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      <title>Politik - International</title>
      <link>http://www.tagblatt.ch/</link>
      <description>St. Galler Tagblatt News</description>
      <language>de-DE</language>
      <pubDate>Fri, 25 May 2012 03:53:36 +0200</pubDate>
      <lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 03:53:36 +0200</lastBuildDate><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 20:53:42 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Nur ein einziger Kandidat in der Oase  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991989</link>
         <description><![CDATA[  In der Oase Fayum gilt Mittellosigkeit als gottgewollt und kann nicht durch Sozialisten abgeschafft werden. So kommt f&uuml;r ihre Bewohner bei der Pr&auml;sidentschaftswahl nur der Kandidat der Muslimbr&uuml;der infrage.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>In der Oase Fayum gilt Mittellosigkeit als gottgewollt und kann nicht durch Sozialisten abgeschafft werden. So kommt f&uuml;r ihre Bewohner bei der Pr&auml;sidentschaftswahl nur der Kandidat der Muslimbr&uuml;der infrage.</b><br /><br /><p class="autor">Kristina Bergmann, Fayum</p> <p>In den Schulen der Oase Fayums, die am Mittwoch und Donnerstag als Wahllokale f&uuml;r &Auml;gyptens Pr&auml;sidentenwahl dienen, geht es genauso ordentlich wie in denen der Grossst&auml;dte zu. Auf die Abwesenheit von Gewaltt&auml;tigkeit sind die milit&auml;rischen &Uuml;berwacher, die kontrollierenden Richter und die B&uuml;rger Fayums stolz. Mit der Wahl wollen sie beweisen, dass &Auml;gypten kein betr&uuml;gerisches, chaotisches Land sei.</p> <p>Eine Runde von drei Frauen hat sich ihre &uuml;bereinstimmende Meinung gemacht: Der beste, st&auml;rkste und vertrauensw&uuml;rdigste Kandidat von allen sei Mohammed Mursi. Ihre draussen wartenden Ehem&auml;nner best&auml;tigen das; von zehn M&auml;nnern stimmte die grosse Mehrheit f&uuml;r Mursi, der Fayum vor einigen Tagen auch selbst besucht hat. Er sei der Einzige, der &Auml;gypten aus dem Schlamassel, in dem sich das Land nicht erst seit der Revolution befinde, ziehen k&ouml;nne. Hauptgrund daf&uuml;r sei nicht etwa seine Pers&ouml;nlichkeit, sondern die Organisation der Muslimbr&uuml;der, die hinter ihm steht.</p> <h4>Hochburg der Islamisten</h4> <p>Fayum ist sch&ouml;n, gr&uuml;n, l&auml;ndlich. Der Besucher staunt ob der vielen Palmen, der Felder, der Lehmh&auml;user, der Taubenh&auml;user und der lebendigen Traditionen. Was er auf den ersten Blick nicht wahrnimmt, ist die beissende Armut Fayums. Obwohl die Landwirtschaft der Oase funktioniert und sie nur 80 Kilometer s&uuml;dwestlich der &auml;gyptischen Hauptstadt liegt, ist sie immer beinarm geblieben.</p> <p>Ber&uuml;hmt ist die Oase nicht nur deshalb, sondern noch aus zwei anderen Gr&uuml;nden. Viele ihrer jungen m&auml;nnlichen Bewohner versuchen n&auml;mlich die Flucht &uuml;bers Meer nach Europa, und ausserdem gilt Fayum als Hochburg der Islamisten. Das zeigt sich vor allem in der Kleidung der muslimischen Frauen, die ausnahmslos tief verschleiert sind, aber auch in den frommen Spr&uuml;chen und der extremen Religiosit&auml;t aller.</p> <h4>Andere Kandidaten?</h4> <p>Die Muslimbr&uuml;der erwecken in Fayum mit ihrer Fr&ouml;mmigkeit, ihrer Vermischung von Islam und Politik Vertrauen, zumal sie fr&uuml;her verfolgt wurden. Vielen Einwohnern der Oase scheinen sie eine Linderung der angeblich von Gott und dem Koran gewollten Armut zu bieten. Andere Kandidaten als Mursi hingegen sind vielen W&auml;hlern hier offensichtlich kaum bekannt. Oder sie gelten als ungen&uuml;gende Muslime, wie Abdelmoneim Abulfutuh, oder als inakzeptable Linke wie Khaled Ali oder Hamdin Sabbahi. Der Pr&auml;sidentschaftskandidat der alten Garde st&ouml;sst auf Ablehnung: &laquo;Ahmed Shafik? Nie geh&ouml;rt&raquo;, meint ein junger Mann in aggressivem Ton.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991989</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 19:27:38 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  «Unentschlossen, opportunistisch und heuchlerisch»  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991835</link>
         <description><![CDATA[  Die Nichtregierungsorganisation Amnesty International &uuml;bt Kritik am Uno-Sicherheitsrat. Dieser nehme seine F&uuml;hrungsrolle nur ungen&uuml;gend wahr. Am Pranger stehen ausserdem China, &Auml;gypten und Aserbeidschan, wo es auch vergangenes Jahr wieder zu massiven Menschenrechtsverletzungen gekommen ist.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Nichtregierungsorganisation Amnesty International &uuml;bt Kritik am Uno-Sicherheitsrat. Dieser nehme seine F&uuml;hrungsrolle nur ungen&uuml;gend wahr. Am Pranger stehen ausserdem China, &Auml;gypten und Aserbeidschan, wo es auch vergangenes Jahr wieder zu massiven Menschenrechtsverletzungen gekommen ist.</b><br /><br /><p>Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert in ihrem j&uuml;ngsten Jahresbericht den Uno-Sicherheitsrat scharf. Dieser nehme seine F&uuml;hrungsrolle nur ungen&uuml;gend wahr und verpasse es, auf Entwicklungen rasch und angemessen zu reagieren. Besonders augenf&auml;llig sei dies im Nahen Osten und in Nordafrika gewesen. Die internationale Gemeinschaft habe &laquo;&auml;ngstlich, unentschlossen, opportunistisch und heuchlerisch&raquo; auf die Menschenrechtskrisen reagiert, schreibt Amnesty.</p> <p>So seien Regierungen, welche die Massenproteste ihrer Bev&ouml;lkerungen gewaltsam unterdr&uuml;ckten, je nach betroffenem Land unterschiedlich behandelt worden. Der Sicherheitsrat habe es beispielsweise nicht geschafft, den gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Syrien - einem der Hauptkunden der russischen R&uuml;stungsindustrie - Einhalt zu gebieten. Russland verf&uuml;gt im Uno-Sicherheitsrat &uuml;ber ein Vetorecht.</p> <p>Die Staaten, die sich die Verteidigung der Menschenrechte auf die Fahne geschrieben haben, m&uuml;ssen laut Salil Shetty, dem internationalen Generalsekret&auml;r von Amnesty, damit aufh&ouml;ren, aus Eigennutz diktatorische Regimes zu unterst&uuml;tzen.</p> <h4>China, &Auml;gypten und Aserbeidschan am Pranger</h4> <p>Insgesamt stellte Amnesty f&uuml;r 2011 in 155 L&auml;ndern Menschenrechtsverletzungen fest. Kritisiert wird insbesondere China, wo die Beh&ouml;rden aus Angst vor einer Protestbewegung nach dem Vorbild der Ereignisse im Nahen Osten und in Nordafrika die Unterdr&uuml;ckung versch&auml;rft h&auml;tten. Hinzu k&auml;men Tausende von Hinrichtungen, die im Reich der Mitte auch vergangenes Jahr wieder vollstreckt worden seien.</p> <p>Aber auch der &auml;gyptische Milit&auml;rrat ist von der Kritik nicht ausgenommen. Dieser regiere weiterhin mit Methoden aus der &Auml;ra des vor gut einem Jahr gest&uuml;rzten Pr&auml;sidenten Hosni Mubarak. Folter von H&auml;ftlingen sei an der Tagesordnung. Sie habe eine neue schockierende Dimension erreicht, als Armeeangeh&ouml;rige inhaftierte Frauen sogenannten Jungfr&auml;ulichkeitstests unterzogen.</p> <p>Schlechte Noten gab es ausserdem f&uuml;r Aserbeidschan, wo der diesj&auml;hrige Eurovision Song Contest ausgetragen wird. Auf die Proteste vom M&auml;rz und April des vergangenen Jahres habe die Regierung mit einer neuen Welle von Unterdr&uuml;ckungs- und Einsch&uuml;chterungsmassnahmen reagiert. Vor dem Finale des Musikwettbewerbs an diesem Samstag forderte Amnesty den regierenden Pr&auml;sidenten Ilham Alijew auf, inhaftierte Jugendaktivisten und Oppositionelle freizulassen.</p> <h4>Diskriminierende Gesetzesvorschl&auml;ge in der Schweiz</h4> <p>Auch die Schweiz bleibt von der Kritik nicht verschont: Das Bauverbot f&uuml;r Minarette sei nach wie vor in Kraft, bem&auml;ngelt Amnesty. Auch seien auf Bundes- und Kantonsebene weitere diskriminierende Gesetzesvorschl&auml;ge eingebracht worden. Die Menschenrechtsorganisation gibt &uuml;berdies ihrer Besorgnis &uuml;ber die Behandlung von Asylsuchenden Ausdruck. Kritisiert wird dabei insbesondere die unverh&auml;ltnism&auml;ssige Anwendung von Gewalt bei Abschiebungen.</p> <p>So sei erneut ein Mann im Zusammenhang mit der R&uuml;ckschaffung von 19 Nigerianern im Juli 2011 am Flughafen Z&uuml;rich brutal geschlagen worden, ohne dass eine unabh&auml;ngige Untersuchung &uuml;ber den Vorfall eingeleitet worden sei. Derweil seien die Strafermittlungen zum Tod des Nigerianers Joseph Ndukaku Chiakwa im Zuge einer Massenabschiebung im M&auml;rz 2010 noch nicht abgeschlossen.</p> <p>Weiter gibt gem&auml;ss dem Bericht die unzureichende Sozialhilfe f&uuml;r abgewiesene Asylsuchende Anlass zu Besorgnis: Unter dem sogenannten &laquo;Nothilfe-Regime&raquo; gerieten sie oft in eine Situation der Mittellosigkeit. Die Empfangszentren f&uuml;r Asylsuchende h&auml;tten nach wie vor nicht den Erfordernissen entsprochen.</p> <h4>Kontrolle des Waffenhandels gefordert</h4> <p>Eine der Hauptforderungen von Amnesty gilt &uuml;berdies einer wirksamen Kontrolle des internationalen Waffenhandels. Sechzig Prozent der dokumentierten Menschenrechtsverletzungen w&uuml;rden mit Handfeuerwaffen oder leichten Waffen begangen.</p> <p>Mit dem Jahresbericht dokumentiert Amnesty inzwischen seit einem halben Jahrhundert die Lage der Menschenrechte weltweit. Positiv verzeichnet wurde im diesj&auml;hrigen Bericht die Abschaffung der Todesstrafe in mittlerweile insgesamt 141 L&auml;ndern.</p> <p>Ein weiteres Lob verteilte Amnesty an den Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (EGMR). Der EGMR habe bereits zu vielen strukturellen Menschenrechtsproblemen in Europa massgebliche Entscheidungen gef&auml;llt.</p> <div class="box"> <h3>Uno-Bericht r&uuml;gt Menschenrechtsverletzungen in Syrien</h3> <p>Trotz des seit sechs Wochen geltenden Waffenstillstands in Syrien hat die Uno dort weiter andauernde, h&auml;ufige Verletzungen der Menschenrechte registriert. Die Verbrechen seien sowohl von den Regierungstruppen als auch von den bewaffneten Gruppen der Opposition begangen worden, schreiben Uno-Experten in einem am Donnerstag in Genf ver&ouml;ffentlichten Bericht. Ein Besuch in Syrien war den Uno-Experten verweigert worden.</p> <p>Die schwersten Vorw&uuml;rfe richten sie gegen Armee und Sicherheitskr&auml;fte der Regierung. Diese h&auml;tten t&ouml;dliche Waffengewalt gegen Demonstranten eingesetzt, D&ouml;rfer beschossen, ganze Familien hingerichtet und Kinder gefoltert. In mehr als 200 Interviews ist laut dem Bericht das &laquo;klare Muster&raquo; deutlich geworden, dass Blockaden von Stadtvierteln durch die Regierungstruppen darauf ausgerichtet sind, gesuchte Menschen und deren Familien &laquo;auszumerzen&raquo;. W&auml;hrend solcher Belagerungen seien Kinder aufgrund fehlender medizinischer Versorgung gestorben. Folteropfern sei jede Behandlung verweigert worden. In einigen Gegenden h&auml;tten die Menschen keinen Zugang zu Nahrungsmitteln und Wasser gehabt und h&auml;tten ihre H&auml;user nicht verlassen k&ouml;nnen.</p> <h3>Sprengfallen und Geiselnahmen</h3> <p>Die K&auml;mpfer der Opposition ihrerseits h&auml;tten Soldaten und angebliche Informanten der Regierung hingerichtet. Ausserdem setzten sie in zunehmenden Masse getarnte Sprengs&auml;tze ein. Daneben registrierten die Ermittler Geiselnahmen durch die Aktivisten der Opposition. Damit sollten offenbar die Freilassung Inhaftierter oder L&ouml;segeld erpresst werden.</p> </div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991835</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 19:26:05 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Uno-Bericht kritisiert Gewalt in Syrien  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991974</link>
         <description><![CDATA[  Obwohl sich die syrische Regierung und die Opposition auf einen Friedensplan verpflichtet haben, sind Gewaltakte weiterhin an der Tagesordnung. Eine Untersuchungskommission der Uno &auml;ussert sich besorgt &uuml;ber die Menschenrechtslage.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Obwohl sich die syrische Regierung und die Opposition auf einen Friedensplan verpflichtet haben, sind Gewaltakte weiterhin an der Tagesordnung. Eine Untersuchungskommission der Uno &auml;ussert sich besorgt &uuml;ber die Menschenrechtslage.</b><br /><br /><p class="autor">Annegret Mathari, Genf</p> <p>Eine Untersuchungskommission der Uno hat am Donnerstag in Genf ihre Besorgnis &uuml;ber die Menschenrechtslage in Syrien ausgedr&uuml;ckt. In dem zunehmend militarisierten Kontext seien nach wie vor schwere Verst&ouml;sse zu registrieren, obwohl sich die Regierung und die Opposition auf den Friedensplan des Uno-Vermittlers Kofi Annan geeinigt h&auml;tten, der unter anderem eine Waffenruhe vorsieht.</p> <p>Die meisten Menschenrechtsverletzungen werden laut der von Paulo Pinheiro geleiteten Kommission von der Armee und den Sicherheitskr&auml;ften begangen. Die Armee bombardiere weiterhin Wohngebiete, wurde festgehalten. Demnach werden Scharfsch&uuml;tzen auf D&auml;chern eingesetzt und einzelne H&auml;user nach Oppositionellen durchsucht. Der Untersuchungskommission, die im August 2011 vom Uno-Menschenrechtsrat gebildet worden war, wird von den syrischen Beh&ouml;rden die Einreise verwehrt.</p> <p>F&uuml;r ihren Bericht f&uuml;hrte die Kommission seit M&auml;rz &uuml;ber 200 Interviews. Die Armee setzt demnach scharfe Munition gegen Demonstranten ein, egal, ob diese zum Schutz von Bewaffneten begleitet werden oder nicht. Von Februar bis am 10. Mai wurden mindestens 207 Personen get&ouml;tet. Wer die verheerenden Bombenanschl&auml;ge in Damaskus, Idlib und Aleppo beging, konnte die Kommission nicht feststellen. Die Uno-Experten verurteilten die Vertreibung von Zivilisten und die systematische Verhinderung der Verteilung von Lebensmitteln, Wasser und medizinischen Hilfsg&uuml;tern in einigen Gebieten. Weiter monierten die Uno-Rapporteure willk&uuml;rliche Verhaftungen und Folter. Selbst 10-j&auml;hrige Knaben w&uuml;rden von Regierungskr&auml;ften gefangen genommen und gefoltert, um auf diese Weise die Namen von Oppositionellen zu erfahren.</p> <p>In ihrem Bericht hielt die Kommission fest, dass oppositionelle bewaffnete Gruppen ihrerseits in v&ouml;llig willk&uuml;rlicher Weise Mitglieder der Armee oder der Sicherheitskr&auml;fte angriffen und t&ouml;dlich verletzten. Mitglieder der bewaffneten Opposition h&auml;tten zudem Zivilisten und Vertreter der Regierungskr&auml;fte entf&uuml;hrt, um Gefangene auszutauschen. Laut Angaben eines K&auml;mpfers wird auch L&ouml;segeld von Familien gefordert, um damit Waffen zu kaufen. Weiter toleriert die Opposition in ihren bewaffneten Einheiten Minderj&auml;hrige.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991974</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 16:33:32 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Iran bleibt unnachgiebig  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991925</link>
         <description><![CDATA[  Die Gespr&auml;che &uuml;ber das iranische Atomprogramm in Bagdad kommen nicht voran. Iran machte die USA daf&uuml;r verantwortlich.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Gespr&auml;che &uuml;ber das iranische Atomprogramm in Bagdad kommen nicht voran. Iran machte die USA daf&uuml;r verantwortlich.</b><br /><br /><p class="quelle">(Reuters)</p> <p>Bei den Verhandlungen in Bagdad &uuml;ber eine Beilegung des Atomstreits mit Iran hat sich am Donnerstag kein Durchbruch abgezeichnet. Iran beschuldigte die P5+1-Verhandlungsgruppe - die f&uuml;nf st&auml;ndigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates sowie Deutschland -, eine &laquo;schwierige Atmosph&auml;re&raquo; bei dem Treffen zu schaffen und so einen Fortschritt im Ringen um einen Kompromiss zu blockieren. Der genaue Grund f&uuml;r die Hemmnisse wurde zun&auml;chst nicht bekannt. &laquo;Was wir in Istanbul geh&ouml;rt haben, war interessanter&raquo;, sagte ein iranischer Delegationsvertreter mit Hinweis auf die Vorgespr&auml;che in der t&uuml;rkischen Metropole vom Fr&uuml;hjahr. Iran gehe davon aus, dass es an den USA liege, dass die Gegenseite zu keinem Ergebnis komme. &laquo;Sie kamen nach Bagdad, ohne ein klares Mandat zu haben, und deswegen ist die Atmosph&auml;re nach unserer Einsch&auml;tzung schwierig.&raquo;</p> <p>Den Vorsitz bei den Gespr&auml;chen hat die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton. Sie traf sich am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstag, mit dem iranischen Chefunterh&auml;ndler Jalili in einem Einzelgespr&auml;ch. Sp&auml;ter wurde in gr&ouml;sserer Runde weiterverhandelt, wie ein westlicher Diplomat sagte. Den Vorwurf Irans, der Westen habe die Positionen seit dem Treffen von Istanbul ge&auml;ndert, wiesen Diplomaten zur&uuml;ck.</p> <h4>Lockerung der Sanktionen gefordert</h4> <p>Am Mittwoch war in Bagdad bis sp&auml;t in den Abend hinein verhandelt worden. Beide Seiten pr&auml;sentierten eigene Vorschl&auml;ge zur L&ouml;sung des Konflikts. Zum iranischen F&uuml;nf-Punkte-Plan sagte ein westlicher Diplomat: &laquo;Wir sind uns nicht ganz dar&uuml;ber im Klaren, was die f&uuml;nf Punkte sind. Wir versuchen das herauszufinden. Es gibt keine Details.&raquo; Iran hatte eine sofortige Lockerung der Wirtschaftssanktionen im Gegenzug f&uuml;r ein Einlenken bei der Urananreicherung gefordert. Die P5+1 wollen vor allem den Stopp der Urananreicherung auf den hohen Grad von 20 Prozent.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991925</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 16:28:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Leyla Zana erneut zu Haftstrafe verurteilt  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991924</link>
         <description><![CDATA[  Die prominente kurdische Abgeordnete Leyla Zana ist in der T&uuml;rkei erneut zu einer zehnj&auml;hrigen Haftstrafe verurteilt worden, wegen Propaganda f&uuml;r die kurdischen PKK-Rebellen. Sie wurde einst ber&uuml;hmt, als sie im Parlament in Ankara kurdisch sprach.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die prominente kurdische Abgeordnete Leyla Zana ist in der T&uuml;rkei erneut zu einer zehnj&auml;hrigen Haftstrafe verurteilt worden, wegen Propaganda f&uuml;r die kurdischen PKK-Rebellen. Sie wurde einst ber&uuml;hmt, als sie im Parlament in Ankara kurdisch sprach.</b><br /><br /><p>(afp) In einem Wiederaufnahmeverfahren best&auml;tigte ein Gericht in Diyarbakir am Donnerstag eine fr&uuml;here Entscheidung. Zana wurde verurteilt wegen Propaganda f&uuml;r die kurdischen PKK-Rebellen.</p> <p>Zana war bereits in den 1990er Jahren aus dem Parlament heraus verhaftet und zu zehn Jahren Gef&auml;ngnis verurteilt worden. Als junge Abgeordnete hatte sie bei ihrer Vereidigung 1991 einige S&auml;tze auf Kurdisch gesprochen und damit einen Tumult ausgel&ouml;st. 1994 kam sie wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ins Gef&auml;ngnis. Nach ihrer Freilassung im Jahr 2004 zog sie sich f&uuml;r einige Zeit aus der Politik zur&uuml;ck. Nach den Wahlen vom vergangenen Jahr kehrte sie jedoch ins Parlament von Ankara zur&uuml;ck.</p> <p>Das Gericht in Diyarbakir hatte Zana bereits im Jahr 2008 aufgrund von insgesamt neun Reden wegen PKK-Propaganda zu einer zehnj&auml;hrigen Haftstrafe verurteilt. Der Berufungsgerichtshof in Ankara hob das Urteil im vergangenen Jahr jedoch auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Nun best&auml;tigte das Gericht in Diyarbakir sein fr&uuml;heres Urteil. Zana kann erneut Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991924</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 15:17:40 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Zweiter Wahltag in Ägypten  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991787</link>
         <description><![CDATA[  Auch am zweiten Tag der Pr&auml;sidentenwahl in &Auml;gypten stehen die W&auml;hler vor den Wahllokalen Schlange. Das Interesse ist aber offenbar nicht ganz so gross wie am Vortag, als die W&auml;hler schon vor &Ouml;ffnung zu den Wahllokalen str&ouml;mten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Auch am zweiten Tag der Pr&auml;sidentenwahl in &Auml;gypten stehen die W&auml;hler vor den Wahllokalen Schlange. Das Interesse ist aber offenbar nicht ganz so gross wie am Vortag, als die W&auml;hler schon vor &Ouml;ffnung zu den Wahllokalen str&ouml;mten.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda/Reuters/dapd/dpa)</p> <p>In &Auml;gypten sind die Menschen den zweiten Tag in Folge in die Wahllokale gestr&ouml;mt, um erstmals in einer freien Abstimmung &uuml;ber ihren Pr&auml;sidenten zu entscheiden. Wie am Vortag standen die W&auml;hler am Donnerstag vor den Wahllokalen Schlange.</p> <p>Das Interesse war aber nicht ganz so gross wie am Vortag, als die W&auml;hler schon vor &Ouml;ffnung zu den Wahllokalen str&ouml;mten. Die Wahllokale sollten um 20 Uhr schliessen. Offizielle Ergebnisse werden am Samstag erwartet.</p> <h4>Hoffnung auf Stabilit&auml;t</h4> <p>&laquo;Ich war gestern schon da, dann war es aber so voll, dass ich heute nochmals gekommen bin&raquo;, sagte Khaled Abdu. &laquo;Ich muss an dieser Entscheidung &uuml;ber den Pr&auml;sidenten teilnehmen und hoffe, dass das zu Stabilit&auml;t und zu der Ver&auml;nderung f&uuml;hrt, die n&ouml;tig ist.&raquo; Der 25-j&auml;hrige Ingenieur fasste damit eine Stimmung in Worte, die die Wahl bereits am ersten Tag gepr&auml;gt hatte.</p> <p>Dennoch blieb die Beteiligung am Mittwoch nach ersten Sch&auml;tzungen unter jener der Parlamentswahl zu Anfang des Jahres. Nach Sch&auml;tzungen des unabh&auml;ngigen Nachrichtenportals &laquo;youm7&raquo; lag die Wahlbeteiligung am Mittwoch bei rund 25 Prozent. Beobachter machten neben dem Werktag die langen Wartezeiten und die sengende Hitze daf&uuml;r verantwortlich, dass weniger Menschen ihre Stimme abgaben.</p> <h4>Stichwahl wahrscheinlich</h4> <p>Bei der Wahl stehen zw&ouml;lf Kandidaten zur Abstimmung. Der k&uuml;nftige Pr&auml;sident, der die sechs Jahrzehnte lange Vorherrschaft von Staatschefs aus den Reihen des Milit&auml;rs beenden soll, wird wohl erst nach der Stichwahl im Juni feststehen.</p> <p>Zu den Kandidaten mit guten Erfolgschancen geh&ouml;rt der fr&uuml;here Chef der Arabischen Liga und Ex-Aussenminister Amr Mussa. Als weitere aussichtsreiche Bewerber gelten der von den radikal-islamischen Salafisten unterst&uuml;tzte fr&uuml;here Muslimbruder Abdel Moneim Abu al-Futuh und Mubaraks letzter Ministerpr&auml;sident, Ahmed Shafik. Gut im Rennen d&uuml;rfte auch der Muslimbruder Mohammed Nursi liegen.</p> <p>Nach j&uuml;ngsten Umfragen wird kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, so dass am 16. und 17. Juni eine Stichwahl f&auml;llig wird.</p> <h4>Trotz Zwischenf&auml;llen friedlich</h4> <p>Die Wahl am Mittwoch verlief auch wegen der grossen Pr&auml;senz von Soldaten und Polizisten weitgehend friedlich. Vor einigen Wahllokalen kam es indes zu Schl&auml;gereien zwischen den Anh&auml;ngern verschiedener Kandidaten.</p> <p>Insgesamt z&auml;hlten die Beh&ouml;rden bisher nach Angaben der staatlichen Medien 28 Verletzte, was allerdings deutlich unter dem Gewaltniveau fr&uuml;herer Wahlen in &Auml;gypten liegt.</p> <p>Die Zahl der Beschwerden &uuml;ber Bestechung und W&auml;hlerbeeinflussung bei der Abstimmung war etwas geringer als bei der letzten Parlamentswahl, aus der die Islamisten als Sieger hervorgegangen waren.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991787</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 15:15:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Machtdemonstration im Südchinesischen Meer  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991893</link>
         <description><![CDATA[  Seit einem Zwischenfall im S&uuml;dchinesischen Meer zwischen China und den Philippinen im April beharrt Peking auf einer harten Linie. Weil zu viele chinesische Akteure sich einmischen, fehlt es seit l&auml;ngerem an einer einheitlichen Strategie.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Seit einem Zwischenfall im S&uuml;dchinesischen Meer zwischen China und den Philippinen im April beharrt Peking auf einer harten Linie. Weil zu viele chinesische Akteure sich einmischen, fehlt es seit l&auml;ngerem an einer einheitlichen Strategie.</b><br /><br /><p class="autor">Markus Ackeret, Peking</p> <p>Der stellvertretende Leiter der zentralen Milit&auml;rkommission, des f&uuml;r die chinesischen Streitkr&auml;fte zust&auml;ndigen obersten Parteiorgans, Guo Boxiong, hat einen Besuch in Japan kurzfristig abgesagt. Geplant war auch ein Treffen mit dem japanischen Ministerpr&auml;sidenten Noda. Das Verteidigungsministerium nannte Verpflichtungen in China als Grund, doch d&uuml;rften diplomatische Spannungen den Ausschlag dazu gegeben haben. Viel mehr Aufmerksamkeit ist in Peking derzeit ohnehin auf die Philippinen gerichtet, seit es im April an einem von beiden Staaten beanspruchten Riff fast zu einem chinesisch-philippinischen Kr&auml;ftemessen gekommen ist.</p> <h4>Martiale Rhetorik</h4> <p>Die milit&auml;rische Eskalation ist bisher ausgeblieben, und es gibt f&uuml;r beide Seiten keinen Grund, auf eine solche ernsthaft zuzusteuern. An den Drohkulissen wird dennoch gebaut. Am Dienstag warnte das chinesische Aussenministerium die Philippinen davor, Dritte - gemeint sind vor allem die Amerikaner - in die Auseinandersetzungen hineinzuziehen. Es bezieht sich auf Manilas aktives Bestreben, milit&auml;risch, vor allem in der Flotte, aufzur&uuml;sten, um den Chinesen etwas entgegenhalten zu k&ouml;nnen. Umgekehrt beschuldigte die philippinische Regierung China, mehr Kriegsschiffe an der von den Philippinen Scarborough-Riff und von China Huangyan-Insel genannten Felsformation zusammenzuziehen. Dort waren Anfang April chinesische Fischer von der philippinischen Marine gestellt worden, die das Riff und die umliegenden Gew&auml;sser zum eigenen Territorium z&auml;hlt.</p> <p>Die Auseinandersetzung hat den Konflikt um Anspr&uuml;che im S&uuml;dchinesischen Meer neu entfacht. Kern ist Chinas mit historischen Rechten des chinesischen Volkes begr&uuml;ndete Haltung, praktisch das gesamte S&uuml;dchinesische Meer mit seinen Inselgruppen geh&ouml;re zur Volksrepublik. Diese Position ist selbst dann, wenn die einzelnen Inselgruppen China zugeh&ouml;rig w&auml;ren und die in der Uno-Seerechtskonvention festgeschriebene Grenze von 200 Seemeilen rund um die Territorien g&auml;lte, eine Provokation f&uuml;r die &uuml;brigen Anrainer. Neben China beansprucht Vietnam die Paracel- oder Xisha-Inseln f&uuml;r sich, auf die Spratly- oder Nansha-Inseln erheben prim&auml;r China, Taiwan und Vietnam, in Teilen auch die Philippinen, Malaysia und Brunei Anspruch. Von Interesse sind sie, weil unter dem Meeresboden umfangreiche Rohstoffvorkommen liegen. Indem China mit historischen Rechten argumentiert und sie zumindest indirekt zu einem Kerninteresse seiner Aussenpolitik z&auml;hlt, schliesst es von vornherein jeden Kompromiss aus.</p> <p>Das spiegelt sich auch in den Kommentaren der chinesischen Presse, die vor einem milit&auml;rischen Eingreifen wenig Ber&uuml;hrungs&auml;ngste zeigen und damit nationalistische Gef&uuml;hle der Chinesen ansprechen. China sieht die kleineren, sich durch den Aufstieg der Volksrepublik bedr&auml;ngt f&uuml;hlenden Nachbarn als l&auml;stige St&ouml;renfriede. Ihnen eine Lektion zu erteilen, soll auch dem Ziel dienen, China als ernstzunehmende Macht in Asien zu positionieren. Zugleich geht es um die Rolle der USA in der Region, die den von China bedr&auml;ngten Staaten Schutz bieten und Chinas Aufstieg mit einer neuen Asien-Pazifik-Strategie begegnen. Das weckt Pekings Argwohn.</p> <p>W&auml;hrend China den Philippinen auf diplomatischem Weg zu verstehen gegeben hat, dass f&uuml;r Peking alle Optionen - auch die milit&auml;rischen - offenstehen, schien in den vergangenen Tagen etwas Beruhigung in die Sache gekommen. Beide Staaten haben, ohne den Konflikt als Ursache zu nennen, Fischereiverbote in der betroffenen Region erlassen. Doch mit der Mitteilung des chinesischen Aussenministeriums, China habe j&uuml;ngst seine Kontrolle &uuml;ber die Gew&auml;sser rund um das umstrittene Riff verst&auml;rkt und es seien derzeit 16 Fischerboote dort im Einsatz, konterkarierte es am Dienstagabend die Bem&uuml;hungen um Entspannung. Anscheinend gilt das Fischereiverbot doch nicht &uuml;berall. Ein Sprecher des Ministeriums beschuldigte Manila am Mittwoch mangelnder Ernsthaftigkeit in der Konfliktl&ouml;sung. Peking spielt gleichzeitig die wirtschaftliche Karte. In den H&auml;fen verfaulen philippinische Bananen, und chinesische Reiseb&uuml;ros haben die Philippinen aus ihren Katalogen genommen. China solle Manila ein wenig schmoren lassen, riet die zur Parteizeitung geh&ouml;rende &laquo;Global Times&raquo;.</p> <h4>Zu viele Interessen</h4> <p>Japan ist daher nur ein Nebenschauplatz in der neuesten Auff&uuml;hrung des diplomatischen Muskelspiels. Auch mit Japan streitet sich China um Inseln. Die Absage des Besuchs General Guos illustriert aber ein generelles Problem. Noch vor kurzem hatten Kommentatoren einen neugeschaffenen Gespr&auml;chsmechanismus zwischen Japan und China &uuml;ber die strittigen territorialen Fragen begr&uuml;sst, in der Hoffnung, Peking zeige flexiblere Ans&auml;tze. Besonders hoben sie die Beteiligung von Vertretern nicht nur des Aussenministeriums, sondern auch verschiedener in die Konflikte involvierter Abteilungen des Verteidigungsministeriums hervor. In China gebe es deshalb keine einheitliche Strategie zum Umgang mit dem S&uuml;dchinesischen Meer, weil zu viele Beh&ouml;rden mit Eigeninteressen und oftmals wenig aussenpolitischer Erfahrung beteiligt seien, konstatierte die auf Konfliktanalyse spezialisierte International Crisis Group in ihrem j&uuml;ngsten Bericht. Die Milit&auml;rkommission, deren Vizechef Guo Boxiong ist, hat mehr Macht als die Fachministerien und kann so jederzeit diplomatische Ans&auml;tze torpedieren.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991893</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 15:02:57 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Kaida-Websites gehackt  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991887</link>
         <description><![CDATA[  US-Geheimdienste haben Websites der Kaida im Jemen gehackt und Inhalte ausgetauscht. Es geht darum, die Propaganda der Extremisten zu durchkreuzen und zu diskreditieren. Die Rekrutierung von Terrorlehrlingen &uuml;ber das Internet soll behindert werden.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>US-Geheimdienste haben Websites der Kaida im Jemen gehackt und Inhalte ausgetauscht. Es geht darum, die Propaganda der Extremisten zu durchkreuzen und zu diskreditieren. Die Rekrutierung von Terrorlehrlingen &uuml;ber das Internet soll behindert werden.</b><br /><br /><p class="quelle">(dpa)</p> <p>Das gab die US-Aussenministerin Hillary Clinton am Mittwoch an einem Galadiner des Kommandos f&uuml;r Spezialeins&auml;tze in Tampa (Florida) bekannt. Internet-Propaganda des Terrornetzwerks im Jemen, die mit der T&ouml;tung von Amerikanern geprahlt habe, sei durch Texte ersetzt worden, die den Tod muslimischer Zivilisten bei Anschl&auml;gen der Kaida hervorheben.</p> <p>Spezialisten des Aussenministeriums h&auml;tten die Sites auch gehackt, um das Terrornetzwerk daran zu hindern, &uuml;ber das Internet neue Mitglieder zu rekrutieren. Clinton erkl&auml;rte, die Taktik der USA gehe offensichtlich auf, da die Extremisten inzwischen ihre Unterst&uuml;tzer aufforderten, nicht alles zu glauben, was sie im Internet l&auml;sen.</p> <h4>Propaganda entlarven</h4> <p>Spezialisten in aller Welt arbeiteten daran, die Propaganda der Extremisten durch geschickte Man&ouml;ver zu diskreditieren. Die Fachleute beherrschten Urdu, Arabisch und Somali. Die Gruppe surfe im Internet und benutze soziale Medien und anderen Wege, um die inneren Widerspr&uuml;che der Terroristen deutlich zu machen und auf die brutalen Angriffe auf muslimische Zivilisten hinzuweisen.</p> <p>Clinton erkl&auml;rte, in ihrer Amtszeit habe das Aussenministerium die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium und den Geheimdiensten verst&auml;rkt, um die Diplomatie als Mittel zur Bek&auml;mpfung des Terrorismus verst&auml;rkt zu nutzen. Das B&uuml;ro f&uuml;r Konflikt- und Stabilisierungseins&auml;tze sei geschaffen worden, um Diplomaten und andere zivile Experten besser in milit&auml;rische Operationen in Krisenregionen einzubinden. Die Anti-Terror-Abteilung des US-Aussenministeriums stehe an der Spitze einer weltweiten diplomatischen Kampagne mit dem Ziel, die Geldfl&uuml;sse an die Kaida und ihre Ableger auszutrocknen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991887</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 14:47:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Hunderte von Festnahmen in Kanada  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991881</link>
         <description><![CDATA[  In Kanada sind bei Studentenprotesten rund 500 Menschen festgenommen worden. Die Studenten protestieren gegen die Erh&ouml;hung von Studiengeb&uuml;hren und ein &laquo;Sondergesetz&raquo; zur Demonstrationsfreiheit.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>In Kanada sind bei Studentenprotesten rund 500 Menschen festgenommen worden. Die Studenten protestieren gegen die Erh&ouml;hung von Studiengeb&uuml;hren und ein &laquo;Sondergesetz&raquo; zur Demonstrationsfreiheit.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda/afp/dpa)</p> <p>Der Protest kanadischer Studenten gegen h&ouml;here Studiengeb&uuml;hren hat in der kanadischen Metropole Montreal erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei gef&uuml;hrt. Bei Ausschreitungen am Rande von Studentenprotesten wurden in der Nacht rund 500 Menschen festgenommen.</p> <p>Nach Angaben der Polizei hatten die Beamten eine von den Beh&ouml;rden verbotene Demonstration zun&auml;chst drei Stunden lang toleriert. Dann sei es aber zu Ausschreitungen gekommen.</p> <h4>Proteste seit mehreren Monaten</h4> <p>In der kanadischen Provinz Quebec gehen die Studenten bereits seit mehr als drei Monaten gegen die Erh&ouml;hung der Studiengeb&uuml;hren auf die Strasse. Zudem richtet sich ihr &Auml;rger gegen ein erst am Freitag erlassenes &laquo;Sondergesetz&raquo;, das die Demonstrationsfreiheit einschr&auml;nkt.</p> <p>Die Verordnung war erst am Freitag erlassen worden. Sie verbietet jeden Protestmarsch in der franz&ouml;sischsprachigen Provinz Quebec, der nicht wenigstens acht Stunden zuvor mit detaillierten Planvorgaben angemeldet wurde. Das Gesetz war als Reaktion auf den seit Februar anhaltenden Studentenprotest verabschiedet worden und hat zun&auml;chst nur ein Jahr G&uuml;ltigkeit.</p> <h4>T&auml;gliche Proteste</h4> <p>Die Provinz Quebec hatte Anfang des Jahres angek&uuml;ndigt, die Studiengeb&uuml;hren an ihren Universit&auml;ten von diesem Herbst an bis zum Jahr 2019 j&auml;hrlich um 245 kanadische Dollar, rund 227 Franken, anzuheben. Selbst mit dieser Erh&ouml;hung w&auml;re das Studieren in Montreal, Quebec City und an den anderen Universit&auml;ten der Provinz noch deutlich preiswerter als etwa im restlichen Kanada, darunter in Toronto und Vancouver.</p> <p>Dennoch gehen Quebecs Studenten seit Februar t&auml;glich auf die Strasse, um dagegen zu protestieren. Zu Schl&auml;gereien und Festnahmen kam es jedoch erst nach Inkrafttreten von &laquo;Loi 78&raquo;.</p> <h4>100. Protesttag</h4> <p>Allein am Dienstag, dem 100. Tag der Proteste in Quebec, nahm die Polizei nach Medienangaben mehr als 100 Demonstranten fest. Seitdem demonstrieren aus Solidarit&auml;t auch Studenten in anderen St&auml;dten Kanadas. Die Verhandlungen zwischen Studenten und Regierung &uuml;ber eine Einigung in dem Konflikt stecken derzeit in einer Sackgasse.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991881</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 14:29:33 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Gewalt in Israel gegen afrikanische Flüchtlinge  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991878</link>
         <description><![CDATA[  In der israelischen Stadt Tel Aviv ist es zu gewaltt&auml;tigen &Uuml;bergriffen gegen Fl&uuml;chtlinge aus Afrika gekommen. Die Polizei nahm 17 Randalierer fest.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>In der israelischen Stadt Tel Aviv ist es zu gewaltt&auml;tigen &Uuml;bergriffen gegen Fl&uuml;chtlinge aus Afrika gekommen. Die Polizei nahm 17 Randalierer fest.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda/dpa)</p> <p>Bei einer Demonstration gegen illegal Eingewanderte aus Afrika ist es in Tel Aviv zu gewaltt&auml;tigen Ausschreitungen gekommen. Vor allem Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben von Gesch&auml;ften ein und griffen wahllos dunkelh&auml;utige Menschen an.</p> <h4>&laquo;Sudanesen in den Sudan&raquo;</h4> <p>Die Polizei nahm nach eigenen Angaben vom Donnerstag 17 der Randalierer fest. Etwa tausend Bewohner der &auml;rmeren Stadtteile im S&uuml;den der Metropole hatten am Vorabend gegen die steigende Zahl von Fl&uuml;chtlingen vor allem aus dem Sudan in ihren Wohngebieten demonstriert. &laquo;Sudanesen in den Sudan&raquo; und &laquo;Schmeisst die Ausl&auml;nder raus&raquo;, skandierte die Menge.</p> <p>Redner im Stadtteil Hatikva machten die Ausl&auml;nder f&uuml;r die steigende Kriminalit&auml;t verantwortlich und warfen der Regierung Tatenlosigkeit vor. Tats&auml;chlich h&auml;ufen sich in den Medien Berichte &uuml;ber Gewaltkriminalit&auml;t bis hin zu Vergewaltigungen durch illegal Eingewanderte.</p> <h4>Arbeitserlaubnis oder Aufnahmelager</h4> <p>Der B&uuml;rgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, sagte im Radio, sch&auml;tzungsweise bis zu 15 Prozent der rund 400 000 Einwohner von Tel Aviv seien illegal Eingewanderte. Die Regierung solle den Fl&uuml;chtlingen entweder eine Arbeitserlaubnis erteilen oder sie in Aufnahmelagern unterbringen. Ihnen jedoch die legale M&ouml;glichkeit zum Geldverdienen zu verweigern, provoziere Kriminalit&auml;t geradezu.</p> <p>Die Parlamentsabgeordnete Miri Regev vom rechten Rand der regierenden Likud-Partei von Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanyahu sagte hingegen: &laquo;Die Sudanesen sind wie ein Krebs in unserem K&ouml;rper.&raquo;</p> <h4>Abschiebungen geplant</h4> <p>Eine Demonstrantin trug ein Hemd mit der Aufschrift: &laquo;Tod den Sudanesen&raquo;. Die Regierung bereitet derzeit die Abschiebung von 700 Familien aus dem Sudan in ihre Heimat vor.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991878</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 13:56:13 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Neue Zuversicht in Atomgesprächen mit Iran  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990525</link>
         <description><![CDATA[  Im Zeichen neuer Zuversicht haben in Bagdad Nukleargespr&auml;che der f&uuml;nf Uno-Vetom&auml;chte mit Iran begonnen. Ein L&ouml;sungsvorschlag der Westm&auml;chte wurde von den Iranern aber offenbar kritisch aufgenommen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Im Zeichen neuer Zuversicht haben in Bagdad Nukleargespr&auml;che der f&uuml;nf Uno-Vetom&auml;chte mit Iran begonnen. Ein L&ouml;sungsvorschlag der Westm&auml;chte wurde von den Iranern aber offenbar kritisch aufgenommen.</b><br /><br /><p class="autor">Charles E. Ritterband, Wien</p> <p>In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Mittwoch Nukleargespr&auml;che zwischen Iran sowie den f&uuml;nf st&auml;ndigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates und Deutschland (P5+1) abgehalten worden. Die Verhandlungen standen im Zeichen neuer Zuversicht, dass sich ein Kompromiss in der strittigen Frage der Urananreicherung erzielen lasse.</p> <h4>Verbessertes Gespr&auml;chsklima</h4> <p>Die Gespr&auml;chsrunde in Bagdad bildet die Fortsetzung des im April in Istanbul abgehaltenen Dialogs. Die Verhandlungen sollen laut einem iranischen Nachrichtensender am Donnerstag weitergef&uuml;hrt werden. Im Vorfeld haben die Gespr&auml;chspartner optimistische Signale abgegeben, dass eine Entspannung oder vielleicht gar eine L&ouml;sung im Atomstreit zwischen Iran und den Vetom&auml;chten zu erzielen sei. Der russische Aussenminister Lawrow will Bereitschaft Teherans zum Einlenken geortet haben, und der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur, Amano, &auml;usserte sich ebenfalls optimistisch.</p> <p>Amano war Anfang dieser Woche &uuml;berraschend zu eint&auml;gigen Gespr&auml;chen nach Teheran gereist. Nach seiner R&uuml;ckkehr berichtete er in Wien, dass Iran mehr Transparenz und gr&ouml;ssere Kooperationsbereitschaft in seinem Atomprogramm zugesagt habe. Obwohl noch &laquo;kleinere Meinungsverschiedenheiten&raquo; gekl&auml;rt werden m&uuml;ssten, werde deutlich, dass Bewegung in die erstarrten Fronten gekommen sei. Auch der iranische Chefunterh&auml;ndler Said Jalili erw&auml;hnte, dass er auf eine neue &Auml;ra in den Beziehungen zum Westen hoffe, denn dieser habe begriffen, dass Druck zu nichts f&uuml;hre.</p> <p>Auch franz&ouml;sische und britische Diplomaten &auml;usserten sich positiv. Die neue Zuversicht im Atomstreit hat sich bereits in einer Senkung der Erd&ouml;lpreise niedergeschlagen. Die Amerikaner allerdings geben sich nach wie vor zur&uuml;ckhaltend und skeptisch. Offenbar ist es nicht gelungen, am Rande des Bagdader Treffens eine direkte Begegnung zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten und Irans herbeizuf&uuml;hren.</p> <h4>Kompromissvorschlag</h4> <p>Die P5+1 haben in Bagdad einen L&ouml;sungsvorschlag vorgelegt. Sie wollen Iran daran hindern, in seinen Anlagen in Fordo und Natanz Uran auf 20 Prozent anzureichern. Die Westm&auml;chte bef&uuml;rchten, dass dort dereinst eine Anreicherung auf 90 Prozent durchgef&uuml;hrt wird, was als Vorstufe f&uuml;r den Bau von Atombomben dienen k&ouml;nnte. Sie fordern die Offenlegung der gesamten Nuklearaktivit&auml;ten Teherans. Angeblich haben die Amerikaner als Gegenleistung erstmals die Bereitschaft signalisiert, eine 5-prozentige Anreicherung in iranischen Anlagen zu akzeptieren. Iranische Unterh&auml;ndler sind laut der Nachrichtenagentur Irna mit dem Verlauf der Gespr&auml;che nicht zufrieden. Diese enthielten nichts Neues, seien unausgewogen und daher nicht n&uuml;tzlich.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990525</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 13:02:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Lösegeld für entführte Ärztinnen gefordert  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991842</link>
         <description><![CDATA[  Die Entf&uuml;hrer der f&uuml;nf im Nordosten Afghanistans verschleppten Mitarbeiter des Schweizer Hilfswerks Medair verlangen L&ouml;segeld f&uuml;r deren Freilassung. Die Opfer, unter ihnen zwei &Auml;rztinnen aus Grossbritannien und Kenya, w&uuml;rden in einem gebirgigen Bezirk festgehalten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Entf&uuml;hrer der f&uuml;nf im Nordosten Afghanistans verschleppten Mitarbeiter des Schweizer Hilfswerks Medair verlangen L&ouml;segeld f&uuml;r deren Freilassung. Die Opfer, unter ihnen zwei &Auml;rztinnen aus Grossbritannien und Kenya, w&uuml;rden in einem gebirgigen Bezirk festgehalten.</b><br /><br /><p class="quelle">(sda/Reuters)</p> <p>Die Entf&uuml;hrer der f&uuml;nf im Nordosten Afghanistans verschleppten Mitarbeiter des Schweizer Hilfswerks Medair verlangen gem&auml;ss Angaben der Polizei L&ouml;segeld f&uuml;r deren Freilassung. &laquo;Wir haben ihre Position herausgefunden und sind in Verhandlungen&raquo;, sagte der zust&auml;ndige Ermittler am Donnerstag.</p> <p>Die Opfer, unter ihnen zwei &Auml;rztinnen aus Grossbritannien und Kenya, w&uuml;rden in einem gebirgigen Bezirk festgehalten. Bei den T&auml;tern handle es sich vermutlich um Kriminelle ohne Verbindungen zu den Taliban oder anderen Aufst&auml;ndischen.</p> <p>Zur geforderten Summe sagte die Polizei nichts. Die Entf&uuml;hrten arbeiten f&uuml;r die Hilfsorganisation Medair, die ihren Sitz in Ecublens im Kanton Waadt hat.</p> <p>Die Entwicklungshelfer waren vom Distrikt Yaftal zum Distrikt Raghestan unterwegs gewesen, als Bewaffnete sie stoppten und sie verschleppten. Die Gruppe war mit Pferden auf dem R&uuml;ckweg aus einer Bergregion an der Grenze zu Tadschikistan, als sie von den bewaffneten M&auml;nnern entf&uuml;hrt wurden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991842</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:50:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Euro-Staaten bekennen sich zu Griechenland  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990561</link>
         <description><![CDATA[  Die Euro-Staaten haben am informellen EU-Gipfel ihre Solidarit&auml;t mit Griechenland bekr&auml;ftigt und zugleich auf die Einhaltung der Sanierungsverpflichtungen gepocht. Die EU will bis Juni Entscheide f&uuml;r wachstumsf&ouml;rdernde Initiativen f&auml;llen; weitergehende Ideen wie die Euro-Bonds bleiben umstritten.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Euro-Staaten haben am informellen EU-Gipfel ihre Solidarit&auml;t mit Griechenland bekr&auml;ftigt und zugleich auf die Einhaltung der Sanierungsverpflichtungen gepocht. Die EU will bis Juni Entscheide f&uuml;r wachstumsf&ouml;rdernde Initiativen f&auml;llen; weitergehende Ideen wie die Euro-Bonds bleiben umstritten.</b><br /><br /><p class="autor">Ren&eacute; H&ouml;ltschi, Br&uuml;ssel</p> <p>Nach dem informellen Diner der Staats- und Regierungschefs der EU, das bis in die fr&uuml;hen Morgenstunden des Donnerstags dauerte, haben die Euro-Staaten in einer Erkl&auml;rung ihre Solidarit&auml;t mit Griechenland bekr&auml;ftigt, diese aber an die Einhaltung der Sanierungsverpflichtungen gekn&uuml;pft: &laquo;Wir w&uuml;nschen uns, dass Griechenland im Euro-W&auml;hrungsgebiet verbleibt und zugleich die von ihm eingegangenen Verpflichtungen einh&auml;lt.&raquo; Zusammen mit dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IMF) h&auml;tten sie seit 2010 bereits fast 150 Mrd. &euro; an Krediten gew&auml;hrt, halten die Staaten weiter fest. Sie wollten daf&uuml;r sorgen, dass EU-Strukturfonds und -Instrumente mobilisiert w&uuml;rden, um das Land auf den Weg zu Wachstum und Besch&auml;ftigung zu bringen. Die Fortsetzung der vereinbarten Reformen sei die beste Garantie f&uuml;r eine wohlhabendere Zukunft in der Euro-Zone. &laquo;Wir erwarten, dass sich die neue griechische Regierung nach den Wahlen f&uuml;r diesen Weg entscheiden wird.&raquo;</p> <h4>Sorgen &uuml;ber Griechenland</h4> <p>Dass man sich &uuml;ber den Ausgang der am 17. Juni anstehenden Wahlen und die Fortsetzung des vereinbarten Hilfs- und Sanierungsprogramms aber doch Sorgen macht, zeigt eine kurz vor dem Gipfeltreffen bekanntgewordene Entwicklung: Aus informierten Kreisen verlautete, an einer Telefonkonferenz der Eurogroup Working Group, in der Stellvertreter der Finanzminister der Euro-Staaten deren Sitzungen vorbereiteten, habe es am Montag eine Umfrage gegeben, ob nationale Notfallpl&auml;ne f&uuml;r den Fall eines griechischen Ausstiegs aus der Euro-Zone vorl&auml;gen oder nicht. Zuvor hatte die Agentur Reuters gemeldet, die Gruppe habe die Ausarbeitung solcher Pl&auml;ne vereinbart, was das griechische Finanzministerium umgehend scharf dementierte.</p> <h4>Drei Bausteine der Wachstumspolitik</h4> <p>Beim offiziellen Hauptthema des Treffens, der Wachstumsf&ouml;rderung, blieb es bei den im Vorfeld diskutierten Ans&auml;tzen, wobei wie angek&uuml;ndigt, konkrete Beschl&uuml;sse erst im Juni folgen sollen. Der Abbau der Staatsdefizite und die Generierung von Wachstum seien keine Gegens&auml;tze, sondern zwei Seiten derselben Medaille, betonten nach der Sitzung mehrere Gipfelteilnehmer. Zur St&auml;rkung des Wachstums wollen die EU-Staaten in drei Bereichen vorgehen, wie der EU-Ratspr&auml;sident Van Rompuy vor den Medien erkl&auml;rte: Erstens sollen auf EU-Ebene die Gesetzgebungsprozesse f&uuml;r geplante Reformen vorangetrieben werden; so soll zum Beispiel das Europ&auml;ische Patent vor Ende Juni unter Dach gebracht werden.</p> <p>Zweitens sollen Anstrengungen zur Finanzierung von Investitionen und zur Verbesserung der Kreditversorgung von KMU gemacht werden. Die Staats- und Regierungschefs luden die Finanzminister ein, bis im Juni eine Kapitalerh&ouml;hung der Europ&auml;ischen Investitionsbank (EIB) zu pr&uuml;fen. Dies w&uuml;rde die Kreditvergabe-Kapazit&auml;t der &laquo;Hausbank&raquo; der EU, die Kredite beispielsweise f&uuml;r Infrastruktur- oder KMU-Projekte gew&auml;hrt, st&auml;rken. Allerdings sind bisher nicht alle EU-Staaten mit einem solchen Schritt einverstanden. Ebenfalls bis Juni soll die EU-Kommission &uuml;ber die Umwidmung von Mitteln aus den bestehenden EU-Strukturfonds zur F&ouml;rderung von Wachstums- und Besch&auml;ftigungsprojekten berichten. Ein weiteres Instrument sind Projektanleihen, bei denen EU-Garantien private Investoren f&uuml;r Infrastrukturprojekte gewinnen sollen. Das drittes &laquo;Wachstumselement&raquo; bilden Massnahmen zur Besch&auml;ftigungsf&ouml;rderung, von nationalen Arbeitsmarktreformen und (Aus-)Bildungsinvestitionen bis zu EU-Schritten zur Erleichterung der grenz&uuml;berschreitenden Mobilit&auml;t.</p> <h4>Hollande&rsquo;s Einstand</h4> <p>Eine Diskussion der Staats- und Regierungschefs &uuml;ber Entwicklungen in der Euro-Zone schliesslich hat laut Van Rompuy gezeigt, dass man die Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion auf eine neue Stufe bringen m&uuml;sse, um die Wirtschaftsunion der W&auml;hrungsunion ebenb&uuml;rtig zu machen. Wie das geschehen soll, blieb allerdings unklar. Van Rompuy will am EU-Gipfel im Juni in enger Zusammenarbeit mit den Pr&auml;sidenten der EU-Kommission, der Euro-Gruppe und der Europ&auml;ischen Zentralbank &uuml;ber &laquo;Bausteine&raquo; und eine Arbeitsmethode zur Erreichung des Ziels berichten. Zur Substanz sagte er lediglich, die Staats- und Regierungschefs h&auml;tten &laquo;verschiedene Meinungen&raquo; zu Themen wie Euro-Bonds, einer st&auml;rker integrierten Bankenaufsicht und -Abwicklung und eines gemeinsamen Einlagenschutzes (Versicherung f&uuml;r Einlagen bei Banken) ge&auml;ussert. Mit anderen Worten: &Uuml;ber diese Themen gibt es Meinungsverschiedenheiten.</p> <p>Im Vorfeld hatte vor allen das Wiederaufflackern der Euro-Bond-Debatte f&uuml;r Schlagzeilen gesorgt. Euro-Bonds sind ein Sammelbegriff f&uuml;r eine Reihe von Vorschl&auml;gen, die im Kern auf die gemeinsame (gesamtschuldnerische) Haftung der Euro-Staaten f&uuml;r Staatsanleihen zielen. Dadurch w&uuml;rden die Zinskosten f&uuml;r schw&auml;chere L&auml;nder reduziert. F&uuml;r die Gegner f&uuml;hrt dies zu falschen Anreizen, solange &uuml;ber die Staatsfinanzen national entschieden wird. Als Verfechter der Euro-Bonds trat vor allem der neue franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident Hollande auf, der erstmals an einem EU-Gipfel teilnahm. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hingegen betonte schon beim Eintreffen in Br&uuml;ssel, die EU-Vertr&auml;ge verb&ouml;ten die gegenseitige &Uuml;bernahme der Haftung der Staaten f&uuml;reinander. Zudem seien Euro-Bonds kein Beitrag zum Wachstum. Sowohl Hollande als auch Merkel haben weitere L&auml;nder hinter sich. Ausger&auml;umt wurden die Differenzen nicht, doch bem&uuml;hten sich Hollande und Merkel nach der Sitzung um eine zur&uuml;ckhaltende Darstellung. Van Rompuy sagte, Euro-Bonds seien im Rahmen einer st&auml;rker integrierten W&auml;hrungsunion zu sehen, niemand fordere ihre sofortige Einf&uuml;hrung. Hollande trat - zusammen mit dem italienischen Ministerpr&auml;sidenten Monti - auch als Advokat der beiden anderen Themen auf (Integration der Bankenaufsicht und -Abwicklung sowie der Einlagensicherung).</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990561</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 06:05:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Zu wenig Strom, zu wenig Lohn  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991712</link>
         <description><![CDATA[  Mit der &Ouml;ffnung Burmas haben Proteste gegen die Missst&auml;nde im Land zugenommen. Bis anhin tolerieren die Beh&ouml;rden die meist unbewilligten Manifestationen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Mit der &Ouml;ffnung Burmas haben Proteste gegen die Missst&auml;nde im Land zugenommen. Bis anhin tolerieren die Beh&ouml;rden die meist unbewilligten Manifestationen.</b><br /><br /><p class="autor">Marco Kauffmann, Singapur</p> <p>In Burmas zweitgr&ouml;sster Stadt Mandalay haben in den vergangenen Tagen mehrere hundert Einwohner gegen die katastrophale Stromversorgung demonstriert. Sie zogen mit brennenden Kerzen durch die Strassen und forderten die Beh&ouml;rden auf, an die heimische Bev&ouml;lkerung zu denken, statt Elektrizit&auml;t nach China zu exportieren. Stromunterbr&uuml;che von t&auml;glich sechs und mehr Stunden sind in Burma, wo bloss ein F&uuml;nftel der Haushalte &uuml;berhaupt ans Netz angeschlossen sind, keine Seltenheit. Regierungsgeb&auml;ude sowie von Ausl&auml;ndern frequentierte Hotels &uuml;berbr&uuml;cken mit eigenen Generatoren.</p> <p>Am Dienstagabend kam es wegen der Elektrizit&auml;tsversorgung auch in Rangun zu zwei kleineren Kundgebungen bei der Sule-Pagode, einem zentralen Versammlungsort w&auml;hrend der blutig beendeten Volksaufst&auml;nde von 1988 und 2007. Die Organisatoren k&uuml;ndigten eine Fortsetzung der Proteste an. Unter der Milit&auml;rjunta waren Menschenansammlungen von mehr als f&uuml;nf Personen verboten. Im Zuge des von Staatspr&auml;sident Thein Sein eingeleiteten Reformkurses sind Demonstrationen legalisiert worden. Allerdings m&uuml;ssen sie mindestens f&uuml;nf Tage im Voraus beantragt und bewilligt werden. Sowohl in Mandalay als auch in Rangun wurden offenbar keine Gesuche gestellt.</p> <p>Gleichwohl haben die Sicherheitskr&auml;fte, die sonst mit Demonstranten nicht zimperlich umgehen, bisher Augenmass bewahrt. Sie forderten die Manifestanten dazu auf, die Kundgebung zu beenden, und nahmen einige Teilnehmer vor&uuml;bergehend fest. Burmas offizi&ouml;se Zeitung &laquo;New Light of Myanmar&raquo; druckte derweil einen vom Ministerium f&uuml;r Elektrizit&auml;t gezeichneten Artikel, der auf den hohen Stromkonsum im Sommer hinweist und die Bev&ouml;lkerung zum Energiesparen auffordert. Die Regierung beschuldigte zudem ethnische Rebellen, mehrere Kraftwerke und Verteilerstationen lahmgelegt zu haben, wodurch sich die ohnehin prek&auml;re Lage versch&auml;rft habe.</p> <p>Unmut manifestiert sich auch in den Fabriken. Alleine in der Industriezone Hlaing Tharyar in Rangun befinden sich seit zwei Wochen mehr als 5000 Arbeiter im Streik. Sie verlangen laut dem Nachrichtenportal &laquo;Irrawaddy&raquo; eine Verdoppelung ihres Monatslohnes von 15 000 Kyat (rund 17 Franken). Ein Parlamentarier der National League for Democracy (NLD) von Oppositionsf&uuml;hrerin Aung San Suu Kyi teilte mit, die Partei bem&uuml;he sich zu vermitteln. Den Streikenden werde die NLD &laquo;humanit&auml;re Hilfe&raquo; zukommen lassen.</p> <p>Vereinzelte Streiks und Protestaktionen wurden bereits in den vergangenen Monaten registriert. Die reformorientierten Kr&auml;fte in der Regierung werden dadurch gleich doppelt auf die Probe gestellt: Der Bev&ouml;lkerung muss vermittelt werden, dass es Zeit braucht, bis sich der &Ouml;ffnungskurs in einer Erh&ouml;hung des Lebensstandards niederschl&auml;gt. Gleichzeitig muss die m&auml;chtige Armee davon &uuml;berzeugt werden, dass die neu gewonnenen Freiheiten nicht die Stabilit&auml;t des Landes gef&auml;hrden.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991712</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Merkel vor einer Herkulesaufgabe  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991993</link>
         <description><![CDATA[  Auch bei einem mit grosser Medienbegleitung inszenierten &laquo;Energiegipfel&raquo; im Berliner Kanzleramt ist es der deutschen Politik nicht gelungen, f&uuml;r die nach Fukushima &uuml;berhastet beschlossene Energiewende ein stimmiges Konzept zu finden.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Auch bei einem mit grosser Medienbegleitung inszenierten &laquo;Energiegipfel&raquo; im Berliner Kanzleramt ist es der deutschen Politik nicht gelungen, f&uuml;r die nach Fukushima &uuml;berhastet beschlossene Energiewende ein stimmiges Konzept zu finden.</b><br /><br /><p class="autor">Joachim Riecker, Berlin</p> <p>Mehr als ein Jahr nach dem &uuml;berhastet beschlossenen Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergienutzung hat ein &laquo;Energiegipfel&raquo; im Kanzleramt nur d&uuml;rftige Ergebnisse gebracht. Nach einem Treffen mit den 16 Ministerpr&auml;sidenten und den zust&auml;ndigen Fachministern erkl&auml;rte Bundeskanzlerin Angela Merkel - wie kurz berichtet - vor der Presse, man stehe vor einer &laquo;Herkulesaufgabe&raquo;. K&uuml;nftig solle die Runde alle sechs Monate zusammentreffen, um &laquo;Fortschritte und nichterledigte Aufgaben zu identifizieren&raquo;. Baden-W&uuml;rttembergs gr&uuml;ner Ministerpr&auml;sident Winfried Kretschmann kritisierte, man habe zwar die Probleme noch einmal beschrieben, aber keine &laquo;konkrete Agenda mit Zeitplan&raquo; beschlossen.</p> <p>Die Kanzlerin setzt grosse Hoffnung auf den neuen Umweltminister Peter Altmaier (CDU), der jedoch ohne die Unterst&uuml;tzung des ebenfalls f&uuml;r das Thema zust&auml;ndigen Wirtschaftsministers Philipp R&ouml;sler (FDP) und von Bauminister Peter Ramsauer (CSU) wenig wird ausrichten k&ouml;nnen. Es war in den vergangenen Monaten symptomatisch f&uuml;r die deutsche Energiepolitik, dass sich Altmaiers Vorg&auml;nger Norbert R&ouml;ttgen (CDU) und R&ouml;sler bei der umstrittenen K&uuml;rzung der &uuml;ppigen Subventionen f&uuml;r Solarstrom erst monatelang gegenseitig blockierten und dann ihr gemeinsamer Vorschlag im Bundesrat scheiterte. Immerhin wurde jetzt vereinbart, dass man bis zur Sommerpause einen Kompromiss finden m&ouml;chte. Den Ministerpr&auml;sidenten geht es aber nicht nur um Energiepolitik. Vor allem die Regierungschefs im Osten Deutschlands, wo sich besonders viele Solarfirmen angesiedelt haben, f&uuml;rchten um die entsprechenden Arbeitspl&auml;tze.</p> <h4>Fehlende Stromleitungen</h4> <p>Es ist nur einer der vielen Zielkonflikte bei der &laquo;Energiewende&raquo;, die bis jetzt ungel&ouml;st sind. Zwar ist der Anteil der aus erneuerbaren Energien gewonnenen Elektrizit&auml;t in Deutschland 2011 gegen&uuml;ber dem Vorjahr von 17 auf 20 Prozent gestiegen, doch werden die Stromnetze nicht im entsprechenden Tempo ausgebaut. Im Land Brandenburg etwa, in dem mittlerweile schon mehr als 3000 Windr&auml;der die Landschaft pr&auml;gen, mussten allein in diesem Jahr die Anlagen an mehr als 30 Tagen abgeschaltet werden, weil die Stromleitungen die produzierte Energie nicht aufnehmen k&ouml;nnen. Von den f&uuml;r vordringlich erkl&auml;rten rund 1800 Kilometern Leitung sind erst 200 Kilometer fertiggestellt und weniger als 100 Kilometer in Betrieb gegangen.</p> <p>Zwei Tage nach dem Atomunfall von Fukushima hatte Bundeskanzlerin Merkel am 13. M&auml;rz 2011 den Grundsatzbeschluss getroffen, dass Deutschland so schnell wie m&ouml;glich aus der Kernenergie aussteigen soll. Die Entscheidung war allein innenpolitisch motiviert, f&uuml;r eine Absch&auml;tzung der wirtschaftlichen Folgen gab es weder die Zeit noch die Bereitschaft. Auch die europ&auml;ischen Partnerl&auml;nder wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.</p> <h4>Innenpolitische Motive</h4> <p>Bis heute steht die Vermutung im Raum, dass f&uuml;r Merkels Entschluss vor allem zwei Motive ausschlaggebend waren: Zum einen die bevorstehende Landtagswahl in Baden-W&uuml;rttemberg, bei der die CDU zwei Wochen sp&auml;ter trotzdem die Regierungsverantwortung verlor. Und zum Zweiten der Wunsch, die im Herbst 2010 von der schwarz-gelben Koalition gegen massiven Widerstand beschlossene Verl&auml;ngerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke um durchschnittlich zw&ouml;lf Jahre durch eine radikale Kehrtwende vergessen zu machen. 2022 soll nun das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz gehen.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991993</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Alte Affären belasten Sarkozy  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2991990</link>
         <description><![CDATA[  Die Ermittlungsbeh&ouml;rden in Bordeaux sind laut &laquo;Le Monde&raquo; zur &Uuml;berzeugung gelangt, dass der fr&uuml;here Staatspr&auml;sident Sarkozy f&uuml;r seine Wahl von 2007 illegale Geldspenden vom Ehepaar Bettencourt erhalten hat. Seine Immunit&auml;t l&auml;uft Mitte Juni ab.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die Ermittlungsbeh&ouml;rden in Bordeaux sind laut &laquo;Le Monde&raquo; zur &Uuml;berzeugung gelangt, dass der fr&uuml;here Staatspr&auml;sident Sarkozy f&uuml;r seine Wahl von 2007 illegale Geldspenden vom Ehepaar Bettencourt erhalten hat. Seine Immunit&auml;t l&auml;uft Mitte Juni ab.</b><br /><br /><p class="autor">Rudolf Balmer, Paris</p> <p>Am 16. Juni l&auml;uft f&uuml;r den abgew&auml;hlten franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Sarkozy die &laquo;Schonzeit&raquo; seiner strafrechtlichen Immunit&auml;t ab. Laut Medienberichten muss er danach schon bald mit Vorladungen der Justiz rechnen. Mehrere Untersuchungsrichter warten angeblich nur darauf, Sarkozy pers&ouml;nlich in verschiedenen Dossiers zun&auml;chst als Zeugen befragen oder ihn eventuell sogar in einem Strafverfahren belangen zu k&ouml;nnen. Zudem gibt es den Pr&auml;zedenzfall Chirac: Der Ex-Pr&auml;sident, der sich dank der Immunit&auml;t lange dem Zugriff der Justiz hatte entziehen k&ouml;nnen, ist zuletzt wegen eines Delikts aus der Zeit vor seiner Wahl zu einer bedingten Haftstrafe doch noch verurteilt worden.</p> <h4>Verdacht auf illegale Spenden</h4> <p>Bei den Anschuldigungen gegen Sarkozy handelte es sich lange um blosse Ger&uuml;chte. Da war die Rede von angeblichen &laquo;Millionen&raquo;, die Sarkozy vom Libyer Ghadhafi bezogen haben soll, unklar ist auch weiterhin, ob er in den neunziger Jahren in die Abzweigung von Korruptionsgeldern bei franz&ouml;sischen R&uuml;stungsgesch&auml;ften mit Pakistan und Saudiarabien verwickelt gewesen war. Am Wochenende wurde zudem im Internet ohne Angabe von vertrauensw&uuml;rdigen Quellen verbreitet, Sarkozy habe w&auml;hrend seiner Pr&auml;sidentschaft von einem Gesch&auml;ftsmann aus Katar eine Villa in Marokko geschenkt bekommen. In Wirklichkeit ist er offenbar - wie schon fr&uuml;her noch als Pr&auml;sident - zurzeit wieder mit seiner Familie Gast von K&ouml;nig Mohammed VI. Fest steht, dass jetzt die von Revanchegel&uuml;sten nicht freie Jagd auf den abgew&auml;hlten Staatschef begonnen hat.</p> <p>Gef&auml;hrlich wird f&uuml;r ihn die sogenannte Aff&auml;re Bettencourt. &laquo;Le Monde&raquo; hatte Einsicht in die Ermittlungsakten und publizierte j&uuml;ngst belastendes Material, das den Verdacht auf eine illegale Finanzierung von Sarkozys Wahlkampagne von 2007 erh&auml;rtet. Der Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil, der in Bordeaux urspr&uuml;nglich wegen des Verdachts der Manipulation der betagten L'Or&eacute;al-Erbin Liliane Bettencourt durch skrupellose Mitarbeiter Nachforschungen anstellte, st&uuml;tzt sich auf die Auswertung der Bankausz&uuml;ge. Sie belegen anscheinend die suspekten Transaktionen, die laut Zeugenaussagen der &Uuml;bergabe von Spenden an Sarkozy und andere Politiker gedient haben k&ouml;nnten. Dann wurden die Daten mit den Terminkalendern der beteiligten Personen verglichen und nochmals mit den Aussagen von ehemaligen Hausangestellten und Vertrauten der Milliard&auml;rin konfrontiert.</p> <p>Gentil ist nun angeblich &uuml;berzeugt, dass Sarkozy in einem Fall mindestens 150 000 Euro von Bettencourt f&uuml;r seine Kampagne erhalten hat. Der Fotograf Fran&ccedil;ois Marie Banier, ein Intimfreund des Ehepaars Bettencourt, hatte am 26. April 2007 notiert, Liliane Bettencourt habe sich explizit dar&uuml;ber beklagt, dass Sarkozy immer mehr Geld von ihr verlangt habe. Am Tag darauf wurden von einem Bankkonto in der Schweiz weitere 400 000 Euro abgehoben, &uuml;ber deren Verwendung jedoch nur spekuliert werden kann.</p> <p>Eine Schl&uuml;sselfigur ist Bettencourts ehemaliger Verm&ouml;gensberater Patrice de Maistre, der seit einigen Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Er war zugleich Mitglied des &laquo;Premier Cercle&raquo;, eines exklusiven Klubs von wohlhabenden G&ouml;nnern des abgew&auml;hlten Staatschefs. Laut dem Untersuchungsrichter hat er Sarkozys Schatzmeister, Eric Woerth, mindestens zweimal diskret in einem Caf&eacute; getroffen, nachdem er von seiner Arbeitgeberin grosse Bargeldbetr&auml;ge erhalten hatte.</p> <p>Da de Maistre in Paris zun&auml;chst nur 50 000 Euro abheben konnte, die er bereits am Tag danach Woerth &uuml;berreicht haben soll, reiste er dieser Darstellung gem&auml;ss am 28. Januar 2007 nach Genf, wo er sich mithilfe des Anwalts Ren&eacute; Merkt von den in Frankreich nicht deklarierten Konten die restlichen 100 000 Euro besorgt habe. Das Geld wurde angeblich per Kurier am 5. Februar in Neuilly-sur-Seine in der Villa des Ehepaars Bettencourt abgeliefert. Am 7. Februar hat de Maistre dann seinen Bekannten Woerth erneut im selben Caf&eacute; getroffen.</p> <h4>Kategorisch bestritten</h4> <p>De Maistre best&auml;tigte diese in seiner Agenda vermerkten Treffen, Woerth dagegen kann sich angeblich nicht daran erinnern. Der vormalige Finanzchef der Regierungspartei UMP und Ex-Minister bestreitet aber kategorisch jede illegale Wahlfinanzierung. Best&auml;tigt wird dieser auf Sarkozy lastende Verdacht aber von Bettencourts ehemaliger Buchhalterin. Ein fr&uuml;herer Privatchauffeur, eine ehemalige Pflegerin und der Butler haben davon geh&ouml;rt oder erinnern sich an kurzfristige diskrete Besuche des damaligen Innenministers Sarkozy in der Villa der Bettencourts in Neuilly-sur-Seine w&auml;hrend seiner Pr&auml;sidentschaftskampagne von 2007.</p> <p>Zum Zweck dieser angeblichen Treffen befragt, hatte Sarkozy am Fernsehen kurz angebunden erkl&auml;rt, er wisse nicht mehr, was er vor f&uuml;nf Jahren wann und wo gemacht habe, er stellte aber jede illegale Finanzierung durch die Bettencourts als &laquo;grotesk&raquo; in Abrede.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2991990</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Thu, 24 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Beginn der Präsidentenwahl in Ägypten  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990512</link>
         <description><![CDATA[  Die w&auml;hrend zweier Tage stattfindenden ersten freien Pr&auml;sidentenwahlen in &Auml;gypten haben ruhig begonnen. Prognosen &uuml;ber ihren Ausgang sind unm&ouml;glich.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Die w&auml;hrend zweier Tage stattfindenden ersten freien Pr&auml;sidentenwahlen in &Auml;gypten haben ruhig begonnen. Prognosen &uuml;ber ihren Ausgang sind unm&ouml;glich.</b><br /><br /><p class="autor">J&uuml;rg Bischoff, Kairo</p> <p>Am Mittwochmorgen haben in &Auml;gypten die Wahllokale f&uuml;r die erste Pr&auml;sidentenwahl ge&ouml;ffnet, deren Ergebnis nicht zum vornherein feststeht. Gespr&auml;che mit W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern, die geduldig vor einigen der Wahllokale Schlange standen, liessen Begeisterung daf&uuml;r erkennen, dass die B&uuml;rger endlich bei der Wahl ihres Pr&auml;sidenten mitreden konnten. &laquo;Es ist das erste Mal, dass wir etwas zu sagen haben&raquo;, erkl&auml;rt eine Frau im Kairoer Viertel Imbaba, &laquo;das wollte ich nicht verpassen.&raquo;</p> <h4>Schw&auml;chung der Islamisten</h4> <p>Viele W&auml;hler lassen auch erkennen, dass sie sich ihre Wahl gut &uuml;berlegt und in der Familie oder unter Freunden besprochen haben. Der verbreitete Zynismus vergangener Jahre, die alle Politiker zu &laquo;Dieben&raquo; erkl&auml;rte, scheint verflogen. Selbst einem Kandidaten wie Ahmed Shafik, der unter Mubarak als Minister und Regierungschef diente, wollen viele W&auml;hler die Stimme geben.</p> <p>Einige bewahren ihre Entscheidung &laquo;im Herzen&raquo;, aber die meisten geben bereitwillig Auskunft, wer der Kandidat ihrer Wahl ist. Eine Prognose l&auml;sst sich aufgrund der kleinen Umfrage in zwei &auml;rmeren Vierteln allerdings nicht stellen, ausser dass neben Shafik vier Kandidaten am meisten genannt werden: Amr Mussa, ein ehemaliger Aussenminister, Abdelmoneim Abu al-Futuh, ein dissidenter Muslimbruder, der offizielle Muslimbr&uuml;der-Kandidat Mohammed Mursi sowie der Shootingstar der letzten Wochen, der linke Nationalist Hamdin Sabbahi.</p> <p>Klar scheint, dass es keinem der Bewerber gelingen wird, auf Anhieb &uuml;ber 50 Prozent zu erreichen; eine Stichwahl zwischen den zwei Bestplacierten soll am 17. Juni stattfinden. Ebenso offensichtlich ist es, dass der islamistische Erdrutsch, der den Muslimbr&uuml;dern und den Salafisten in den Parlamentswahlen vor sechs Monaten zwei Drittel der Stimmen eingebracht hat, bereits vorbei ist. Es kann sogar daran gezweifelt werden, ob es einem der beiden Kandidaten aus dem islamistischen Lager gelingen wird, in die Stichwahl einzuziehen. Der Milit&auml;rrat, der seit dem Sturz Mubaraks die Macht aus&uuml;bt, hat verlauten lassen, dass er vor der Amts&uuml;bergabe an den gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten eine weitere konstitutionelle Erkl&auml;rung erlassen wolle. Die Ausarbeitung einer neuen Verfassung ist durch den Streit zwischen der islamistischen Mehrheit und der s&auml;kularen Minderheit &uuml;ber die Zusammensetzung der Konstituante blockiert. Bis die neue Verfassung da ist, k&ouml;nnen Monate, wenn nicht Jahre vergehen. In der Erkl&auml;rung der Junta sollen die Kompetenzen des k&uuml;nftigen Pr&auml;sidenten definiert werden, bis eine neue Verfassung in Kraft tritt.</p> <p>Zwar hat die Junta Konsultationen mit den Parteien aufgenommen, um einen Konsens zur Frage zu erreichen. Diese scheinen dazu aber unf&auml;hig. Die Islamisten wollen ein starkes Parlament, da sie darin die Mehrheit haben, die S&auml;kularisten hingegen einen starken Pr&auml;sidenten, weil sie von diesem erwarten, dass er den Einfluss der Muslimbr&uuml;der beschneidet. Den Milit&auml;rs wird die Blockade wohl die M&ouml;glichkeit geben, die Frage nach ihrem Gusto zu entscheiden und dabei auch ihren eigenen Interessen Nachachtung zu verschaffen.</p> <div class="box"> <h3>&laquo;Ein Mann, der hart f&uuml;r uns arbeitet&raquo;</h3> <p>Kristina Bergmann, Kairo Einige B&uuml;rger wollten mit der Wahl bis zum fr&uuml;hen Abend warten. Erst dann sei sie mit ihrer Arbeit fertig, meint eine Verk&auml;uferin. Andere reihen sich bereits am Vormittag in die langen Schlangen vor den Wahllokalen im ganzen Land ein. Viele der W&auml;hler berichten von der Ordentlichkeit in den Lokalen und loben die Urnen wegen deren sicherer Verschl&uuml;sse. Tats&auml;chlich ist die erste freie und gesittete Pr&auml;sidentenwahl im oft chaotischen Nilland eine neue Erfahrung. Im Kairoer Armenviertel Imbaba hilft eine Lehrerin den Analphabetinnen mit grossen Plakaten, das f&uuml;r sie zust&auml;ndige Wahlb&uuml;ro zu finden. In Lokal sitzt eine Richterin, die es sich nicht nehmen l&auml;sst, die Wahlzettel, auf denen in Kolonnen Gesichter der Kandidaten, ihre Symbole und Namen abgebildet sind, den W&auml;hlerinnen pers&ouml;nlich zu &uuml;berreichen. Jetzt sei die Wahlurne noch halb leer, sagt die Richterin, die den grossen Ansturm gegen Abend erwartet. Eine W&auml;hlerin mit Gesichtsschleier erkl&auml;rt laut, sie werde Ahmed Shafik w&auml;hlen. Der einstige kurzzeitige Regierungschef gilt als Mann des Mubarak-Regimes. In den letzten Wochen gewann er in manchen Umfragen an Zustimmung. &laquo;Er ist genau der Richtige, um unser Land vorw&auml;rtszubringen&raquo;, sagen einige W&auml;hlerinnen, von denen man wegen ihrer Verh&uuml;llung angenommen h&auml;tte, sie w&uuml;rden islamistische Kandidaten w&auml;hlen.</p> <p>Eine Wahlhelferin des sozialistischen Kandidaten Khaled Ali meinte, Arme und Bed&uuml;rftige machten zwar die grosse Masse der &Auml;gypter aus, doch nur Ali habe sie ernsthaft im Auge. Es gibt auch weltoffene W&auml;hler, die weder einen Vertreter des alten Regimes noch einen Islamisten zum Pr&auml;sidenten wollen. Andere wollten zun&auml;chst islamistischen Kandidaten ihre Stimme geben und sind nun auf den Kandidaten Hamdin Sabbahi umgeschwenkt. Einig sind sich alle darin, dass sie &laquo;einen Mann wollen, der hart f&uuml;r uns arbeitet&raquo;. Eine W&auml;hlerin im Kairoer Viertel Sahafiyin bringt es auf den Punkt: &laquo;Unsere B&uuml;rger verlangen nun einen Pr&auml;sidenten, der sich um die Probleme aller k&uuml;mmern wird.&raquo;</p> </div>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990512</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 21:43:04 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Quebecs Studenten im Aufstand  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990311</link>
         <description><![CDATA[  Ein Studentenstreik gegen die Anhebung von Studiengeb&uuml;hren in Quebec hat sich zu einer von Gewalt begleiteten Krise entwickelt. Regierung wie Opposition tragen dazu bei, das demokratische System in Misskredit zu bringen.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Ein Studentenstreik gegen die Anhebung von Studiengeb&uuml;hren in Quebec hat sich zu einer von Gewalt begleiteten Krise entwickelt. Regierung wie Opposition tragen dazu bei, das demokratische System in Misskredit zu bringen.</b><br /><br /><p class="autor">Christian Jaekl, Ottawa</p> <p>In der franz&ouml;sischsprachigen kanadischen Provinz Quebec hat sich ein vor drei Monaten begonnener teilweiser Studentenstreik an Universit&auml;ten und Colleges zu einer von Gewalt begleiteten Krise ausgewachsen, deren politische und gesellschaftliche Folgen noch nicht &uuml;berschaubar sind. Der studentische Unmut, den eine von der liberalen Provinzregierung des Premiers Jean Charest dekretierte Anhebung der Studiengeb&uuml;hren losgetreten hatte, entwickelte angesichts der Unbeholfenheit der Beh&ouml;rden eine gef&auml;hrliche Dynamik mit oft gewaltt&auml;tigen Demonstrationen. Ein am Freitag hastig beschlossenes Sondergesetz zu deren Einschr&auml;nkung beantworteten die Studenten, unterst&uuml;tzt von sympathisierenden Gewerkschaften sowie der separatistischen Opposition, mit Massendemonstrationen und Strassenschlachten.</p> <h4>&laquo;Kriegserkl&auml;rung&raquo;</h4> <p>Wie Gabriel Nadeau-Dubois, der Sprecher der studentischen Dachorganisation Classe, h&ouml;hnisch vorhergesagt hatte, hat das Sondergesetz, Loi 78, zur Aufschaukelung der Spannungen beigetragen. Er bezeichnete die Loi 78 als &laquo;Kriegserkl&auml;rung des repressiven Staates gegen die Grundfreiheiten&raquo; nicht nur der Studenten, sondern aller B&uuml;rger. Tats&auml;chlich ist das Sondergesetz jetzt unter Zur&uuml;ckdr&auml;ngung der Frage der Studiengeb&uuml;hren zur haupts&auml;chlichen Zielscheibe der Agitation geworden. Das kommt den radikaleren Elementen zugute, die offenbar von Anfang an den Aufstand proben wollten. Am Dienstag, als in Montreal &uuml;ber 100 000 Studenten und Sympathisanten auf die Strasse gingen, gab es Tr&auml;nengas und 100 Verhaftungen.</p> <p>Das anscheinend von langer Hand vorbereitete Sondergesetz, das Demonstrationen eingrenzen und von beh&ouml;rdlicher Genehmigung abh&auml;ngig machen will, war die Antwort auf einen &Uuml;berfall maskierter Manifestanten in einer Montrealer Rechtsfakult&auml;t, wo sie nichtstreikende Kommilitonen aus den H&ouml;rs&auml;len vertrieben und verunglimpften. Dieser Vorfall beleuchtete einerseits die Tatsache, dass die Streikenden nur 30 Prozent der Studentenschaft ausmachen. Anderseits brachten die Masken des Rollkommandos die dramatisch-theatralischen, oft bewusst spielerischen Affekte der Manifestationen zum Vorschein. So begannen auch die Demonstrationen vom Dienstag in Karnevalsstimmung.</p> <h4>Jeunesse dor&eacute;e</h4> <p>Das gilt, mit Einschr&auml;nkungen, auch f&uuml;r die beliebten Stink- und Rauchbomben, die etwa in einer Metrostation verwendet wurden, und illustriert den trotz dem vorhandenen Idealismus jugendlich &uuml;berm&uuml;tigen Charakter vieler Teilnehmer - ganz abgesehen davon, dass andere Kr&auml;fte versuchen, sie f&uuml;r ihre Zwecke einzuspannen. Den allgemein gutsituierten Studenten der Belle Province, deren Studiengeb&uuml;hren jahrelang eingefroren waren und auch nach der Erh&ouml;hung weit unter den Kosten f&uuml;r Studierende in den anderen kanadischen Provinzen liegen w&uuml;rden, haftet der Geruch einer aus reinem &Uuml;bermut &uuml;ber die Str&auml;nge schlagenden Jeunesse dor&eacute;e an. Dass sich die von Korruptionsskandalen verunsicherte Provinzregierung unf&auml;hig erwies, die Situation zu meistern, erscheint ebenso bedauerlich wie die opportunistische Unterst&uuml;tzung der Demonstrationen durch den separatistischen Parti qu&eacute;b&eacute;cois (PQ).</p> <p>Der krasse Opportunismus des PQ, der noch im Vorjahr f&uuml;r eine Erh&ouml;hung der Studiengeb&uuml;hren gestimmt hatte, bringt ebenso wie die Korruptionsanf&auml;lligkeit der Regierung das gesamte System in Misskredit. Dazu kommt die furchtsam z&ouml;gernde, l&uuml;ckenhafte Rechtsdurchsetzung durch die Polizei. Die Ratlosigkeit der Beh&ouml;rden greift auf die &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber. Die bis vor kurzem sehr unpopul&auml;re Regierung konnte in Umfragen einige Punkte zulegen, w&auml;hrend die bisher an erster Stelle stehende PQ-Opposition absank.</p> <p>Beobachter bedauern, dass der im Kern sicher vorhandene jugendliche Drang zur F&ouml;rderung demokratischer Ideale durch Unf&auml;higkeit von oben sowie negative Beeinflussung durch Interessengruppen ungenutzt bleibt. Das schlechte Beispiel der Parteien tr&auml;gt dazu bei, die idealistischen Impulse der studentischen Jugend fehlzuleiten oder versanden zu lassen. Premier Charest k&ouml;nnte versucht sein, vorzeitig Neuwahlen auszuschreiben, um die augenblickliche Volksgunst zu nutzen, bevor eine soeben - nach langem Str&auml;uben des Premiers - installierte Korruptionskommission in Fahrt kommt.</p>   ]]></content:encoded>
         <guid>http://www.tagblatt.ch/2990311</guid>
      </item><item>
         <pubDate>Wed, 23 May 2012 17:36:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Kein Ende der Machtkämpfe  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990498</link>
         <description><![CDATA[  Bei der Linkspartei in Deutschland geht der Machtkampf um den Vorsitz in eine neue Runde. Nachdem Polit-Star Oskar Lafontaine auf eine Kandidatur als Parteipr&auml;sident verzichtete, meldeten drei neue Bewerber ihren Anspruch auf die F&uuml;hrungs&auml;mter an.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>Bei der Linkspartei in Deutschland geht der Machtkampf um den Vorsitz in eine neue Runde. Nachdem Polit-Star Oskar Lafontaine auf eine Kandidatur als Parteipr&auml;sident verzichtete, meldeten drei neue Bewerber ihren Anspruch auf die F&uuml;hrungs&auml;mter an.</b><br /><br /><p class="autor">Joachim Riecker, Berlin</p> <p>Auch nach dem Verzicht von Oskar Lafontaine auf eine erneute Kandidatur f&uuml;r den Parteivorsitz kehrt in der deutschen Linkspartei kein Frieden ein. In der verbissen gef&uuml;hrten Auseinandersetzung brechen immer deutlicher die seit Jahren schwelenden Konflikte zwischen Ost und West, Pragmatikern und Ideologen auf. Anh&auml;nger Lafontaines, die &uuml;berwiegend aus dem Westen Deutschlands stammen, richteten am Mittwoch in Interviews massive Angriffe gegen seinen aus Stralsund stammenden Gegenspieler Dietmar Bartsch.</p> <h4>Angst vor &laquo;Mission Impossible&raquo;</h4> <p>So sagte der westdeutsche Bundestagsabgeordnete Wolfgang Nescovic, mit einem Parteichef Bartsch werde der Wiedereinzug der Linken in den Bundestag 2013 zur &laquo;Mission Impossible&raquo;. Bartsch sei ein Mann, der &laquo;nicht von der Macht einer politischen Vision, sondern von der blossen Vision der politischen Macht angetrieben ist&raquo;. Andere Lafontaine-Freunde wie der amtierende Parteichef Klaus Ernst aus Bayern und der aus Baden-W&uuml;rttemberg stammende stellvertretende Fraktionschef im Bundestag, Ulrich Maurer, &auml;usserten sich &auml;hnlich.</p> <h4>Bisher Unbekannte dr&auml;ngen an die Spitze</h4> <p>Mittlerweile gibt es neben dem ostdeutschen Pragmatiker Bartsch noch drei in der &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbekannte Politikerinnen, die sich beim Parteitag Anfang Juni in G&ouml;ttingen f&uuml;r die beiden Posten als Vorsitzende bewerben wollen. Zwei von ihnen, die S&auml;chsin Katja Kipping und die nordrhein-westf&auml;lische Landeschefin Katharina Schwabedissen, w&uuml;rden gerne eine Doppelspitze bilden. Nach den beiden verlorenen Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hatte der Parteigr&uuml;nder Lafontaine seine Bereitschaft zur neuerlichen &Uuml;bernahme des von ihm im Jahr 2010 niedergelegten Parteivorsitzes erkl&auml;rt. Er kn&uuml;pfte das aber an die Bedingung, dass der mit ihm verfeindete Dietmar Bartsch seine schon vor Monaten angek&uuml;ndigte Kandidatur zur&uuml;ckzieht. Lafontaine verband diese Forderung mit der selbstherrlichen Bemerkung, eine Kampfkandidatur w&auml;re &laquo;nicht unbedingt der kr&ouml;nende Abschluss&raquo; seiner politischen Karriere. Nach tagelangem Z&ouml;gern wandte sich schliesslich mit Gregor Gysi auch der noch immer einflussreichste Linken-Politiker von Lafontaine ab.</p> <h4>Gysis Lebenstraum gef&auml;hrdet</h4> <p>Auch f&uuml;r Gysi steht viel auf dem Spiel. Stets hat er es als seinen Lebenstraum bezeichnet, die von ihm seit 1990 massgeblich gepr&auml;gten Nachfolgeparteien der SED in ganz Deutschland als politische Kraft zu etablieren. Im September 2009 schien er am Ziel zu sein, als die Linke mit stolzen 11,9 Prozent in den Bundestag einzog und auch im Westen durchweg mehr als 5 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Doch schon damals war nicht zu &uuml;bersehen, dass die Konflikte in der Partei nur durch den ebenso autorit&auml;ren wie charismatischen F&uuml;hrungsstil und das rhetorische Talent Lafontaines &uuml;berdeckt wurden. Seit er den Vorsitz im Mai 2010 zwei &uuml;berforderten Nachfolgern &uuml;berlassen hatte, ging es mit der Partei best&auml;ndig bergab.</p> <p>Im Osten Deutschlands d&uuml;rfte die Linke aufgrund ihrer Verankerung in der Gesellschaft und gerade auch in der Kommunalpolitik weiterhin pr&auml;sent bleiben und gelegentlich in eine Landesregierung einziehen. Im Westen und gesamtdeutsch sind die Zukunftsaussichten der Partei allerdings d&uuml;ster, egal wie der Machtkampf am Ende ausgeht.</p>   ]]></content:encoded>
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         <pubDate>Wed, 23 May 2012 15:40:00 +0200</pubDate>
         <title><![CDATA[  Ärztinnen eines Schweizer Hilfswerks entführt  ]]></title>
         <link>http://www.tagblatt.ch/2990327</link>
         <description><![CDATA[  F&uuml;nf Mitarbeiter des Hilfswerks Medair sind im n&ouml;rdlichen Afghanistan entf&uuml;hrt worden. Unter ihnen befinden sich zwei &Auml;rztinnen, vermutlich eine Britin und eine Kenyanerin. Medair ist eine internationale, prononciert christliche Hilfsorganisation mit Sitz in der Schweiz.  ]]></description>
         <content:encoded><![CDATA[  <b>F&uuml;nf Mitarbeiter des Hilfswerks Medair sind im n&ouml;rdlichen Afghanistan entf&uuml;hrt worden. Unter ihnen befinden sich zwei &Auml;rztinnen, vermutlich eine Britin und eine Kenyanerin. Medair ist eine internationale, prononciert christliche Hilfsorganisation mit Sitz in der Schweiz.</b><br /><br /><p class="autor">Andrea Spalinger, Delhi</p> <p>Unbekannte haben in der Provinz Badakhshan im Nordosten Afghanistans nach offiziellen Angaben zwei ausl&auml;ndische Mitarbeiterinnen des Schweizer Hilfswerks Medair entf&uuml;hrt. Auch drei einheimische Mitarbeiter der Organisation seien verschleppt worden, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Abdul Maroof Rasikh, am Mittwoch gegen&uuml;ber der Nachrichtenagentur DPA. Genauere Angaben zur Nationalit&auml;t wollte er nicht machen.</p> <p>Nach &uuml;bereinstimmenden Angaben von Quellen, die nicht namentlich genannt werden wollten, sind in dem Fall keine Schweizer Staatsb&uuml;rger betroffen. Aus afghanischen Polizeikreisen verlautete am Mittwochabend, bei den beiden &Auml;rztinnen handle es sich um eine Britin und eine Kenyanerin.</p> <p>Die Provinzregierung vermutet, dass die Tat einen kriminellen Hintergrund hat. Man glaube nicht, dass die Taliban oder andere islamistische Extremistengruppen in die Entf&uuml;hrung verwickelt seien, sagte Rasikh. In der Gegend operierten zahlreiche kriminelle Banden, die auf L&ouml;segeld aus seien. Gegen einen politischen Hintergrund spricht auch das bisherige Schweigen der Taliban. Diese best&auml;tigen und kommentieren Terrorakte und Verschleppungen in der Regel recht schnell.</p> <div class="box"> <h3>&laquo;&Uuml;berzeugte Christen&raquo;</h3> <p>M&eacute;dair ist nach eigenen Angaben seit 1996 in Afghanistan t&auml;tig. Derzeit arbeiteten 15 internationale und 175 einheimische Mitarbeiter f&uuml;r das Hilfswerk, heisst es auf der <a class="more" href="http://www.medair.org/de/">Homepage</a> der Organisation. Medair suche st&auml;ndig neue Mitarbeiter, ist da weiter zu lesen, n&auml;mlich &laquo;&uuml;berzeugte Christen mit Berufserfahrung, die bereit sind, sich durch einf&uuml;hlsame und praktische Hilfe f&uuml;r Menschen in Not einzusetzen&raquo;. Erwartet wird Teilnahme am geistigen Leben im Team, an Gebeten und Bibelstudien.</p> </div> <p>Die zwei Frauen seien in der abgelegenen Gegend zwischen den Distrikten Yaftal und Raghestan unterwegs gewesen, als Bewaffnete ihr Fahrzeug gestoppt und sie verschleppt h&auml;tten, verlautete aus Polizeikreisen. Wahrscheinlich seien sie von dort aus in den Distrikt Shahr-e Bosorg gebracht worden. Die zwei &Auml;rztinnen h&auml;tten die Polizei nicht &uuml;ber ihre Fahrt informiert, hiess es. In einigen Berichten hiess es, die &Auml;rztinnen und ihre einheimischen Begleiter h&auml;tten mit Eseln Medikamente zu einem Spital bringen wollen, das wegen Unwettern von der Umwelt abgeschnitten sei.</p> <p>Badakhshan liegt im Grenzgebiet zu Pakistan, China und Tadschikistan. Die Sicherheitslage in der Provinz war bisher relativ gut. In der Provinzhauptstadt Faizabad unterh&auml;lt die deutsche Bundeswehr einen St&uuml;tzpunkt mit knapp 200 Soldaten, der im kommenden Herbst im Rahmen des stufenweisen Abzugs der Nato-Truppen geschlossen werden soll.</p> <p>Im August 2010 waren im Grenzgebiet zwischen Badakhshan und der unruhigeren Provinz Nuristan zehn &Auml;rzte und Entwicklungshelfer get&ouml;tet worden, die f&uuml;r die christliche Hilfsorganisation International Assistance Mission gearbeitet hatten. Die Taliban hatten sich damals zu der Tat bekannt und die Helfer als &laquo;christliche Missionare&raquo; bezeichnet.</p>   ]]></content:encoded>
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