Rund um die Uhr einsatzbereit

REGION ⋅ Über die Notrufnummer 144 stehen 160 Mitarbeitende zur Verfügung. Dies, seit sich Anfang 2014 die drei Spitalverbunde Fürstenland Toggenburg, Kantonsspital St. Gallen und Rheintal Werdenberg Sarganserland zur «Rettung St. Gallen» vereint haben.
27. Dezember 2017, 06:47
Roland P. Poschung

Roland P. Poschung

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Durch den Zusammenschluss der drei Rettungsdienste können die Ressourcen besser geplant werden und die Rettung wird noch effizienter. «Früher fuhren die Rettungssanitäter ab Spital Wil zum Einsatz. Neu ist der offizielle Standort der Ambulanz in Wil an der Flawilerstrasse 3», sagt Daniel Mayer, Leiter Region Mitte (Fürstenland-Toggenburg) von «Rettung St. Gallen». Heute sei der Notarzt, der immer ab Spital Wil starte, mit einem Fahrer sehr mobil. Stützpunkte sind Wil (Rettungsfahrzeug und Notarztwagen; Verlegungsfahrzeuge für Patienten stehen zu Bürozeiten von Montag bis Freitag zur Verfügung), Bütschwil, Wattwil-Lichtensteig und Alt St. Johann mit rund 60 Mitarbeitenden und Auszubildenden. Kooperationen mit dem Kanton Thurgau seien speziell in der Nacht sinnvoll. Der nächste Thurgauer Tagesstützpunkt für den Hinterthurgau ist in Sirnach. Seit 2005 stellt der ­Sicherheitsverbund Region Wil (SRFT) für den Notarztdienst der Region den Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeuges zur Verfügung. Damit können Rettungsteam und Notarzt unabhängig voneinander zum Einsatzort gelangen. Neben dem Fahren des Notarzteinsatzfahrzeuges unterstützt der Fahrer die Mitarbeitenden der Rettung St. Gallen am Einsatzort.

Eine Hilfsfrist von 15 Minuten

Die «Rettung St. Gallen» ist eine der grössten rettungsdienstlichen Organisationen der Schweiz und deckt mit insgesamt 11 Stützpunkten und 25 Fahrzeugen ein Gebiet von 1780 Quadratkilometern ab. Als gemeinsame Organisation der drei Spitalverbunde nimmt die «Rettung St. Gallen» diesen Auftrag in deren Versorgungsgebiet wahr. Der Auftrag dazu ist im Leistungsauftrag der Regierung des Kantons St. Gallen an die Spitalverbunde des Kantons geregelt.

«Jährlich leisten die Retterinnen und Retter rund 16000 Primäreinsätze (Notfälle), 9000 Sekundäreinsätze (Patiententransporte zwischen Institutionen des Gesundheitswesens wie Spital und Altersheim usw.) und 2600 Notarzteinsätze. Organisatorisch sind die Mitarbeitenden sowie die Einsatzmittel auf die drei Regionen Nord, Mitte und Süd verteilt», erklärt Daniel Mayer.

Ihre administrative und organisatorische Zentrale hat die «Rettung St. Gallen» in Gossau. Dank einem dichten Netz an dezentralen Stützpunkten und der sogenannten «nächsten Fahrzeug-Strategie» erreicht die Rettung 90 Prozent der lebensbedrohlichen Notfälle innert einer Hilfsfrist von maximal 15 Minuten. Daniel Mayer betont: «Der Fokus liegt klar auf dem schnellstmöglichen Erreichen des Notfallpatienten. Das heisst: Schnell, zuverlässig und kompetent die Durchführung von Notfalleinsätzen mit und ohne Notarzt zu leisten sowie Sekundärtransporten auszuführen.»

Neben dieser Hauptaufgabe haben sich weitere Tätigkeitsfelder etabliert wie externe Schulungen, medizinisches Eventmanagement und Langstreckentransporte. Auch neuen Entwicklungen steht die «Rettung St. Gallen» offen gegenüber.

Dank des Zusammengehens der drei Rettungsdienste konnte die Vorgabe ohne zusätzliche Fahrzeuge oder Mitarbeitende erreicht werden, da nun eine gesamtheitliche Planung der Standorte sowie eine effiziente Disposition der Einsatzmittel möglich ist. «Die Dispositionsstrategie der ‹Rettung St. Gallen› geht davon aus, dass die Rettungswagen einen guten Teil des Tages nicht am Stützpunkt stehen, sondern unterwegs sind, sei dies im Einsatz oder auf Versorgungs- und Rückfahrten von Einsätzen.» Bei einem Notruf werde das dem Notfallort am nächsten gelegene freie Einsatzmittel aufgeboten – unabhängig von dessen Heimatstützpunkt. «Damit können wertvolle Minuten gewonnen werden», sagt Mayer.


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