«In Mosnang wähnte man sich wie in einem lebendigen Märchen»

GRÖSSTER ADVENTSKRANZ DER WELT ⋅ Heute Sonntag brennen die Kerzen des grössten Adventskranzes der Welt in Mosnang zum letzten Mal. OK-Präsident Max Gmür lässt 31 unvergessliche Tage Revue passieren.
31. Dezember 2017, 08:49
Interview: Beat Lanzendorfer
Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Max Gmür, halb Europa hat während mehrerer Wochen nach Mosnang geschaut. Hätten Sie mit einer derart grossen Resonanz Ihrer Adventskranzaktion gerechnet?
Nein, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Entsprechend überwältigt und glücklich sind wir.

Haben Sie Zahlen, wie viele Besucher für den Adventskranz nach Mosnang gekommen sind?
Die Raclette-Hütte war im Schnitt täglich zweimal voll. Das entspricht gesamthaft rund 12'000 Besucherinnen und Besuchern. Einige besuchten auch «nur» den Adventskranz und die Eisbahn. Diese Zahlen kennen wir nicht. Nach meiner Einschätzung dürften es aber schon 20'000 gewesen sein.

Einen Umfang von rund 400 Metern und einen Durchmesser von 120 Metern hat der grösste Adventskranz der Welt. Er steht in diesem Advent in Mosnang. (Bilder: Urs Bucher)


Wegen des grossen Erfolgs des Adventskranzes war die Raclette-Hütte sogar über die Festtage geöffnet. Wie schwer war es, Freiwillige zu finden, die an diesen Tagen arbeiten wollten?
Das war anspruchsvoll. Wir beschränkten den Betrieb deshalb auf Selbstbedienung mit reduziertem Angebot. Es hat gut funktioniert und wurde von den zahlreichen Gästen während der Festtage sehr geschätzt.

Nun ist der Mosnanger Adventskranz Geschichte. Was bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung?
Die strahlenden Gesichter, bei Kindern und Erwachsenen. Sie wähnten sich in einem lebendigen Märchen oder in ihre Kindheit zurückversetzt. Überwältigend war auch, woher sie überall herkamen. Viele aus der Region, den Nachbarkantonen und aus Süddeutschland. Wir hatten sogar Besucher aus Belgien, England, den USA und aus Taiwan. Manche kamen auch mehrmals.

Sie wurden von der «Schweizer Illustrierten» (SI) mit der Rose der Woche ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Würdigung?
Die SI hat geschrieben: «Dafür möchten wir den Mosnangern ein Kränzchen winden. Nicht mit Tannästen, sondern mit einer Rose!» Stellvertretend durfte ich meinen Kopf hinhalten, was mir natürlich schmeichelte.

Im Vorfeld gab es durchaus auch kritische Stimmen, die Ihrem Vorhaben ablehnend gegenüberstanden. Konnten Sie die Skeptiker vom Gegenteil überzeugen?
Mehrheitlich schon. Einige «Bekehrte» wurden richtige Fans des Vorhabens. Sie luden sogar Verwandte und Bekannte nach Mosnang ein und wurden zu tollen Botschaftern des Anlasses.

Jetzt, wo das Ganze vorbei ist und Ihnen bewusst wird, was es zur erfolgreichen Durchführung gebraucht hat, würden Sie einen Anlass dieser Grössenordnung noch einmal auf die Beine stellen?
Mit so vielen hervorragenden Köpfen im Organisationskomitee, in den Ressorts und in den Helferteams auf jeden Fall. Wobei das Vorhaben nicht zwingend derart gross sein müsste. Aussergewöhnlich aber schon.

Dann haben Sie schon das nächste Grossprojekt im Hinterkopf?
Nein. Die guten Ideen haben eher andere. Ich bin mehr der «Aggregator», der die Ideen zusammenfügt und versucht, daraus etwas Stimmiges zu formen und die richtigen Leute dafür zu gewinnen.

Wie geht es jetzt weiter? Wird der Adventskranz ins «Guinness-Buch der Rekorde» aufgenommen?
Ja, das wird voraussichtlich im Laufe des Frühjahres 2018 geschehen.

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