Invasion der Lehrer

WEINFELDEN ⋅ Kommendes Jahr finden die Schweizerischen Lehrerfortbildungskurse in Weinfelden statt. Die Organisatoren rechnen mit rund 2000 Teilnehmenden während zweier Wochen.
20. April 2017, 07:13
Mario Testa

Mario Testa

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@thurgauerzeitung.ch

Nächstes Jahr wird Weinfelden zur Bildungshauptstadt der Schweiz. Wenigstens während der zwei ersten Sommerferienwochen vom 9. bis 20 Juni. Dann erwarten die Organisatoren der Schweizerischen Lehrerfortbildungskurse rund 2000 Lehrerinnen und Lehrer, die aus dem ganzen Land nach Weinfelden zur Weiterbildung kommen. «An der Grossveranstaltung bilden sich Lehrpersonen in den verschiedensten Fachbereichen weiter und geniessen nach der täglichen Kursarbeit ein attraktives Rahmenprogramm», sagt Projektleiter Werner Lenzin.

Der pensionierte Lehrer aus Märstetten ist verantwortlich dafür, dass der Verein Schule und Weiterbildung Schweiz (SWCH) Weinfelden als Kursort ausgesucht hat. «Vor etwa zwei Jahren fragte mich der SWCH an wegen der Durchführung der Kurse im Thurgau. Sie wollten eigentlich wieder nach Frauenfeld, wo die Kurse schon 2009 stattgefunden haben. Da hab ich gesagt, es gäbe da noch einen zweiten schönen Ort für die Kurse – Weinfelden.» Er habe dann mit Gemeinde­präsident Max Vögeli Kontakt aufgenommen, und dieser habe die Unterstützung der Gemeinde für den Anlass zugesagt.

Übernachten bei Privaten und auf dem Zeltplatz

Das Kurswesen – die meisten Kurse werden in den Zimmern des Berufsbildungszentrums abgehalten, weitere wenn nötig in den beiden Sekundarschulhäusern – liegt in den Händen des Vereins SWCH, das lokale Organisationskomitee um Werner Lenzin kümmert sich um die Infrastruktur. So ist etwa der Weinfelder Schul­sekretär René Diethelm für die Unterbringung der Lehrpersonen während der beiden Kurswochen zuständig. «Nebst den Hotels in Weinfelden werden wir auch Zivilschutzanlagen als Unterkunft zur Verfügung stellen, Gastzimmer bei Privaten organisieren und einen Zeltplatz einrichten», sagt Diethelm. Zu einem späteren Zeitpunkt werde er noch einen Aufruf publizieren, damit sich Weinfelderinnen und Weinfelder, die bereit sind, Kursteilnehmer bei sich übernachten zu lassen, melden können.

Damit die vielen Lehrerinnen und Lehrer nach den Kurstagen auch die Gelegenheit nutzen können, Weinfelden kennen zu lernen, organisiert Martin Sax ein vielseitiges Rahmenprogramm. «Der Marktplatz mit einem Infostand wird das Festzentrum des Anlasses sein. Dort sollen sich die Lehrer auch mit der Bevölkerung treffen können», sagt Sax. «Dazu werden wir im Haffterkeller oder bei schönem Wetter im Haffterpark auch eine Kursbeiz einrichten. Des Weiteren werden wir ­diverse Rundgänge und Besichtigungen, sportliche Aktivitäten und kulturelle Anlässe anbieten. Geplant sind auch Einblicke in die Firmen wie Lidl, Model oder das Blaswerk.» Werner Lenzin betont, dass Weinfelden dadurch auch langfristig profitieren könne. «Wir wollen etwas Nachhaltiges schaffen. Beispielsweise dass all die Lehrpersonen die Möglichkeiten für Schulreisen nach Weinfelden kennen lernen.» Mit im Boot der Organisatoren ist auch der Kanton, vertreten durch Roland Bosshart vom Amt für Volksschule. «Die Kurse sind bei Thurgauer Lehrpersonen sehr beliebt, teilweise kommen ganze Lehrerteams von einzelnen Schulstandorten an die Kurse. Seitens Kanton wird auch die Pädagogische Hochschule Kurse anbieten – ganz speziell mit dem Fokus auf den Lehrplan 21.»

Auch die Gemeinde Weinfelden unterstützt die Kurse. «Wir stellen vor allem Manpower, es gibt keinen finanziellen Beitrag für die Organisatoren», sagt Gemeindeschreiber Reto Marty, der seinerseits für den Lehrer-Zeltplatz auf der Wiese bei der Badi zuständig sein wird. «Im Vergleich zu den bisherigen Durchführungsorten der Kurse ist Weinfelden klein, die Kompaktheit ist aber sicher ein grosser Vorteil für die Kursteilnehmer.»


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