Tagblatt Online, 23. Januar 2012 01:05:44
Neuer Dirigent, neuer Schwung
Haben die Aufgabe sehr gut gemeistert: Die Musikanten mit dem Dirigenten Benjamin Zwick (rechts). (Bild: Erwin Schönenberger)
Benjamin Zwick hat für den Unterhaltungsabend des Musikvereins Eintracht Güttingen ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
ERWIN SCHÖNENBERGER
GÜTTINGEN. Gelingt es dem neuen Dirigenten, den Musikverein Güttingen nach dem Festjahr zu neuen Leistungen zu animieren? Diese Frage stellte sich wohl mancher Besucher am Samstag in der gut besetzten Rotewieshalle in Güttingen. Mit dem anspruchsvollen Programm hatte sich der Verein einiges für diesen Unterhaltungsabend vorgenommen.
Üben für den Kreismusiktag
In diesem Jahr steht den Güttinger Musikanten nach dem Jubiläumsjahr mit der Teilnahme am Kreismusiktag wieder eine grosse Herausforderung ins Haus. Die Vorbereitung auf diesen wichtigen Auftritt bedingt viel Probenarbeit, ohne dabei die Freude am Musizieren allzu stark zu belasten. Mit der Wahl anspruchsvoller Konzertmusik wie «Pilatus, Mountain of Dragon» oder «Legend of the Ancient Hero» wählten die Programmverantwortlichen Stücke aus, deren musikalischen Inhalt sowohl Musikanten wie auch Besucher nachvollziehen können. Bestechend war dabei die Freude, mit der gespielt wurde, und die effektvolle Interpretation des jungen Dirigenten Benjamin Zwick, der den Verein erst seit August 2011 leitet. Die schönen Melodien wurden überzeugend herausgearbeitet, und jedes Register kam entsprechend zum Zug. Und doch gibt es noch einiges zu üben, damit das Korps an Intonation und Sicherheit gewinnt und vor der Jury bestehen kann.
Unterhaltung als Stärke
Unterhaltungsmusik gehörte schon bisher zu den Lieblingsgebieten der Güttinger Musikantinnen und Musikanten. Dies hat sich auch unter dem neuen Dirigenten kaum geändert. Die locker gespielten Stücke im zweiten Konzertteil waren ein reiner Genuss für das Publikum. Doch war es an der kleinen Jugendmusik der Vereine aus Güttingen, Altnau und Scherzingen, diesen Teil zu eröffnen. Man wünscht den Vereinen, dass sich der Nachwuchs in den nächsten Jahren noch vergrössert, aber musikalisch konnten die Jugendlichen bereits überzeugen.
Mit «Im Örgelihuus», «Bi üs dehäm» oder «Musik ist Trumpf» traf das Korps den Geschmack des Publikums. Die unterhaltenden Showelemente sorgten für eine lockere, gelöste Stimmung im Saal. So war es nicht überraschend, dass mit grossem Applaus eine Zugabe gefordert wurde und mit dem «Güttinger Marsch» von Daniel-Pierre Zwick, dem Vater des Dirigenten, auch gegeben wurde.
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