Nach Brand: Schuhmacher Mente ist zurück im Geschäft

WEINFELDEN ⋅ Knapp zwei Monate nach dem Brand ihres Wohn- und Geschäftshauses haben Antonio und Andreas Mente am Freitag ihre neue Schuhmacherei im Weinfelder Zentrum eröffnet.
17. Februar 2017, 17:58
Esther Simon
Antonio Mente hatte das Nichtstun langsam satt. Seit Freitag aber kann der 65-jährige Schuhmacher nun endlich wieder seiner Arbeit nachgehen, die er ein Leben lang mit viel Herzblut gemacht hat: Schuhe, Gürtel und Taschen flicken. Und das im Haus Künzler, das an bester Lage im Zentrum steht. Diese Lösung ist dank der Unterstützung der Bürgergemeinde Weinfelden, der das Haus gehört, und der Mithilfe vieler Weinfelderinnen und Weinfelder zu Stande gekommen. An der Eröffnungsfeier konnte Mente viele Gäste begrüssen. Auch die ersten Kunden liessen nicht lange auf sich warten.

In Weinfelden ist am Donnerstagabend das Gebäude der Schuhmacherei Mente in Vollbrand geraten. Die Feuerwehr konnte den Brand zwar löschen, es entstand aber Schaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken. (Bilder: Andrea Stalder)


Einer bringt eine viel zu grosse Lederjacke. Für Antonio Mente kein Problem: «Muesch halt meh ässe.» Eine Frau bringt zwei Paar Schuhe zur Reparatur. Mente nimmt sie entgegen und schreibt Adresse und Abholdatum auf winzige Zettelchen, die er in die Schuhe steckt. Mente ist froh um jede Adresse; denn der verheerende Brand seines Wohn- und Geschäftshauses zwei Tage vor Weihnachten hat auch alle seine Kontaktdaten vernichtet. Eine Frau ist mit dem Zug aus Frauenfeld gekommen und wünscht Glück, eine andere bringt Blumen, eine weitere Süssigkeiten. Als dann noch Tele top und TVO auftauchen und filmen wollen, scheint es Mente langsam zu viel zu werden.  «Das ist ja wie beim Papst», ruft er.

Mit von der Partie war gestern auch Andreas Mente, einer der Söhne. Er wird vorerst teilweise im Geschäft arbeiten, bis er es von seinem Vater übernimmt. Auch Assan Jain, ein junger Asylbewerber aus Gambia, strahlte gestern übers ganze Gesicht. Er kann sich nützlich machen, wenn auch nur als Aushilfe.
 
 

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