml;ge nimmt die Pr&auml;vention im Zusammenhang mit den Wasserkraftwerken an. Diese d&uuml;rfen jederzeit aus den hoch gelegenen Stauseen Wasser ablassen, das oft in f&uuml;r Canyoning genutzte Wildb&auml;che fliesst und Letztere f&uuml;r kurze Zeit in einen reissenden Strom verwandelt; die Fluss-Kommission hat rund zwanzig solcher B&auml;che ermittelt. Gesetzlich sind die Kraftwerkbetreiber nicht verpflichtet, eine Vorank&uuml;ndigung zu machen, bevor sie Wasser ablassen. Zugunsten besserer Pr&auml;vention haben die Kraftwerke aber freiwillig eine Hotline eingerichtet, welche &uuml;ber die tags&uuml;ber vorgesehenen Abfl&uuml;sse aus den Staubecken wie auch &uuml;ber Gewitter informiert. Daher werden die Canyonisten durch die an den Flussufern aufgestellten Warnschilder dringend aufgefordert, die Hotline zu benutzen. Im &Uuml;brigen hat der Kanton den Kraftwerken das Recht zugestanden, notfalls den Canyonisten das Betreten eines Wildbachs ganzt&auml;gig zu verbieten.</p> <p>T&ouml;dliche Unf&auml;lle in Fl&uuml;ssen k&ouml;nne man mit Verboten nur in wenigen spezifischen Situationen verhindern, res&uuml;miert Kommissionspr&auml;sident Franscella. Pr&auml;vention m&uuml;sse vor allem auf Information beruhen, um die Selbstverantwortung des Einzelnen zu steigern. Denn gef&auml;hrlich sch&ouml;ne Fl&uuml;sse zu geniessen, ist eine individuelle Kunst.</p> <div class="box"> <h3>Das Tessin verliert seine &laquo;Spitzenposition&raquo;</h3> <p>Laut einer Studie der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft ertranken zwischen 2000 und 2010 in der Schweiz 497 Personen. Grob &uuml;ber den Daumen gepeilt bedeutet dies, dass jedes Jahr etwa 50 Personen t&ouml;dlich im Wasser verungl&uuml;cken. Die meisten Unf&auml;lle geschehen in der Deutschschweiz, wenn man von den absoluten Zahlen ausgeht. Ber&uuml;cksichtigt man jedoch die Bev&ouml;lkerungszahl sowie die Anzahl Schwimmstunden der Einwohner, erweisen sich als Spitzenreiter die italienischsprachige Schweiz sowie die Zentralschweiz, in welcher es im Hallenbad zu den meisten Unf&auml;llen kommt. In der italienischsprachigen Schweiz wiederum ereignet sich der Grossteil in offenen Gew&auml;ssern und im Freibad. M&auml;nner verunfallen deutlich h&auml;ufiger in offenen Gew&auml;ssern oder im Freibad, im Hallenbad ist der Anteil der Frauen h&ouml;her.</p> <p>In den letzten 30 Jahren hatte der Kanton Tessin auch in der Statistik der Todesf&auml;lle wegen Ertrinkens oft den ersten Platz eingenommen. In besagtem Zeitraum kam es im S&uuml;dkanton zu 509 Unf&auml;llen im Wasser, davon gingen 338 t&ouml;dlich aus; das sind im Durchschnitt 11 Tote pro Jahr. Betrachtet man die Tessiner Fl&uuml;sse gesondert, ereigneten sich in den letzten 30 Jahren 261 Unf&auml;lle mit 164 Toten (rund 6 Tote pro Jahr). Sp&auml;testens seit 2006 scheint sich aber die Tendenz zu festigen, dass der Kanton Bern die meisten Todesf&auml;lle aufweist (6 bis 8 Tote j&auml;hrlich). Demgegen&uuml;ber verzeichnet das Tessin pro Jahr im Schnitt nur noch 2 bis 3 Ertrinkungsopfer.</p> </div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991903</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 15:16:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Kritik am Flugzeugverkauf lässt nicht auf sich warten  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991895</link>
         <description><![CDATA[  Der geplante Verkauf von Pilatus-Trainingsflugzeugen nach Saudiarabien ruft die Gr&uuml;nen und die Gruppe f&uuml;r eine Schweiz ohne Armee (GSoA) auf den Plan. Das Seco hingegen hat den Deal gepr&uuml;ft und Ende April bewilligt, es erachtet die Flugzeuge nicht als Kriegsmaterial.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der geplante Verkauf von Pilatus-Trainingsflugzeugen nach Saudiarabien ruft die Gr&uuml;nen und die Gruppe f&uuml;r eine Schweiz ohne Armee (GSoA) auf den Plan. Das Seco hingegen hat den Deal gepr&uuml;ft und Ende April bewilligt, es erachtet die Flugzeuge nicht als Kriegsmaterial.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>Die Kritik am Flugzeug-Deal mit Saudiarabien l&auml;sst nicht auf sich warten: Die Gr&uuml;nen und die Gruppe f&uuml;r eine Schweiz ohne Armee (GSoA) verlangen vom Bundesrat, das Gesch&auml;ft zu stoppen. Das Staatssekretariat f&uuml;r Wirtschaft (Seco) hat jedoch bereits gr&uuml;nes Licht gegeben. Das Seco habe im Einvernehmen mit den zust&auml;ndigen Stellen des EDA und des VBS das Ausfuhrgesuch Ende April bewilligt, sagte Simon Pl&uuml;ss, Leiter des Ressorts Exportkontrollen/Kriegsmaterial, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Zwar ist der Deal noch nicht unter Dach und Fach. Pilatus-Chef Oscar Schwenk rechnet aber mit einem Vertragsabschluss &laquo;in den n&auml;chsten Tagen&raquo;.</p> <h4>Schlechte Menschenrechtslage</h4> <p>Saudiarabien ist ein heikles Pflaster f&uuml;r R&uuml;stungsgesch&auml;fte. 2009 hatte der Bundesrat entschieden, wegen der schlechten Menschenrechtslage vorerst keine Exportbewilligungen f&uuml;r Kriegsmaterial mehr zu erteilen. Inzwischen engagieren sich die saudischen Streitkr&auml;fte gegen Demonstranten in Bahrain und im Konflikt in Jemen. Der Bundesrat ist bis jetzt nicht auf seinen Entscheid zur&uuml;ckgekommen.</p> <h4>Kein Kriegsmaterial</h4> <p>In der Regel gelten Trainingsflugzeuge von Pilatus allerdings gar nicht als Kriegsmaterial. Eine Lieferung von 25 PC-21 an die Vereinigten Arabischen Emirate hatte der Bundesrat letztes Jahr zwar dem Kriegsmaterialgesetz unterstellt. Grund daf&uuml;r war aber, dass sich der K&auml;ufer in den Vertragsverhandlungen nach den M&ouml;glichkeiten einer Bewaffnung erkundigt hatte.</p> <p>&laquo;Weil wir zum Zeitpunkt der Bewilligungserteilung nicht sicher wussten, ob die Flugzeuge in der Schweiz bewaffnet oder f&uuml;r die Aufnahme von Waffen vorbereitet werden sollten, wurden sie dem Kriegsmaterialgesetz unterstellt&raquo;, erkl&auml;rte Pl&uuml;ss. Sofern die Trainingsflugzeuge in der Schweiz weder bewaffnet noch f&uuml;r die Waffenaufnahme vorbereitet werden, unterstehen sie dem G&uuml;terkontrollgesetz. Exportbewilligungen sind unter diesen Bestimmungen an weniger strenge Bedingungen gekn&uuml;pft.</p> <h4>Erkl&auml;rung des Empf&auml;ngers</h4> <p>&laquo;Wir verlangen eine sogenannte Endverwendungserkl&auml;rung des Empf&auml;ngers, in der festgehalten ist, dass die Flugzeuge f&uuml;r die Pilotenausbildung verwendet werden&raquo;, sagte Pl&uuml;ss. Wenn der Verdacht bestehe, dass sie f&uuml;r Kampfeins&auml;tze missbraucht werden k&ouml;nnten, werde die Bewilligung verweigert.</p> <h4>Deutliche Kritik der GSoA</h4> <p>F&uuml;r Adi Feller, Vorstandsmitglied der GSoA, sind diese Erkl&auml;rungen &laquo;das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind&raquo;, wie er auf Anfrage sagte. Er verweist auf nachgewiesene Kampfeins&auml;tze von Pilatus-Flugzeugen in Darfur, Mexiko, Nordirak oder Burma - meist gegen Zivilisten.</p> <p>Ein Export nach Saudiarabien beurteilt Feller als besonders problematisch. Zwar habe das Land eine grosse Luftwaffe mit hochmodernen Kampfflugzeugen. Gerade f&uuml;r die Aufstandsbek&auml;mpfung eigneten sich diese schnellen Jets aber schlecht. &laquo;F&uuml;r den Einsatz gegen gr&ouml;ssere Menschenmengen braucht es langsamere Flugzeuge&raquo;, sagte Feller.</p> <p>Gegen schlecht bewaffnete und ungepanzerte Ziele k&auml;men deshalb Propellermaschinen zum Einsatz, die mit Maschinengewehren und Bomben ausger&uuml;stet seien. Feller verweist auf die Beechcraft T-6 Texan, die auf der Pilatus PC-9 basiert und von welcher der amerikanische Flugzeugbauer Hawker Beechcraft mit der Version AT-6 ein Flugzeug zu genau diesem Zweck gebaut habe.</p> <h4>Missbrauch unwahrscheinlich</h4> <p>Diese &Uuml;berlegungen hat man sich auch im Seco gemacht. Entschieden wird am Schluss aufgrund einer sogenannten Plausibilit&auml;tspr&uuml;fung, wie Pl&uuml;ss sagte. Saudiarabien habe eine der gr&ouml;ssten Luftwaffen der Region, die auch &uuml;ber Kampfhelikopter verf&uuml;ge. Dass die Pilatus-Flugzeuge zur Aufstandsbek&auml;mpfung umgebaut w&uuml;rden, wird im Seco deshalb als h&ouml;chst unwahrscheinlich beurteilt.</p> <p>Zumal dies nach Angaben von Pl&uuml;ss nur mit viel Aufwand m&ouml;glich ist. Er erinnert daran, dass bisher noch nie ein PC-21 zweckentfremdet worden sei. Wegen der Komplexit&auml;t der Elektronik und Avionik sei dies schwierig. Zudem erschwere es die Aerodynamik des Flugzeugs, zus&auml;tzliches Ger&auml;t unter den Fl&uuml;geln oder am Rumpf anzubringen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991895</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 13:10:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Indische Luftwaffe kauft 75 Pilatus-Trainingsflugzeuge  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991815</link>
         <description><![CDATA[  Der Innerschweizer Flugzeug-Hersteller Pilatus hat den Verkauf von 75 Trainingsflugzeugen des Typs PC-7 Mk II an die indische Luftwaffe bekanntgegeben. Der Auftrag hat ein Volumen von &uuml;ber 500 Millionen Franken. Zudem steht ein Gesch&auml;ft mit Saudiarabien vor dem Abschluss.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Innerschweizer Flugzeug-Hersteller Pilatus hat den Verkauf von 75 Trainingsflugzeugen des Typs PC-7 Mk II an die indische Luftwaffe bekanntgegeben. Der Auftrag hat ein Volumen von &uuml;ber 500 Millionen Franken. Zudem steht ein Gesch&auml;ft mit Saudiarabien vor dem Abschluss.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>F&uuml;r den Stanser Flugzeugkonstrukteur Pilatus laufen die Gesch&auml;fte derzeit gut. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Saudiarabien 55 Trainingsflugzeuge des Typs PC-21 kaufen will. Am Donnerstag dann unterzeichnete die indische Luftwaffe einen Vertrag in der H&ouml;he von mehr als 500 Millionen Franken.</p> <h4>Gegen harte Konkurrenz</h4> <p>Daf&uuml;r erh&auml;lt Indien 75 Trainingsflugzeuge des Typs PC-7 Mk II, Simulatoren sowie Ausr&uuml;stung f&uuml;r den Unterhalt. Die Maschine habe sich nach einer gr&uuml;ndlichen Evaluation durch die indische Luftwaffe gegen harte Konkurrenz durchgesetzt, schreibt Pilatus in der Mitteilung.</p> <p>Beim PC-7 Mk II handelt es sich um ein Trainingsflugzeug, das den Rumpf und die Flugzeugelektronik der PC-9 mit der Propellerturbine der PC-7 kombiniert. Die Auslieferung soll gegen Ende 2012 beginnen. F&uuml;r den Unterhalt der Flugzeuge in Indien wird Hindustan Aeronautics Limited verantwortlich sein.</p> <h4>Zu Kompensationsgesch&auml;ften verpflichtet</h4> <p>Zu den 75 Maschinen hinzu hat die indische Luftwaffe einen Optionsvertrag f&uuml;r 30 weitere Flugzeuge unterzeichnet. Im Gegenzug hat sich Pilatus zu Kompensationsgesch&auml;ften in Indien &uuml;ber 30 Prozent der Vertragssumme verpflichtet.</p> <p>Pilatus beziehe bereits heute Ingenieurleistungen in Indien, sagte Pilatus-Chef Oscar Schwenk auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Zudem ben&ouml;tige die indische Luftwaffe insgesamt 200 Trainingsflugzeuge. W&uuml;rden zus&auml;tzliche Maschinen bei Pilatus bestellt, w&uuml;rden diese dann wohl in Indien gebaut, sagte Schwenk.</p> <h4>Vertrag mit Saudiarabien vor Unterzeichnung</h4> <p>Er best&auml;tigte zudem, dass sich Pilatus in Endverhandlungen mit Saudiarabien &uuml;ber die Lieferung von 55 PC-21-Trainingsflugzeugen befindet. Details dazu wollte Schwenk noch nicht bekannt geben. Er hofft aber, dass der Vertrag in den n&auml;chsten Tagen unterzeichnet werden kann.</p> <p>Saudiarabien verf&uuml;gt bereits &uuml;ber 47 Pilatus-PC-9-Trainingsflugzeuge. Die Royal Saudi Air Force ist eine der gr&ouml;ssten Luftwaffen in der ganzen Region.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991815</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 12:02:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Stetig steigende Ausgaben für Prämienverbilligungen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991823</link>
         <description><![CDATA[  Die Kosten der bedarfsgerechten Sozialhilfe haben im Jahr 2010 die 11-Milliarden-Grenze &uuml;berschritten. Stark gestiegen sind insbesondere die Ausgaben f&uuml;r Pr&auml;mienverbilligungen, sie sind f&uuml;r die H&auml;lfte der Gesamtkosten verantwortlich. Auch bei der Sozialhilfe gab es wieder einen Anstieg.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Kosten der bedarfsgerechten Sozialhilfe haben im Jahr 2010 die 11-Milliarden-Grenze &uuml;berschritten. Stark gestiegen sind insbesondere die Ausgaben f&uuml;r Pr&auml;mienverbilligungen, sie sind f&uuml;r die H&auml;lfte der Gesamtkosten verantwortlich. Auch bei der Sozialhilfe gab es wieder einen Anstieg.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>Die Ausgaben f&uuml;r Verbilligungen der Krankenkassenpr&auml;mien, Erg&auml;nzungsleistungen zu AHV und IV sowie f&uuml;r Sozialhilfe sind in den Jahren 2009 und 2010 deutlich angestiegen. Die Zuwachsraten lagen bei 4,5 Prozent, respektive 8,2 Prozent.</p> <h4>Mehr als 11 Milliarden</h4> <p>Im Jahr 2010 gaben Bund, Kantone und Gemeinden damit f&uuml;r diese bedarfsabh&auml;ngigen Sozialleistungen 11,6 Milliarden Franken aus. Im Vorjahr waren es noch 10,7 Milliarden Franken gewesen und 2008 gar erst 10,3 Milliarden. Pro Einwohner betrugen die Ausgaben 1377 Franken im Jahr 2009 und 1474 Franken im 2010, wie das Bundesamt f&uuml;r Statistik (BfS) am Donnerstag mitteilte.</p> <p>Am st&auml;rksten angestiegen sind zuletzt die Ausgaben f&uuml;r die Pr&auml;mienverbilligungen. 2010 waren diese f&uuml;r die H&auml;lfte der Ausgabensteigerung verantwortlich. Je 20 Prozent des Wachstums entfallen auf die Erg&auml;nzungsleistungen und die Sozialhilfe.</p> <p>In absoluten Zahlen ergaben sich im Jahr 2010 Gesamtausgaben f&uuml;r die Pr&auml;mienverbilligungen von 4 Milliarden Franken. F&uuml;r die Erg&auml;nzungsleistungen wurden 4,1 Milliarden Franken aufgewendet.</p> <h4>Wieder mehr Geld f&uuml;r Sozialhilfe</h4> <p>An dritter Stelle lag die Sozialhilfe mit Ausgaben von 1,9 Milliarden Franken (+10 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr). Damit wurde der leicht r&uuml;ckl&auml;ufige Trend bei den Sozialhilfe-Ausgaben der Jahre 2007 bis 2009 beendet. Das BfS erkl&auml;rt den Anstieg vor allem mit h&ouml;heren pro-Kopf-Ausgaben. Diese stiegen von durchschnittlich 7698 Franken im Jahr 2009 um 9,5 Prozent auf 8427 Franken im Jahr 2010.</p> <p>Wie es in der Mitteilung weiter heist, stieg der finanzielle Mehraufwand f&uuml;r die Kantone. Sie zahlten im Jahr 2010 knapp 45 Prozent der bedarfsabh&auml;ngigen Sozialleistungen, leicht mehr als in den Jahren zuvor. 32 Prozent &uuml;bernahm der Bund, und den Rest &uuml;bernahmen die Gemeinden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991823</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 10:30:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Junge Väter haben es in der Westschweiz am besten  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991780</link>
         <description><![CDATA[  Die &ouml;ffentliche Verwaltung ist bei der Gew&auml;hrung von Vaterschaftsurlauben meist grossz&uuml;giger als die Privatwirtschaft. Die Unterschiede sind je nach Kanton aber gross. Laut Gewerkschaft Travail Suisse erhalten junge V&auml;ter in der H&auml;lfte der Kantone mindestens 5 Tage Urlaub.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die &ouml;ffentliche Verwaltung ist bei der Gew&auml;hrung von Vaterschaftsurlauben meist grossz&uuml;giger als die Privatwirtschaft. Die Unterschiede sind je nach Kanton aber gross. Laut Gewerkschaft Travail Suisse erhalten junge V&auml;ter in der H&auml;lfte der Kantone mindestens 5 Tage Urlaub.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda)</p> <p>Wer als Familienvater in der &ouml;ffentlichen Verwaltung arbeitet, kann von einem zunehmend fortschrittlichen Vaterschaftsurlaub profitieren. Der Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse fordert, dass f&uuml;r alle Arbeitnehmer ein Anspruch von vier Wochen gesetzlich verankert wird.</p> <h4>Von der Mutter auf den Vater &uuml;bertragen</h4> <p>In seiner j&auml;hrlichen, am Donnerstag publizierten Umfrage zu den Elternurlauben in &ouml;ffentlichen Verwaltungen kommt der Gewerkschaftsdachverband zum Schluss, dass der Vaterschaftsurlaub nach wie vor in den Kinderschuhen steckt, obwohl sich die Arbeitgeber der &ouml;ffentlichen Hand familienfreundlicher zeigen als die Privatwirtschaft.</p> <p>Einen Vaterschaftsurlaub, der laut Travail Suisse &laquo;diesen Namen verdient&raquo;, kennen die H&auml;lfte der Kantone - darunter alle Westschweizer Kantonsverwaltungen. Diese 13 Kantone gew&auml;hren V&auml;tern einen Urlaub von 5 Tagen und mehr. In einzelnen Kantonen k&ouml;nnen zus&auml;tzliche Urlaubstage von der Mutter auf den Vater &uuml;bertragen werden.</p> <h4>Grossz&uuml;gig in Lausanne und Bern</h4> <p>Grossz&uuml;giger sind gem&auml;ss Umfrage die 25 bev&ouml;lkerungsreichsten Schweizer St&auml;dte. Spitzenreiter sind Lausanne und Bern, die frischgebackenen V&auml;tern einen Urlaub von bis zu 21 Tagen gew&auml;hren. Das Schlusslicht bildet die Neuenburger Stadtverwaltung, wo V&auml;ter nach der Geburt einen freien Tag bekommen, was unter dem vom KV Schweiz empfohlenen Minimum liegt.</p> <h4>Hohe Kosten</h4> <p>Travail Suisse fordert seit l&auml;ngerem vier Wochen Vaterschaftsurlaub f&uuml;r alle. Weil die Kosten derzeit von den Arbeitgebern getragen werden, macht sich der Gewerkschaftsdachverband f&uuml;r eine nationale L&ouml;sung nach dem Vorbild der Mutterschaftsversicherung stark. Travail Suisse sch&auml;tzt die n&ouml;tigen Investitionen auf 180 Millionen Franken.</p> <h4>Regelung bei Adoptionen</h4> <p>Zudem macht sich die Gewerkschaft in parlamentarischen Vorst&ouml;ssen f&uuml;r eine Gleichstellung der Adoption mit Geburten stark. Gem&auml;ss der Umfrage ist die Bandbreite der gew&auml;hrten Adoptionsurlaube in der &ouml;ffentlichen Verwaltung gross. Am grossz&uuml;gigsten zeigen sich die Kantone Genf, Z&uuml;rich, Neuenburg und Jura. Sie gew&auml;hren Adoptiveltern Urlaube bis zu vier Monaten. Einige Kantone kennen aber gar keine Regelung.</p> <p>Insgesamt am familienfreundlichsten schneidet laut Travail Suisse die Bundesverwaltung ab. Der mit fast 35 000 Angestellten gr&ouml;sste Arbeitgeber des Landes ist vor allem bei den Familienzulagen grossz&uuml;giger als andere Arbeitgeber. Zudem haben V&auml;ter und M&uuml;tter, die in der Bundesverwaltung angestellt sind, bei einer Adoption einen Anspruch auf einen bezahlten Urlaub von zwei Monaten.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991780</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 08:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Gesunde Bienen  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991725</link>
         <description><![CDATA[  Jedes zweite Bienenvolk hat den letzten Winter nicht &uuml;berlebt. Nun will der Bundesrat mit einem Bienengesundheitsdienst gegen das Sterben vorgehen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Jedes zweite Bienenvolk hat den letzten Winter nicht &uuml;berlebt. Nun will der Bundesrat mit einem Bienengesundheitsdienst gegen das Sterben vorgehen.</b><br /><br /><p>Zur Pr&auml;vention gegen und effizienten Bek&auml;mpfung von Bienenkrankheiten braucht es Fachwissen und umfassende Gesundheitskonzepte. Diese soll neu ein nationaler Bienengesundheitsdienst (BGD) erarbeiten, wie der Bundesrat am Mittwoch beschlossen hat. Der Dienst soll die Imker und ihre Vereine im korrekten Umgang mit Arznei- und anderen Hilfsmitteln beraten, die kantonalen Vollzugsbeh&ouml;rden unterst&uuml;tzen und die Gesundheit der Bienen &uuml;berwachen. Die Imkerbranche soll mindestens 20 Prozent der anfallenden Kosten &uuml;bernehmen, der Bund und die Kantone maximal je 40 Prozent.</p> <h4>Blutsaugende Parasiten</h4> <p>Der Grund f&uuml;r das massive Bienensterben im letzten Winter ist laut dem Zentrum f&uuml;r Bienenforschung (ZBF) der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux eine Kombination aus Parasitenbefall und Wetterbedingungen der letzten Saison. Die starke Verbreitung der Varroa-Milbe gilt mittlerweile als Hauptgrund f&uuml;r das Bienensterben. Die Parasiten schaden der Biene in mehrfacher Hinsicht. Sie beissen sich an ihr fest und saugen ihr Blut. Damit schw&auml;chen sie das Immunsystem der Biene und &uuml;bertragen oft auch andere Krankheitserreger wie etwa Viren.</p> <p>Ausserdem vermehren sich die Milben in der Bienenbrut. Werden die Larven und Puppen von den Parasiten befallen, verk&uuml;rzt sich die Lebenszeit der Winterbienen von 5 bis 6 auf 2 bis 3 Monate. Das kann dazu f&uuml;hren, dass ein Volk den Winter nicht &uuml;berlebt. Wegen des fr&uuml;hen und milden Fr&uuml;hlings im vergangenen Jahr zogen die V&ouml;lker ihre Brut offenbar schon sehr fr&uuml;h heran. So kam es auch zu einer fr&uuml;hen Vermehrung der Milben, bevor mit einer wirksamen Bek&auml;mpfung begonnen werden konnte. Je nach Behandlungsart muss die Honigernte abgewartet werden.</p> <h4>Neue Behandlungsstrategien</h4> <p>Die Varroa-Milbe stammt urspr&uuml;nglich aus Asien und gelangte vor etwa 25 Jahren in die Schweiz. Anfangs wurde sie mit synthetischen Mitteln bek&auml;mpft, wogegen sie bald resistent wurde. Heute arbeiten die Imker mit S&auml;uren und &auml;therischen &Ouml;len. Doch auch dagegen werden die Parasiten schnell resistent, so dass die Substanzen oft gewechselt werden m&uuml;ssen. Am ZBF erforscht man deshalb neue biologische Methoden. Es gibt Versuche, einen Pilz einzusetzen, der die Milben bef&auml;llt, oder Stoffe, die die Parasiten an der Fortpflanzung hindern. Bis anhin funktionieren diese Ans&auml;tze aber nur im Labor.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991725</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 07:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Englisch als Gespenst  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991719</link>
         <description><![CDATA[  Der British Council, eine Organisation zur F&ouml;rderung der Zusammenarbeit zwischen Grossbritannien und anderen L&auml;ndern, hat den Umgang mit der Mehrsprachigkeit in 24 europ&auml;ischen L&auml;ndern und Regionen unter die Lupe genommen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>Der British Council, eine Organisation zur F&ouml;rderung der Zusammenarbeit zwischen Grossbritannien und anderen L&auml;ndern, hat den Umgang mit der Mehrsprachigkeit in 24 europ&auml;ischen L&auml;ndern und Regionen unter die Lupe genommen. Es handelt sich nicht um ein Rating, sondern um eine Auslegeordnung. Am Mittwoch pr&auml;sentierte er die ersten, auf Erhebungen in den Kantonen Z&uuml;rich, Genf und Tessin basierenden Ergebnisse f&uuml;r die Schweiz. Die Analyse des Sprachgebrauchs in Schulen, &ouml;ffentlichen Diensten sowie in Unternehmen kommt zum Schluss, dass keine generelle Verdr&auml;ngung der jeweils nichtregionalen Landessprachen durch das Englische diagnostiziert werden kann - solches sei nur sektoriell und regional auszumachen.</p> <p>Insofern entlarvt sie die Einsch&auml;tzung als Gespenst, wonach Englisch eine Gefahr f&uuml;r den Austausch in Landessprachen &uuml;ber die inneren Sprachgrenzen hinweg sei. Insbesondere in der Wirtschaft zeigt sich ein pragmatischer Umgang, der Konsequenz spezifischer T&auml;tigkeitsfelder ist. Die Schweiz geh&ouml;rt zu jener kleineren Gruppe von Staaten, in denen Fremdsprachen nicht ab dem ersten Schuljahr unterrichtet werden. Was die Vielfalt des Unterrichts von Immigrantenkindern in der Sprache ihrer Eltern angeht, ist die Schweiz Spitze; dieser wird vor allem von den Herkunftsstaaten finanziert. W&auml;hrend die Studie nachvollziehbar konstatiert, dass das Kabelfernsehen zu einer fl&auml;chendeckenden Bedienung mit Programmen in Minderheiten- und Migrantensprachen f&uuml;hre, staunt man ob der Feststellung, nicht nur Fernseh-, sondern auch die meisten Kinofilme w&uuml;rden hierzulande synchronisiert - die praktische Erfahrung lehrt einem da anderes.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991719</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Urner Staatsanwältin hilft in Schwyz aus  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991699</link>
         <description><![CDATA[  Der Preis, den die Schwyzer Staatsanwaltschaft f&uuml;r die Justizaff&auml;re zahlen muss, ist hoch. Hilfe von aussen ist notwendig. Kann Schwyz anspruchsvolle F&auml;lle noch allein bew&auml;ltigen?  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Preis, den die Schwyzer Staatsanwaltschaft f&uuml;r die Justizaff&auml;re zahlen muss, ist hoch. Hilfe von aussen ist notwendig. Kann Schwyz anspruchsvolle F&auml;lle noch allein bew&auml;ltigen?</b><br /><br /><p class="autor">Martin Merki</p> <p>Die Einsetzung einer ausserordentlichen Staatsanw&auml;ltin aus einem andern Kanton in Schwyz zeigt, dass die Schwyzer Strafverfolgungsbeh&ouml;rden als Folge der Justizaff&auml;re, die sich nun schon &uuml;ber Monate hinzieht, an ihre Grenzen stossen. In einem brisanten Schwyzer Justizfall setzt die Oberstaatsanwaltschaft n&auml;mlich eine ausserordentliche Staatsanw&auml;ltin aus dem Nachbarkanton Uri ein. Dieser Schritt sei &laquo;in Anbetracht mangelnder Kapazit&auml;ten infolge Abg&auml;ngen von Staatsanw&auml;lten ausgewiesen&raquo;, schreibt der Oberstaatsanwalt in der Verf&uuml;gung vom letzten Freitag. Auch sei das Verfahren von der Problematik her priorit&auml;r zu behandeln. Zwar ist die Verf&uuml;gung der Schwyzer Oberstaatsanwaltschaft noch nicht rechtskr&auml;ftig, doch d&uuml;rfte kaum damit zu rechnen sein, dass sie angefochten wird.</p> <h4>Fall &laquo;Lisa&raquo;</h4> <p>Es geht um den Fall &laquo;Lisa&raquo;, an dem sich - neben dem bekannten Fall des get&ouml;teten Au-pair-M&auml;dchens Lucie - der Schwyzer Justizstreit weiter hochschaukelte und bei dem sich Staatsanwaltschaft und Kantonsgericht in die Haare gerieten. Der Tessiner Alt-St&auml;nderat Dick Marty erw&auml;hnt den Fall in seinem Bericht zur Schwyzer Justizaff&auml;re, den er im Auftrag des Regierungsrates verfasste und am 9. Mai ver&ouml;ffentlicht hat. Laut dieser Quelle wurde K. verhaftet, der sexuelle Handlungen mit einem geistig behinderten 13-j&auml;hrigen M&auml;dchen zugab, das im gleichen Haus wohnt, in dem der Mann als Hausabwart t&auml;tig ist. Nachdem der Mann vor einem Jahr verhaftet worden war, best&auml;tigte das Zwangsmassnahmengericht eine Untersuchungshaft von 12 Wochen. Das Kantonsgericht reduzierte die Haft auf einen Drittel der Zeit und beurteilte auch die Wiederholungsgefahr anders als die Staatsanw&auml;ltin.</p> <p>Einen Skandal l&ouml;ste aus, schreibt Marty, dass K. trotz der offensichtlichen Schwere der Tat so schnell ins gleiche Geb&auml;ude zur&uuml;ckkehren und wieder in demselben als Hausabwart t&auml;tig sein konnte, in dem auch das junge behinderte Opfer wohnt. Obwohl die Staatsanwaltschaft die Situation vor Ort als untragbar beurteilte und mit Verweis auf das psychiatrische Gutachten auf eine Wiederholungsgefahr verwies, wurde der Antrag auf erneute Pr&uuml;fung des Falls sowohl vom Zwangsmassnahmengericht wie auch vom Kantonsgericht abgelehnt. Den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden, also der Staatsanwaltschaft, k&ouml;nne in diesem Fall kein Vorwurf gemacht werden, h&auml;lt Marty fest. Er enth&auml;lt sich zwar eines direkten Urteils an die Adresse des Kantonsgerichts, wundert sich aber, dass ein Mann, der sexuelle Handlungen mit einer geistig behinderten Minderj&auml;hrigen eingestanden hat, nach einer sehr kurzen Untersuchungshaft in das gleiche Haus zur&uuml;ckkehren kann. Laut Marty ist mehr Energie daf&uuml;r aufgewendet worden, um in der Presse das eigene Gesicht zu wahren, als sich f&uuml;r Gerechtigkeit und Schutz eines jungen und besonders verletzlichen Opfers zu engagieren.</p> <h4>Entt&auml;uschte Staatsanw&auml;lte</h4> <p>Mit der Einsetzung einer ausserordentlichen Staatsanw&auml;ltin, eine Massnahme, die dazu dient, personelle Engp&auml;sse zu beheben, bekommt Marty in einem wichtigen Punkt recht. Der Preis, den die Staatsanwaltschaft wegen der Aff&auml;re zahlen musste, sei hoch, schreibt er an einer Stelle in seiner Analyse. Er nennt den Abgang von drei erfahrenen Magistraten und eine bedr&uuml;ckende Atmosph&auml;re, in der sowohl Entt&auml;uschung als auch Verbitterung &uuml;ber das Geschehene mitschwingen.</p> <p>Ohne Chance blieb der Versuch, die Pr&auml;sentation des Berichts von Dick Marty &uuml;ber eine Beschwerde zu verhindern. Einer der Beschwerdef&uuml;hrer ist der Pr&auml;sident des Kantonsgerichts, Martin Ziegler, der seinen R&uuml;cktritt eingereicht hat und im Bericht nicht gut wegkommt. Im Streit mit der Staatsanwaltschaft, insbesondere im Zusammenhang mit der Beschaffung von Telefonranddaten von mehreren Staatsanw&auml;lten, habe Ziegler rechtswidrige Handlungen begangen oder gedeckt. Zudem habe er geglaubt, er sei der eigentliche Chef der Justiz.</p> <p>Gegen die Ver&ouml;ffentlichung des Berichts wehrten sich auch zwei Mitglieder der Rechts- und Justizkommission, eine Kantonsr&auml;tin der FDP und ein Kantonsrat der CVP. Beide Parteien tun sich mit der Schonungslosigkeit des Berichts schwer, schwerer als SP und SVP, die in Gerichts- und Anwaltskreisen weniger stark vertreten sind. Die Rechts- und Justizkommission sei nicht imstande gewesen, eine wahre Aufsichtsfunktion zu gew&auml;hrleisten und eine Krisensituation zu bew&auml;ltigen, schreibt Marty.</p> <h4>Weitere Beschwerde</h4> <p>Gegen die mit Kantonsgerichtspr&auml;sident Martin Ziegler vom Regierungsrat vereinbarte Vergleichszahlung wehren sich drei bekannte Pers&ouml;nlichkeiten aus dem inneren Kantonsteil, wie am Dienstag verlautete. Beim Bundesgericht haben der Weinh&auml;ndler Jakob Schuler, Seewen, der fr&uuml;here Direktor des Tierparks Goldau und ehemalige Kantonsrat Felix Weber, Rickenbach, sowie der bekannte H&ouml;llgrotten-Wirt Bruno Suter von Muotathal eine Stimmrechtsbeschwerde eingereicht. Der Kantonsgerichtspr&auml;sident erscheine nicht mehr als Opfer der Justizaff&auml;re. Die Abgangsregelung von mehr als 250 000 Franken sei unverantwortlich und m&uuml;sse dem Kantonsrat vorgelegt sowie dem Finanzreferendum unterstellt werden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991699</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 01:07:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Der Dauerkandidat  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990738</link>
         <description><![CDATA[  Er hat kandidiert - und jetzt ist er gew&auml;hlt. Dieses Szenario hat bei Jean-Fran&ccedil;ois Rime Seltenheitswert.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b></b><br /><br /><p>Er hat kandidiert - und jetzt ist er gew&auml;hlt. Dieses Szenario hat bei Jean-Fran&ccedil;ois Rime Seltenheitswert. B&ouml;se Zungen sprechen deshalb beim gestern zum neuen Pr&auml;sidenten des Schweizerischen Gewerbeverbands gek&uuml;rten Freiburger Nationalrats wenig schmeichelhaft von einem &laquo;Dauerkandidaten&raquo;. Auch das verwandte Attribut des &laquo;Dauerwahlk&auml;mpfers&raquo; signalisiert, dass vor Nationalrat Rime kein Amt sicher scheint.</p> <p>In der Tat: Wof&uuml;r hat sich der in der SVP als treuer Parteisoldat gesch&auml;tzte Freiburger nicht schon hergegeben. Zweimal (2010 und 2011) war er unter anderem bereits SVP-Bundesratskandidat. Beim erstenmal konnte Rime zumindest einen Achtungserfolg verbuchen und Z&uuml;nglein an der Waage spielen. Anl&auml;sslich der Gesamterneuerungswahl im Jahr darauf zerschellten dann aber Rimes erneute Regierungsambitionen an der v&ouml;llig missgl&uuml;ckten Strategie der Partei.</p> <h4>Schallende Ohrfeigen</h4> <p>Nicht die einzige schallende Ohrfeige im politischen Leben des ewigen Kandidaten. Der mit viel Get&ouml;se vor den eidgen&ouml;ssischen Wahlen 2011 eingel&auml;utete SVP-Sturm auf den St&auml;nderat wurde auch zu Rimes pers&ouml;nlichem Waterloo. Er blieb chancenlos. Doch richtig ist auch: Die vielen Niederlagen scheinen Rime keineswegs besch&auml;digt zu haben. Nimbus des Verlierers? &laquo;Das schreibt ihr Journalisten&raquo;, kommentierte er k&uuml;rzlich trocken. Seine Chancen auf das Pr&auml;sidium des Gewerbeverbands seien durch die Wahlniederlagen der Vergangenheit nicht kleiner geworden. Jetzt hat es Rime also allen Sp&ouml;ttern gezeigt. Allerdings: Auch hier erst im zweiten Anlauf. Schon 2008 wollte der 61-J&auml;hrige h&ouml;chster Gewerbler werden.</p> <h4>Ungebrochenes Selbstbewusstsein</h4> <p>Dass es diesmal geklappt hat, ist kein Zufall. Mit dem ihm eigenen Selbstbewusstsein machte der Kandidat selber keinen Hehl daraus, dass er sich f&uuml;r die Aufgabe berufen f&uuml;hlt: Als im Gewerbe stark verankerter erfolgreicher S&auml;gereiunternehmer, als klassischer KMU-Vertreter, bodenst&auml;ndig und wertkonservativ. Rime eckt im Parlament zudem nicht an, gilt als pragmatisch und offen. Der lediglich &laquo;angelernte&raquo; SVP-Politiker mit einer &uuml;ber 30j&auml;hrigen Vergangenheit in der FDP ist alles andere als ein Polterer.</p> <p>Und jetzt ist der Mann mit den vielen Niederlagen Herr &uuml;ber den m&auml;chtigsten nationalen Verband mit 300 000 Mitgliedern. Auf Augenh&ouml;he mit Bundesr&auml;ten sozusagen. Es w&uuml;rde wenig &uuml;berraschen, wenn sich Jean-Fran&ccedil;ois Rime im Glanze seines Sieges nun zugute halten w&uuml;rde, die richtigen Niederlagen ausgew&auml;hlt zu haben. Christian Kamm</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990738</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Alternative Idee für den Gotthard  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991954</link>
         <description><![CDATA[  Ein franz&ouml;sischer Transportsystem-Hersteller und dieStaatsbahn SNCF haben Appetit auf ein St&uuml;ck des alpenquerenden Verkehrs am Gotthard. Was als Alternative zum 4-Meter-Korridor verkauft wird, k&ouml;nnte ein erg&auml;nzendes Angebot werden.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Ein franz&ouml;sischer Transportsystem-Hersteller und dieStaatsbahn SNCF haben Appetit auf ein St&uuml;ck des alpenquerenden Verkehrs am Gotthard. Was als Alternative zum 4-Meter-Korridor verkauft wird, k&ouml;nnte ein erg&auml;nzendes Angebot werden.</b><br /><br /><p class="autor">Paul Schneeberger</p> <p>Ein Konsortium, bestehend aus der Els&auml;sser Firma Lohr und der franz&ouml;sischen Staatsbahn SNCF, propagiert eine L&ouml;sung f&uuml;r den Transport von Sattelaufliegern mit 4 Metern Eckh&ouml;he, f&uuml;r die das Profil bestehender Tunnels nicht erweitert werden m&uuml;sste (vgl. Grafik). Bekanntlich ist der Bund daran, eine Vorlage f&uuml;r die Anpassung der Zulaufstrecken zum Gotthard- und Ceneri-Basistunnel auszuarbeiten, die k&uuml;nftig einen Transport dieser immer st&auml;rker verbreiteten Transportgef&auml;sse auf herk&ouml;mmlichen Transportwagen nicht nur an L&ouml;tschberg und Simplon, sondern auch am Gotthard gestatten. Die Basistunnel sind bereits daf&uuml;r ausgelegt.</p> <h4>Bereits ab 2015 operativ?</h4> <p>Es wird davon ausgegangen, dass f&uuml;r einen durchgehenden 4-Meter-Korridor am Gotthard basierend auf heutigen Wagen um 800 Millionen Franken aufgewendet werden m&uuml;ssen, deren Finanzierung nicht gesichert ist. Die Franzosen propagieren nun ein Modell, dass sich mit jenem vergleichen l&auml;sst, f&uuml;r das Citro&euml;n-Automobile stehen, die einen mit ausgekl&uuml;gelten Federungen auch &uuml;ber holprige Fahrbahnen schweben lassen: Ihre Wagen, die sich vor allem horizontal beladen lassen, verf&uuml;gen &uuml;ber k&uuml;rzere Abst&auml;nde zwischen den Laufwerken. Das l&auml;sst eine gegen&uuml;ber herk&ouml;mmlichen Wagen weitere Absenkung des Bodens zu, so dass sich die fehlenden rund 10 Zentimeter unten &laquo;unterbringen&raquo; lassen und nicht oben &laquo;abzuspitzen&raquo; sind.</p> <p>Ab 2015 k&ouml;nnten die Franzosen, Zulassungen in der Schweiz vorausgesetzt, nach ihren Angaben den Betrieb mit 6 Z&uuml;gen pro Tag und Richtung ab S&uuml;ddeutschland bzw. dem Ruhrgebiet und einem Terminal s&uuml;dlich von Chiasso aufnehmen. Dadurch, so rechnen sie vor, liessen sich 100 000 Sendungen pro Jahr durch die Schweiz schleusen. Sie setzen daf&uuml;r gesetzlich vorgesehene Beteiligungen der Eidgenossenschaft an Investitionen in Terminals sowie Betriebsbeitr&auml;ge voraus. Diese Aufwendungen, so beteuern sie, betr&uuml;gen einen Bruchteil der Aufwendungen f&uuml;r die vom Bund vorgesehenen Ausbauten, um die Gotthardachse f&uuml;r herk&ouml;mmliche Taschen-Wagen 4-Meter-tauglich zu machen. Beim Bundesamt f&uuml;r Verkehr (BAV) hat man Kenntnis von den Pl&auml;nen; Ansuchen um Fahrzeugzulassungen und Subventionen sind aber noch nicht eingegangen. Interesse an einem Einsatz seiner Fahrzeuge in der Schweiz hat auch der Hersteller von Cargo-Beamer signalisiert, eines &auml;hnlichen Patents aus Deutschland. Das BAV versteht die Idee der Franzosen nicht als Alternative zum geplanten Ausbau, sondern allenfalls als erg&auml;nzendes Angebot, das es erm&ouml;glichen k&ouml;nnte, schon vor seinem Abschluss Sattelauflieger mit 4 Metern Eckh&ouml;he &uuml;ber den Gotthard zu transportieren.</p> <h4>Plus 100 000 Sendungen</h4> <p>Voraussetzung f&uuml;r die Mitfinanzierung von Terminals durch die Eidgenossenschaft seien die technische Tauglichkeit der heute erst als Prototypen existierenden Fahrzeuge, die f&uuml;r den Verkehr durch die Schweiz vorgesehen sind, und der Nachweis einer nachhaltigen Markt-Akzeptanz des geplanten Angebots, h&auml;lt das BAV fest. Mit den Franzosen tr&auml;te ein weiterer Konkurrent f&uuml;r die schweizerische Hupac auf den Plan, die heute das Gros der j&auml;hrlich rund 700 000 Sendungen des unbegleiteten kombinierten Verkehrs durch die Schweizer Alpen schleust.</p> <p>Gel&auml;nge es Lohr und der SNCF, die bereits solche Verkehre mit &auml;hnlichen Wagen in Frankreich abwickeln, 100 000 zus&auml;tzliche Sendungen auf die Schiene zu holen, liesse sich das in den Berechnungen f&uuml;r die - bis 2018 bewilligten und schrittweise sinkenden - Betriebsbeitr&auml;ge vorgesehene Plansoll erreichen. 2011 wurden 100 000 Sendungen weniger als budgetiert transportiert, wodurch die pro Sendung gew&auml;hrten Beitr&auml;ge um 15 Franken (im Schnitt um 8 Prozent) h&ouml;her ausfielen als geplant. Indessen w&auml;re zu &uuml;berlegen, allf&auml;llige &laquo;&uuml;bersch&uuml;ssige&raquo; Subventionsmittel k&uuml;nftig in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991954</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Ein Spar- oder ein Qualitätsmodell?  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991877</link>
         <description><![CDATA[  F&uuml;r den Pr&auml;sidenten der Schweizer Haus&auml;rzte und Berner Oberl&auml;nder Arzt Marc M&uuml;ller ist Managed Care ein Schritt in die richtige Richtung. Der Hautfacharzt Tom Hofer aus Wettingen warnt vor einer riskanten Umkrempelung des Systems.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>F&uuml;r den Pr&auml;sidenten der Schweizer Haus&auml;rzte und Berner Oberl&auml;nder Arzt Marc M&uuml;ller ist Managed Care ein Schritt in die richtige Richtung. Der Hautfacharzt Tom Hofer aus Wettingen warnt vor einer riskanten Umkrempelung des Systems.</b><br /><br /><p class="autor">Gespr&auml;chsleitung: Claudia Schoch</p> <p class="question">Sind Sie pers&ouml;nlich einem Netzwerk angeschlossen?</p> <p class="answer">Hofer: Ich bin an keinem Netz beteiligt, werde aber als Konsiliararzt in dermatologischen Fragen von &Auml;rzten in Netzwerken oft beigezogen; mit der ganzen Struktur der Netzwerke bin ich jedoch wenig vertraut.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Ich war einer der Mitinitianten des Netzwerkes im Berner Oberland, in welchem ich jetzt auch mitmache. Dieses Netz existiert seit f&uuml;nf, sechs Jahren. Seit etwa drei Jahren gibt es Netzwerk-Vertr&auml;ge mit Krankenkassen. Durch das Netz ist die &Auml;rzteschaft in unserer Region enger zusammenger&uuml;ckt. Auch Kollegen, die vorher nicht in Qualit&auml;tszirkeln waren, machen jetzt in ihnen mit.</p> <p class="question">Herr M&uuml;ller, unterst&uuml;tzen Sie somit die Vorlage?</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Wir sind der Meinung - obwohl die Vorlage nicht perfekt ist -, dass sie ein grosser Schritt in die richtige Richtung ist, namentlich mit Blick auf die Rahmenbedingungen zur Entwicklung von Managed Care und integrierter Versorgung.</p> <p class="question">Herr Hofer, warum lehnen Sie die Vorlage ab?</p> <p class="answer">Hofer: Die Vorlage f&uuml;hrt unser heutiges Gesundheitswesen in eine v&ouml;llig andere Richtung, und zwar zu fl&auml;chendeckendem Managed Care. Damit ist weder eine Verbesserung der Qualit&auml;t noch eine Abnahme der Kosten verbunden.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Ich sehe das anders. Die Entwicklung geht ohnehin in Richtung Managed Care. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen droht die Gefahr, dass der Prozess aber eine nicht ideale Entwicklung nimmt.</p> <p class="quote">&laquo;Mit der Reform im Gesundheitswesen wird Managed-Care zu einem Qualit&auml;tsmodell&raquo;</p> <p class="answer">Unter dem heutigen Gesetz k&ouml;nnen Krankenkassen n&auml;mlich eigene Managed-Care-Modelle mit Leistungserbringern ihrer Wahl und mit dem Ziel, Kosten einzusparen, anbieten. Managed Care also als Sparmodell. Mit der Reform wird Managed Care zu einem Qualit&auml;tsmodell.</p> <p class="question">Was erwarten Sie, Herr Hofer, von der Reform?</p> <p class="answer">Hofer: Mit dem Gesetz sollen 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung aus den verschiedenen Versicherungsmodellen, die wir heute kennen, in integrierte Netze mit Budgetmitverantwortung gelenkt werden. Damit werden die Leute bevormundet. Man nimmt ihnen das Recht, freiwillig zu entscheiden, welches System sie haben m&ouml;chten. Davon ist keine Qualit&auml;tsverbesserung, sondern ein Leistungsabbau zu erwarten.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: An der freien Wahl des Versicherungsmodells &auml;ndert sich nichts. Die Patienten haben die M&ouml;glichkeit, weiter wie bisher versichert zu bleiben. Die ganze Palette von alternativen Versicherungsmodellen ist weiter m&ouml;glich.Hofer: Alle anderen Modelle, wie Hausarztsystem oder Telemedizin, profitieren aber von der Senkung des maximalen Selbstbehalts auf 500 Franken nicht. Damit wird ein Schritt in Richtung Zweiklassenmedizin gemacht.</p> <p class="question">Birgt die Reform die Gefahr eines Leistungsabbaues gegen&uuml;ber heute?</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Es gibt diese Netze seit &uuml;ber zwanzig Jahren, und der Vorwurf des Leistungsabbaus wurde bis jetzt nie erhoben. Es w&auml;re selbstm&ouml;rderisch, wenn man in einem Netz Leistungsabbau betreiben w&uuml;rde. Wir wollen zufriedene Patienten, die auf direktem Wege gut behandelt werden, damit sie das System nicht verlassen. Es werden aber weniger &uuml;berfl&uuml;ssige Leistungen erbracht, indem die Patienten jeweils sofort bei demjenigen Spezialisten behandelt werden, den sie auch wirklich brauchen.</p> <p class="answer">Hofer: Die Erfahrungen mit Managed Care in Europa sprechen eine andere Sprache. In L&auml;ndern mit Managed-Care-Modellen ist die Qualit&auml;t der medizinischen Versorgung nicht besser, im Gegenteil. Sogar die Lebenserwartung ist in diesen L&auml;ndern geringer als bei uns.</p> <p class="question">Sind aber dort nicht auch die Kosten g&uuml;nstiger?</p> <p class="answer">Hofer: Betrachtet man den Anteil der Gesundheitskosten im Vergleich zum Bruttoinlandprodukt, erweist sich das schweizerische System als g&uuml;nstiger als die Gesundheitssysteme jener Managed-Care-L&auml;nder. Noch auffallender ist das, wenn man die Kostenentwicklung der letzten zehn Jahre betrachtet: Wir haben ein nur halb so grosses Kostenwachstum pro Jahr und Einwohner als die L&auml;nder mit Managed-Care-Modellen.</p> <p class="question">Herr M&uuml;ller, sind die Vorbilder f&uuml;r Managed Care nicht eher schlecht?</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Man kann die Gesundheitssysteme querbeet vergleichen und findet alles. Das freiheitlichste System, jenes der USA, funktioniert mit Blick auf die Kostenentwicklung am schlechtesten. Es gibt Beispiele von Managed-Care-Systemen, die sehr gut arbeiten. Finnland etwa ist bez&uuml;glich Lebenserwartung und Qualit&auml;t dem Schweizer Gesundheitswesen ebenb&uuml;rtig, die Kosten sind aber wesentlich tiefer.</p> <p class="answer">Hofer: Die Kostenentwicklung ist ein wichtiger Faktor. Im Grunde haben wir aber nicht prim&auml;r eine Kostenexplosion, sondern eine Pr&auml;mienexplosion. Dabei zahlen wir in der Schweiz mit Abstand am meisten aus der eigenen Tasche.</p> <p class="question">Bei der durch die Reform gef&ouml;rderten integrierten Versorgung wird der Hausarzt f&uuml;r die Steuerung der Behandlung zentral sein. K&ouml;nnen das unsere Haus&auml;rzte &uuml;berhaupt leisten?</p> <p class="answer">Hofer: Der Hausarzt ist schon heute die zentrale Figur im Gesundheitswesen. Seit Jahren h&ouml;ren wir aber, es habe zu wenig Haus&auml;rzte. Und die jungen &Auml;rzte wollen nicht mehr Haus&auml;rzte werden. Das neue Gesetz verfolgt das Ziel, dass 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung als Erstes immer den Hausarzt aufsuchen. Das wird zu noch l&auml;ngeren Wartezeiten als schon heute bei den Haus&auml;rzten f&uuml;hren. Darin kann ich keine Qualit&auml;tsverbesserung sehen. Das System wird bereits am Mangel an Haus&auml;rzten scheitern.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Der Haus&auml;rztemangel besteht unabh&auml;ngig vom System und entwickelt sich unabh&auml;ngig von Managed Care. Wir ben&ouml;tigen ohnehin mehr Haus&auml;rzte. Dazu muss der Beruf attraktiver werden. Die Managed-Care-Vorlage ist eine der M&ouml;glichkeiten, &uuml;ber die Steuerungsfunktion des Hausarztes die Situation zu verbessern.</p> <p class="question">Es stellt sich die Frage, ob wir die Haus&auml;rzte haben, die Managed Care verlangt.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Durch den Systemwandel wird es nicht einen Hausarzt mehr oder weniger geben. Aber das Gesetz f&ouml;rdert integrierte Versorgungssysteme. Mit den &Auml;rztezentren wird es m&ouml;glich sein, gewisse Aufgaben von Haus&auml;rzten an nicht&auml;rztliche Gesundheitsfachleute zu delegieren. Ein Netz kann etwa eine Diabetes-Fachfrau anstellen. Solche Nicht-KVG-Leistungen k&ouml;nnen im Netz finanziert werden.</p> <p class="question">Herr Hofer, haben die Spezial&auml;rzte Angst davor, dass sie unter die Fuchtel der Haus&auml;rzte geraten k&ouml;nnten?</p> <p class="answer">Hofer: Ich jedenfalls habe &uuml;berhaupt keine Angst vor einer solchen Entwicklung. Bei der Managed-Care-Vorlage geht es nicht um den Kampf zwischen Spezialisten und Haus&auml;rzten. Das wird heraufstilisiert. 80 Prozent meiner Patienten kommen heute direkt zu mir. Viele von ihnen sind in einem Hausarztmodell versichert. Sie sind aber oft Selbstzahler, da sie eine hohe Franchise haben. Wenn sie alle vorher zum Hausarzt gehen m&uuml;ssen, wird das zu einer erheblichen Verteuerung f&uuml;hren.</p> <p class="question">Das ist eine ernstzunehmende Kritik, dass es mit Managed Care teurer w&uuml;rde.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Die guten Spezialisten sollten froh sein, wenn der Hausarzt eine Triage vornimmt und Bagatellf&auml;lle von ihnen fernh&auml;lt. Es gibt n&auml;mlich schon heute grosse Wartezeiten bei einem Teil von ihnen. In Zukunft wird es nicht nur zu wenig Haus&auml;rzte, sondern auch zu wenig Spezialisten geben. Als Hausarzt muss ich bei etwa 20 Prozent der F&auml;lle einen Spezialisten beiziehen. Da bin ich froh, wenn der Patient m&ouml;glichst schnell von diesem behandelt wird.</p> <p class="question">W&uuml;rden k&uuml;nftig aber nicht weniger Leute direkt zum Spezialarzt gehen?</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Das ist so und ist auch sinnvoll. Sorgen m&uuml;ssen sich nur schlechte Spezialisten. Die guten Fach&auml;rzte bekommen die Patienten zugewiesen.</p> <p class="question">Ein besonderer Stein des Anstosses ist die Budgetmitverantwortung der Netze.</p> <p class="answer">Hofer: Die Idee von neuen Managed-Care-Modellen mit Budgetmitverantwortung basiert auf dem Ziel einer Kostenreduktion. Heute behandeln wir die Patienten nach den Kriterien Wirksamkeit, Zweckm&auml;ssigkeit und Wirtschaftlichkeit. Im Netz mit Budgetverantwortung - und das schleckt keine Geiss weg - geht es dann nicht mehr darum, wie zweckm&auml;ssig ist eine Behandlung f&uuml;r den Patienten, sondern darum, wie zweckm&auml;ssig ist sie f&uuml;r das Budget.</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Nein, darum geht es nicht. Das Wesentliche bei der Budgetmitverantwortung besteht darin, dass die Zahlen auf dem Tisch liegen. Das Budget ist dabei eine virtuelle Gr&ouml;sse. Arbeitet das Netz g&uuml;nstiger als die Vergleichsgruppe an Patienten, die nicht in einem Managed-Care-Modell behandelt werden, wird ein Teil des Geldes dem Netzwerk zur Verf&uuml;gung gestellt. Bei Erreichen oder Unterschreiten des Budgetziels erh&auml;lt der einzelne Arzt vielleicht einen Franken pro Patient und andernfalls eben nichts. Es wird keinem Patienten irgendeine Leistung vorenthalten.</p> <p class="answer">Hofer: Was Sie gesagt haben, mag im Moment richtig sein. Heute sind auch nur 6,5 Prozent der Bev&ouml;lkerung in einem solchen Netzwerk. Werden es, wie angestrebt, zwei Drittel der Versicherten sein, bezweifle ich, dass dann die Krankenversicherungen noch so grossz&uuml;gig sein werden.</p> <p class="quote">&laquo;Das Managed-Care-System wird am Mangel an Haus&auml;rzten scheitern.&raquo;</p> <p class="answer">Dann werden die Leistungen zusehends mehr mit Blick auf die Budgeterf&uuml;llung erbracht. Es ist deshalb besser, wenn sich die Netze in der freien Marktwirtschaft bew&auml;hren m&uuml;ssen und nicht durch Gesetz diktiert werden. Wenn sie gut sind, werden sie sich durchsetzen.</p> <p class="question">Die Netzwerke kennen jeweils sogenannte Qualit&auml;tszirkel. Spricht das nicht f&uuml;r solche Netze?</p> <p class="answer">Hofer: Als Aussenstehender weiss ich nicht, wie die Netze funktionieren. Wenn man aber von Netzen h&ouml;rt, die die Pharmaindustrie f&uuml;r ihre Qualit&auml;tszirkel engagieren, ist das eher bedenklich. Wenn die Vorlage angenommen wird, stellt sich die Frage, wer diese Qualit&auml;tszirkel beurteilt. Wer bestimmt, was Qualit&auml;t ist?</p> <p class="answer">M&uuml;ller: Die Anforderungen an die Qualit&auml;tsarbeit sind ein Bestandteil des Vertrages zwischen dem Netzwerk und den Krankenversicherungen. Zudem formulieren die Fachgesellschaften Qualit&auml;tskriterien. Man wird sich einigen &uuml;ber Good Clinical Practice in den einzelnen Gebiet. Durch die Qualit&auml;tszirkel entsteht eine gewisse Unit&eacute; de Doctrine. Auch geh&ouml;rt ein Critical Incident Reporting, ein Fehlermanagement, dazu. Das Problem von Pharma-gesponserten Fortbildungen ist ein Thema, das unabh&auml;ngig von Managed Care besteht.</p> <p class="question">Welchen Einfluss hat die Reform schliesslich auf die freie Arztwahl?</p> <p class="answer">Hofer: Es wird behauptet, auch bei Managed Care bestehe eine freie Arztwahl. Dem ist aber nicht so. Die Patienten d&uuml;rften nur noch zu einem Spezialisten gehen, der dem Netzwerk angeh&ouml;rt.M&uuml;ller: In vielen Regionen kann wegen des &Auml;rztemangels schon heute nicht frei gew&auml;hlt werden. Aus Qualit&auml;tsgr&uuml;nden wird man vertraute Spezialisten auch weiter konsultieren k&ouml;nnen. Andere werden sich bei der Wahl vom Hausarzt beraten lassen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991877</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Besitzstand bleibt garantiert  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2992001</link>
         <description><![CDATA[  Die Arbeitsgruppe, welche unter Federf&uuml;hrung des Bundesamts f&uuml;r Raumplanung (ARE) die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative konkretisiert, ist ihrem Ziel einen grossen Schritt n&auml;her gekommen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Arbeitsgruppe, welche unter Federf&uuml;hrung des Bundesamts f&uuml;r Raumplanung (ARE) die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative konkretisiert, ist ihrem Ziel einen grossen Schritt n&auml;her gekommen.</b><br /><br /><p>Die Arbeitsgruppe, welche unter Federf&uuml;hrung des Bundesamts f&uuml;r Raumplanung (ARE) die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative konkretisiert, ist ihrem Ziel einen grossen Schritt n&auml;her gekommen. Sie hat sich am Donnerstag auf einen Verordnungsentwurf zur Kl&auml;rung der dringendsten Fragen geeinigt. Der Entwurf wird jetzt allerdings zuerst &uuml;berarbeitet und erst am kommenden Mittwoch publiziert. &Uuml;ber seine Grundz&uuml;ge informierte das ARE am Donnerstag in einem Communiqu&eacute;. Die Kantone verzichten auf ihren Wunsch, mittels eines externen Gutachtens pr&uuml;fen zu lassen, ob die strittigen Fragen in einer Verordnung geregelt werden k&ouml;nnen - auch im Bestreben, m&ouml;glichst rasch Klarheit f&uuml;r alle Beteiligten zu schaffen. Bei der letzten Sitzung bestanden vor allem die Gebirgskantone noch stark auf einer L&ouml;sung auf Gesetzesstufe.</p> <p>Noch offen ist, ob die Verordnung bereits am 1. September des laufenden Jahres in Kraft treten soll oder erst am 1. Januar 2013. Beide Varianten werden in die konferenzielle Anh&ouml;rung vom 18. Juni gegeben. In diesem Rahmen k&ouml;nnen sich Kantone, Parteien, schweizweit t&auml;tige Verb&auml;nde sowie Organisationen zum Entwurf &auml;ussern. Bis nach den Sommerferien sollen alle offenen Fragen in der Verordnung geregelt werden.</p> <p>Laut Communiqu&eacute; steht der Umgang mit neuen Zweitwohnungen in Gemeinden, die bereits einen Zweitwohnungsanteil von &uuml;ber 20 Prozent aufweisen, im Zentrum des Verordnungsentwurfs. Betroffene Gemeinden d&uuml;rfen nur dann Zweitwohnungen bewilligen, wenn es sich dabei um &laquo;warme Betten&raquo; handelt. Diese werden im Entwurf nicht nach quantitativen Kriterien definiert, sondern in die Richtung, dass eine professionelle Vermarktung dieser Wohnungen notwendig ist.</p> <p>Nach dem Vorschlag der Arbeitsgruppe gelten jene Objekte als Zweitwohnungen, in denen die Nutzer keinen Wohnsitz haben. Diese Definition geht von einem eher weiten Zweitwohnungsbegriff aus. Gewissermassen als Korrektiv fungiert die oben beschriebene Ausnahme f&uuml;r &laquo;warme Betten&raquo;.</p> <p>Wohnungen, die schon vor dem Abstimmungstermin vom 11. M&auml;rz bestanden, sollen laut Entwurf auch k&uuml;nftig so genutzt werden d&uuml;rfen, wie dies bei der Annahme der neuen Verfassungsbestimmungen rechtlich zul&auml;ssig war. Sie sollen also als Zweitwohnung verkauft und vererbt werden k&ouml;nnen. Damit soll der Besitzstand garantiert bleiben.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2992001</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Absage an die Verschulung der ersten Lebensjahre  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991902</link>
         <description><![CDATA[  In Kinderkrippen fehlt oft ein vertieftes p&auml;dagogisches Fachwissen. Kinder wollen aber von Beginn weg richtig begleitet und richtig gef&ouml;rdert sein.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>In Kinderkrippen fehlt oft ein vertieftes p&auml;dagogisches Fachwissen. Kinder wollen aber von Beginn weg richtig begleitet und richtig gef&ouml;rdert sein.</b><br /><br /><p>msc. In fr&uuml;heren Zeiten waren Kinder nicht nur Arbeitskr&auml;fte, sondern auch soziale Absicherung. Nicht, dass man sich diesen Zustand zur&uuml;ckw&uuml;nschen m&ouml;chte, aber in wohlfahrtsstaatlichen Zeiten sind Entwicklungen zu beobachten, die nicht minder zum Nachdenken Anlass geben. So sind Kinder heute allzu h&auml;ufig ein Projekt von Erwachsenen, und zwar sowohl im privaten wie auch im &ouml;ffentlichen Kontext. Die Maxime lautet: Mein Kind muss gelingen, koste es, was es wolle. Der Nachwuchs hat sich dabei allzu oft nach den fixen Ideen von Erwachsenen zu orientieren. Ihre Freiheiten kommen zu kurz. Diese Anspruchshaltungen gegen&uuml;ber Kindern, die zunehmende ausserfamili&auml;re Betreuung in Krippen und Horten sowie Erkenntnisse der Wissenschaft, wie wichtig eine fr&uuml;he F&ouml;rderung f&uuml;r die Bildungsbiografie eines Menschen sein kann, machten in den letzten Jahren die fr&uuml;hkindliche Bildung zu einem zentralen Thema. Allerdings fehlte in der Schweiz bisher eine &uuml;bergreifende Orientierungshilfe zur Qualit&auml;tssicherung und -entwicklung von fr&uuml;hkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung.</p> <h4>Keine Verschulung</h4> <p>Dies L&uuml;cke schliesst nun eine Schrift f&uuml;r die p&auml;dagogische Arbeit mit Kleinkindern, die am Donnerstag von der Schweizerischen Unesco-Kommission und dem Netzwerk Kinderbetreuung vorgestellt worden ist. Es handelt sich dabei um einen Orientierungsrahmen, der beschreibt, wie kleine Kinder die Welt entdecken und wie Erwachsene sie dabei begleiten k&ouml;nnen. Er bietet Anhaltspunkte, woran sich Angebote f&uuml;r Kinder bis vier Jahre orientieren k&ouml;nnen, um eine gute Qualit&auml;t zu erreichen und zu sichern. Erarbeitet wurde der gut lesbare, logisch aufgebaute und mit vielen konkreten Anweisungen versehene Orientierungsrahmen vom Marie-Meierhofer-Institut f&uuml;r das Kind. In erster Linie richtet sich das rund 70-seitige Dokument an Fachpersonen in der Kinderbetreuung sowie an Tr&auml;gerschaften oder kommunale und kantonale Beh&ouml;rden. In den n&auml;chsten zwei Jahren soll der Orientierungsrahmen zusammen mit verschiedenen Kantonen, St&auml;dten, Ausbildungsst&auml;tten diskutiert und erprobt werden. Rechtlich bindend ist das Dokument nicht.</p> <p>Wie die Autorinnen Heidi Simoni und Corina Wustmann Seiler am Donnerstag betonten, wird die Vielfalt der Betreuungsangebote respektiert. Auch werden im Dokument keine Vorgaben zu Methoden oder Strukturen gemacht. Jedoch orientiere man sich klar an den Interessen, Bed&uuml;rfnissen und Rechten der Kinder. Jeglicher Verschulung der ersten Lebensjahre wird eine klare Absage erteilt. Im Zentrum fr&uuml;hkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung stehe die Schaffung und Bereitstellung einer anregungsreichen, wertsch&auml;tzenden und besch&uuml;tzenden Lernumwelt, in der bedeutungsvolle Bezugspersonen einen bewussten, erzieherischen Umgang mit dem Kind pflegten.</p> <h4>Lernen heisst Spielen</h4> <p>Fr&uuml;hkindliche Bildung lasse sich nicht mit Belehrung, Instruktion und Wissensvermittlung nach Plan f&ouml;rdern, schreiben die Autorinnen. Solche Methoden und Lernformen w&uuml;rden den kindlichen Bed&uuml;rfnissen und Eigenaktivit&auml;ten sowie dem stark von der inneren Motivation abh&auml;ngigen fr&uuml;hkindlichen Lernen nicht gerecht. Kleine Kinder seien Forscher und Entdecker. Lernen heisse f&uuml;r Kinder vor allem Spielen. Es brauche deshalb viel freie Zeit und frei verf&uuml;gbaren Raum, damit die Kleinen ihren Spiel- und Lerntrieb ausleben k&ouml;nnten. Wichtig seien vielseitige und frei zug&auml;ngliche Materialien zum Entdecken und Erforschen sowie eine anregende soziale Umwelt. Vonseiten der Erwachsenen sei eine hohe Aufmerksamkeit und Pr&auml;senz gefordert.</p> <p>Der Orientierungsrahmen formuliert sechs Leitprinzipien und widmet sich im letzten Teil auch der konkreten p&auml;dagogischen Praxis. Tats&auml;chlich steht hier in manchen Kinderkrippen, in denen allzu h&auml;ufig noch kaum der Pubert&auml;t entsprungene M&auml;dchen ihren Dienst verrichten, einiges nicht zum Guten. Betont wird von den Autorinnen die F&auml;higkeit der Erziehenden und Betreuenden zur Selbstreflexion. Die Bereitschaft der Kindertagesst&auml;tten zum Dialog mit Erwachsenen und Einrichtungen ausserhalb der eigenen Institution werden als bedeutsame Aspekte fr&uuml;hp&auml;dagogischer Professionalit&auml;t angesehen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991902</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 20:15:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Eine «vermittelnde» Lösung für die Ausschaffung  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990460</link>
         <description><![CDATA[  Der Bundesrat unterbreitet zwei Vorschl&auml;ge, wann ausl&auml;ndische Delinquenten auszuweisen sind. Der eine Vorschlag h&auml;lt die internationalen Menschenrechtsvertr&auml;ge ein, der andere d&uuml;rfte zu Kollisionen f&uuml;hren.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Bundesrat unterbreitet zwei Vorschl&auml;ge, wann ausl&auml;ndische Delinquenten auszuweisen sind. Der eine Vorschlag h&auml;lt die internationalen Menschenrechtsvertr&auml;ge ein, der andere d&uuml;rfte zu Kollisionen f&uuml;hren.</b><br /><br /><p class="autor">Katharina Fontana</p> <p>Anderthalb Jahre nach Annahme der SVP-Ausschaffungsinitiative wird klarer, wie der Bundesrat die neuen Verfassungsbestimmungen umsetzen will. Am Mittwoch hat er zwei Varianten in die Vernehmlassung geschickt. Es brauche nun eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga vor den Bundeshausmedien. Tats&auml;chlich ist die gesetzliche Konkretisierung der Ausschaffungsinitiative keine einfache Aufgabe. Denn wird diese wortgetreu umgesetzt, entstehen Konflikte mit verschiedenen v&ouml;lkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz - wie der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention oder dem Personenfreiz&uuml;gigkeitsabkommen mit der EU. Vor diesem Dilemma steht die Politik freilich nicht zum ersten Mal: Bereits bei der Alpen- oder bei der Verwahrungsinitiative befand man sich in einer &auml;hnlichen Zwickm&uuml;hle.</p> <h4>Regel mit Ausnahmen</h4> <p>Die beiden Vernehmlassungsentw&uuml;rfe unterscheiden sich wesentlich voneinander. Gem&auml;ss der ersten Variante werden Ausl&auml;nder dann ausgewiesen, wenn sie ein schweres Sexual-, Gewalt- oder Verm&ouml;gensdelikt begangen haben. Auch der betr&uuml;gerische Bezug von Sozialleistungen sowie Einbruchsdelikte f&uuml;hren zur Landesverweisung. Diese Taten stellten zwar keine schweren Verbrechen dar, w&uuml;rden aber in den neuen Verfassungsbestimmungen explizit als Ausweisungsgrund aufgef&uuml;hrt, erl&auml;uterte Sommaruga. Liegt eines der erw&auml;hnten Delikte vor und verh&auml;ngt das Gericht eine Strafe von mindestens sechs Monaten, soll der T&auml;ter in der Regel ausgewiesen werden. Dazu kommt es allerdings nur, wenn die Ausweisung nach Auffassung des Gerichts f&uuml;r den Ausl&auml;nder zumutbar ist und nicht zu einer schwerwiegenden Verletzung seiner durch internationale Menschenrechtsgarantien gesch&uuml;tzten Rechte f&uuml;hrt. Bei Strafen unter sechs Monaten wird der T&auml;ter in der Regel nicht ausgewiesen, es sei denn, das &ouml;ffentliche Interesse an seinem Wegzug &uuml;berwiege.</p> <p>Bei der zweiten Variante werden die Delikte, die zur Ausweisung f&uuml;hren, weiter gefasst. Der Bundesrat st&uuml;tzt sich dabei auf einen von den Initianten eingebrachten Vorschlag, der weit &uuml;ber die in der Ausschaffungsinitiative erw&auml;hnten Taten hinausgeht und den Deliktskatalog auch auf leichtere Tatbest&auml;nde wie einfache K&ouml;rperverletzung oder Pornografie ausdehnt. Begeht ein Ausl&auml;nder eines dieser Delikte, soll er in jedem Fall, unabh&auml;ngig von der H&ouml;he der verh&auml;ngten Strafe, des Landes verwiesen werden. Vorbehalten bleibt einzig der Grundsatz der Nichtr&uuml;ckschiebung bei pers&ouml;nlicher Gef&auml;hrdung (Non-refoulement-Gebot), der zum zwingenden V&ouml;lkerrecht z&auml;hlt.</p> <p>W&auml;hrend die zweite Variante dem Wunsch der Initianten entspricht, favorisiert der Bundesrat die erste. Es handle sich um eine vermittelnde L&ouml;sung, die sowohl den rechtsstaatlichen Prinzipien wie dem von der Initiative geforderten Automatismus Rechnung trage, sagte Sommaruga. G&auml;nzlich lassen sich die Konflikte mit dem V&ouml;lkerrecht allerdings auch damit nicht ausr&auml;umen: W&auml;hrend die Einhaltung der Menschenrechtsvertr&auml;ge gesichert ist, kann es im Bereich der Personenfreiz&uuml;gigkeit zu Konflikten kommen; diese sollen sich laut Sommaruga aber in einem sehr kleinen Bereich bewegen.</p> <p>Der Bundesrat hatte im Vorfeld auch &uuml;ber eine dritte Variante diskutiert. Diese sah vor, dem V&ouml;lkerrecht - im Speziellen dem Freiz&uuml;gigkeitsabkommen - in jedem Fall und vollumf&auml;nglich Rechnung zu tragen. Eine solche Vorrangstellung eines wirtschaftlich ausgerichteten Staatsvertrags gegen&uuml;ber einer von Volk und St&auml;nden gutgeheissenen Verfassungsnorm h&auml;tte allerdings einen Bruch mit der bisherigen Rechtspraxis bedeutet; die Variante wurde vom Bundesrat denn auch verworfen.</p> <h4>Skeptische Initianten</h4> <p>Die Vernehmlassung dauert drei Monate. Im kommenden Jahr soll die Botschaft an das Parlament verabschiedet werden. Bei der SVP gibt man sich skeptisch. Es sei bereits jetzt abzusehen, dass die zweite Variante, welche den Verfassungstext &laquo;korrekt&raquo; umsetze, politisch keine Mehrheit erreichen werde, heisst es dort. Deshalb will die SVP gem&auml;ss Generalsekret&auml;r Martin Baltisser das N&ouml;tige vorkehren, um f&uuml;r die Lancierung ihrer bereits angek&uuml;ndigten &laquo;Durchsetzungsinitiative&raquo; (welche direkt anwendbare Bestimmungen f&uuml;r die Ausschaffung ausl&auml;ndischer Krimineller vorsehen soll) bereit zu sein.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990460</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 19:55:28 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Erinnerungslücken beim Alkoholkonsum  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990467</link>
         <description><![CDATA[  Eine vom Schweizerischen Nationalfonds und von &laquo;Sucht Schweiz&raquo; unterst&uuml;tzte Studie zeigt die Schwierigkeiten, den Alkoholkonsum statistisch zu erfassen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Eine vom Schweizerischen Nationalfonds und von &laquo;Sucht Schweiz&raquo; unterst&uuml;tzte Studie zeigt die Schwierigkeiten, den Alkoholkonsum statistisch zu erfassen.</b><br /><br /><p>Eine vom Schweizerischen Nationalfonds und von &laquo;Sucht Schweiz&raquo; unterst&uuml;tzte Studie zeigt die Schwierigkeiten, den Alkoholkonsum statistisch zu erfassen. Zentral an der am Mittwoch publizierten Studie, die mit 183 19- bis 26-j&auml;hrigen Westschweizern durchgef&uuml;hrt worden ist, erscheint die Feststellung, dass es einen Unterschied gibt zwischen den via Handy gemachten Aussagen von Jugendlichen am Abend des Konsums selbst und Erkl&auml;rungen der gleichen Teilnehmer zum Konsum w&auml;hrend der letzten 30 Tage.</p> <p>Verfolgt man den Konsum am gleichen Abend, ergeben sich im Durchschnitt von Donnerstag bis Samstag etwa drei Glas voll alkoholischer Getr&auml;nke (einzelne Teilnehmer kamen auf 28 Gl&auml;ser an einem Abend). Umfragen nach 30 Tagen f&uuml;hren nur zu etwa halb so hohen Werten. Dies bringt die Autoren zur wohl etwas gewagten Folgerung, dass der Alkoholkonsum doppelt so hoch sein d&uuml;rfte wie &laquo;bisher angenommen&raquo; - weil die meisten Studien auf Befragungen im Nachhinein beruhen. Unbestritten d&uuml;rfte aber die Empfehlung des Mitautors Emmanuel Kuntsche sein, wonach Studien mehr auf diese Erinnerungsl&uuml;cken zum Alkoholkonsum R&uuml;cksicht nehmen m&uuml;ssten. Vermutlich seien diese aber bei den &uuml;brigen Altersgruppen geringer.</p> <p>Die Studienautoren verbinden ihre Ergebnisse mit politischen Forderungen nach Restriktionen beim Verkauf von Alkohol und h&ouml;heren Preisen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990467</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 19:35:55 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Im zweiten Anlauf Dell'Ambrogio gewählt  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990373</link>
         <description><![CDATA[  Nachdem er mit ETH-Vizepr&auml;sident Roman Boutellier aufgelaufen ist, setzt Johann Schneider-Ammann auf eine interne L&ouml;sung: Der Tessiner Mauro Dell'Ambrogio wird das k&uuml;nftige Staatssekretariat f&uuml;r Bildung, Forschung und Innovation leiten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Nachdem er mit ETH-Vizepr&auml;sident Roman Boutellier aufgelaufen ist, setzt Johann Schneider-Ammann auf eine interne L&ouml;sung: Der Tessiner Mauro Dell'Ambrogio wird das k&uuml;nftige Staatssekretariat f&uuml;r Bildung, Forschung und Innovation leiten.</b><br /><br /><p class="autor">Christof Forster</p> <p>Nachdem er mit ETH-Vizepr&auml;sident Roman Boutellier aufgelaufen ist, setzt Johann Schneider-Ammann auf eine interne L&ouml;sung: Der Tessiner Mauro Dell'Ambrogio wird das k&uuml;nftige Staatssekretariat f&uuml;r Bildung, Forschung und Innovation leiten.</p> <p>Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann r&auml;umte am Mittwoch vor den Medien ein, dass er sich mit der Wahl des neuen Staatssekret&auml;rs schwertat. Er habe noch nie einen solch schwierigen Personalentscheid treffen m&uuml;ssen. Vor zwei Wochen hatte der Bundesrat Schneider-Ammanns Wunschkandidaten, Roman Boutellier, ETH-Vizepr&auml;sident und Verwaltungsratspr&auml;sident der Ammann-Gruppe, eine Absage erteilt. Diese Niederlage ist noch nicht verdaut. Er bedaure, dass Boutellier nicht gew&auml;hlt worden sei, sagte der Wirtschaftsminister und gab seinem &laquo;masslosen &Auml;rger&raquo; &uuml;ber die Indiskretion Ausdruck, die der Sache und der Person geschadet h&auml;tten.</p> <h4>In der engsten Auswahl</h4> <p>Den nun anstelle Boutelliers gew&auml;hlten Mauro Dell'Ambrogio bezeichnete Schneider-Ammann als &laquo;sehr gute L&ouml;sung&raquo;. Er sei fachlich, menschlich und politisch &uuml;berzeugend und bringe fast alles f&uuml;r das Amt mit. Den Ausschlag f&uuml;r Dell'Ambrogio haben laut dem Wirtschaftsminister diese Punkte gegeben: Seine Erfahrungen aus dem Staatssekretariat f&uuml;r Bildung und Forschung, das er seit 2008 leitet, seine Kenntnisse der Berufsbildung aus der fr&uuml;heren T&auml;tigkeit als Direktor der Fachhochschule der italienischen Schweiz und seine Herkunft - als Tessiner vertritt er die Minderheit der lateinischen Bev&ouml;lkerung in der Bundesverwaltung. Zudem stehe er f&uuml;r Kontinuit&auml;t und k&ouml;nne beim ambiti&ouml;sen Projekt der Fusion des Bundesamts f&uuml;r Berufsbildung und Technologie (BBT) mit dem Staatssekretariat f&uuml;r Bildung und Forschung sofort beratend mitwirken. Mit seiner offenen Art werde es ihm gelingen, die unterschiedlichen Kulturen der beiden &Auml;mter zusammenzuf&uuml;hren.</p> <p>Dell'Ambrogio war einer der f&uuml;nf Kandidaten in der Schlussrunde, die laut Schneider-Ammann beim Assessment alle sehr gut abgeschnitten h&auml;tten. Als h&ouml;chst qualifiziert und engagiert bezeichnete er BBT-Direktorin Ursula Renold und bedauerte die nun f&uuml;r sie entstandene Situation. Von Anfang an nicht zur Wahl stand die nach dem Ausscheiden von Boutellier als Favoritin gehandelte Freiburger Regierungsr&auml;tin und Pr&auml;sidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz Isabelle Chassot. Sie habe ihm bereits zu Beginn des Auswahlverfahrens gesagt, dass sie nicht kandidieren k&ouml;nne und wolle, sagte Schneider-Ammann.</p> <p>Der Wirtschaftsminister wehrte sich gegen den Vorwurf, Dell'Ambrogio sei nur zweite oder dritte Wahl gewesen. Der Staatssekret&auml;r habe den Auswahlprozess auf allen Stufen bestanden.</p> <h4>Unis loben, Gewerbe kritisiert</h4> <p>Die Wahl Dell'Ambrogios ist auf unterschiedliches Echo gestossen. In Universit&auml;tskreisen sind die Reaktionen ausgesprochen positiv. Raymond Werlen, Vize-Generalsekret&auml;r der Rektorenkonferenz der Schweizer Universit&auml;ten spricht von einer &laquo;sehr guten Wahl&raquo;. Dell'Ambrogio wird in der universit&auml;ren Welt gesch&auml;tzt, weil er sich f&uuml;r die Autonomie der Hochschule eingesetzt hat. Sehr zufrieden ist auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, wie Gesch&auml;ftsleitungsmitglied Rudolf Minsch gegen&uuml;ber der Nachrichtenagentur sda sagte. Er sei &uuml;berzeugt, dass es dem Tessiner gelingen werde, Wissenschaft und Berufsbildung zusammenzuf&uuml;hren. Entt&auml;uscht hat hingegen der Gewerbeverband reagiert. Der Bundesrat habe einen &laquo;mehr als fragw&uuml;rdigen Entscheid&raquo; gef&auml;llt, sagte Verbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler auf Anfrage. Er sei erstaunt, dass man innerhalb weniger Tage die Person f&uuml;r einen derart wichtigen Posten auswechseln k&ouml;nne. Der Bundesrat, der vor kurzem noch verk&uuml;ndet habe, die Stelle mit einer externen Person besetzen zu wollen, verstosse nun gegen seine eigene Absicht. Der Verband bef&uuml;rchtet, dass die Anliegen der Berufsbildung im neuen Staatssekretariat nicht gen&uuml;gend ber&uuml;cksichtigt werden.</p> <p>Schneider-Ammann d&uuml;rfte in dieser Hinsicht sensibilisiert sein. W&auml;hrend der Medienkonferenz betonte er auff&auml;llig oft, wie stark ihm die Berufsbildung am Herzen liege.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990373</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 19:30:42 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Neues Netz, höhere Preise  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990357</link>
         <description><![CDATA[  Der Bundesrat hat am Mittwoch erste Eckwerte zum Ausbau des Stromnetzes bekanntgegeben. F&uuml;r den Ausbau und die Erneuerung des Hochspannungsnetzes werden bis 2050 Investitionen im Umfang von 6,3 bis 6,7 Milliarden Franken angenommen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Bundesrat hat am Mittwoch erste Eckwerte zum Ausbau des Stromnetzes bekanntgegeben. F&uuml;r den Ausbau und die Erneuerung des Hochspannungsnetzes werden bis 2050 Investitionen im Umfang von 6,3 bis 6,7 Milliarden Franken angenommen.</b><br /><br /><p>Der Bundesrat hat am Mittwoch erste Eckwerte zum Ausbau des Stromnetzes bekanntgegeben. F&uuml;r den Ausbau und die Erneuerung des Hochspannungsnetzes werden bis 2050 Investitionen im Umfang von 6,3 bis 6,7 Milliarden Franken angenommen. Eine grosse Spannbreite ergibt sich bei den Verteilnetzen, die bei einer steigenden dezentralen Stromproduktion, etwa mit zahlreichen Solaranlagen, massiv verst&auml;rkt werden m&uuml;ssten. Das Bundesamt f&uuml;r Energie (BfE) rechnet denn auf den unteren Netzebenen mit Investitionen von 3,9 bis 12,6 Milliarden Franken. Durch eine verst&auml;rkte Koordination von Einspeisung und Verbrauch (Smartgrid und Smartmeter) k&ouml;nnten sich diese Kosten allerdings auch reduzieren.</p> <p>Je nach Szenario w&uuml;rden die Netzkosten f&uuml;r die Endkunden um 3 bis 9 Rappen pro Kilowattstunde steigen, sagt Marianne Z&uuml;nd vom BfE. Verglichen mit heute k&ouml;nnten sich die Netzkosten pro bezogener Kilowattstunde also verdoppeln, wobei die Netzkomponente bereits jetzt mehr als einen Drittel der Stromrechnungen ausmacht. Gleichzeitig pr&uuml;ft der Bund, die zul&auml;ssige Verzinsung von Netzinvestitionen zu &auml;ndern, da die Ans&auml;tze von der Stromwirtschaft schon seit langem als zu tief beurteilt werden.</p> <p>Der Gewerbeverband steht den Erh&ouml;hungen kritisch gegen&uuml;ber. Es gibt aber beim Bund bereits Ideen, energieintensive Industriebranchen zu entlasten. Die k&uuml;nftige Funktionalit&auml;t und die Kostenstrukturen des Netzes sollen in den n&auml;chsten Jahren vermehrt vom Parlament definiert werden.</p> <p>Um den Bau von Leitungen zu erleichtern, werden Ende Sommer Gesetzes&auml;nderungen vorgeschlagen. Dabei soll etwa der Weg ans Bundesgericht wegen Plangenehmigungsentscheiden auf neue Rechtsfragen von &laquo;grunds&auml;tzlicher Bedeutung&raquo; beschr&auml;nkt werden. Die heute langwierigen Verfahren sollen zudem zeitlich limitiert werden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990357</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 19:27:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Verdeckte Ermittlung nur bei Verdacht  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990447</link>
         <description><![CDATA[  Der Bundesrat hat sich am Mittwoch positiv ge&auml;ussert zur vorgeschlagenen Pr&auml;zisierung der Strafprozessordnung (StPO), die die nationalr&auml;tliche Rechtskommission zur verdeckten Ermittlung ausgearbeitet hat.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Der Bundesrat hat sich am Mittwoch positiv ge&auml;ussert zur vorgeschlagenen Pr&auml;zisierung der Strafprozessordnung (StPO), die die nationalr&auml;tliche Rechtskommission zur verdeckten Ermittlung ausgearbeitet hat.</b><br /><br /><p>Der Bundesrat hat sich am Mittwoch positiv ge&auml;ussert zur vorgeschlagenen Pr&auml;zisierung der Strafprozessordnung (StPO), die die nationalr&auml;tliche Rechtskommission zur verdeckten Ermittlung ausgearbeitet hat. Nach dem Vorschlag der Rechtskommission soll der Unterschied zwischen verdeckter Ermittlung und verdeckter Fahndung genauer festgelegt werden. Nach neuer Definition handelt es sich dann nur um eine verdeckte Ermittlung, wenn Polizeiangeh&ouml;rige eine &laquo;durch Urkunden abgesicherte falsche Identit&auml;t&raquo;, die sogenannte Legende, verwenden, um in ein kriminelles Milieu einzudringen und besonders schwere Straftaten aufzukl&auml;ren. Dabei wird &uuml;ber l&auml;ngere Zeit hinweg ein Vertrauensverh&auml;ltnis zum Milieu aufgebaut.</p> <p>Auch f&uuml;r die verdeckte Fahndung soll eine Gesetzesgrundlage in der StPO geschaffen werden. Sie grenzt sich gegen die Ermittlung dadurch ab, dass die Polizisten sich zwar nicht als solche zu erkennen geben, aber keine falschen Urkunden zur Verheimlichung ihrer Identit&auml;t verwenden. Bei beiden Instrumenten muss jedoch ein konkreter Verdacht &uuml;ber eine begangene Straftat vorliegen.</p> <p>F&uuml;r die pr&auml;ventive Ermittlung und Fahndung, wo kein konkreter Verdacht vorliegt und deshalb kein Strafverfahren er&ouml;ffnet worden ist, m&uuml;ssen die Kantone in ihren Polizeigesetzen eine Regelung schaffen. Seit Inkrafttreten der neuen StPO, mit der das Bundesgesetz &uuml;ber die verdeckte Ermittlung wegfiel, haben dies erst wenige Kantone getan. Der Bundesrat spricht sich dennoch f&uuml;r die vorgeschlagene Aufteilung zwischen Kantons- und Bundeskompetenzen aus, da pr&auml;ventive Massnahmen letztlich zum kantonalen Polizeirecht geh&ouml;rten.</p>   ]]></content:encoded>
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