Lichtsignale auf der ganzen Achse

UZWIL/OBERBÜREN ⋅ Die beiden Gemeinden sind froh, dass der Kanton das Verkehrsproblem am Autobahnzubringer endlich lösen will. Und vorsichtig in der Beurteilung, ob die Massnahmen die gewünschte Wirkung erzielen werden.
23. Dezember 2017, 05:20
Urs Bänziger

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Der Uzwiler Gemeinderat musste lange warten. Und jetzt, da der Kanton endlich das neue Verkehrskonzept für den Autobahnzubringer vorgelegt hat, kann es ihm nicht schnell genug gehen, bis die geplanten Massnahmen realisiert sind. Der Kanton lasse sich etwas gar viel Zeit, sagt Gemeindepräsident Lucas Keel. Im nächsten Jahr will das kantonale Tiefbauamt in Abstimmung mit dem Bundesamt für Strassen das Vorprojekt erarbeiten. Der Baubeginn ist 2020 vorgesehen. Bis dann wird der Verkehr auf der stark befahrenen Achse von der Augartenkreuzung in Nieder-uzwil bis zum Autobahnanschluss und bis zum Sonnental-Kreisel in Oberbüren weiter zunehmen. Aktuell sind es bis zu 22000 Fahrzeuge, welche an einem Werktag über die Augartenkreuzung rollen.

Rückstaus belasten die Quartierstrassen

Die Kreuzung kann dieses Verkehrsaufkommen in der heutigen Bauweise nicht mehr bewältigen. Zu Stosszeiten kommt es zu langen Rückstaus bis weit in die Gupfen- und die Bahnhofstrasse. Autofahrer versuchen, auf Quartierstrassen in Niederuzwil die Kolonnen zu umgehen. «Die Belastung für die betroffenen Anwohner ist gross», sagt der Gemeindepräsident. Zudem häufen sich wegen des grossen Verkehrsaufkommens am Autobahnanschluss die Unfälle. Deshalb hat die Uzwiler Behörde schon vor Jahren beim Kanton interveniert.

Jetzt endlich will der Kanton handeln. Das nicht mit einem Doppelkreisel, der als Lösung des Verkehrsproblems angedacht war. Das kantonale Tiefbauamt ist, in Absprache mit dem Bundesamt für Strassen und den beiden tangierten Gemeinden Uzwil und Oberbüren, zum Entschluss gelangt, dass Lichtsignalanlagen die leistungsfähigste und sicherste Umsetzung für alle Verkehrsteilnehmer seien. Neu sollen Lichtsignalanlagen nicht nur an der Augartenkreuzung, sondern auch am Autobahnanschluss sowie am Kreisel Sonnental installiert werden. Zusätzlich sollen zwei Fahrspuren ab der Augartenkreuzung zur Autobahn führen. Mit diesen Massnahmen könne das hohe Verkehrsaufkommen in Spitzenzeiten besser bewältigt werden, sagt der Kanton.

So überzeugt wie der Kanton ist der Uzwiler Gemeindepräsident zwar nicht, doch auch Keel geht davon aus, dass die geplante Lösung funktionieren wird. Vor allem erhofft er sich, dass die Strassen in Niederuzwil vom Umwegverkehr entlastet werden, und sich die Situation auf der Bahnhofstrasse merklich verbessern wird. «Nicht nur die Anwohner, sondern auch die Läden leiden unter den Rückstaus, weil es mühsam und schwierig ist, vor den Geschäften zu parkieren.»

Für den ÖV sicher ein Vorteil

Wie sein Uzwiler Amtskollege, bricht auch der Oberbürer Gemeindepräsident Alexander Bommeli nicht im Freudentaumel aus. «Wenn die vom Kanton vorgeschlagenen Massnahmen zu einer Verbesserung der Verkehrssituation beitragen, dann nehmen wir sie gerne an. Wir werden jedenfalls genau hinschauen, ob die stark befahrene Achse tatsächlich entlastet wird oder ob es nur zu einer Verlagerung des Problems kommen wird.» Denn auch in Oberbüren versuchen Autofahrer die Rückstaus zu umgehen, indem sie auf die Buchental- und auf Quartier-strassen ausweichen. «Die Sandacker-, die Schlosszelg- und die Schlossgartenstrasse müssen in absehbarer Zeit saniert werden. Bevor wir das tun, werden wir eingehend prüfen, ob sich das neue Verkehrskonzept für den Autobahnzubringer auch bewährt», sagt Bommeli.

Beide Gemeindepräsidenten betonen, dass ein von Lichtsignalanlagen gesteuertes Verkehrssystem ein grosser Vorteil für den öffentlichen Verkehr ist. Denn mit den Autos bleiben zurzeit auch die Postautos zu Stosszeiten in den Kolonnen stecken.


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