Nach dem Fest erneut ein Test

EISHOCKEY ⋅ Der EHC Frauenfeld darf sich über den Regionalmeistertitel freuen, doch die Saison ist damit noch nicht vorbei. Mit Brandis und Sion warten in der schweizweiten Finalrunde zwei harte Brocken.
21. März 2017, 07:08
Ralf Rüthemann
1300 Zuschauer sind Zeugen eines Spektakels geworden. Vor einer Rekordkulisse hielt der EHC Frauenfeld im vierten Playoff-Finalspiel die Gäste aus Dübendorf in Schach und entschied die Partie mit 2:1 und damit die Serie mit 3:1 für sich. «So viele Zuschauer haben wir in der Meisterschaft seit dem Jahr 2009, als der EHC Frauenfeld Schweizer Amateurmeister wurde, nicht mehr gehabt», sagt EHCF-Präsident Michael Hinder.

Die Euphorie ist gross, am Samstagabend wurde gefeiert. Doch die Saison geht weiter, und Frauenfeld hat die Möglichkeit, noch einen draufzusetzen. «Bis anhin haben wir uns noch gar nicht mit möglichen Paarungen in der Finalrunde befasst», sagt Headcoach Emanuel Marbach. «Wir haben uns bewusst nur auf Dübendorf konzentriert.» Die drei 1.-Liga-Meister der Regionen Ost, Zentralschweiz und West machen nun den Amateurmeister unter sich aus. Frauenfeld trifft dabei auf den EHC Brandis und den HC Sion-Nendaz 4 Vallées. Es gibt je ein Hin- und ein Rückspiel. Die besten zwei Teams machen dann in einem alles entscheidenden Finalspiel den Schweizer Meister unter sich aus. «Es wird eine Herkulesaufgabe, mit diesen Teams mitzuhalten», meint Marbach. «Dübendorf hat gegen Brandis mit 0:5 verloren und sei dabei absolut chancenlos gewesen.» Dies habe ihm der Dübendorfer Trainer erzählt. Für Frauenfeld geht es erst am nächsten Dienstag los, Marbach darf sich das Spiel zwischen den beiden Gegnern am Samstag erst einmal anschauen.

Hat Frauenfeld einen Fehler gemacht?
Die Frauenfelder haben also noch etwas Zeit, den Regionalmeistertitel zu geniessen. Damit gerechnet haben nämlich die wenigsten. Trotz dieses Grosserfolges bleibt Frauenfeld jedoch in der 1. Liga. Der Verein hat sich bereits vor den Playoffs entschieden, auf den Aufstieg zu verzichten. Ein Fehler? «Nein, das war kein sportlicher Entscheid, sondern ein Vernunftsentscheid», sagt Marbach. Auch Hinder sieht das so: «Wir müssen den Verein finanziell zuerst wieder auf Touren bringen. Alles andere wäre blauäugig gewesen.»

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