Kommentar

"Eine Clubführung mit Charisma"

03. Januar 2018, 21:14
Patricia Loher
Drei Wochen nach dem grossen Umsturz hat die neue Führung des FC St.Gallen ihr Versprechen bereits eingelöst: Der Club installiert einen neuen Sportchef und einen neuen CEO der Event AG. Während der Nachfolger von Pascal Kesseli noch nicht bekannt gegeben wurde, heisst der neue Sportchef Alain Sutter. Damit beginnt das Jahr in St.Gallen so, wie es aufgehört hat: Mit einem Paukenschlag. Der FC St.Gallen verfügt nun mit Präsident Matthias Hüppi und seinem ehemaligen SRF-Expertenkollegen Sutter endlich wieder einmal über eine charismatische Führungsspitze, die den Club aus dem Dornröschenschlaf wecken will. Als TV-Mann hat Sutter in den vergangenen Jahren an Ansehen gewonnen. Sportchef war der frühere Schweizer Internationale aber noch nie. Ob er für die Ostschweizer zum Glücksgriff wird, muss sich erst weisen. 
  • Die Profikarriere von Alain Sutter beginnt 1985 bei den Grasshoppers (hier in einem Spiel gegen Sion 1991). Mit den Zürchern holt Sutter 1990 und 1991 die Meisterschaft sowie 1989 und 1990 den Cup.
  • 1985 debütiert Sutter mit nur 17 Jahren in der Nationalmannschaft. Unsere Aufnahme zeigt das Schweizer Team bei einem Testspiel gegen die Türkei in Adana im März 1986. Sutter steht an vierter Position von links.
  • Grösster Erfolg: Alain Sutter nimmt 1994 mit der Schweiz an der WM in den USA teil.

Von 1985 bis 1998 dauerte die Profikarriere von Alain Sutter. Er spielte dabei für sechs verschiedene Clubs und nahm mit der Schweiz an der WM 1994 in den USA teil. (Bilder: Keystone)


Sutter verfügt zweifellos über ein vielversprechendes Netzwerk, seine Fachkompetenz ist unbestritten. Wunderdinge dürfen trotz der klingenden Namen an der Vereinsspitze zumindest in den nächsten Monaten keine erwartet werden. Der finanzielle Spielraum des FC St.Gallen ist aufgrund von Altlasten arg eingeschränkt. Es scheint möglich, dass der Club darum in der Winterpause auf dem Transfermarkt gar nicht aktiv werden wird. Aber sowohl Sutter als auch Hüppi haben den Ruf, genau hinhören zu können und selbst in der rauen Fussballwelt die menschlichen Werte in den Vordergrund zu stellen. Für einen Club wie St.Gallen, der sich während Monaten in Grabenkämpfen zermürbt und deshalb ein verlorenes Jahr hinter sich hat, kann das Gold wert sein. Sutter muss mithelfen, die Fronten im FC St.Gallen aufzuweichen – und wenn es denn nötig wird, dennoch hart durchgreifen.

patricia.loher@tagblatt.ch

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 


 

Leserkommentare

Anzeige: