Suche trotz Kandidatur

AFFELTRANGEN ⋅ Die Gemeinde braucht einen neuen Präsidenten. Interimsweise übt Ursula Klaus dieses Amt aus. Sie stellt sich nun zur Wahl. Trotzdem gibt es eine Findungskommission, um weitere Bewerber zu finden.
11. Januar 2018, 07:02
Sabrina Bächi

Sabrina Bächi

sabrina.baechi@thurgauerzeitung.ch

Wer sucht, der findet. Die Gemeinde Affeltrangen hat jedoch schon gefunden, bevor die Suche losging. Nächsten November wählen die Stimmbürger von Affeltrangen ein neues Gemeindeoberhaupt. Um ein entsprechendes Anforderungsprofil auszuarbeiten und schliesslich mögliche Wahl-Kandidaten auszuwählen, hat der Gemeinderat eine Findungskommission ins Leben gerufen. Er erhofft sich dadurch eine erfolgreiche Suche nach einer Nachfolge des amtierenden Gemeindepräsidenten Hans Matthey, der seit Mitte April 2017 krankgeschrieben ist. Ursula Klaus ist als Vizegemeindepräsidentin interimsweise in die Bresche gesprungen. Doch damit nicht genug: Sie stellt sich auch zur Wahl. «Ich habe mich von Anfang an aus der Findungskommission rausgehalten, weil ich mich selbst zur Wahl stelle», sagt Klaus.

Den Vorsitz der Kommission hat Gemeinderat Dominik Schegg inne. Die Frage bleibt, weshalb eine Findungskommission nötig ist, wenn doch die interimistische Gemeindepräsidentin die Nachfolge antreten will. «Da wir die Stelle sowieso ausschreiben müssen, war für den Gemeinderat von Anfang an klar, dass wir eine Findungskommission wollen», sagt Schegg. Die Kommission soll als neutrale Instanz die Bewerbungen prüfen, die Kandidierenden bewerten und zum Schluss eine Empfehlung abgeben.

Stimmbürger in der Kommission

Nebst Gemeinderat Dominik Schegg sitzen in der Kommission vier Stimmbürger, die sich auf den Aufruf der Gemeinde gemeldet haben. Es sind Bruno Kägi aus Affeltrangen, Ruedi Greuter aus Zezikon, Christof Widmer aus Buch und Monika Thomann aus Märwil. «Unser Ziel ist auch, Transparenz für den Prozess der Auswahl zu schaffen und vor allem als unabhängiges Organ geeignete Kandidaten zu finden», erklärt Schegg die Notwendigkeit einer Kommission. Trotzdem: «Mit der Vizepräsidentin Ursula Klaus als Kandidatin sind wir als Gemeinde in der vorteilhaften Situation, dass wir sicher eine Bewerberin haben, die bereits Erfahrung im Bereich des Gemeindepräsidiums mitbringt.»

Am Dienstagabend fand die zweite Sitzung der Findungs­kommission statt. Anfang Februar soll der Stellenausschrieb veröffentlicht werden. Sollten sich etwaige Kandidaten melden, beginnt die Arbeit der Kommission erst recht.


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