Was mit dem Geld geschieht

DEGERSHEIM ⋅ Beim grössten Waffenfund im Kanton St. Gallen wurden auch 1,3 Millionen Franken beschlagnahmt. Gibt es nun eine späte Bescherung für Degersheim?
28. Dezember 2017, 06:36

So etwas hat die Kantonspolizei St. Gallen noch nie erlebt: 280 Waffen und weit über 100000 Schuss Munition wurden vergangene Woche in Degersheim bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Auch 1,3 Millionen Franken sind sichergestellt worden. Ein 61-jähriger Mann wird verdächtigt, illegal Waffen nach Österreich verkauft zu haben.

Nun steht die Frage im Raum: Was passiert mit diesen 1,3 Millionen Franken? Würden sie auf die 4000 Einwohner Degersheims verteilt, bekäme jeder 325 Franken. Oder darf sich die politische Gemeinde über einen Zustupf freuen? Das Geld wäre willkommen, ist Degersheim doch jene Kommune im Kanton, welche seit Jahren die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aufweist. Das Rätsels Lösung ist aber eine andere: Sind diese 1,3 Millionen Franken bei einer Straftat «erwirtschaftet» worden und kommt es zu einer Verurteilung, fliesst das Geld in die Staatskasse, also zum Kanton.

Doch so weit ist es noch nicht. «Das Geld wurde beschlagnahmt und auf ein Bankkonto überwiesen. Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen», sagt Roman Dobler von der Staatsanwaltschaft St. Gallen auf Anfrage. Es wird noch eine Weile dauern, bis feststeht, ob Teile der Summe Herr und Frau St. Galler zugute kommen. Bis zu einem rechtskräftigen Gerichtsurteil gilt die Unschuldsvermutung.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch


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