Der Schlitz von McLaren spaltet die Formel 1
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 05.03.2010
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Im letzten Jahr war es der Doppeldiffusor von Brawn-GP, in diesem Jahr sind es die Heckflügel von McLaren. Diese haben einen Schlitz, was für bessere Windschlüpfrigkeit auf schnellen Geraden und damit einen höheren Topspeed sorgen soll. Und natürlich bringt das auch die schiefen Blicke der Konkurrenz. Christian Horner von Red Bull hat sich bei der FIA schon einmal erkundigt, ob der Heckflügel von McLaren denn auch legal sei.
Nach dem Protest-Fiasko im letzten Jahr gegen den Doppeldiffusor von Brawn-GP, Toyota und Williams, der den Saisonbeginn mit diffusen Diskussionen umhüllte, sind die Teams offenbar vorsichtiger geworden. «Wir sind zuversichtlich, dass unser gesamtes Auto legal ist», erklärte ein McLaren-Sprecher. «Wir wissen auch nichts von einem Protest. Wir haben heute Vormittag noch mit Ferrari gesprochen, auch dort war nichts von einem Protest bekannt», fügt er hinzu.
Konkurrenz ist schon am Nachbauen
Das grosse Problem an der Sache: Keiner weiss so genau, was McLaren mit seiner aufwendigen Konstruktion bezweckt. Die Konkurrenz vermutet, dass durch die Airbox und durch die lange Flosse Luft zum Heckflügel geleitet wird, die dann durch Schlitze im Flügel wieder entweicht. Dadurch soll der Luftfluss so abgelenkt werden, dass die Strömung bei hohen Geschwindigkeiten abreisst. In der Theorie würde dadurch der Luftwiderstand sinken und die Endgeschwindigkeit auf langen Geraden steigen.
Unklar ist auch, ob der Anruf bei der FIA überhaupt eine Lösung bringt: Das Problem bei solchen Anfragen ist, dass der Weltverband den Teams nicht von sich aus erklären darf, wie das McLaren-System funktioniert. Die Teams müssen in ihrem Antrag selbst einen bestimmten Sachverhalt darstellen. Die technischen Delegierten bestätigen dann nur, ob das vorgestellte Prinzip erlaubt ist oder nicht.
«Unsere Frage ist einfach, ob es sich dabei um ein cleveres Design handeltm, oder ob es gegen das Reglement verstösst», so Horner. Grosse Hoffnung auf ein Verbot des Systems hat die Konkurrenz aber offensichtlich nicht. «McLaren muss sich sehr sicher sein, dass es legal ist», so der Red-Bull-Teamchef. Nach Angaben Horners arbeite Red Bull selbst bereits an einem ähnlichen System, um schnell zu reagieren, falls die FIA Grünes Licht gibt. Und danach sieht es aus: Laut «Guardian» habe sie derzeit keine Bedenken, dass das Auto nicht dem Regelement entspreche. Und der englische Rennstall hat die FIA auch eingeladen, den MP 4-25 eingehend zu untersuchen. (Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz)
Erstellt: 05.03.2010, 11:09 Uhr







