Ottenberg statt Sittertobel

WEINFELDEN. Rund 600 Besucher feierten am Samstagabend auf dem Ottenberg beim neunten «Rock on the Top» eine energiegeladene Rocknacht. Ein Höhepunkt war der Auftritt von C. H. (Country Helvetia) mit Sängerin Kisha.
02. Juli 2012, 07:05
RUDOLF STEINER

Für die von den Organisatoren versprochene Gänsehaut sorgte beim Soloauftritt von Galliardo-Frontmann Domenico Gagliarde kurz vor 20 Uhr nicht in erster Linie der Sänger, sondern ein heftiges Gewitter, das genau zu diesem Zeitpunkt über den Ottenberg zog. Der damit verbundene Temperatursturz drückte jedoch überhaupt nicht auf die Stimmung des Publikums, sondern sorgte für eine wohltuende Erfrischung.

Zwei Fans auf der Bühne

Zum Warm-up für die Headliner – C. H. (Country Helvetia) und The Duschvorhang – spielten die vier Musiker der St. Galler Rockband um Frontmann und Ex-Migou-Sänger Markus Oberholzer. Sie liessen es erstmals krachen und sorgten für eine aufgeräumte Stimmung vor der kleinen Bühne mit Aussicht aufs Thurtal.

Nach einer längeren Umbaupause, verursacht von technischen Problemen, entschädigten die sechs Mitglieder der erst ein Jahr alten Formation C. H. (Country Helvetia) mit ihrem Sound. Bereits bei den ersten Songs, «Heiwäg» und «Saas Fee», drängte sich das Publikum vor der Bühne und sang teils begeistert mit.

Vor allem Sängerin Kisha, Sänger Nori Rickenbacher und Reto Burrell an der Gitarre heizten dem Publikum während eineinhalb Stunden mächtig ein. «Jetzt weiss i, woroms <Rock on the Top> heisst», rief Rickenbacher ins Publikum, auf den steilen Anstieg zum Ottenberg anspielend. Authentisch und begeisternd fanden auch Kisha und Burrell den Draht zum Publikum und holten zum Song «10 Shots» mit Mimi und Franziska sogar zwei Hardcore-Fans auf die Bühne, um den zehn Shots Appenzeller Alpenbitter den Garaus zu machen. «Er sind alles gaili Sieche», rief die barfuss auftretende Kisha ins Publikum.

Treues Publikum belohnt

Das explosive Finale bestritten schon fast traditionell die vier Vollblutmusiker von The Duschvorhang mit Andy Eugster (Drums), Küde Edelmann (Guitars), Waly Meienhofer (Bass) und Sänger Kevin Leuenberger, der sich auf der Bühne sichtlich wohler fühlte wie als Kandidat bei den vergangenen Grossratswahlen. Mit ihrem ersten Song, «Tage wie dieser» von den Toten Hosen, die am gleichen Abend live am OpenAir St. Gallen auftraten, tröstete die Band knapp vor Mitternacht zudem alle Besucherinnen und Besucher, die auf den gleichzeitig stattfindenden «Konkurrenzanlass» verzichtet hatten und statt ins Sittertobel auf den Ottenberg gepilgert waren.

Für eine Ad-hoc-Einlage mit den vier Duschvorhang-Musikern sorgte kurz vor zwei Uhr der unermüdliche Reto Burrell, der für den Song «Jimmy eats World» nochmals kräftig in die Saiten griff.


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