Zino Meuli unterliegt in Romanshorn

BOXEN. An der Box Night in Romanshorn schaffte es Zino Meuli in seinem Kampf nicht, den Sieg des Swiss Boxing Teams (SBT) gegen eine süddeutsche Auswahl noch deutlicher zu gestalten. Der Lokalmatador verlor einen intensiven Kampf.
28. April 2014, 02:35
GéRALD KURTH

Trotz Zino Meulis Niederlage gewann das Swiss Boxing Team (SBT) die neun Matches des Romanshorner Ländervergleichs deutlich mit 14:4. Aus dem insgesamt solide bis überzeugend auftretenden SBT ragten die Gebrüder Smajli vom BC Zürich heraus: Urim Smajli, der jüngere Bruder, bewies, dass auch er schon über ordentlich Dampf in den Fäusten verfügt und zerlegte seinen armen Gegner nach allen Regeln der Kunst. Ukë Smajli bodigte zum zweiten Mal innert eines Monats Yasin Basar in einem Kampf auf hervorragendem Niveau.

Die deutliche Niederlage Meulis (3:0 Richterstimmen) gab den Kampfverlauf ebenso wenig wieder wie einige knappe Siege für die SBT-Boxer, die vorher zustande gekommen waren: Die Mehrheitsentscheide für Nelson Roque oder Fuat Zenuni waren alles andere als zwingend. Solide, wenn auch fürs Limit wenig variabel und langsam gestaltete Sava Kostic seinen Auftritt: Obwohl fünf Kilo leichter als sein Gegner, trat der Deutsche allzu harmlos auf. Und konnte so Kostic zu keinem Zeitpunkt gefährlich werden, obwohl der St. Galler konstant mit hängender Deckung operierte und auf die Chance zum Konter zu warten schien. So vernachlässigte er allzu lange seinen eigentlich wirkungsvollen Jab. Erst in der letzten Runde setzte er die Auslage ein und brachte sie problemlos ins Ziel. Obwohl austrainiert, wirkte Ex-Schweizer-Meister Meuli weniger spritzig als gewohnt. Massgeblich für den wenig inspirierenden Fight war die Kampfanlage Mahmutis: Der Deutsche brachte Meuli mit Salven von kurzen linken Schwingern zum Kopf in Bedrängnis. Ebenso oft preschte der kleinere Mahmuti mit tiefem Kopf vor und konnte Meuli dazu verleiten, sich jeweils auf ihn zu legen oder zu klammern. Es war schwierig, gegen einen derart explosiv angreifenden Gegner die Distanz zu wahren. Zu aufsässig sprang der Deutsche Meuli immer wieder an oder wühlte sich mit kurzen Haken zu Kopf und Körper am Thurgauer hoch. Meuli liess sich zu oft auf den Infight ein, statt die Reichweitenvorteile zu wahren und Mahmuti mit langen Händen abzukontern.

So wäre er auch den staccato geschlagenen Schwingern ausgewichen, die oft mit der Innenhand geschlagen waren und ungeahndet blieben. Umso bizarrer mutete die Reaktion der deutschen Coaches an, die wegen einigen Klammerpausen Meulis die Contenance verloren, den Kampf mit Zwischenrufen unterbrachen und mit der Abreise drohten. • ROMANSHORN 31


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