Das Stromnetz der Zukunft

AUSZEICHNUNG ⋅ Die Gemeinde Amlikon-Bissegg hat den Energiepreis des Kantons Thurgau in der Kategorie Energie gewonnen. Mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms stammte von Solaranlagen in der Gemeinde.
12. Januar 2018, 05:18
Isabella Gómez

Isabella Gómez

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@thurgauerzeitung.ch

Die Gemeinde Amlikon-Bissegg gehört zu den Vorreitern der Energiewende: Über 50 Prozent des genutzten Stroms stammt aus lokal erzeugter, erneuerbarer Energie. Um das zu schaffen, hat sich die Gemeinde die Voraussetzungen dafür geschaffen, um mehr Alternativenergie aus Photovoltaik- und Biogasanlagen nützen zu können. Sie hat ins Mittel- und Niederspannungsnetz, die Trafostationen und Verteilkabinen investiert, damit mehr erneuerbare Energie lokal produziert und eingespeist werden kann. «Die Idee hatten wir wegen der Energiestrategie des Bundes», sagt Gemeindepräsident Othmar Schmid. «Unsere ländliche Struktur und die vielen grossen Scheunendächer eignen sich sehr gut für Solarenergie.» Widerstände gegen die Idee des Gemeinderats habe es von der Bevölkerung keine gegeben.

Motivierte Bürger führten zum Ziel

Schon vor einigen Jahren hat die Gemeinde angefangen, sich für das Projekt vorzubereiten. «Wir haben früh damit begonnen, bereits im Jahr 2012 stand die Idee fest», sagt Schmid. Als erstes sei eine Studie gemacht worden, um festzustellen, ob das Vorhaben realistisch ist. Mittlerweile gibt es 67 Photovoltaikanlagen in der Gemeinde, alle von privaten Haushalten oder Firmen – und noch immer können weitere Solarstromanlagen problemlos angeschlossen werden. Die Anlagen wurden von der Gemeinde nicht subventioniert, die Bewohner mussten selbst darin investieren. «Wir versuchen die Bevölkerung zu motivieren, auf erneuerbare Energie umzusteigen. Das Thema wird immer wieder vom Gemeinderat erwähnt, beispielsweise an Versammlungen.»

Für ihr Engagement hat die Gemeinde nun den Energiepreis des Kantons Thurgau erhalten, eine Urkunde und ein Preisgeld von 2500 Franken. Mit dem Preis ausgezeichnet zu werden, sei eine grosse Anerkennung, die zum Fortführen des Projekts motiviere, sagt Schmid. Für das Jahr 2018 gebe es aber noch keine konkreten Ziele. «Eine Strategie haben wir auch nicht. Wir werden einfach wie bisher weitermachen», sagt er. «Unser Ziel war es, die Energiewende zu schaffen und das haben wir erreicht.»


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