Wilder als im Krimi

UNIHOCKEY ⋅ Das NLA-Team der Red Lions Frauenfeld gewinnt auswärts gegen Zug 5:4. In den letzten Minuten kommen die Thurgauerinnen aber nochmals arg ins Schwitzen.
14. November 2017, 07:08
Gioia Niessner

Gioia Niessner

sport

@thurgauerzeitung.ch

Im ersten Spiel nach der zwei­wöchigen Meisterschaftspause traten die Red Lions Frauenfeld gegen den Tabellennachbarn Zug United an. Ein Sieg war die ein­zige Chance, um weitere Plätze gutzumachen. Doch wurden die Gäste aus dem Thurgau nach nicht einmal zwei Minuten Spielzeit eiskalt erwischt. Einen Fehlpass aus der Verteidigung heraus fingen die Zugerinnen ab, die zum 1:0 trafen. Die Red Lions liessen sich durch diesen Fehlstart aber nicht beirren und versuchten, ein ruhiges Spiel aufzuziehen. So kam auch Frauenfeld zu Chancen. Eine solche nutzte Milena Mahler in der achten Minute zum Ausgleich. Der Knoten war damit gelöst, die Thurgauerinnen wieder in der Begegnung drin. Mit einem Doppelschlag bauten sie ihre Führung noch im Startdrittel auf 3:1 aus.

Im zweiten Drittel liess die Energie bei beiden Equipen nach. Es war zeitweise kein Spielkonzept mehr zu erkennen. Die Red Lions agierten nicht mehr so konsequent wie am Ende des ersten Drittels und verloren viele Bälle. Sie brachten kaum mehr Abschlüsse aufs Tor. Nervosität machte sich innerhalb des Teams breit. So erstaunte es nicht, dass Zug in dieser Phase auf 2:3 verkürzte. In den letzten zehn Mi­nuten des Mitteldrittels wurde pro Team je eine Zweiminutenstrafe ausgesprochen. Doch beide Powerplays verliefen torlos.

5:2-Führung bringt nur vermeintlich Ruhe ins Team

Im letzten Drittel agierten die Frauenfelderinnen wieder kon­trollierter und zeigten viele gute Ansätze, bei denen es aber einerseits an Genauigkeit, andererseits an Glück fehlte. Allerdings wurde das Spiel der Zugerinnen gut unterbunden. Das Heimteam konnte sich nur noch selten in der Platzhälfte der Red Lions festsetzen. So erhöhten die Gäste zunächst das Skore. Verteidigerin Andrea Ressnig bediente in der 53. Minute Nicole Fässler, die den Ball souverän im Tor versenkte. Die Frauenfelderinnen wurden im Selbstvertrauen bekräftigt, und nur eine Minute später hievte Irene Räss den Ball backhand zum 5:2 ins Zuger Tor. Dieser Treffer war wie ein Weckruf für die Zentralschweizerinnen. Zug United bäumte sich nochmals so richtig auf und erspielte sich Chance um Chance. Mit dem 3:5 in der 57. Minute schöpften die Zugerinnen weitere Kraft. Und als sie in der Schlussminute gar noch den Anschlusstreffer erzielten, lagen die Nerven der Red Lions blank. Frauenfeld musste sich regelrecht über die Zeit retten, was am Ende ganz knapp ­gelang. Als die Schlusssirene ertönte, war die Erleichterung bei den Thurgauerinnen riesig.


Leserkommentare

Anzeige: