Sammlung für Gamperfin

GRABS ⋅ Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden ruft in der Zeitschrift «Patenschafts-Post» zur Unterstützung für die Alpwasserversorgung Ortsgemeinde-Alp Gamperfin auf.
27. Dezember 2017, 05:17
Thomas Schwizer

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Viermal pro Jahr veröffentlicht die Schweizer Patenschaft für Berggebiete ihre «Patenschafts-Post» und verschickt sie an Mitglieder und Gönner. Unter den elf Projekten, für welche diese Solidaritätsorganisation in ihrer letzten Ausgabe des laufenden Jahres zu freiwilligen Beiträgen aufruft, ist auch die Sanierung der Alpwasserversorgung auf der Grabser Ortsgemeinde-Alp Gamperfin. Ohne die vorgesehene Sanierung sei die Alpkäsefabrikation und Milchverarbeitung im Alpgebiet der Gemeinde Grabs nicht mehr möglich: So zitiert die Vereinigung in ihrem Aufruf Richard Schwendener, Alpwirtschaftsberater der Region Sarganserland-Werdenberg.

Sanierung löst das Problem langfristig

Die veranschlagten Kosten von 700000 Franken würden für die Ortsgemeinde Grabs allerdings eine grosse finanzielle Belastung darstellen – trotz Subventionen von Bund (154700 Franken) und Kanton (142800 Franken) für das Projekt. An Eigenmitteln steuert die Ortsgemeinde selbst 300000 Franken bei, heisst es im Beschrieb. Für die Finanzierung der Restkosten von 102000 Franken bittet die Patenschaft für Berggemeinden in ihrer «Post» deshalb um Unterstützung. Für die Sicherung der Alpkäsefabrikation und Milchverarbeitung im 673 Hektaren umfassenden Alpgebiet Gamperfin braucht es hygienisch einwandfreies Wasser. Die bestehende Wasserversorgung ist in den 1970er-Jahren in Fronarbeit erstellt worden. Die Wassermengen seien ausreichend, die Druckverhältnisse dagegen ungenügend, heisst es im Beschrieb. Zudem werde die Wasserqualität beanstandet. «Neue Quellfassungen, der Ersatz eines Reservoirs und neue Leitungen werden das Problem langfristig lösen», heisst es im Spendenaufruf.

Die Patenschaft für Berggebiete weist auf die vielfältigen Aufgaben hin, welche die Ortsgemeinde Grabs leistet. Sie sei auf 3214 Hektaren Wiesen, Alpen und Wäldern, das entspricht rund 60 Prozent des Gemeindegebietes, verantwortlich für Futter- anbau, Forstwirtschaft, die Erhaltung des Schutzwaldes und der Landschaftspflege. Die Ortsgemeinde müsse ihre Mittel selbst erwirtschaften, ohne Mittel aus dem Finanzausgleich. Ihre Einnahmen generiere sie zum Teil aus Pacht- und Mietzinsen für die Alpen sowie Entschädigungen aus Dienstbarkeitsverträgen.

Projekt soll für die Alpsaison 2019 abgeschlossen sein

Die erste Etappe der neuen Leitungen auf der Alp Gamperfin sei vor dem Winterbeginn erledigt worden, sagt Monika Eggenberger, Schreiberin/Kassierin der Ortsgemeinde Grabs. Spätestens nach Abschluss der Alpsaison 2018 soll die Sanierung der Wasserversorgung mit dem neuen Reservoir abgeschlossen werden, so dass auf Beginn der Alpsaison 2019 alles erledigt ist.

Finanziell sei das Projekt ein «rechter Lupf» für die Ortsgemeinde, sagt sie auf Anfrage des W&O. «Wir würden das Geld für unser Sanierungsprojekt deshalb dankend entgegen nehmen.» Als grösste Waldbesitzerin im Kanton St. Gallen sowie als Besitzerin von Alpen und Strassen im Berggebiet habe man laufend Ausgaben zu tragen. In den nächsten Jahren stehe zudem auch die Sanierung der Wasserversorgung Ischlawitz an. Die Ortsgemeinde Grabs sei zwar heute finanziell gesund. Aber darauf dürfe man sich nicht ausruhen und müsse gewissenhaft mit den Mitteln umgehen, sagt die Kassierin.


Leserkommentare

Anzeige: