«Zwei Ueli Maurer waren unterwegs»
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 09.03.2010
Strapazen überstanden: Bundesrat Ueli Maurer mit Markus Ryffel.
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Wernetshausen/Sälen - Bundesrat Ueli Maurer (SVP) meisterte am Sonntag zum zweiten Mal den weltgrössten Volkslanglauf, den schwedischen Vasaloppet. Der Magistrat trat bei freundlichem Wetter und minus 8 Grad Celsius gegen 15'000 Teilnehmer an. Für die 90 Kilometer lange Strecke benötigte er 8 Stunden und 46 Minuten und damit mehr als doppelt so lang wie der Sieger Jörgen Brink (Schweden).
Der Bundesrat aus Wernetshausen bei Hinwil erwischte einen guten Start. Nach den ersten 10 Kilometern und dem berüchtigten Anstieg, der stets viele Staus verursacht, lag Maurer an 6013. Stelle. Nach halber Distanz und 4,5 Stunden Laufzeit fiel der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) knapp unter die 9000er-Marke zurück. Er durchlief das Ziel an der Seite des früheren Olympioniken aus Uster, Markus Ryffel, auf Rang 9053.
Herr Bundesrat, warum tun Sie sich 90 Kilometer auf Langlaufski an?
Von «antun» kann hier keine Rede sein. Ich stellte fest, dass ich als Bundesrat immer im Büro sitze und mich kaum noch bewege. Mein Gegenmittel ist, mir etwas Verrücktes vorzunehmen. Nur so stehle ich mir trotz vollem Programm Zeit für den Sport. Zudem macht einen so ein Vorhaben leistungsstärker.
Heisst das, Sie steigen kommende Woche so richtig in die Hosen?
(Lacht.) Ja klar!
Ihre Teilnahme war vor einigen Tagen noch unsicher, weil Sie an einer Erkältung litten.
Ja, ich hatte Anfang vergangener Woche Fieber, kurierte die Erkältung aber rechtzeitig aus.
Wie erlebten Sie den Lauf?
Es war ein tolles Erlebnis, gemeinsam mit einem einstigen Olympiazweiten die Landschaft Schwedens zu geniessen, Erfahrungen auszutauschen und mit der Natur eins zu werden. Zwischen Kilometer 10 und 15 stellte sich aber eine Krise ein - ich hatte Rückenschmerzen.
Was taten Sie dagegen?
Ich veränderte meinen Laufstil ein wenig, aber letztlich war es eine geistige Herausforderung.
Wie haben Sie sich auf eine solche Krise vorbereitet?
Ich arbeite in meinem Alltag viel mental, fasse etwas ins Auge, arbeite darauf hin - und erreiche es in der Regel. Während den 90 Kilometern am Vasalauf waren zwei Ueli Maurer unterwegs, ein geistiger und ein körperlicher. Der geistige nahm irgendwann die Zügel in die Hand.
Existierte die Option «aufgeben»?
Nein. Ausser bei einem Beinbruch oder etwas Ähnlichem.
Wonach sehnten Sie sich am meisten, als Sie ankamen?
Nach gar nichts. In diesem Moment zählte nur, dass ich mein Ziel erreicht hatte.
Was steht als nächste sportliche Herausforderung an?
Der Nationalpark-Bike-Marathon im kommenden August.
Mit 4010 Höhenmetern, 138 Kilometern und drei Pässen ist das wieder ein aussergewöhnlich ehrgeiziges Unterfangen. Ist Ihnen die Politik nicht verrückt genug?
Doch - und gerade darum brauche ich einen derartigen Ausgleich. (Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz)
Erstellt: 09.03.2010, 12:24 Uhr





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