Geheimdienst warnt vor militanten Tierschützern

Bereits jeder zehnte Extremismus-Fall in der Schweiz ist dem Tierschutz-Milieu zuzurechnen. Das Knowhow für die Anschläge stammt jedoch aus dem Ausland.

SHAC-Mitglieder bei einer gewaltlosen Demonstration in Basel 2006.

SHAC-Mitglieder bei einer gewaltlosen Demonstration in Basel 2006.
Bild: Keystone

Militante Tierschützer haben es auf Novartis-Chef Daniel Vasella abgesehen: Die Organisation Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC) wird verdächtigt, kürzlich das Grab von Vasellas Mutter geschändet zu haben. Und gestern brannte das Ferienhaus von Vasella im österreichischen Bach. Zwar ist die Brandursache noch unklar, doch ein Novartis-Sprecher betont: «Es handelt sich um Brandstiftung mit einem professionellen Brandbeschleuniger».

Beim Bund sah man die Gefahr kommen: Bereits 2006 stufte der Dienst für Analyse und Prävention (DAP) – der Schweizer Inlandgeheimdienst – «Drohungen, aber auch Anschläge gegen Personen und Einrichtungen im Umfeld internationaler Pharma- und Chemieunternehmen», als «wahrscheinlich» ein, wie der «Blick» heute schreibt. Im letzten Jahr stammten bereits zehn Prozent der Fälle aus dem Tierschützer-Milieu.

Zweigleisiges Vorgehen

Die SHAC geht dabei zweigleisig vor, wie DAP-Chef Jürg Bühler sagt: «Seinerseits suchen sie offen die Diskussion mit betroffenen Firmen. Und daneben sammeln sie fleissig Informationen über die Firmen, die sie im Verdacht haben, mit dem Unternehmen Huntingdon zusammenzuarbeiten.» Huntingdon führt Tierversuche für Kunden durch.

Das Knowhow für die Anschläge kommt jedoch aus dem Ausland: «Oft sind es ausländische Aktivisten, die sich bei uns Organisationen wie der ALF, der Animal Liberation Front, anschliessen.» Die ALF gilt als Schwesterorganisation der SHAC. Ausserdem versuchen die Extremisten, Kontakte zur linksextremen Szene aufzubauen. (cha)

Erstellt: 04.08.2009, 09:00 Uhr

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